Muss man den Ex-Partnern die wichtigen Meilensteine in seinem Leben mitteilen?

Hallo zusammen#winke

ich versuche hier mal meine Frage noch besser zu erklären. Es wird aber vermutlich ein langer Beitrag.

Ich lebe in eine Patchworkfamilie, verheiratet. Mein Mann und ich bringen jeweils ein Kind in die Ehe. Mein Sohn ist 10 Jahre alt, sein Sohn ist 6.

Wir hatten gestern ein Thema im Gespräch, was mich jetzt nicht in Ruhe lässt und wo ich schon etwas schlechtes Gewissen habe.

Wir haben von unseren Meilensteinen im Leben (neue Freundin von Papa, der Zusammenzug, das Heirat) der Ex-Frau meines Mannes nicht direkt erzählt. Mein Mann hat mit seinem Kind darüber gesprochen. Die Kindesmutter hat es immer durch das Kind erfahren. Sie erfährt eh alles durch das Kind, weil es ihr immer alles erzählt, was er bei uns so mitbekommt. Da müssen wir schon arg aufpassen...

KV und KM gehen regelmäßig zu einer Familienberatungsstelle (Termine finden auf den Wunsch der KM statt), wo Sie die Probleme der KM behandeln und besprechen. Sprich, die Anliegen, die der Mutter so nicht passen.

Nun kam gestern bei einem Gespräch zwischen mir und meinem Mann zur Sprache, dass die KM sich bei der Beratungsstelle aufgeregt hat, dass wir unsere Heirat nur dem Sohn mitgeteilt haben und sie hat es dann sofort von ihm erfahren. Sie findet so ein Vorgehen unmöglich, da sie keine Zeit hatte, das Kind auf diese Tatsache vorzubereiten. Dies haben allerdings wir gemacht, wir haben Gespräche mit dem Kind geführt. Wir sind der Meinung, dass solche Meilensteine die Ex-Partner nichts angehen, da es unser Leben ist und nicht ihres.
Die Mitarbeiterin der Beratungsstelle gab der KM Recht. Laut ihr sollten wir dies zuerst der KM erzählen und zwar früh genug. Dann hat mein Mann gefragt, warum die KM ihm nicht im Voraus erzählt hat, dass sie mit ihrem Partner zusammenzieht. Dies hat sie selbst dem Kind erzählt und wir haben das dann von ihm später erfahren. Da hat aber die Beraterin gesagt, es sei so von der KM korrekt, sie musste nichts erzählen, da das Kind sein Lebensmittelpunkt bei ihr hat und es somit ausreichend war, dass sie es nur dem Kind erzählt hat.

So, nun habe ich schon irgendwo ein schlechtes Gewisse, weil es in der ersten Linie meine Bitte an meinen Mann war, dass er über unsere Heirat der KM nichts erzählt. Er hatte die selbe Meinung und somit war das Thema für uns erledigt.

(Die KM mag mich von Anfang an nicht, obwohl sie mich noch nie gesehen hat und noch nie mit mir kommuniziert hat. Ich weiß auch nicht warum, ich habe ihr nichts getan. Ich war auch nicht der Trennungsgrund. Sie hatte sich getrennt, ich und mein Mann haben uns einige Monate später erst kennengelernt. Ich denke aber, ihre Abneigung ist nicht gegenüber mir persönlich ausgerichtet, sondern eher der Tatsache, dass ihr Ex EINE Frau an seiner Seite hat. Egal, wer es wäre, sie wäre nicht froh darüber.)

Nun zum Auslöser meines Nachdenkens... Wir sind gerade in der Kinderplanung. Schon seit 13 Monaten. Es hat bis jetzt nicht geklappt und ab September geht es mit der Behandlung beim Frauenarzt los. Ich und mein Mann waren uns einig, dass wir unseren Ex-Partnern nicht erzählen, wenn ich schwanger werden sollte. Aus demselben Grund: wir finden, es geht sie nichts an. Es ist unser Leben.

Die KM hat aber bei der Beratungsstelle angesprochen, dass sie sehr hofft, dass wenn ich schwanger werden sollte, mein Mann ihr dies früh genug mitteilt, damit sie das Kind vorbereiten kann. Wir wollen aber nicht, dass das Kind diese Nachricht von ihr erfährt.

