Urlaub

Hallo zusammen

Unser Sohn (7) tut sich generell schwer mit neuem und unbekannten, Dingen die er nicht kennt. (Er wollte nicht in die Schule, probiert ungern neue Orte, Spielmöglichkeiten etc. aus , ist nicht so wirklich (Welt)offen.
Wir sind jetzt nicht so die mega viel Urlauber, bisher waren unsere Urlaube 1x Jahr auf nen Campingplatz in Italien, Kroatien oder ner Ferienwohnung in Österreich. Jedes Mal war unser Sohn glücklich und froh wieder zuhause zu sein.
Als wir Anfang des Jahres über Urlaub gesprochen haben meinte er er möchte in diesem Jahr nicht in den Urlaub, er möchte zuhause bei der Oma bleiben. Wir haben aber dennoch Urlaub gebucht und ihm jetzt erzählt was wir in den Pfingstferien vorhaben.
Er ist total unglücklich und sauer weil Ich ihm erklärt habe er muss da mit uns mit und Urlaub doch eigentlich etwas tolles ist und wir uns ne schöne Zeit machen.
Seither ist seit einigen Tagen ein echtes Drama bei uns, er verweigert sich total und findet es ungerecht das wir das einfach so gebucht haben. Ich versteh ihn einerseits, andererseits gibt es eben auch Dinge die ich mit nem 7jährigen nicht diskutiere und es macht mich persönlich echt betroffen das er kein Interesse hat was anderes zu erleben (wie gesagt Campingurlaub am Meer also durchaus kindgerecht).
Nun suche ich nach Möglichkeiten und Arten wie wir da auf einen vernünftigen Weg gemeinsam kommen, wie kann ich einen Reisemuffel ermutigen da etwas offener zu sein?

#winke

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Bei übermäßigem Protest und unangemessenem Gemecker habe ich aufgehört, meine Kinder zu motivieren.

Wenn sie noch skeptisch sind, überzeuge ich gerne.
Bei kompletter Verweigerung schone ich meine Nerven.

Ich erkäre dem Kind, dass es sich keine Meinung zu etwas anmaßen darf, was es nicht kennt. Und dass frühestens hinterher gemeckert wird - aber dann höflich und konstruktiv.

Oder sie sollen eben gut begründet diskutieren.
Gute Gründe akzeptiere ich gerne. Die Kinder haben hier viel Mitspracherecht.
Grundloses Gemecker vermiest anderen (auch der jeweiligen Schwester) die Laune und hat zu unterbleiben.

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Ich habe eine Meinung zu Muscheln - ich habe die nie probiert. Darf ich jetzt dazu keine Meinung haben?

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Was hat er denn als Grund genannt, dass er nicht mit möchte?

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Er findet Urlaube blöd, mag keine lange Anreise, möchte einfach lieber zuhause bleiben als was Neues zu erleben.

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Ich würde alle kindgerechten Unternehmungen in der Gegend heraussuchen, mit ihm durchgehen und er darf dann eine bestimmte Anzahl davon aussuchen.

