Er hat 2, doch ich hätte gern auch eins.

    • (1) 15.01.20 - 15:32

      Liebe Leser,

      mein Partner hat bereits zwei Kinder, die noch recht jung sind (5 und 7).
      Wir sind inzwischen etwas über 2 Jahre zusammen und meinen Kinderwunsch kann ich nicht leugnen.
      Gerade durch den Umgang mit seinen beiden Kindern, die zu 50% bei uns sind, wächst der Wunsch immer mehr.
      Er selbst will aktuell kein Drittes Kind, weiß jedoch nicht, ob sich diese Einstellung in den nächsten Jahren ändern wird.
      Nun bin ich wirklich ratlos, wie es weitergehen soll.
      Im Vertrauen bleiben, dass er eines Tages noch ein Kind möchte oder aufgrund dessen lieber frühzeitig die Reißleine ziehen?

      Ich würde mich freuen, wenn jemand nachempfinden kann, was ich fühle und Tipps für mich hat.

      Liebe Grüße,

      Zweideutig.

      • Ich denke, die Sache beginnt damit, dass Du dich allein für Dich selbst und dein Lebensglück fragen musst, ob Du unbedingt ein eigenes Kind möchtest, auch auf die Gefahr hin, dass es das Ende der jetzigen Beziehung bedeutet und ob Du ohne eins alt werden kannst. Da müsst Du sehr ehrlich zu dir sein.

        Je nachdem würde ich Handeln und Klartext reden. Für deinen Mann ist es eine Diskussion um Kind Nr.3 aber er muss akzeptieren, dass es für dich um etwas essentielles geht, die Frage ob Du überhaupt jemals eigene Kinder haben wirst. Du solltest ihm, wenn Du dir klar bist, die Optionen geben. Er wird sich entscheiden müssen. Vielleicht nicht für sofort, aber für grundsätzlich. Oder er will eben kein drittes Kind, dann musst Du dich fragen, ob Du das tragen möchtest.

        Ich denke es bringt nichts da noch lange auf etwas zu warten. Für ihn besteht absolut keine Eile mehr. Ihr solltet einfach Tacheles reden. Es bringt euch nichts es immer wieder offen zu lassen bis das Thema irgendwann sich selbst verfehlt. Mit einer Entscheidung kann man oft leichter leben als damit sich nie entschieden zu haben.

        Kinderwunsch ist halt so ne Sache, bei der man keine Kompromisse schließen kann. Und ehrlich gesagt würde es mich total verletzen, wenn mein Partner mit mir keine Kinder haben wollen würde, weil er schon zwei von einer anderen Frau hat.

        Ich würde wohl ein ernstes Gespräch führen und wenn er immer noch nicht verbindlich reagiert, gehen. Wie alt bist du denn? Tickt die biologische Uhr?

        • Es ist schön zu hören, dass jemand versteht, dass so etwas verletzend ist.
          Ich bin 28, daher ist meine Uhr noch nicht sehr laut, doch er ist 10 Jahre älter. Ich denke, dass er in ein paar Jahren nicht wirklich Lust hat nochmal von vorne anzufangen.
          Mein Kopf und mein Herz wollen das aber einfach noch nicht wahrhaben...

          • Das ist echt eine vertrackte Situation. Du liebst ihn ja sicher und wenn eine Beziehung sonst gut ist, fällt das Beenden schwer. Wäge ganz genau ab, ob du damit leben kannst, kinderlos zu bleiben, während seine Kinder immer ein und aus gehen werden und er vielleicht mal Opa wird und du immer ein bisschen außen vor bist. Ich konnte mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen. Fünf sind das beste, was mir je passiert ist. Wenn du dir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kannst, wäre nicht so lang. Man weiß ja nicht, wann man den richtigen Partner trifft. Mit fast 30 tickt die Uhr ja dann doch ein wenig lauter als mit 20.

            Ich wünsche dir, dass du Mama sein darfst.

      Ich habe auch zwei Kinder und möchte von meinem jetzigen Partner auch kein drittes.
      Es ist eine hohe Verantwortung, insbesondere finanziell.
      Er als Vater muss dann für drei Kinder Unterhalt zahlen.
      Drei Kinder muss man sich erstmal leisten können und auch zutrauen.
      Ich kann ihn da vollkommen verstehen, er hat schon Kinder, nur um dir den Wunsch zu erfüllen ein drittes zu bekommen, was er nicht wirklich möchte, ist ja wohl keine Lösung die in Frage kommt.

