Ärger mit Ferienhaus

    • (1) 14.02.13 - 23:14

      Hallo liebe Forumsmitglieder,
      ich bin über Google hierher gekommen, als ich auf der Suche nach der Antwort auf folgende Frage war (ich versuch´s kurz zu machen):
      Im September habe ich ein Ferienhaus gekauft und es von Eiche rustikal auf modern/gemütlich getrimmt. Photos und Beschreibung nach Fertigstellung der Renovierung ab in die gängigen Portale und dann kamen auch schon ganz schnell die ersten Buchungen. Da ich für die Renovierung noch ein paar Monate Zeit brauchte, kam nun der erste Gast in der vergangenen Woche (Karnevalsflüchtlinge) und zeigte sich erstmal ganz begeistert.

      Heute rief ich an, um zu fragen, wie wir mit der Schlüsselübergabe verfahren wollen, da sagte er mir - er war ziemlich sauer - dass sie schon abgereist seien, weil das Haus nicht bewohnbar sei und nichts würde stimmen / passen.
      Er bemängelte unter anderem, dass der Backofen nicht funktionieren würde (das hatte ich ihm allerdings bei Ankunft gesagt und es auch erst kurz vorher rausgefunden, trotzdem natürlich ärgerlich für den Gast), dass das Kabel von der Lampe im Kinderzimmer nicht ordentlich verlegt sei und sein Sohn dadurch hätte Schaden nehmen können (das Kabel führt von der Wand unter den Lattenrost des Bettes hindurch in die Wand zur Steckdose), es seien keine vernünftigen Küchengeräte (Brotmesser, größere Töpfe etc.) vorhanden gewesen und das Wasser im Badezimmer über dem Waschbecken sei ausgefallen. Sie (er, seine Frau und sein Sohn plus Hund) seien sich vorgekommen wie Versuchskaninchen und hätten nun an jeden Mängel, die sie festgestellt hätten, Zettel geklebt und auch den Nachbarn hinzugezogen, um zu beweisen, dass die Mängel tatsächlich vorhanden sind. Sein Fazit sei, dass man das Haus so nicht vermieten könne. Mit den Nachbarn habe ich gleich darauf telefoniert und sie waren bei den meisten Mängeln der Ansicht des Gastes. Ich selbst habe die Zettelflut jetzt noch nicht gesehen und ich bin auch gerade nervlich am Ende und unheimlich entäuscht, dass die Gäste - auch noch zu Recht - so unzufrieden waren.

      Nun würde ich natürlich gerne eine Erstattung errechnen, weiß aber nicht genau, wie ich die Berechnung anlegen soll. Kein Wasser geht natürlich gar nicht, das ist mir klar. Auch das Kabel und die Küchengeräte müssen ordentlich verlegt bzw. vorhanden sein.

      Allerdings sind die Preise auch für zwei Personen angegeben, angereist sind jedoch 3 Personen. Dadurch, dass wir die Frau gar nicht eingplant hatten und davon ausgegangen waren, dass der Vater mit dem Sohn (geht in den Kindergarten und hat Atemprobleme in der Nacht - Schlafapnoe) nur das große Schlafzimmer nutzen würde, hatten wir auch das Kinderzimmer gar nicht vorbereitet (deshalb das Kabel "eben schnell" verschwinden lassen). Bezogen haben wir das Bett dann, als die Gäste bereits da waren (und hatten glücklicherweise noch einen frischen Bettbezig dabei.

      Wir hatten auch schon zwei befreundete Familien zum Probewohnen da und wohnen und wohnten auch selbst im Haus, während der Renovierungen - da gab es keine Probleme. Allerdings gebe ich zu, dass es jeweils nur zwei bis drei Nächste waren und wir auch nicht auf die Idee gekommen sind, in dieser jeweils kurzen Zeit großartig zu kochen. Töpfe, Pfannen und Besteck (auch Rührschüsseln, Dosenöffner, Geschirr etc.) sind selbstverständlich vorhanden.

      Damit wir uns nicht falsch verstehen - ich bin in erster Linie DANKBAR für diese Hinweise, denn ich habe das Haus nicht gekauft mit der Intention, nichts zu investieren und nur "Kohle abzugraben". Ich möchte, dass meine Gäste sich bei mir wohlfühlen.

