Abruzzen und Rom

    • (1) 05.04.16 - 07:43

      Hallo,

      wir fahren in den Pfingstferien 10 Tage in die Abruzzen und dann 3 Nächte (ist leider kurz) nach Rom (bzw. auf den Campingplatz 35 km außerhalb).
      Die KIds sind knapp 9 und 5 und ich bin schwanger:-)
      Das Programm soll daher nicht zu anstregend werden.

      Was "muss" man gesehen haben? Wer hat noch tolle Tips?

      Danke!

      Gruß

      Lexi

      • Hey,

        endlich hab ich mal Zeit zu schreiben. Also: Abruzzen kenn ich leider gar nicht - außer dem Aostatal die einzige Region Italiens, wo ich echt noch GAR nicht war. Ich kann dir aber in jedem Fall den Michael Müller Reiseführer für die entsprechende Region (oder den Mittelitalien, da ist Rom auch mit drin) empfehlen. Der bietet echte INFO, also nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch Öffnungszeiten, Verbindungen, etc.

        Für Rom kann ich dir zuerst mal das Forum Roma-Antiqua empfehlen im Internet, da gibts echt zig Tipps. Auf welchen Campingplatz fahrt ihr denn? Außerdem würd ich DRINGENDST einen einfachen Klappbuggy mitnehmen. Mein Favorit ist der Chicco London, da wirklich leicht, einfach, aber mit Liegefunktion. Mein Sohn wird im Mai 6 und wir hatten ihn im November noch auf Städtereise mit dabei, GERADE, wenn du schwanger bist. Notfalls könnt ihr ja jetzt einen kaufen und dann auch fürs Baby verwenden. Jedenfalls könnt ihr euer Zeugs (Proviant/Getränke, Fotozeugs, Jacken, etc.) da rein packen und wenn der 5jährige keinen Bock mehr auf latschen hat, dann verfrachtet ihr ihn da rein. Außerdem kann er dann abends doch schon mal ein Nickerchen machen, wenn es später wird. Rom ist einfach auch bei guter Planung viel zu laufen und bevor ich mein Kind rumtrag - nö. Außerdem: Das Wasser aus den römischen Trinkwasserbrunnen ist auch für Mitteleuropäer völlig gefahrlos zu trinken, die Brunnen gibts überall, das Wasser ist angenehm kühl und das Trinken macht wegen der Technik (wirst sehen) Spaß. Also würd ich morgens nur 2 kleine Wasserflaschen einpacken und die unterwegs immer wieder auffüllen. Sonst hast du irgendwann literweise lauwarme Getränke dabei.

        Nun aber zu den Sightseeing-Tipps: Natürlich gibt es unglaublich viel zu sehen. Ich würd mir schon einiges vornehmen und dann halt ggf. entsprechend kürzen/anpassen. Wir waren mit unserem Sohn mit 10 Monaten in Rom - auch 3 Tage - und hatten etwa folgendes Programm:

        -1. Tag: Von der Pz. del Popolo aus Richtung Span. Treppe, dann weiter zum Trevibrunnen und übers Pantheon zur Pz. Navona, unbedingt bei Giolitis (hat glaub ich einen Tag Ruhetag) beim Parlament ein Eis kaufen - ist einfach super dort! Abends sind wir noch über das Kapitol am Forum vorbei weiter zum Collosseum rüber.

        -2. Tag: Morgens sind die Männer (wir hatten unsere Brüder dabei) nochmal zum Collosseum und habens von Innen besichtigt (+ Forum, etc.), vor dem Collosseum haben wir uns dann getroffen, noch kurz hoch zu S. Peter in Ketten (war auch ganz nett, muss aber nicht sein), dann zu St. Paul vor den Mauern, auf der Rückfahrt bei der Piramide aussteigen, auf den Aventin hochlaufen (das ist anstrengend, da würd ich mir überlegen, ein Taxi zu nehmen oder evtl. ganz auslassen), dann durchs berühmte Schlüsselloch (Pz. dei Cavallieri di Malta) gucken, weiter Richtung Orangerie vor und dort mit herrlichen Blick auf den Petersdom Picknicken. Da können die Kinder laufen und du kannst die Beine im Schatten hochlegen. Weiter bergab vorbei am Rosengarten zum Circus Maximus (nun, das ist fad, liegt aber auf dem Weg) und zu S. Maria in Cosmedin mit dem Mund der Wahrheit. Dann mit dem Bus (???) weiter zum Petersplatz und Petersdom. Die Männer MÜSSEN die Kuppel besteigen! Das ist gigantisch, du kannst ja mit dem Lift bis zur Terrasse fahren, da gibts dann auch ein Café (tatsächlich). Raufgehen würd ich nicht, das ist grenzwertig, wenn man ss ist (ich hab damals den Kleinen im Tuch hochgetragen, das war auch grenzwertig ;-)). Dann natürlich IN den Dom. Von der Porta Pia in der Nähe kann man dann mit den Minibussen zum Gianicolo rauffahren - was ich UNBEDINGT tun würde, aber unbedingt so, dass man schon auf die Lichter der Stadt schauen kann. Dann runter Richtung Trastevere, auch mit dem Minibus, dort noch essen (gibts echt nette Lokale) und dann heimwärts.

