Gedeihstörung beim extremen Frühchen

    • (1) 08.08.13 - 10:34

      Meine Tochter ist ein extremes Frühchen und kam im Juni 2010 bei 25+2 zur Welt. Sie war damals unterversorgt und wog nur 430g. Im groben und ganzen hat sie sich sehr gut entwickelt, viel besser als Anfangs erwartet. Allerdings hat sie eine Gedeih und Essstörung. Aktuell haben wir es endlich auf 10,1kg, 88cm und einem KU von 45cm geschafft. Es passt alles zusammen, sie ist eine zarte kleine Maus. Super fit und ständig in Bewegung. Aber sie befindet sich immernoch unterhalb der 3. Perc.
      Sie nimmt nur wenig zu sich, trinkt eher wenig, bevorzugt Wasser; aber höchstens 500ml am Tag. Morgens bekommt sie eine Scheibe Brot mit Wurst oder Käse mit in die Kita, meistens kommt die Brotdose aber voll wieder zurück. Mittags scheint sie ein wenig zu essen, was es grade gibt, sie mag gern Nudeln und Karotten.
      Fleisch nimmt sie so gut wie gar nicht zu sich, spuckt es wieder aus. Joghurt und Käse eher, aber nur Miniportionen (50g Fruchtzwerg z.B.). Obst und Gemüse ist im groben nicht ihr Fall, wenn sie im Kindergarten ein Apfelschnitz isst, ist das schon viel. Angeboten bekommt sie das mehrmals, sie hat beim Essen eine 1:1 Betreuung. Natürlich nascht sie gern und Eis ist nun grad im Sommer täglich ein Muss, da schafft sie dann ein Mini Milk. Abends bekommt sie 1-2 Nutrini Drinks aus der aus der Nuckelflasche, eine gibts auf jeden Fall, ab und zu verlangt sie abends nach mehr.

      Ich frage mich, was ich meiner Tochter noch anbieten kann um sie gesund, aber auch kalorienreich zu ernähren. Sie geht von 8-16 Uhr in die Kita. Zwischen 18 und 19 Uhr bekommt sie den ersten Drink. Doch direkt nach dem Kiga verlangt sie nach Nahrung, was meist bei nem Keks endet. Ich koche meist nachmittags/abends und wenn sie will darf sie mit essen, das sind dann Mengen wie zb ein Esslöffel voll oder auch 2.

      Das eigentliche Problem ist, dass sie nur ganz langsam zunimmt, obwohl sie für ihre Verhältnisse mom schon gut Nahrung zu sicht nimmt. Wir hatten schon längere Phasen wo sie nichts gegessen hat. Organisch scheint alles in Ordnugn zu sein. Zumindest ist das der Stand von vor einem Jahr. Die Ärzte sind zufrieden und finden es passt alles zusammen und sie entwickelt sich stets weiter. Wir haben im letzten Jahr auch eine stationäre Esstherapie für 6 Wochen gemacht. Sie isst mehr als zu dem Zeitpunkt, aber immernoch sehr wenig, das sagen selbst die Erzieher in der Kita. Sie scheint schnell satt zu sein. Ausser den Drinks sehen die Ärzte keinen weiteren Handlungsbedarf.

      Aber Sorgen macht man sich ja trotzdem als Mutter,
      Kann zu wenig Nahrung der Entwicklung schaden? Holt sich der Körper wirklich dass, was er braucht? Was sollte ein dreijähriges Kind am Tag mindestens essen, wie sollte der Ernährungsplan aussehen? Ich finde leider keine aussagekräftigen Kalorien oder Mengenangaben im Netz.

      Würde mich über eine Antwort freuen, beim letzten mal wars eher nicht an uns direkt gerichtet (http://www.urbia.de/forum/82-ernaehrungsprobleme/3521388-was-braucht-mein-kind-wirklich-um-gesund-zuzunehmen/22496970)

      • Hallo rijana, vielen Dank für Deine Nachricht. Es freut uns, dass Du so ausführlich geschrieben hast und wir haben einige Minuten gebraucht, um für Dich gute Tipps zu sammeln. Vielen Dank für Deine Verständnis.