      Wir haben das Haus auch stark vergünstigt in den ersten drei Monaten der Vermietung angeboten, als Einstandspreise, so dass ich im Grunde genommen gar nicht so viel Spielraum für eine Erstattung sehe. Der gesamte Mietpreis würde theoretisch für sechs Tage 276€ (240 hatten sie gezahlt - aber wie gesagt nur für zwei Personen, 6 euro pro Tag würden eigentlich noch für die dritte Person anfallen) betragen plus Strom. Ich schätze mal grob, dass wir dann auf ca. 295 Euro kämen.

      Meine Idee wäre nun, den Strom nicht zu berechnen, die dritte Person nicht zu berechnen und noch 40 Euro zu erstatten.

      Das Haus hat - gerade für Hundehalter und darauf ist es ausgelegt, da es nur in Hunde-Urlaubs-Portalen inseriert ist - ein sehr großes, komplett umzäuntes Grundstück (habe ich neu machen lassen), einen Wintergarten und liegt perfekt für Wanderungen / Spaziergänge. Es gibt im Kinderzimmer, im Wohnzimmer und im kleinen Gästehaus (Gartenhaus, habe ich neu isolieren lassen) TV und DVD Player und viele Filme (auch viele, die für Kinder bis 6 Jahren geeignet sind). Es ist also nicht so, dass das Haus - auch unter Berücksichtugung all dieser Mängel - komplett unbrauchbar gewesen wäre.

      Puh, jetzt ist es doch länger geworden. Falls es jemand bis hierhin geschafft hat - könntet Ihr mir bitte einen Rat geben, was eine angemessene Erstattung wäre? Ich habe hier von Familien gelesen, die Ärger mit ihren Vermietern im Urlaub hatten und will mich auf keinen Fall in die Riege der unfairen Vermieter einreihen!

      Vielen Dank schonmal für Euer "Ohr" und viele Grüße,
      Emily

      • (2) 15.02.13 - 06:07

        Guten Morgen,
        zuerst hätte ich bei der Ankunft der Gäste nachgefragt, wieviele Personen da bleiben?
        Eine Mehrbelegung anstatt der angemeldeten 2 dann 3, sollte der Gast auch sagen.
        Dann selbst auf verschiedene Mängel hinweisen, macht zwar Sinn, ist aber nicht so hilfreich, da der Gast manchmal noch mehr Mängel sucht und ja wohl auch gefunden hat.
        Einen gerade bei der Übergabe festgestellten Mangel kann man eventuell noch schnell beheben. Oder den Hinweis geben, ein Handwerker kommt noch vorbei.
        Der Urlaub sollte für einen Gast ja Erholung sein und nicht Mängelsuche und Handwerkerbetreuung.
        Ich denke, es wäre besser kulant zu sein, die Hälfte des Mietpreises zu erstatten, wenn der Schlüssel wieder da ist und das ganze als Erfahrungwerte eines Vermieters zu sehen.
        Ansonsten würde ich die angegebenen Mängel überprüfen, schnellsten abstellen und erst dann wieder vermieten.
        Sonst ist der nächste Ärger vorprogrammiert.
        Dela

      (4) 15.02.13 - 08:47

      Ohje, Also: 1. warum hat der Gast nicht umgehend die Mängel reklamiert?

      2. Eine Überbelegung muß im Vorfeld notwendiger Weise auch kurzfristig angemeldet werden.
      3. Gibt es immer welche die versuchen auf null Urlaub zu machen
      4. Seht euch die Mängel an und behebt diese bzw. wiederlegt sie. bei diesen Gästen würde ich einen Anwalt nehemne wenn so viel aus der Luft gegriffen ist. Ps: lass doch einen von uns Probewohnen;-) , wir geben Dir Auskunft über Mängel/ Nicht Mängel
      LG und nette Gäste

    (6) 15.02.13 - 10:06

    Das ist ja mal echt blöd gelaufen, ich kann Deine Enttäuschung gut verstehen. Da will man alles richtig und schön machen, und dann sowas.

    Ich denke, da gab es Fehler auf beiden Seiten. Klar, das mit dem Wasser geht gar nicht, aber wenn es vorher funktioniert hat, dann kannst Du ja auch nicht wirklich dafür. Der Gast hätte dich sofort informieren müssen, so dass Du auch hättest sofort handeln können. Da die Gäste ja wußten, dass sie "Versuchskaninchen" waren und dafür auch weniger gezahlt haben, finde ich die Reaktion übertrieben.