        -3. Tag: Morgens S. Maria degli Angeli (in den ehemaligen Thermen am Hauptbahnhof), dann weiter zum Lateran mit dem Kreuzgang, dort gibts ums Eck nen großen Supermarkt, dann weiter auf die Via Appia und in die Katakomben (da würd ich auch nicht mit runtersteigen, aber ich habs auch schon oft genug gesehen). Oben ist grüne Wiese, da kann man wieder wunderbar picknicken. Zurück gings dann schon Richtung Bahnhof, weil wir abends wieder heimfuhren. Wir sind noch zu S. Maria Maggiore und - gleich daneben - S. Prassede mit unzähligen Mosaiken (Seitenkapelle - für Licht muss man nen Euro oder so einwerfen, aber echt genial!)

        • So, jetzt hab ichs sicherheitshalber mal abgeschickt, damit nichts verloren geht. Unser Programm klingt zwar schon straff, ist aber perfekt ausgeklügelt, sodass man möglichst wenig laufen muss und auch so die Wege kurz sind. Was noch fehlt und auch recht nett ist:

          Engelsburg (wobei man da halt innen ziemlich viele Rampen läuft), Vatikanische Museen mit Sixt. Kapelle (ein Highlight ohne Frage und wirklich beeindruckend, aber dafür sind 3 Tage fast zu kurz, man steht ewig in der Schlange, dann rennt man ewig durch die Gänge des riesigen Museums und meist ist es echt voll), Kapitolinische Museen (aber die "wichtigsten Dinge" - Wölfin, Marc Aurel, ... sieht man als Nachbau auch am Kapitol draußen und ob das nun das Original ist, oder nicht, nun gut), die Kapuzinerkirche mit ihren Verzierungen aus Menschenknochen (fanden die Kinder damals - s.u. - sehr spannend, ist aber schon makaber).

          Lass dich nicht von den vielen Kirchen schrecken, sie sind wirklich einzigartig. Auch die S. Maria in Aracoeli ist schön mit dieser ewigen Treppe ("Himmelsleiter") davor, aber ich würd nicht die Treppe nehmen, sondern vom Kapitol aus von seitlich-hinten in die Kirche rein. Die Kapitoltreppe ist machbar und der Blick aufs Forum ist genial.

          Wir hatten ein ähnliches Programm mal mit 9-16jährigen Kindern und sie waren restlos begeistert.

          Wie gesagt: Buggy, 2 Flaschen zum Wiederbefüllen, Pausen einbauen für dich und/oder den 5jährigen (man kann z.B. auf dem Petersplatz in den Kolonaden oder am Brunnen schön spielen, wenn die anderen hochsteigen oder so, Picknicken (ist immer irgendwie schön und schafft Ruhephasen, außerdem muss man kein Restaurant suchen), an den Bahnhöfen/Stationen gibts meist so Kiosks, wo man mal Pizzaschnitten, etc. kaufen kann, auch das ist empfehlenswert. Diese Tourilaster, wo 0,5l Wasser 4 Euro kosten, würd ich dagegen meiden ;-).

            • Fahrt ihr auf den Tiber-Camping? Wenn ja, schreib mir nochmal, da weiß ich noch ein paar Tipps.

              Seid ihr mit dem Auto unterwegs? Falls ja, könnt ihr evtl. die Anfahrt von den Abruzzen nach Rom durch die Albaner Berge verlaufen lassen. Dort gibt's diesen "magischen Berg", wo das Auto bergauf rollt (scheinbar), außerdem wäre Tivoli und dort v.a. die Villa d'Este ein schöner Zwischenstopp oder Frascati.

              • Hallo,

                ja, wir sind mit dem PKW unterwegs. Daher vielen Dank für die weiteren Tips!

                Wir haben auf dem Campingplatz Tiber ein Mobilhome reserviert. Da es wirklich spottbillig ist, habe ich aber Angst, dass der Standard für mich als Schwangere zu schlicht ist.
                Ist das so?

                An sich macht der Platz einen super Eindruck.

                LG

                Alexa

                • Hihi! Der Camping Tiber ist wirklich top! Ich mein, was willst du denn als Schwangere für einen Standard? Wir hatten meist die Mobilheime ohne Sanitär, weil die ja wirklich geschenkt sind. Die mit Küche drin sind top ausgestattet. Klar, die Betten sind einfach, aber das kann dir in jedem Hotel genauso passieren (außer du buchst Hilton oder Ritz ;-)). Duschen würd ich übrigens nicht im Mobilheim, weil man es damit komplett einnebelt. Außerdem sind die Duschen winzig - naturgemäß, da ja schon ein Mobilheim nicht groß ist. Die Campingduschen dagegen sind sehr geräumig, absolut sauber und luxuriös.

