Urlaub mit dem Wohnmobil mit Baby/Kleinkind/Kind

Hallo
Wir überlegen ein Wohnmobil zu kaufen. Wir waren allerdings bisher erst zweimal ohne Kinder mit einem Wohnmobil im Urlaub und fanden es toll. Jetzt hat sich durch Zufall ergeben, dass uns ein recht "günstiges" Fahrzeug angeboten wurde.

Wir überlegen jetzt hin und her, ob wir das machen sollen...
Wie sind eure Erfahrungen mit Urlaub im Wohnmobil mit kleinen Kindern? Ist das was oder eher nicht?

Unser großer wird im Herbst drei und durch Corona waren wir jetzt nicht so oft weg. Drei Mal mit dem Auto ( Hotel/Ferienhaus), einmal mit dem Flugzeug und einmal auf Kreuzfahrt. Ich könnte mir vom Prinzip her gut vorstellen mit dem Wohnmobil zu verreisen und wüsste im Moment nichts, was dagegen spricht.

Vielleicht könnt ihr mir ja berichten was ihr daran gut oder eben nicht gut findet

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Wir haben einen Kastenwagen, also im Prinzip so einen ausgebauten Sprinter. Mit Bad und Küche und im Heck zwei Doppelstockbetten. Im Moment schläft der Papa mit unserer älteren Tochter (fast 4) oben im Bett und ich mit Baby (10 Monate) unten.
Wir lieben Campingurlaub, haben wir schon immer viel gemacht. Früher mit Zelt, während der Elternzeit mit der Großen sind wir zwei Monate im von Bekannten geliehenen Wohnmobil durch Italien gefahren und jetzt haben wir halt unser eigenes.

Vorteile:
Wir stehen öfters wild oder auf Stellplätzen, dadurch ist der Urlaub ja sehr frei und sehr günstig.
Man ist sehr flexibel: Gefällt es uns irgendwo, bleiben wir länger. Gefällt es uns nicht, fahren wir weiter.
Wir nutzen das Wohnmobil im Sommer auch ständig am Wochenende für Kurztrips. Ist super, um mal schnell den Kopf frei zu kriegen.
Die Kinder sind ständig draußen in der Natur und uns Erwachsenen wird nicht langweilig, da wir ja den Ort wechseln können (das ist unser Problem bei Appartements / Ferienhäusern - nach einer Woche ist es für uns echt öde am selben Ort).
Man ist eher minimalistisch unterwegs (wir zumindest) und merkt daher, mit wie wenig man auch glücklich sein kann.
Wir fahren auch öfter mal mit befreundeten Familien weg, sodass die Kinder miteinander spielen können. Und trotzdem hat jeder seinen eigenen Raum und man geht sich nicht auf den Keks.
Wir haben alles schon im Wohnmobil und ich muss echt kaum was packen, riesiger Vorteil mit Kindern, finde ich! Zahnbürsten, sonstige Hygieneartikel, bezogene Betten, Basis-Essen (Packung Nudeln, Pesto…), ein paar Klamotten usw. ist alles schon drin. Der restliche Packaufwand ist also echt gering.
Gerade jetzt zu Corona-Zeiten sind wir sehr flexibel und fahren einfach dahin, wo es gerade passt. Wir haben auch Urlaub gemacht, als eigentlich niemand Urlaub machen konnte. Standen dann halt wild irgendwo in der Pampa und hatten gar keine Kontakte.

Nachteile:
Wenn das Wetter schlecht ist, hockt man schnell auf engem Raum aufeinander. Wenn wieder mehr Schwimmbäder, Indoor-Attraktionen etc. aufmachen, kann man das aber meist gut entzerren.
Falls man ein nachts schreiendes Baby und/oder ein leicht erweckbares Kleinkind hat, können die Nächte für alle schnell ziemlich mies werden (bei uns nicht der Fall).

Viel Erfolg bei der Entscheidung!

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Danke für deinen Erfahrungsbericht!
Genau das, was du als Vorteil beschreibst, ist es was uns daran reizt.
Wir können uns nach ein paar Kreuzfahrten nicht mehr vorstellen, nur in einem Hotel an einem Ort zu sein. Das haben wir jetzt bei den letzten beiden Urlauben im Hotel und der Ferienwohnung gemerkt. Uns wird an einer Stelle schnell langweilig weil man halt doch jeden Tag das gleiche sieht und macht.

Wie "verkraften" die Kinder die Fahrten? Lange Touren im Auto sind ja sehr anstrengend, geht das im Camper besser?

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Meine Kinder machen die Fahrten meist recht gut mit. Wobei ich ehrlich gesagt keinen großen Unterschied zwischen Auto und Camper feststellen kann.
Die Große darf aber auch einfach stumpf nen Film gucken, wenn es eine längere Fahrt ist. Und wir gucken, dass wir die Fahrten mit den Schlafenszeiten des Babys abpassen.
Wir sind auch schon mal über Nacht gefahren (von Norditalien nach Norddeutschland), ging auch gut.
Schleichtiere und die Malmappe von Ikea helfen uns ebenfalls.

Und ansonsten macht man halt immer nur kleinere Touren von 1-3 Stunden pro Fahrt, so kommt man ja auch weiter. Hat meine Schwester mit ihrem Autositz hassenden Baby so gemacht. Eine schöne Elternzeit in ihrem Bulli hatten sie so trotzdem 😊

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Wie viele Kinder habt ihr? So genau lese ich das nicht raus.
Bei Wohnmobilen gibt es leider kaum 5 Sitzplätze bzw. 3 Kindersitzgeeignete. Wenn es 2 sind und auch bleiben, dann müsste das aber passen.