    Was in meinen Augen gar nicht geht ist, dass sie vorzeitig abreisen und einfach den Schlüssel mitnehmen.

    Wir fahren mit unseren Kindern auch gerne in Ferienhäuser. Hin und wieder hatten wir auch schon kleinere Mängel. Ehrlich gesagt, wenn es was kleines ist, machen wir es auch mal selbst. Mein Mann ist eh so ein alter Fummler, den macht ein schlecht eingestellter Fernseher oder eine fehlende Glühbirne kirre, also wird es repariert.

    Ich würde Ihnen den Rest des Geldes erlassen, mich für die Mängel entschuldigen aber auch nochmal darauf hinweisen, dass Du gerne für Abhilfe gesorgt hättest, wenn sie dich direkt informiert hätten. Besonders so etwas, wie fehlende Küchenutensilien lassen sich ja schnell besorgen. Mit mehr Personen anzureisen, als gebucht war, finde ich ehrlich gesagt ohne vorherige Absprache auch nicht in ordnung.

    • (7) 15.02.13 - 16:44

      "Da die Gäste ja wußten, dass sie "Versuchskaninchen" waren und dafür auch weniger gezahlt haben, finde ich die Reaktion übertrieben."

      Wie bitte? Ich miete zum Einstandspreis eine Ferienwohnung und bin damit Versuchskaninchen? Merkst Du noch was?

      • (8) 16.02.13 - 01:15

        Na, Du bist ja auch ne ganz freundliche!

        Ja, wenn ich weiß, dass ich der erste Gast bin und auch weniger zahle, dann bin ich etwas toleranter und gebe dem Vermieter die Möglichkeit nachzubessern.

        Du bist sicher so ein unfehlbarer Mensch, dem immer alles beim ersten Mal perfekt gelingt, deshalb erwartest Du das auch bei anderen, richtig?

        Klar darf vieles nicht sein, aber sie hat sich ja entschuldigt und will auch im Guten auseinander gehen. Ich sage ja nur, dass die Gäste auch nicht ganz richtig gehandelt haben.

        • (9) 16.02.13 - 13:19

          Ich kann auch freundlicher, aber wenn ich solch einen Satz lese, dann ist das Unverständnis größer als die Freundlichkeit.

          Vermietung von Ferienwohnungen ist kein Spaßgeschäft. Natürlich kann immer mal etwas defekt sein, dann hat der Vermieter aber SOFORT für Ersatz oder Reparatur zu sorgen. Das hat die TE ja nicht mal beim Backofen auf die Reihe bekommen. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob es ein Einführungsangebot ist oder nicht.

          Bist Du auch so tolerant, wenn Du einen Pauschalurlaub buchst?

    (10) 15.02.13 - 20:06

    Hallo emeliza,
    vielen Dank für Deinen Rat. Ich schwanke noch zwischen 50% Erstattung und Deinem Vorschlag. Ich mache das mal abhängig von den Mängeln, die da auf den Zettelchen stehen #zitter
    Das mit der dritten Person ist in der Tat auch nicht so ok.

    Wir haben bisher auch immer Häuser in Holland gemietet und die sind des Öfteren mal... nun ja, verbesserungswürdig. Ich glaube aber, dass Leute, die nur mit Hund anreisen, auch einen anderen Fokus haben. Mir ist dann immer am wichtigsten, dass das Grundstück eingezäunt ist und ich Spazierwege gleich aus der Tür raus habe. So erkläre ich mir zumindest unseren vollen Buchungskalender.

    Vielleicht muss ich mich einfach noch ein bisschen mehr in die Kinder-Leute reindenken :-)

    • (11) 17.02.13 - 00:01

      Also wir sind so eine Kinder-Familie (auch wenn meine 3 Kinder liebend gerne zur Hunde-Familie mutieren würden) und ich mag eingezäunte Gärten auch. Zumindest so lange die Kinder noch klein sind. Ich glaube, es gibt immer solche und solche.

(12) 15.02.13 - 14:11

Hallo Emily,

ich lese heraus, dass ihr das Haus persönlich übergeben habt und bereits auf den Mangel mit dem Backofen hingewiesen habt.