    • (7) 15.01.20 - 23:21

      Reißleine ziehen! Ehrlich gesagt sollte das dein Partner dir zuliebe selbst tun. Wenn du auf Kinder nicht verzichten willst, brauchst du einen Partner, der selbst einen Kinderwunsch hat (oder einen Plan b)

      Hallo,
      ich hatte die gleiche Situation mit meinem Expartner und wir haben uns u.a. deswegen getrennt, weil die Lebensentwürfe nicht zusammenpassten. Ich hätte mir ein Leben ohne eigenes Kind nicht vorstellen können, er hatte zwei und wollte kein weiteres.

      Danach habe ich wieder einen Mann mit zwei Kindern kennengelernt. Er konnte sich jedoch grundsätzlich ein weiteres Kind vorstellen, sofern alles passt. Nach ein paar Jahren Beziehung haben wir unser erstes gemeinsames Kind bekommen und im letzten Jahr noch ein zweites.

      Kinder sind eine Entscheidung fürs Leben. Da gibt es in meinen Augen keine Kompromisse. Man muss es von Herzen wollen und sich nicht dazu überreden lassen. Aber man muss sich auch fragen, was einem wichtiger ist (je nach Alter) - die schöne Beziehung, die jedoch eine lebenslange Kinderlosigkeit mit sich bringt oder eigene Kinder, die jedoch eine Trennung von der jetzigen Liebe erfordern.

      Für mich waren eigene Kinder und ein Familienleben nach meinen Vorstellungen wichtiger als die damalige Beziehung (ihm letztlich auch) und ich hatte das Glück, danach einen Mann kennengelernt zu haben, der mit mir zusammen in die gleiche Richtung gehen wollte. Jetzt habe ich beides und es fehlt nichts.

      Hallo,

      wenn du dir ein Leben ohne eigene Kinder nicht vorstellen kannst oder es ein sehr großes Opfer für dich wäre, dann würde ich wahrscheinlich eher die Reißleine ziehen.

      Ich stelle es mir schon schwer genug vor, mit einem kinderlosen Partner zusammen zu sein, der den eigenen Kinderwunsch nicht teilt.
      Aber noch viel schlimmer stelle ich es mir vor, keine eigenen Kinder haben zu dürfen, den Partner dann aber immer in der Rolle des liebenden Vaters vor Augen zu haben.
      Er darf Vater sein, du aber nicht Mutter, weil ihm ja mit seinen zwei Kindern nichts mehr fehlt.
      Patchwork ist schon generell oft nicht einfach. Ein großer unerfüllter Kinderwunsch ist da noch zusätzlich heftiger Sprengstoff.
      Ich sehe da die große Gefahr, dass das irgendwann zu großem Groll führt, der nicht nur die Beziehung vergiftet, sondern auch die Beziehung zu den kleinen Stiefkindern (also dass sie irgendwie unterbewusst für den Verzicht "verantwortlich" gemacht werden).
      Was anderes wäre es, wenn es einfach nicht klappt... dann könnte man vielleicht eher die Sichtweise entwickeln "gut, dass ich wenigstens durch meine Stiefkinder ein Familienleben mit meinem Partner habe".

      Ich würde da auch nicht mehr allzu lange warten. "Momentan will ich nicht, aber vielleicht ändere ich irgendwann mal in der Zukunft ja meine Meinung" ist schon sehr schwammig, da würde ich nicht drauf bauen.
      Man muss sich ja nicht sofort trennen, aber ein gewisses Zeitfenster sollte man sich schon setzen (je nach Alter).

      Liebe Grüße!

      • (10) 16.01.20 - 19:59

        Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
        Ich bin 28, somit 10 Jahre jünger als er... Das macht für MICH die Situation noch nicht "dringend", für ihn jedoch sehr wohl.
        Und genau deswegen mache ich mir ja aktuell solche Gedanken.

    (11) 16.01.20 - 10:49

    Ich würde es ansprechen, will er gar keines du hast den Wunsch, würde ich es beenden, aber das kannst nur du alleine Entscheiden ob du das so hinnehmen kannst und ihm keine Vorwürfe machst, auch wenn es sagen wir in 15 jahren zuende gehen sollte, oder ob es gar nicht für dich geht.

    Im Vertrauen bleiben, dass er eines Tages noch ein Kind möchte, ist äußerst riskant.

    Ich würde ihn fragen, was sich in ein paar Jahren ändert, wenn er meint, dass er dann möglicherweise seine Meinung ändert. Wie alt seid ihr? Ist es dann zu spät für dich? Und ist dir dein Kinderwunsch wichtiger als dieser Mann?

    Diese Fragen solltest du dir und ihm stellen.

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