Wie waren damals mit 1 Kind (13 Monate) mit Wohnmobil unterwegs. Heute mit 3 Kids ist es schon platztechnisch heftig und gleichzeitig stört mich, dass man immer die Riesen-Kiste satteln muss, wenn man eine Tagestour oder eben weiter fährt. Ich glaube mir wäre da ein Anhänger-Wohnwagen lieber.

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Wir haben noch ein Kind, das zweite kommt in ein paar Wochen.

Das ist auch ein Grund, warum wir unsicher sind...
Der Große geht ab August in den Kindergarten, der Kleine ist noch nicht geboren. Dann kommt ja schon fast der Winter... Nutzt man das Teil dann dieses Jahr überhaupt oder kauft man jetzt und es steht ein Jahr rum?! Es ist echt schwierig... Wenn wir jetzt nicht das Angebot hätten, würden wir auch gar nicht so konkret drüber nachdenken weil das immer nur irgendwie so eine Schnapsidee war

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Wir haben einen Wohnwagen und sind mit dem mit unserer Jüngsten auf Tour gewesen, als sie 2 Wochen alt war. Da waren wir Rest Familie allerdings schon recht Wohnwagen-erfahren.

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Wenn das Geld gerade "über" ist, würde ich das Wohnmobil kaufen, wenn alles passt.
Probiert es aus, erfahrungsgemäß geht Urlaub super im Camper. Auch mit Mini Baby.
Falls es nicht zu euch passt, könnt ihr immer noch verkaufen. Ich glaube nicht dass ihr da in der nächsten Zeit Verlust macht.
Durch corona boomt die Campingbranche...

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Hallo,

wir waren von Anfang an im Wohnmobil unterwegs. Die Kinder sind 22 Monate auseinander.

Wir lieben es. Allerdings sind wir auch Skandinavien-Fans.
2015 waren wir am Nordkap, da waren die Kinder 16 Monate und 3 Jahre. Das war toll, nach 8 Wochen im Wohnmobil hätten wir ewig weiterreisen können.
2016 haben wir Frankreich umrundet, das war extrem anstrengend: diese Hitze! Sobald man irgendwo hält, muss man fluchtartig das Wohnmobil verlassen. (Und eine Stand-Klimaanlage braucht Strom). Also Einkaufen immer zu viert, weil der Supermarkt klimatisiert ist... Und man braucht immer einen Stellplatz mit Wiese, einfach am Straßenrand parken geht mit Kleinkindern nicht. In Skandinavien schon, da blieben die Kinder eben mal im Wohnmobil.

Wir hatten noch Glück, dass wir nie mit Krabbelkind gereist sind. Die Phase stelle ich mir schwieriger vor. Drinnen ist wenig Platz und ein Krabbelkind auf eine Parkplatz-Wiese zu setzen ist nicht Jedermanns Sache.
Unsere Große ist mit 16 Monaten viel in Supermärkten gewesen ;-) Es hat pausenlos geregnet, sie hatte gerade erst Laufen gelernt, dafür war im Wohnmobil einfach kein Platz...

Die langen Fahrten haben unsere Mädels immer sehr gut mitgemacht.
Allerdings haben wir wenig Kontakt während der Fahrt, weil die Rückbank von der Fahrerkabine ziemlich weit weg ist. Dadurch machen wir sehr viele Pausen und kommen sehr langsam vorwärts. Für uns ok, aber dadurch waren wir z.b. wirklich noch kaum in Italien.
Außerdem habe ich eine Freisprech-Einrichtung, um mit den Kindern reden zu können. Als sie kleiner waren, war das essentiell. Da habe ich lange nach einer technisch guten Lösung gesucht. Mittlerweile können sie sogar Taschentuch-Pakete auffangen, die ich werfe ;-)
Sie hören pausenlos Hörspiele. Der Vorteil dabei: ich kann den Ton komplett nach hinten stellen, so dass mein Mann und ich vorne quatschen können.

Jetzt im Grundschulalter möchten leider beide Kinder nicht mehr so viel durch die Gegend reisen. Sie lieben Campingplätze, wo sie sich auskennen und alleine durch die Gegend flitzen dürfen. Beim Wildcamping sind die Kinder sehr bei den Eltern angebunden.
Im Moment wäre ein Wohnwagen besser und tatsächlich haben wir, als wir das Wohnmobil suchten, eine Familie getroffen, die ihr Wohnmobil gerade verkaufte und sich der Kinder wegen einen Wohnwagen zulegen wollte.

Wir werden beim Wohnmobil bleiben, sind im Moment eben viel auf Campingplätzen, auch wenn das mit Wohnmobil eher unpraktisch ist.
Ich denke, die Zeit der großen Reisen kommt wieder, wenn die Kinder das besser einordnen können und selbst Abwechslung wollen. Städtetrips mit Jugendlichen... Mal sehen.

Eine Idee noch:
Für uns stand das nie zur Debatte. Aber sobald die Kinder sich einigermaßen selbst beschäftigen können, ist eine Ferienwohnung Gold wert! Die Kinder können sich ausbreiten, man ist wetterunabhängig (denn mit Grundschülern geht man eben nicht mehr bei Wind und Wetter raus), kann sich mit Puzzeln und Gesellschaftsspielen besser ausbreiten. Und für Ausflüge hat man ein Auto da. Wir haben das im Winter gelegentlich gemacht. Wenn wir nicht lieber frei durch Dalarna und Nordnorwegen reisen wollten, wäre das meine bevorzugte Art, mit Kindern Urlaub zu machen.

LG!