Wie weit ist denn die Entfernung zwischen deinem Wohnort und dem Ferienhaus? Wärt ihr denn während des Urlaubs des Gastes verfügbar gewesen?

Wo ist denn der Schlüssel jetzt?

Hat er sich kein einziges mal während des Urlaubs mit euch in Verbindung gesetzt um z.B. das fehlende Wasser zu beanstanden?

lg
masinik

  • (13) 15.02.13 - 20:12

    Hallo masinik,
    ja, wir haben das Haus persönlich übergeben. Wir fanden die Leute auch sehr nett und haben uns auch sehr nett unterhalten. Eigentlich hatten wir ein einigermaßen gutes Gefühlt und dachten deshalb se würden sich schon melden, wenn etwas nicht stimmen würde.

    Wir wohnen zwar eine Stunde entfernt, aber unser "Hausmeister" wohnt im Dorf und hätte sofort nachschauen können, wenn sie uns informiert hätten. Ich nehme aber mal an, dass sie vermutlich zuerst den einen, dann den anderen und dann den nächsten Mangel entdeckt haben und gar nicht wussten, wo sie hätten anfangen sollen mit den Beschwerden.

    Mit dem Wasser können wir uns einerseits nicht erklären, da wir in den letzten 5 Monaten nie Probleme damit hatten, andererseits handelt es sich um ein älteres Häuschen, wo so etwas bei frostigen Temperaturen vielleicht einfach mal passieren kann. Wir werden hoffentlich am Sonntag schlauer sein.

(15) 15.02.13 - 16:40

Wenn ich eine Ferienwohnung miete, dann erwarte ich, dass sie in einem einwandfreien Zustand ist.

Bei der Anreise zu erfahren, dass der Backofen defekt ist, ist eine Sache. Dass der Vermieter nicht in der Lage ist, den Defekt zeitnah reparieren zu lassen, ist eine andere Sache. Die weiteren Mängel werfen zusätzlich kein gutes Licht auf den Vermieter.

Der Mieter hätte natürlich schon bei Buchung 3 Personen angeben müssen, andererseits hättet Ihr das bei Anreise besprechen können.

ICH würde dem Mieter maximal die Hälfte des Mietpreises anrechnen und vor einer weiteren Vermietung ganz schnell alle Mängel beseitigen.

Sollte es ein Bewertungsportal für Eure Wohnung geben und Ihr schon mit einer schlechten Bewertung starten, dann ist der Schaden m.E. größer als jetzt auf die Hälfte des Geldes zu verzichten.

  • (16) 15.02.13 - 20:21

    Hallo wasteline,
    "Wenn ich eine Ferienwohnung miete, dann erwarte ich, dass sie in einem einwandfreien Zustand ist."

    Stimme ich Dir absolut zu!

    "Der Mieter hätte natürlich schon bei Buchung 3 Personen angeben müssen, andererseits hättet Ihr das bei Anreise besprechen können."

    Das war ein bisschen verworren. Angemeldet waren Vater und Sohn. Angekommen sind der Vater und seine Ehefrau. Der Sohn sei wohl noch bei der Oma, würde aber nachkommen. Oder so ähnlich. Ich muss ehrlich sagen, dass ich auch ein bisschen zu nervös war, um da genau hinzuhören und nochmal ehrlich gesagt, ist mir die Überbelegung auch erst so richtig klar geworden, als ich schon fast zu hause war. Ich hatte das jedenfalls irgendwie so verstanden, dass die Mutter nur eine Nacht bleibt. Wie ich darauf gekommen bin - keine Ahnung.

    Bisher haben sie noch keine negaive Bewertung hinterlassen. Ich hoffe, das bleibt auch so. Mir reicht es auch schon, wie ich telefonisch zusammengestaucht wurde, schriftlich muss ich das nicht noch sehen.

    "ICH würde dem Mieter maximal die Hälfte des Mietpreises anrechnen und vor einer weiteren Vermietung ganz schnell alle Mängel beseitigen."
    Da schwanke ich noch. Nicht bei den Mängel, die werden selbstverständlich beseitigt. Bei dem Mietpreis bin ich noch ein bisschen unsicher und werde erst einmal die Zettel auswerten.