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Hallo Orecchiette,

zunächst einmal müsste ich mir selbst klarwerden (in diesem Fall halt du), ob ich dem Kind grundsätzlich erlaube selbst zu bestimmen, ob er mitkommt, oder ob er bei der Oma bleiben darf (sofern die Oma sich bereit erklärt, ihn die Woche zu nehmen).
Wenn ja, dann würde ich ein „Nein“ des Kindes akzeptieren, nachdem sowohl ich meine als auch er seine Argumente Warum, Wieso, Weshalb vorgetragen hab/ hat.
Wenn ich grundsätzlich der Meinung bin, das Kind muss mitkommen, dann würde ich so vorgehen, dass wir als Familie gemeinsam erstmal entscheiden, was für eine Art von Urlaub wir machen. In eurem Fall jetzt Camping. Aber es wäre ja auch theoretisch eine Woche All-inclusive in einem Hotel mit tollem Wasserpark möglich, oder ein Städtetrip mit vielen tollen Ausflügen und Unternehmungen.
Dann würde ich zusammen mit dem Kind einen Plan machen, was wir alles anschauen wollen in der Stadt, wo wir ein Eis essen gehen könnten und Pi Pa Po. Kann man ja alles schonmal ergoogeln und das Kind sich Fotos anschauen lassen. Dann ist es nämlich nicht mehr ganz unbekannt und kann dem Kind das Gefühl von „Herr der Lage sein“ vermitteln.
Wenn das Kind trotz dieser liebevollen Herangehensweise auf „stur“ schaltet, würde ich das Thema erstmal ruhen lassen, alleine planen und dann nochmal kurz vor Urlaubsbeginn dem Kind also meinen Plan zeigen. Dann hat es immernoch die Möglichkeit sich selbst einzubringen. Wenn er nach wie vor dann nichts beitragen möchte, dann müsste er halt mit dem zufrieden sein, was ich ausgesucht habe.

Aber das ist alles nur Theorie, denn ich würde meinen Sohn nicht zum Urlaub zwingen. Allerdings freut er sich schon immer über Reisen und würde nie freiwillig zu Hause bleiben.

Grundsätzlich kann ich die Angst vor Neuem / Unbekanntem aber nachfühlen.

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"Nun suche ich nach Möglichkeiten und Arten wie wir da auf einen vernünftigen Weg gemeinsam kommen, wie kann ich einen Reisemuffel ermutigen da etwas offener zu sein?"

So als Grundhaltung würde ich akzeptieren, dass er nicht so offen ist wie Du es gerne hättest.

Setze den Fokus auf Dinge die er mag und kombiniere sie mit Deinen Zielen. Ich diskutiere problematische Dinge auch nicht aus. Die Antwort ist ja vorher klar und ab dann wird es nicht besser.

Willst Du XYZ machen, haben, angucken?
Jaaaa.
Super, machen wir im nächsten Urlaub.

Muss nicht immer funktionieren, aber das gesamte Framing ist damit erstmal positiv, der Urlaub nur noch ein Störfaktor und nicht die Hauptsorge. Und bei verbleibendem Gegenwind muss die Alternative einfach schlechter sein als der Urlaub.

Bearbeitet von Inaktiv
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Hallo,

ich kenne das gut. Ist bei meinem Kind (jetzt 13) auch seit Jahren der Fall. Ganz früher nicht bis Kindergartenalter. Aber seit Schule will er absolut ungerne in den Urlaub fahren. Und auf Klassenfahrt schon mal zehnmal nicht, dafür dann lieber in den Unterricht einer anderen Klasse.

Ich habe es einfach akzeptiert. Verstehen tue ich es nicht. Aber jeder ist nunmal anders und ich bin froh, dass er weiß, was er will und mag und was nicht und sich der Konsequenzen auch bewußt ist.

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Auch auf die Gefahr hier total weltfremd und dumm zu wirken. Aber du zwingst deinen Sohn zu etwas und erwartest, dass er daran auch noch Spass hat?
Ihr habt mit ihm darüber gesprochen, er hat gesagt das will er nicht und einen möglichen Lösungsvorschlag präsentiert und ihr habt das offenbar ignoriert. Da wäre ich auch sauer, das ist auch ungerecht.
Hast du mal mit der Oma darüber gesprochen und würde sie ihn nehmen?
Für ihn scheint Urlaub wohl nichts super Schönes zu sein. Ihr wart ja wohl schon öfter im Urlaub, gab es da irgendwas was ihm gefiel? Was fand er richtig dämlich? Da würde ich ansetzen, also wenn er lange Autofahrten doof findet vielleicht ein Ziel in der Nähe oder was mit dem Zug.
Natürlich solltest du nicht alles mit deinem Sohn diskutieren und natürlich sollest du ihn zu neuen Dingen ermutigen, aber er muss nicht alles toll finden und darf seine Meinung auch sagen.

