Boah so ne Zicke (11 Monate).... bocken, beissen, brüllen...

Hallo ihr Lieben,

ich weiss echt nicht, was ich noch mit Leandra machen soll. Wenn sie ihren Willen nicht bekommt, dann geht das Bocken los (steifmachen). Sie rutscht dann von meinem Schoss, wenn ich sie dann loslasse, damit sie alleine stehen kann, ist das auch nicht richtig und sie fängt an zu weinen.

Wenn sie dann weint, fängt sie an zu beissen. Egal wo sie dann hinkommt: Knie, Schulter, Oberarm, Oberschenkel.

Teilweise tut das richtig weh. Wegziehen geht dann auch nicht, weil sie sich so festgebissen hat. Ich weiss echt nicht, was ich dann machen soll.

Wenn ich sie dann von mir los habe, schimpfe ich mit ihr (im lauten, ernsten Ton) und setze sie dann auf den Boden.

Dann geht das Gebrülle erst richtig los. Unsere Nachbarn (selbst ein Säugling von ca 4 Monaten) haben letztens schon gefragt, warum die Kleine soviel brüllt. Sie haben sie dann auch in Aktion erlebt. Sie haben sich wohl schon Gedanken gemacht .... #hicks Leandra schreit dann wirklich wie am Spiess los, als wenn wir sonst was mit ihr machen würden.#schrei

Sonst lasse ich sie nicht schreien, eben halt nur, wenn sie bockig ist.

Habt ihr ein paar Tipps? "Nein" hilft nichts. Von "Klappsern" auf die Hand oder auf die Pampers halte ich auch nix.
Weder jetzt noch später.
Ich bin selbst ohne Klappser groß geworden und war auch nicht verzogen (so wie die Oma von meinem Freund gerne behauptet, dass lasch erzogene Kinder IMMER falsch erzogen werden und ganz frech werden etc pp #augen)

Bislang sage ich halt immer "nein", wenn sie was will was sie nicht soll und nehme sie weg bzw schiebe die Sachen ausser Reichweite.

Sonst ist Leandra ein liebes Mädel, aber ihre Zickigkeit wird uns wohl noch einiges an Nerven kosten ...


LG
Sandra

1

Hi,

vllt nsolltest du sie einfach ignorieren, wenn sie ihre Austicker hat. Ich mein, sie ist ja schon in einem Alter, wo sie Konsequenzen ja begreifen sollte. Und wenn du ihr mit deiner Aufmerksamkeit zeigt, das sie jetzt im Mittelpunkt steht, dann kann ich mir gut vorstellen, dass es immer schlimmer wird. Sie will ja nun auch ihre Aufmerksamkeit, egal wie sie die bekommt. Ich würde beim "Nein" bleiben und sie sonst wenn sie meint auszuflippen ignorieren. Vllt bringt ja dass was?!
Kann natürlich auch sein, dass ich jetzt völlig falsch liege, aber ich würde es halt mal so probieren. Auch wenns schwer fällt.

Hoffe ich konnte helfen...

Liebe Grüße! Miriamama mit Charlotte *22.07.08

3

Hallo,

danke schon mal für deine Antwort.

Ich "ignorier" sie ja in dem Sinne, dass sie beim bocken auf den Boden kommt und dort sitzen bleibt, bis sie wieder von alleine aufsteht und zu mir kommt.

Dann zieht sie sich an meinem Bein hoch und beisst halt einfach drauf los.

Naja, da hilft wahrscheinlich nur gute Nerven.

LG
Sandra

2

Hallo Sandra,
ich versteh, was du meinst, Oona ist ja im selben Altern und entdeckt auch gerade, dass sie ein eigenständiger Mensch mit einer eigenständigen Meinung ist.
Ich lass sie gewähren...Erziehung durch Selbsterziehung eben (Kloeters ;-) )

>>Wenn ich sie dann von mir los habe, schimpfe ich mit ihr (im lauten, ernsten Ton) und setze sie dann auf den Boden.

So würd ich das nicht angehen. Das Schimpfen versteht sie so noch nicht, und für Erklärungen ist sie noch zu klein. Ich beisse in solchen Situationen die Zähne zusammen, stecke Oona einen Finger in den Mund und löse sie so von meinem Arm (oder der Brust oder wo sie sich halt sonst noch so fewstgebissen hat). Danach biete ich ihr eine Alternative zum Beißen an...Beißring, Stofftier etc.
Leandra beisst ja nicht, um dich zu ärgern, sondern weil sie sich nicht anders ausdrücken kann. Das wird irgendwann vorübergehen. Das Schimpfen ist kontraproduktiv, denn sie weiss ja überhaupt nicht, was du von ihr willst. So seh ich das zumindest.