                  Ansonsten hast du auf dem Platz wesentlich mehr Luxus als in irgendeinem einigermaßen bezahlbaren Hotel - gerade in und um Rom. Es gibt dort einen schönen Pool (ich glaub, man braucht immer noch Bademützen, aber nun gut), was ich toll finde, wenn man mal später nach Rom fährt oder früher zurück kommt oder auch am Ankunftstag. Die Kinder können einfach rumlaufen ohne dass man ständig sagen muss: "Pass auf, gib Ruhe, geh an der Hand." Nehmt ruhig auch einen kleinen Ball oder so mit, der Platz ist eigentlich nie übermäßig voll, sodass man immer ein freies Plätzchen zum Kicken, Federball, etc. findet. Unter den hohen Bäumen ist es nachts angenehm kühl und abends kann man noch vor dem Mobilheim sitzen und ein Gläschen (nun gut, du nicht) trinken, ratschen, zusammensitzen. Die Pizzeria am Platz war früher übrigens auch immer sehr gut und wirklich bezahlbar. Bevor ich da in der Stadt furchtbar rumsuch und nichts finde, haben wir wirklich oft einfach am Platz gegessen.

                  Der Supermarkt ist ok, um sich ein Frühstück zu holen, ansonsten ist er aber ziemlich überteuert. Allerdings gab es immer einen kleinen Alimentari vorne an der S-Bahn-Station Prima Porta, außerdem Obst- und Gemüsestände/-laster. Wenn man also in der Stadt Picknicken will, bietet sich das an. Die Obststände sieht man vom Bus aus, der Alimentari ist etwas versteckt: Man geht die Straße, die auf die Bushaltestelle vor der Station zu führt, stadtauswärts (einwärts glaub ich geht's eh nicht direkt weiter) und dann ziemlich bald (1. oder 2. Seitenstraße) links, nach etwa 50 m ist auf der linken Seite ein Laden. Das macht halt auch Spaß, sich dort was zu kaufen.

                  Ansonsten ist auch direkt in der Station an der Pz. Popolo/Flaminio ein Kiosk, wo man gut Sandwich/Pizzaschnitten/... kaufen kann, falls mittags losfährt.

                  Für abends: Falls ihr mal länger in der Stadt bleiben wollt - der Shuttlebus fährt nur bis etwa 11 Uhr oder so. Danach gibt's eine ziemlich komplizierte Beschreibung, wie man nach Prima Porta kommt, von dort müsste man dann laufen. Das hört sich kompliziert an und wenn man am Gianicolo ist und dann tatsächlich in Trastevere noch ein bisserl durch die Gassen streift oder es beim Abendessen länger dauert, kann man leicht mal in Panik verfallen, dass man die letzte S-Bahn/den Shuttleservice versäumt. Aber das ist alles halb so wild: Wenn man an der Pz. del Popolo ein Taxi nimmt, kutschiert es einen abends für 25-30 Euro zum Camping. Wenn man bedenkt, wie billig die Übernachtung ist, kann man das schon einmal machen, find ich.

                  Wir habens übrigens auch schonmal so gemacht, dass wir morgens in die Stadt sind (z.B. mittwochs zur Audienz), mittags nochmal "heim", im Pool erfrischt, gemütlich Mittag gemacht und dann abends nochmal rein. Einmal würd ich jedenfalls einen Abend in der Stadt verbringen.

                  • Danke!!!

                    Nein, ich brauche kein Ritz:-)

                    Hab schwangerschaftsbedingt gerade etwas Muffensausen vor der Reise, da ich mit dem 3.Kind risikoschwanger bin. Arzt hat aber sein O.K. für die Reise gegeben.
                    Derzeit wäre ich aber mit Urlaub im Bayrischen Wald zufrieden. Finde es gen Großen gegenüber aber unfair, da sie absolute Rom-Fans sind- Abruzzen stieß auf weniger Begeisterung.
                    Sie wollten nach Sizilien, was mir aber dieses Jahr zu weit ist.

                    GLG

                    • Du, aber wenn die so auf Rom stehen, ehrlich gesagt, könnt ihr den Abruzzen-Urlaub nicht noch ein bisserl einkürzen und es euch dafür auf dem Tiber-Camping noch ein bisserl bequem machen? Dann können die beiden (also dein Mann und der Große) z.B. schonmal vormittags in die Stadt, während du mit dem Kleinen noch ein bisserl am Pool liegst. Dann könnt ihr alles sehr gemütlich entdecken? Wart nur mal ab, bis du in der Sonne liegst und im Bayrischen Wald 10° angesagt sind, dann bist du froh! ;-).

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