(17) 15.02.13 - 19:55

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die vielen und vor allem hilfreichen Antworten. Ich habe mich die ganze Nacht damit beschäftigt und verschließe vor dem Problem erstmal die Augen, bis ich am Sonntag selbst hinfahre, um mir ein Bild zu machen.

Den Schlüssel haben die Mieter den Nachbarn gegeben. Wie das Haus nun aussieht - unter all den Zetteln - weiß ich noch nicht.

Den Installateur habe ich heute angerufen und da das Dorf, in dem das Haus steht, sehr klein und nachbarschaftlich ausgelegt ist, kommt er am Sonntag vorbei und schaut sich die Wasser-Situation mal an. Die nächsten Gäste kommen Anfang März und bis dahin bin hoffentlich Herr über die Mängelliste geworden.

Die Gäste sind natürlich nicht davon ausgegangen, dass sie Versuchskaninchen sind und so haben wir sie auch nicht betrachtet. Allerdings haben wir ihnen gesagt, dass sie unsere ersten "echten" Gäste sind und dass sie uns alles sagen sollen, was vielleicht noch verbessert werden kann. Insofern bin ich ja auch ganz froh, dass jetzt alles so abgelaufen ist. Ich hingegen gehöre eher zu den Leuten, die beim Friseur eine schreckliche Frisur verpasst bekommen, sich bedanken und einfach nie wiederkehren *schäm*. Also unterm Strich ist es so doch besser, denn die nächsten Gäste bleiben 15 Tage und so kann ich dann wirklich noch alles ausbessern.

Einen Messerblock und einen Küchenhelfer habe ich heute auch schon geshopped und einen Mini-Backofen bestellt. Sicher ist sicher :-).

Jetzt habe ich mich also vorläufg beruhigt und hoffe, dass da nicht noch größere Dinge warten. #zitter

Es ist das erste Mal, dass ich als Ferienhaus-Vermieter agiere und ich bin wohl noch ein bisschen schwach auf der Brust. Es war ohnehin ein sehr merkwürdiges Gefühl, am Samstag dort abzureisen und zu wissen, dass da jetzt Fremde in meinem Häuschen wohnen. Von September bis zum vergangenen Samstag habe ich jedes Wochenende dort verbracht und renoviert, gebastelt, geräumt, eingerichtet, geputzt und gewohnt.

Nun ja, wie gesagt, ich habe mich mittlerweile wieder beruhigt und es sind ja auch keine wirklich schlimmen Dinge bemängelt worden - und vor allem nicht zu Unrecht, so dass man sich jezt nicht streiten muss. Darüber bin ich schonmal froh.

Vielen Dank Euch nochmal! Auch, dass Ihr nicht zu hart mit mir ins Gericht gegangen seid. #blume

(18) 17.02.13 - 19:56

Guten Abend, liebe Forumsmitglieder :)

Also, ich komme gerade zurück aus meinem Häuschen und habe alle Zettel brav eingesammelt.

Die Mieter haben sich sehr bemüht, das Haus ordentlich zu hinterlassen. Alles war besenrein und die Schmutzwäsche lag in der Wanne. Alles top! Ein zerbrochenes Glas stand neben der Spüle, daneben lag 1€ :-)

Als wir ankamen, stellten wir das Wasser als erstes an: Es funktionierte einwandfrei. Warm und kalt, kein Problem. Gegen Mittag kam unser "Hausmeister" (er ist ein im Ort ansässiger allround-Handwerker und hat unseren Zaun, den Carport, die Badezimmer-Anschlüsse etc. gemacht) und stellte auch fest, dass alles o.k. war. Er meinte, es kann höchstens sein, dass durch die hohen Minus-Temperaturen (-13°) kurzfristig das Wasser ausgefallen war. Zudem bemängelten die Mieter noch, dass das Fenster im Kinderzimmer nicht mehr zuzuschließen sei. Das stimmte auch. Allerdings ist dieses Kinderzimmer mein Zimmer, wenn wir dort übernachten und ich hatte die Probleme vorher nie.

Die Nachbarn haben sich, bevor wir das Haus im September gekauft hatten, die vergangenen 5 Jahre um das Haus gekümmert und konnten auch nur bestätigen, dass das Fenster bis dahin immer einwandfrei funktionierte. Nun ja, sei´s drum, es wird nun repariert.

