Wo wohnt ihr denn? (Richtiges Forum ;-) )

Hallo!

Hier ist immer von Hochhaus-Namen die Rede.

Ist es denn wirklich so schlimm, in einem Hochhaus zu wohnen? Wohnen da wirklich so schreckliche Menschen? Wohnt jemand von euch vielleicht dort?

Ich habe ein paar Jahre lang in einigen gewohnt, allerdings nicht in Deutschland. Fand ich ganz gut. Rundherum gab es immer einen Kinderspielplatz, eine Gruenanlage, Volleyballnetz usw. Die Leute waren dort Alles andere als asozial (oh, wie ich diesen Ausdruck hasse).

Man redet immer davon, wie schwer es fuer eine Familie sei, eine Wohnung zu finden. Landet man da nicht vielleicht auch in einem Hochhaus, unter Rentnern, Studenten, etc die nicht so viel Geld fuer die Miete haben?

Habt ihr Lust den Namen der Kinder (oder die Richtung) und eure Wohnsituation zu verraten?

Unser Kind heisst ERIKA. Wir bewohnen einen Teil einer Villa (der Rest ist eine Fruehstueckspension).

Bin mal gespannt,
LG

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Ich hab im Studium, alleinerziehend mit Kind ein paar Jahre in Marzahn gelebt in einem Mehrfamilien Neubaublock umringt von Hochhäusern. Wenn mich Verwandte besucht haben, empfanden sie es als Kino. RTL schaltete in unserem Viertel tatsächlich fleißig Anzeigen, dass man doch Mal in einem Format mitwirken könne. Ich war schon etwas dran gewöhnt. Die meisten Leute sind trotzdem auf ihre Art nett.

Für mich hat es für die Zeit gepasst, weil billige Miete, nette Kita mit guten Erziehern und Projekte um die Kinder etwas aufzufangen, wobei die leider selten von denen genutzt werden, die die Anregung wirklich bräuchten. Ich erinner mich an viele Kiezfeste mit Gratisaktionen für Kinder und an die tolle Familienarbeit in den Freizeiteinrichtungen. Wir waren auch viel auf Spielplätzen und Feuerwehrfesten usw. Keine schlechte Zeit, aber spätestens ab Schuleintritt hat man gesehen, wer konnte und für die Kinder eine bessere Schulzeit wollte, hat gezahlt für die Privatschule oder ist weggezogen. In der ersten Klasse meiner Tochter an der besten staatlichen Grundschule im Viertel gab es mehrfach in ihrer Klasse Polizeieinsätze und Feuerwehreinsätze und das nicht aus Spaß oder Aufklärung, sondern wegen brennender Schulklos, Mülltonnen, leer geräumter Klassenkassen oder Schulranzen, Mobbing und das alles in Klasse 1 von Erstklässlern begangen !!! Da waren also Kinder dabei, die schon richtig harte Fälle waren. Wir sind weggezogen. ;).

Man durfte auch sonst nicht immer wirklich so genau hingucken, denn ja man hat genug Menschen die Arbeitslosigkeit, die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen und die geistigen Einschränkungen ansehen können. Und oft genug völlige Überforderung mit viel zu vielen Kindern gesehen, die teilweise bewusst im drei Jahresabstand kamen auch wenn es das 4. 5.6.7. Kind war. Nicht wefen dem Kindergeld, das wird eh abgezogen von Hartz Iv, sondern um dann nicht zum Gespräch beim Arbeitsamt zu müssen wegen aktiver Arbeitssuche, was manche auch ganz schamlos auf dem Spielplatz rumposaunten. Vielen hatten aber auch keine wirkliche Perspektive und vermutlich bloß Arbeit unter schlechten Bedingungen, die sie durch den Wolf gedreht hatte.

Man musste schauen, dass man nicht gerade die Ecke vom Spielplatz erwischt wo die Väter mit den Bierflaschen zu jeder Tageszeit saßen oder die Barbifrauen mit der Fluppe in der Hand standen. Wenn's nicht die Barbies waren, waren es Frauen, bei denen die Beschreibung Figurprobleme wirklich stark untertrieben war und viele hatten so Kurzhaarfrisuren mit roten Strähnen, die aussahen, als hätten sie sich am Kopf verletzt. Also ja, wer die Klischees kennt, brauchte nicht so lange zu suchen.