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Hi,

dein Sohn ist ja nicht mehr ganz jung und man kann solche Sachen doch schon gut mit ihm besprechen.
Man muss sicherlich nicht alles mit einem Kind in seinem Alter ausdiskutieren, aber der Sinn von Urlaub ist ja Entspannung und eine schöne Zeit, die man gemeinsam verbringt. Im Optimalfall freuen sich also alle Beteiligten bereits im Vorfeld drauf, wenn nicht könnte es für euch alle ein Reinfall werden.

Ich hätte mich also durchaus nochmal vor Buchung mit ihm zusammengesetzt und ihm erklärt, weshalb die Option Oma keine Option ist (wirklich nicht?), ihn nach seinen Ängsten befragt und geguckt, ob man bzgl. Ort und Art auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Was ist euch wichtig im Urlaub? Was ist ihm wichtig / braucht er, um sich wohlzufühlen. Was vermisst er im Urlaub, wovor hat er Angst?
Bisher wart ihr immer auf nem Campingplatz? Vielleicht wäre er eher für ein Hotel zu haben?

Da ihr nun schon gebucht habt: setzt euch trotzdem zusammen. Versuche herauszufinden, was seine schlimmsten Befürchtungen sind. Was könnt ihr bereits im Vorfeld organisieren, damit der worst case so unwahrscheinlich wie möglich eintritt? Plant gemeinsam die Tage, zeige ihm viele Fotos, guckt euch auf Maps den Weg zur Eisdiele an, etc. Damit er eben kein schwarzes Loch vor sich hat, sondern genau weiß, was ihn erwartet.

LG October

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Was genau habt ihr denn in den bisherigen Urlauben so gemacht? Du schreibst nur wo ihr wart, aber nicht, was konkret dort dann gemacht wurde. Mein Mann war als Kind mit seinen Großeltern auch mal eine Woche auf einem Campingplatz Urlaub machen und fand es TODLANGWEILIG, weil sie nichts mit ihm unternommen haben. Gerade mal eine Fahrradtour machte der Opa mit ihm und sonst nix. Nur Zeitung und Bücher lesen und Kaffee trinken war angesagt. Da hätte ich auch keinen Bock drauf!

Andererseits gibt's auch Leute, die es mit den Unternehmungen im Urlaub übertreiben und jeden Tag Programm machen. Das kann auch einigen dann schnell mal zu viel werden und dann hat man auch keinen Bock drauf. Daher finde ich, sollte es immer eine gute Balance zwischen Familienzeit, Erholung (auch alleine innerhalb des Urlaubs), Input/neue Erfahrungen und Action geben.

Klar, es gibt immer auch Kinder, die totale Stubenhocker sind. Da ist es schwer, sie rauszulocken. Bei meiner Tochter (ebenfalls eher der Typ Stubenhocker, sie wird im Juni 7 ;-)) funktioniert es immer super, dass ich ihr vor unseren Urlauben schon mal Fotos und Videos aus der Gegend zeige oder von Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die wir besuchen werden. Da ist sie dann immer super gehyped drauf und freut sich mega. Und dann unternehmen wir alle zwei, drei Tage fix etwas (das aber auch nicht zu anstrengend sein darf, vor allem körperlich nicht, sonst wäre sie schnell demotiviert und raus!).

Andere Frage: Was gibt bzw. gäbe es denn in der Zeit dann bei Oma? Auch ein bestimmtes Programm oder komplett alleine rumhängen oder sowas? Wichtig finde ich halt, dass man dem Kind verständlich macht, dass ein Urlaub GEMEINSAME Familienzeit darstellt, in der man sich ERHOLT. Und natürlich sollte Urlaub immer ein Mehrwert für alle Beteiligten sein. D. h. der Aufenthalt bei Oma sollte weniger spannend sein als der im Urlaub. Daher die Frage, was es denn bei Oma in den Ferien gibt ;-).