Klar, ich bin noch nicht schwanger und ich weiß nicht, wann ich es sein werde. Aber ich mache mir jetzt schon Sorgen, was wir dann machen.
Mein Mann hat gesagt, wir erzählen es ihr nicht. Dann wird er sich bei der Beratungsstelle wieder Vorwürfe anhören müssen. Aber er meint, es ist dann halt so.
Er muss sich eh ständig von der Ex Vorwürfe anhören, er ist eh an allem Schuld, was ihr so nicht passt. Deswegen ist es nichts Neues für ihn.

Ich überlege aber jetzt, ob ich da nicht zu egoistisch bin... und mein schlechtes Gewissen plagt mich... Muss man solche Ereignisse doch an die Ex-Partner kommunizieren?
Vielleicht sehe ich etwas Offensichtliches nicht und handle dadurch falsch. Ich finde nur (als neue Frau und auch als Ex-Frau selbst), dass solche Ereignisse die Ex-Partner nichts angehen.
Mein Ex-Mann hat mir auch nicht mitgeteilt, dass er eine neue Freundin hat, dass er sie geheiratet hat. Das habe ich alles von meinem Sohn erfahren und es ist auch gut so für mich. Es geht mich halt nichts an, wie mein Ex sein Leben lebt.

Ich würde mich über eure Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema freuen. Vielleicht werde ich irgendwo verurteilt, irgendwo unterstützt. Aber ich denke, mir würde es gut tun zu hören, wie andere Patchworker mit diesen Themen umgehen.

LG
Milerchen

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Ich finde, das sind zwei verschiedene Dinge. Natürlich obliegt es Euch, dem Kind Eure Nachrichten selbst mitzuteilen, ob nun gut, oder schlecht. Das ist tatsächlich nicht Aufgabe der Ex.

Allerdings finde ich, dass dann die Information der Ex nicht durch das Kind geschehen sollte. Das hat für mich tatsächlich einen faden Beigeschmack. Was spricht denn dagegen, ihr beim Bringen zu sagen "wir haben Felix gesagt, dass wir im September heiraten/ im Juli ein Baby bekommen"?

Ja, es mag sie nichts angehen, aber sie erfährt es doch eh über das Kind. Dann kann man es als Erwachsener doch auch gleich sagen.

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Ich war damals schon pikiert, dass ich von der neuen Freundin übers Kind erfahren habe. Es gab zwar irgendwann noch ein "offizielles" Statement vom KV, aber da war Drops schon gelutscht. Aber mit dieser Erfahrung habe ich meine Ansprüche diesbezüglich runtergeschraubt und nichts mehr erwartet. Umso erstaunter war ich, als der KV mir persönlich von der Hochzeit erzählt hat. Das Nachwuchs kommt habe ich dann aber wieder vom Kind erfahren.

Die Kindsmutter begründet das immer mit "sie muss das Kind drauf vorbereiten".
Sie scheint es euch also nicht zu zutrauen, es vernünftig zu machen. Aber das ist auch etwas was sie eben lernen muss. Anders ist nicht falsch und da sollte die Beratung mMn auch hinsteuern.

"Dann hat mein Mann gefragt, warum die KM ihm nicht im Voraus erzählt hat, dass sie mit ihrem Partner zusammenzieht. Dies hat sie selbst dem Kind erzählt und wir haben das dann von ihm später erfahren. Da hat aber die Beraterin gesagt, es sei so von der KM korrekt, sie musste nichts erzählen, da das Kind sein Lebensmittelpunkt bei ihr hat und es somit ausreichend war, dass sie es nur dem Kind erzählt hat."

Das sehe ich am kritischsten, denn der Vater hat bzgl. eines Umzugs Mitspracherecht, wenn dieser nicht um die Ecke ist.

Ein Baby ist euer Ding. Aber dein Partner hätte die Bitte der KM gleich ausschlagen sollen. In der Beratung. Nichts sagen und es hinterher anders machen als gewünscht schürt Konflikte die unnötig sind.