Über die Kinder kann ich nur sagen, dass die meisten süß und schlau waren, aber oft nicht die Unterstützung und Aufmerksamkeit für ihr tatsächliches Leistungsvermögen bekommen haben, die sie besessen haben. Zu keiner Zeit sind mir so viele Tylerys, Conners, Justins, Jasons, Chantals, Angels, Ashleys, Melodys und Schakelines über den Weg gelaufen wie dort , nicht zu vergessen die mit den Seriennamen und die ganzen y Kombination und deshalb ....Fazit: Es gibt diese Bevölkerungsgruppe und leider befürchte ich, dass man seine Kinder mit gewissen Namen gleich super als sozialschwache potentielle Problemgruppe brandmarken kann.

Ich hatte viel Umgang mit den Kindern. Ich habe mir oft gewünscht, man könnte mehr tun um ihnen mehr und andere Vorbilder zu geben und sie zu unterstützen mehr zu sehen von der Welt, mehr zu wollen, daran zu glauben, dass sie eine Chance haben, etwas zu erreichen, mehr alviele Eltern, durch Bildung. Leider weiß ich, dass zu viele im Teenyalter in die Drogenszene abrutschen, zu früh schwanger werden oder zu früh zu viel Verantwortung tragen, weil sie noch so viele jüngere Geschwister mitbeaufsichtigen müssen und kaum jemand schulische Ambitionen wirklich würdigt. Oft reden die Eltern massiv gegen das Gym, auch wenn ihre Kinder eindeutig die Empfehlung bekommen, die dann entmutigt nachgeben. Habe ich viel viel viel viel zu oft erlebt. Dabei gehen viele wirklich gerne in die Schule....

Die Namen aus dieser Zeit sind für mich heute Namen, die ich wegen der Gefahr als sozialschwach abgestempelt zu werden, klar meiden würde.

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Danke fuer deinen konstruktiven Beitrag! Da ist dann der Name wohl das geringste Problem :-(

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Interessanter Beitrag. Unser Kind heißt EMIL. Wir wohnen in einer kleinen Dachgeschosswohnung im Ruhrgebiet.

Die anderen Kinder in unserem Mehrfamilienhaus heißen IBRAHIM, AHMAD, TENUUN, KLEEN, LUNA und JADE.

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Das klingt sehr international.

Unsere Tochter heißt Stella. Wir wohnen in einem kleinen Einfamilienhaus.

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Unsere Tochter heißt Theophania, unser Sohn wird Fidelis heißen. Wir wohnen im 2. Stock eines Mehrfamilienhauses und haben sogar eine Garage abbekommen😄

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Ha, danke für diesen Thread! Mag mir bei der Gelegenheit vielleicht jemand erklären, was man eigentlich unter Hochhaus versteht?

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und als Kind war für mich ALLES ein Hochhaus, was über ein Einfamilienhaus hinausging! 😅
Bis vor nicht allzu langer Zeit dachte ich auch, klar hab ich schon in Hochhäusern gewohnt (diverse Studenten-WGs), und meine erste eigene Wohnung war meiner Ansicht nach auch in einem (6 Stockwerke, 3 Wohnungen pro Etage) - dort haben aber definitiv Leute aus der Mittelschicht gewohnt. 🤔

Wenn mit Hochhaus diese riesigen Bunker in der Peripherie gemeint sind, dann hab ich mit sowas zwar keine eigene Erfahrung, aber irgendwie fällt es mir auch schwer zu glauben, dass dort nur Proleten wohnen... oder bin ich zu naiv und behütet?

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Mir fällt gerade ein, das Wiener Äquivalent zum hier vielzitierten Hochhaus wäre wohl der Gemeindebau! 💡 Da kenne ich aber auch totale Anti-Klischee-Bewohner.

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Hallo!

" Mag mir bei der Gelegenheit vielleicht jemand erklären, was man eigentlich unter Hochhaus versteht?"

Das weiss ich selbst nicht so genau #kratz Ab 6 Etagen vielleicht? Mit Aufzug und Muellschlucker? #kratz

"Wenn mit Hochhaus diese riesigen Bunker in der Peripherie gemeint sind, dann hab ich mit sowas zwar keine eigene Erfahrung, aber irgendwie fällt es mir auch schwer zu glauben, dass dort nur Proleten wohnen... oder bin ich zu naiv und behütet? "

Genau! So Wohnkasernen sind manchmal ganz zweckmaessig. Man braucht sich nicht um die Heizung kuemmern, die Verkehrsanbindungen sind ganz gut und eigentlich muesste auch irgend eine Philosophie dahinterstehen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ihre Bewohner zu unrecht verpoent sind.

LG

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Hallo

Das intressiert mich auch!

Meine Kinder heissen Martina und Simona. Wir wohnen in einem grossen Einfamilienhaus in einem kleinen schweizer Dorf.