        Allerdings müssen wir die ehrlicherwise sagen, dass aufgrund der besonderen Situation eine individualisierte Ernährungsberatung zu empfehlen ist. Diese ganz auf Deine kleine Tochter bezogene Beratung können wir in der Form in diesem Forum nicht leisten. Dies lässt sich nur durch eine Einzelberatung vor Ort leisten.
        Folgende Anregungen haben wir für Dich zusammengetragen:
        Wenn Deine Tpchter morgens noch keine rechten Appetit hat und das Kauen noch schwerfällt, könnte man zumindest zum Frühstück eine Milch oder einen Kakao anbieten. Als Zwischenmahlzeit im Kindergarten haben wir an einen Joghurt/Quark mit einer Reiswaffel und einem Stück Banane gedacht. Vielleicht kommt sie auch mit etwas Finger Food besser zurecht. Es ist super, dass sie im Kindergarten so gut betreut ist. Das ist eine wertvolle Unterstützung.
        Da sie Obst und Gemüse nicht so mag, könnte man versuchen eine verdünnte Saftschorle anzubieten.
        Da die Kleine nach dem Kindergarten Hunger hat, kannst Du vielleicht diese Gelegenheit nutrzen und ihr dann eine ausgewogene Mahlzeit anbieten. Das ist für unser Verständnis sicher ungewöhnlich, aber offensichtlich würde das ihrem Rhythmus eher entgegenkommen. Abends kannst Du dann wie bisher ein Nutrini Drink anbieten.
        Wie bereits in der letzten Nachricht angesprochen, gibt es vom Forschungsinstitut für Kinderernährung ein sehr gutes Ernährungskonzept für Kinder. Es heißt Optimix und Du kannst Dich unter www.fke-do.de weiter informieren. In den Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr (herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) findest Du Angaben zu Bedarfswerten für Kinder. Aber diese Werte gelten als Orientierung und werden nach Rücksprache mit dem Kinderarzt oder der Ernährungsberatung vor Ort indivduell angepasst. Wenn Du noch mehr Informationen zu weiteren energiereichen Aufbaunahrungen für Kinder haben möchtest, dann kannst Du Dich auch z.B. bei Nutricia gerne an die Careline wenden. Dort bekommst unter der kostenfreien Servicenummer 0800 688 74242 weitere Informationen zu hochkalorischen Aufbaunahrungen. Als weiteren Service gibt es bei der Firma Nutricia auch die sog. Mehrernährungsexperten. Dabei handelt es sich um examinierte Kinderpflegekräfte, die Kinder mit besonderen Ernährungsbedürfnissen zuhause betreuen. Die Betreuung erfolgt immer in enger Absprache mit dem Kinderarzt. Bei Interesse kannst Du Dich auch an die Careline wenden.
        Ich hoffe, diese Informationen helfen Dir weiter. Liebe Grüße, Frederike

        • Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
          Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass sie zuhause morgens alles verweigert. Sie mag weder trinken noch was essen. Kakao hab ich schon probiert oder ihr vor der Kita noch nen Fruchtzwerg angeboten, ohne Erfolg.
          Sie isst alleine, mit oder ohne Besteck was gut klappt. Obst und Gemüse wird in der Kita zu jeder Zwischenmahlzeit kindgerecht angeboten. Gefrühstückt wird um 9. Mittags gibts da zwischen 12 und 13 Uhr. Ich denke, wenn sie zwischendurch noch nen Joghurt essen würde, wäre vielleicht der Appettit auf Mittag nicht mehr so groß? Ich werde dennoch mal einen Joghurt und Reisswaffel mitgeben, mal sehen wie sie reagiert.

          Auf der FKE-Homepage finde ich mich leider nicht zurecht. Ich finde nichts über Nährstoffangaben, schade.

          • Hallo rijana, schau mal, hier findest Du tolle Broschüren, insbeondere auch ein Kochbuch.
            http://www.fke-do.de/index.php?module=viewer&index[viewer][page]=shop&section=6
            Konkrete Angaben zu Bedarfsmengen und gewünschter Zufuhr findest Du in dem Buch "Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr".

            Du kannst es z.B. über DGE-MedienService beziehen.
            (www.dge-medienservice.de, Tel.: 0228 90926-26)
            und über den Buchhandel (ISBN 978-3-86528-128-9).
            Aber am besten wäre für Euch sicher eine individuelle Ernährungsberatung.

            Liebe Grüße, Frederike

      Hallo rijana, anbei ein Nachtrag zu Deiner Frage. Adressen für individuelle Ernährungsberatungen findest Du z.B. auch hier: http://www.netzwerk-apd.de/
      Liebe Grüße, Frederike

      (6) 08.08.13 - 12:25

      Vielen Dank! Ich habe grad ein bisschen geshoppt auf der FKE Seite und u.a. Broschüren, das Kochbuch für Kinder und "Was und wie viel essen Kleinkinder?" bestellt.

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