25 Punkte / Mängel haben die Gäste aufgeschrieben, darunter waren nur sehr wenige Punkte, die einen echten Magel darstellen:
- Backofen defekt
- Kabel unsachgemäß verlegt
- Duschkopf verkalkt
- kein Wasser am Waschbecken im Badezimmer

Ergo: Backofen wird repariert, neuer Duschkopf wird gekauft, Kabel habe ich ordentlich verlegt und Wasser läuft.

Der größte Mangel stellte wohl nach ihrer Ansicht das Bett im Kinderzimmer dar: Es ist gebaut aus Wasserkästen. Das Fundament sind miteinander verbundene Wasserkästen. Darauf liegt ein Lattenrost, darauf die Matratze, darauf die Visco-Auflage. Der Rahmen besteht aus Holz. Das Bett ist nicht nur bequem, sondern auch optimal belüftet. Wir haben uns schon was dabei gedacht, diese Variante zu nehmen. Vorher stand in diesem Zimmer eine Couch zum Ausziehen. Als wir diese ausräumten, stellten wir fest, dass sich am Rücken der Couch Schimmel gebildet hatte, was wir für die Zukunft natürlich unbedingt verhindern wollten. Ein Kollege von mir kam dann auf die Idee, ein Bett aus Paletten zu bauen, damit sei eine optimale Luftzirkulation garantiert. Aber erstens stimmten die Maße der Euro-Paletten nicht und zweitens hatte ich Bedenken wegen der Reinlichkeit (man hätte ja irgendwoher nigelnagelneue Paletten kriegen müssen).

Meine Frage an Euch: Ist so ein Bett wirklich schlimm? Ich schlafe ja nun seit Monaten darauf und muss sagen, ich merke da gar keinen Unterschied. Ich bin ein Tempur-Fan und lege deshalb schon Wert auf Schlafkomfort, aber das Wasserkasten-Konstrukt funktioniert hervorragend. Ich wäre jetzt ehrlich gesagt nie auf den Gedanken gekommen, dass das störend sein könnte. Man sieht es dem Bett ja auch nicht an. Es ist ja nicht so, als hätten wir den Gästen eine Iso-Matte und einen Schlafsack hingeschmissen und viel Spaß gewünscht.

Dann wurden noch folgende Punkte aufgeschrieben, die ich aber wirklich nicht als Mangel ansehen kann:
- Farbspritzer auf Fensterrahmen
- Steckdose beim Anstreichen übermalt

- Verklebung Türzarge ist halb abgerissen (das war eine Decefix-Verklebung, die ich vergeblich versucht habe, zu entfernen und gescheitert bin. Es handelt sich um ein kaum sichtbares, kleines Stück - ca. 2cm)
- keine Rührschüsseln (wie sie die übersehen konnten, ist mir schleierhaft. Sie stehen leuchtend grün im Küchenschrank)
- Lampen im Schlafzimmer musste mein Mann (!) anschließen ("anschließen" bedeutet in dem Fall: 1 Nachttischlampe in die Steckdose stecken)

Die Farbspritzer - sorry, das ist meiner Ansicht nach nun wirklich kein Drama. Ich werde sie nun entfernen, sie waren mir vorher nicht aufgefallen (weiße Farbspritzer auf weißem Grund), aber das auch auf den Zetteln hinterlassene Urteil:
"Aussen Hui, Innen Pfui! Ausführliche Bewertung inklusive Bildmaterial folgt!"
rechtfertigt das nun wirklich nicht. Vor allem ist der Ton auf den Zetteln auch irgendwie so frech, sowas mag ich gar nicht. Man kann immer über alles reden und sollte dabei immer freundlich bleiben.

Wir haben die Leute angerufen und eine Nachricht aif dem AB hinterlassen, dass sie bitte ihre Kontonummer hinterlassen sollen. Ich habe mich einfach aufgrund des Tons für eine Nicht-Berechnung der Stromkosten und eine Nicht-Nachberechnung der dritten Person entschieden und das war´s. Weitere Erstattungen sehe ich gar nicht (mehr) ein. Man muss auch immer noch freundlich bleiben und auch wenn ich die Gäste nicht als Versuchskaninchen betrachte, dann bitte ich doch darum, mir während des Aufenthalts sofort Bescheid zu sagen, damit ich auch noch agieren kann. Zum Beispiel hätte ich freundlich darauf hingewiesen, dass Rührschüsseln genau zwischen den Müsli-Schüsseln und den Esstellern zu finden sind...