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Das Thema mit dem Zusammenzug der KM und ihrers neuen Partners hatte nichts mit dem Umzug des Kindes gehabt. Der Partner ist zu ihr gezogen. Das Kind blieb somit da, wo er war. Deswegen hieß es, sie muss es nicht mitteilen.

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Achso.. ja, dann seh ich das auch als unerheblich an.

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Nein, ich finde nicht, dass die KM informiert werden muss. Wie du schon sagst, es ist euer Leben und geht sie nichts an. Ansprüche darauf hat sie garantiert nicht.

Wir machen es genauso wie ihr. Grosse Veränderungen besprechen wir selber mit dem Kind meines Mannes. Sie erfährt ebenfalls jeden Pieps über das Kind, auch wir müssen hier enorm aufpassen. Das hat tlw. sogar schon so weit geführt, dass die KM anwaltlich mehr Unterhalt gefordert hat weil das Kind in unserer Garage ein neues Auto gesehen hat (dass dies einem Freund gehörte und wir lediglich beim Umbau halfen, wusste sie nicht🙄).

Einzig Termine klären wir mit der KM direkt. Also beispielsweise bei der Hochzeit wäre kein Umgang gewesen, da fragten wir die KM ob die Tochter teilnehmen dürfe. Aber sonst nein, euer Leben geht sie nichts an.

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Hallo,
Dann frag ich doch mal umgekehrt:
Was ist so schlimm daran ,wenn ihr es erzählt?
Warum soll sie es nicht erfahren?
Ihr fragt sie ja nicht um Erlaubnis sondern haltet sie einfach nur auf dem Laufenden, so wie andere Leute auch.
Ich muss sagen, ich fände es schon auch ein bisschen schräg, wenn ich Sachen, die auch das Leben unserer Tochter beträfen erst über sie erfahren würde und nie über meinen Ex.
Und um auf das Argument „Das geht sie nichts an“ einzugehen: erfahren tut sie es doch so oder so. Insofern finde ich das Ganze a) befremdlich und b) unnötig.

Aber gut, mein Ex und ich haben ja eh etwas unkonventionelle Ansichten was das alles angeht.

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Es geht nicht darum, etwas geheim zu halten sondern dass die Ex nicht explizit und gesondert vorab informiert werden muss. Sie ist weder jemand nahestehendes noch ein Familienmitglied🤷‍♀️
Und nicht jeder sieht den anderen Elternteil bei der Übergabe wo man das so kurz fallen lassen könnte.

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Sie sagt aber explizit dass sie nicht wollte, dass er es ihr erzählt. Das finde ich persönlich einfach ein bisschen albern.

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Nö, ich finde das muß man nicht.

Ich habe das nicht gemacht und werde das auch nicht machen. Es interessiert mich persönlich ja auch nicht ob mein Expartner wieder heiratet oder noch ein Kind bekommt. Es geht mich nichts an und somit muss ich da auch nicht von ihm Bescheid bekommen. Anders herum genauso. 🤷‍♀️

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Hey!

Ich gebe euch recht.
Der KM würde ich auch nicht alles erzählen wollen.
Die Haltung der Beraterin finde ich merkwürdig und hätte den Eindruck, dass sie parteiisch auftritt.
Wenn ihr das Kind vorbereitet habt, ist das doch gut. Wieso sollte die Mutter das dann auch noch machen?
Von der Schwangerschaft würde ich ihr auch vorab nichts erzählen. Fertig.

War dein Partner schon zum SG in der kiwu?

Zum Thema Beratung: nach dem Konflikt zum Thema Informationsweitergabe würde ich da wohl nicht mehr hingehen. Sie soll über alles informiert sein, die Infos an den KV weiterzugeben ist aber nicht notwendig. Naja, es geht ja nicht darum, wo das Kind wohnt, sondern darum, dass beide Eltern sind.


Liebe Grüße
Schoko

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In der Kinderwunschklinik waren wir noch nicht. Mein Partner hat sich aber schon untersuchen lassen. Dies war die Voraussetzung, dass meine Frauenärztin mich weiterbehandelt. Bei ihm ist alles top.

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Hi,

er muss das nicht erzählen. ;-)
Und bitte nicht vom Kiwu erzählen. Das geht sie nun wirklich erstmal nichts an. Wenn es geklappt hat, könnt ihr euch immer noch Gedanken machen.