Mein Mann und ich haben die Namen unserer Kinder definitiv nicht vom Wohnort oder der Wohnsituation abhängig ausgesucht ;) Ausserdem finde ich den Begriff Hochhausnamen nicht wirklich prickelnd...

lg

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Bei uns ist es so: unsere älteste Tochter heißt Celina, ein Name, der in diesem Forum auch schon des öfteren als "Hochhausname" betitelt wurde, obwohl wir in einem Einfamilienhaus mit Garten wohnen. Und jetzt kommt es noch schlimmer: Unsere zweite Tochter heißt Leonie, ein Name, dem ein ähnliches Schicksal zuteil wird 😅🤣. Unsere Mädels sind aber schon 22 und 18 Jahre alt, damals waren die Namen noch selten....Unsere anderen Kinder heißen Nicolas und Florentina...vielleicht passen diese Namen besser zu einem Einfamilienhaus, wer weiß? 🤔🤭...uns ist es egal! Lg

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Wir scheinen einen ähnlichen Geschmack zu haben, unsere Tochter heißt auch Leonie und für Nummer 2 gefallen mir gerade Florian oder Nicolas 🤣
Und wir wohnen auch in einem Haus mit Garten 🤷‍♀️

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Mit Hochhausnamen ist ja gemeint, dass es Namen sind, die eher in der „Unterschicht“ anzutreffen sind. Stelle mir darunter so ältere Plattenbau-Siedlungen vor, in denen eben sozial Schwache wohnen. Denke, das kann man nicht auf jedes Hochhaus projizieren (bei uns in der Stadt gibt es auch neue Luxus-Hochhäuser, in denen die Wohnungen schweineteuer sind). Man darf den Begriff also nicht zu wörtlich nehmen. Aber ich denke, es weiß trotzdem jeder, was damit gemeint ist 😉

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Genauso gibt es auf dem Land sehr günstige Einfamilienhäuser - und im Osten sogar sehr günstige Villen.. :-)

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Ja genau. Bei uns kosten Eigentumswohnungen z.B. deutlich mehr als anderswo ganze Häuser.. also daran kann man es wirklich nicht fest machen 😉

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Unser Kind heißt Sophia und wir wohnen in einer Mietwohnung im 6. Stock. Zählt das schon als Hochhaus? :-D

Ich kenne übrigens jemanden der trotz des "Hochhausnamens" Kevin einen Doktortitel und Karriere gemacht hat. Der verdient so viel Geld, dass er sich locker das komplette Hochhaus kaufen könnte #rofl

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Ich kenne auch eine Chantal, die gerade promoviert und einen Akademiker-Kevin. Wie schön es doch wäre, wenn irgendwann jeder sein Kind so nennen könnte, wie er möchte, ohne dass das bei anderen negative Assoziation hervorruft.

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Von den einzigen beiden Kevins, die ich kenne, passt auf einen auch ganz genau deine Beschreibung (promovierter Naturwissenschaftler), und der andere ist ein lieber Bursche mit 08/15-Job aus einer soliden Familie. 🤷🏼‍♀️ Wenn ich nur nach meinen eigenen Beobachtungen gehen würde, wäre ich also nicht darauf gekommen, dass Kevin ein Problemname sein könnte. Lebe vielleicht in einer Blase.

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Ach, da wohnen überhaupt keine schrecklichen Menschen. Man sollte vielleicht mal von dem Gedanken wegkommen, dass der gebildete Bürger ausschließlich im Altbau, der Stadtvilla, dem Loft oder dem Reihenhäuschen residiert. Haufenweise Mitschüler von mir lebten als Schüler in solchen Hochburgen, die aufgrund von Wohnungs- und Platzmangel gebaut wurden. Sie enthalten größtenteils schöne, saubere Wohnungen mit normalen, gebildeten Menschen darin. Auch sozial Schwache, klar, denn die können sich eben leider weder die Villa noch das Reihenhaus leisten...

Ich habe auch im Ausland mal im Hochhaus gewohnt - da war alles vertreten :-D Sehr bunte Mischung, vom Rentner über die alleinerziehende Mutter bis zur WG voller kiffender Studenten ;-) War lustig. Mein Kind wäre da weder positiv noch negativ mit seinem Namen aufgefallen.

Inzwischen wohne ich im völlig überteuerten Altbau und mein Kind fällt weiterhin weder positiv noch negativ mit seinem Namen auf. Der ist ganz klassisch, zeitlos, normal und wurde hier tatsächlich noch nie "Hochhaus" genannt (was für eine Auszeichnung ;-) ).