Ich lasse mich auch nicht erpressen mit negativen Bewertungen.

Der Gast bemerkte wohl auch gegenüber unserer Nachbarn, dass das Haus nicht gerade kinderfreundlich sei. Ich weiß nicht, was er damit gemeint hat. Zwar ist unsere Haupt-Zielgruppe tatsächlich die der Hundehalter (die Eifel ist eben perfekt für lange Spaziergänge und Wanderungen mit Hund), aber immerhin haben wir im Kinderzimmer TV+DVD Player, Kinderfilme, Kinder-Hörspiele, Kinder-Bücher und Spiele. Die Spiele sind alle NEU, ich habe da keine alten Spiele-Sammlungen reingestopft, sondern hochwertige Spiele wie z.B. das neue Cluedo, das mit einem spricht, Mogel-Motte, Zauberkasten (einen für Kinder 6-8 Jahre, einen für Kinder ab 12 Jahre) usw. gekauft. Außerdem gibt es einen Brennpeter und Holzbrettchen für Holzbrandmalerei, es gibt Walkie-Talkies und es gibt eine Playstation mit 3 Spielen.

Oder bin ich jetzt wirklich der schlimme Vermieter, vor dem auch Ihr warnen würdet? Ich bin jetzt doch verunsichert. Sind Wasserkästen-Betten und Farbspritzer auf Steckdosen doch irgendwie störend? Ich habe da gerade keinen objektiven Blick...

Liebe Grüße,
Emily

  • Hallo,

    oje, da seid ihr ja an die "Richtigen" geraten. Das waren wohl so typische Nörgler, die mit Gewalt noch den allerletzten Cent rauspressen wollen.

    Nun, du hast ja im Prinzip 2 Möglichkeiten. Entweder du gehst auf deren Forderungen ein, oder du gehst den Rechtsweg. Rein theoretisch hätten sie die Mängel doch noch während ihres Aufenthalts anzeigen müssen, oder? Ich meine das mal gehört zu haben, dass man die Mängel zeitnah anzeigen muss. Sollte man dies erst nach dem Urlaub tun, verfallen die Ansprüche... (ohne Gewähr?) Und mal ehrlich, bis auf den Backofen und dem Kabel sind die Anschuldigungen doch wohl lachhaft.

    <<<- Farbspritzer auf Fensterrahmen
    - Steckdose beim Anstreichen übermalt
    <<<<

    So etwas würde mir garnicht auffallen #gruebel.

    (20) 19.02.13 - 18:04

    Wie heißt es so schön, wer suchet, der findet!
    Da haben wohl Menschen, die man mit nichts zufrieden stellen kann, etwas gesucht und gefunden.
    Ich denke, das du mit diesen Gästen einfach Pech gehabt hast, die haben den kaputten Backofen zum Anlass genommen, anscheinend auch mit einer Lupe

    - Farbspritzer auf Fensterrahmen
    - Steckdose beim Anstreichen übermalt
    - Verklebung Türzarge ist halb abgerissen (das war eine Decefix-Verklebung, die ich vergeblich versucht habe, zu entfernen und gescheitert bin. Es handelt sich um ein kaum sichtbares, kleines Stück - ca. 2cm)

    das ganze Haus zu durchsuchen, um noch etwas zu finden.
    Ich denke, vor solchen Gästen ist niemand sicher.
    Rührschüsseln, die man nicht sieht und selbst wenn keine da sind, sind bestimmt kein Mangel,
    eine defekte Wasserleitung schon, aber wenn das erst den Gästen auffällt, müssen Sie eine Info an den Vermieter geben, damit er es reparieren lassen kann.
    Ohne Informationen von seiten des Mieters über "Mängel" kann man diese nicht beheben.
    Und einfach ohne vorherige Rücksprache abzureisen, zeigt ja, das diese Gäste einer Konfrontation aus dem Wege gehen wollten.
    Obwohl ich zuvor schon mal gesagt habe, die Hälfte zu erstatten, würde ich nach dieser Mängelliste auch erst mal so verfahren, wie du geschrieben hast.
    Warte mal die Reaktion ab.
    Dela

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