Ich finde es toll, dass dein Mann zu diesen Beratungsstellen hingeht, aber muss er das denn?
Mein Mann musste auch ein paar Mal hin, aber dann war gut. Leider steht das Jugendamt fast immer auf der Seite der Kindesmutter. Wichtige Informationen könnt ihr auch bei der Übergabe der Kinder klären.

LG

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Ich bin auch der Meinung, dass er es nicht muss. Aber die KM besteht darauf, da sie ja über ihr schwieriges Leben als Alleinerziehende reden muss. Und es ist ja enorm wichtig für das Kind, dass die Eltern miteinander reden können (ihre Aussage). Die beiden können auch so reden. Aber da mein Mann nicht alles macht, was sie von ihm verlangt, macht er ihr ja das Leben schwer... 🤦‍♀️
Und mein Mann möchte nicht, dass deren Kommunikation so ist, wie bei mir und meinem Ex: nur die nötigsten Notfälle. Deswegen geht er hin und lässt sie dort reden und heulen...

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Das passt doch alles nicht zusammen, was die KM sagt.
Die Eltern sollen über alles reden können- aber bitte nur über Belange deines Mannes. Ihre Infos erfahrt ihr nicht. Das wäre mir zu einseitig und auch nicht "über alles reden".
Ich würde der Frau gar nichts erzählen, sondern so weitermachen wie bisher.
Käme das Wechselmodell in Frage oder mehr Umgang, wenn es der KM zu viel ist? Ansonsten ist sie ja nicht AE, da sie mit ihrem neuen Partner zusammen gezogen ist.
Mir scheint, als wäre sie mit der Trennung nicht durch, müsste da noch verarbeiten und kann es nicht ertragen, bei deinem Partner nicht mehr im Bilde zu sein.

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So lange Kinder im Spiel sind, werden die Ex-Partner in meinen Augen immer eine Rolle spielen, mehr oder weniger groß. Ich finde es den Kindern gegenüber unfair, wichtige Ereignisse wie eben Hochzeit oder Schwangerschaft dem Ex-Partner nicht mitzuteilen und in Kauf zu nehmen, dass die Kinder nach jedem Besuch "ausgequetscht" werden. Außerdem könnte sich durch ein weiteres Kind die Höhe des Unterhaltes ändern, was die Kindesmutter durchaus wissen sollte.

Wir bzw. mein Mann haben immer mit den Kindern (sind mittlerweile erwachsen) als auch mit der Kindesmutter gesprochen. Im Gegenzug hat sie über Ereignisse informiert, die der Vater wissen sollte. Das hat eine sehr entspannte Atmosphäre geschaffen, die Kindern und Erwachsenen zu Gute kam.

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Das Kind wird bei ihr nicht ausgequetscht. Es erzählt alles selbst. Alles, was für ihn neu und beeindruckend war, als er bei uns war, weiß die KM spätestens am nächsten Tag von ihm, ohne, dass sie ihn ausfragt.

Und das Thema mit dem Unterhalt wir hier auch keine Rolle spielen. Mein Mann wird den Unterhalt nicht kürzen, sondern so bezahlen, wie er aktuell bezahlt. Deswegen werden hier für die Kindesmutter keine Nachteile entstehen.

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Grundsätzlich denke ich nicht.
Aber ich denke das es für beide Seiten, was den Umgang mit bestimmten Themen angeht, angenehmer ist sich über die wichtigsten Dinge zu informieren.
Besonders wenn diese das leben des Kindes beeinflussen.

Mein ex und ich ( seit 1 jahr getrennt, Kind 2 Jahre alt) handhaben dies aufjedenfall so.
Er hat mir grad erst vor kurzem mitgeteilt das er eine neue Frau kennengelernt hat.
Wir sprachen kurz darüber das es schön wäre , neue Partner erst dem Kind vorzustellen wenn es etwas Ernstes ist und das es ja auch schön wäre wenn man sich gegenseitig einmal kurz kennenlernen kann. Einfach weil unser Kind ja mit dem jeweils anderen + neuen Partner ja viel Zeit verbringt.