Dann ist mir noch folgende Aussage von dir aufgefallen:
>>>Bislang sage ich halt immer "nein", wenn sie was will was sie nicht soll und nehme sie weg bzw schiebe die Sachen ausser Reichweite.

Da scheiden sich die Geister auch. Kloeters vermitteln, dass zuviel "Nein" die Entwicklung hemmt und vor allem später zu Problemen führt und Trotz heraufbeschwört. Das ist sehr anschaulich erklärt worden und ich kann das sehr gut nachvollziehen.
Es wird dort immer empfohlen, möglichst wenig "Neins" zu haben.
Natürlich ist das nicht immer umsetzbar, gerade bei Gefahrensituationen nicht.
Aber wenn es sich um ungefährliche Dinge handelt, warum sollte Leandra dann dort nicht randürfen?
Und wenn sie da partout nicht randarf (bei uns ist das z.B. die Hifi-Anlage, die steht momentan noch frei rum ohne Glastür oder so davor), dann biete ihr doch Alternativen an.
Das funktioniert bei uns zumindest gut...wenn Oona an der Anlage rumspielt, lenk ich sie entweder ab ooooder lass sie halt gewähren *seufz*. Und da sie ja gern am Lautstärkeregler rumspielt, bleibt für mich dann nur die Möglichkeit, das Ding auszumachen.
Nach ein paar Minuten hat sie aber eh genug davon und sucht sich was neues, und ich kann sie wieder anschalten.
"Nein" sagen und Kind wegschieben ist ein lustiges Spiel für ein Kind ;-)

Also verstehst du, was ich sagen will? Ich kann mich grad furchtbar schlecht ausdrücken *hmpf*, das Thema ist einfach zu komplex.
Aber falls dich dieser Erziehungsansatz interessiert, besorg dir mal die Kloetersbriefe, die sind wirklich sehr gut.

LG

4

Hallo,

ich glaub ich hab verstanden, was du meintest.

Bestes Beispiel heut morgen:

Sie läuft/krabbelt im Wohnzimmer. Ihre ganzen Spielzeuge sind übern Boden verteilt.

Ich sitze am Wohnzimmertisch, will gerade was trinken, klingelt das Telefon. Ich stelle mein Plastikbecher (Glas haben wir uns schon abgewöhnt) so auf den Tisch, dass sie nicht dran kommen kann und hole das Telefon.
Setz mich wieder auf die Couch. Leandra kommt an - will das Telefon haben, geht aber nicht, weil nicht wirklich privat (bei Oma darf sie schon mal mittelefonieren, obwohl sie dann eher das Telefon ansabbern will als wirklich mit Oma telefonieren).

Ich versuche das Telefon aus ihrer Reichweite zu bekommen, und stehe dazu auf.

Sie krabbelt hinter mir her, zieht sich an meinen Beinen hoch. Ich habe in der Zwischenzeit schon Spielzeug organisiert, welches ich ihr hinhalte. Aber Pustekuchen, das Telefon ist interessanter.
Also fängt Madame an zu brüllen, als wenn ich ihr gerade sonst was getan habe.
Zum Glück ist das Telefonat mittlerweile beendet. Ich lege das Telefon zurück auf die Station.

Sie kommt hinterher, zieht sich am Schrank hoch und brüllt, meckert und weint, weil sie nicht ans Telefon kommt.
Ich nehme sie vom Schrank weg, setz sie in ihr Spielzeug, geb ihr was in die Hand, sie schmeisst es weg, zieht sich bei mir hoch und beisst mich ins Knie. Ich löse sie von meinem Knie, bleibe ruhig und setze sie auf den Boden. Dort wird weiter rumgebockt. Ich gehe zum Tisch, nehme meinen Becher und setze mich um einen Schluck zu trinken. Und das Spiel geht von vorne los. Allerdings kann ich sie erstmal mit einem eigenen Trinkbecher ablenken.

So läuft das bei uns momentan ständig. Egal was, egal wie, sie muss es haben.
Bei vielen Sachen ist es mir egal, wenn sie dran geht. Aber es gibt nunmal Dinge, da soll sie nicht dran.

Und in solchen Momenten frage ich mich, wieso ich unbedingt Kinder haben wollte *gg*
Naja, in ein paar Monaten ist diese Phase vorbei und wir können uns schon auf die nächste freuen...


LG
Sandra

5

Und was wäre, wenn sie einfach mal unter deiner Aufsicht und mit Tastensperre drin das Telefon ( den Trinkbecher, usw....) ausgiebig ausprobieren darf? Nach dem fünften Mal ist es dann nicht mehr so interessant. Bei Kindern gilt glaub ich schon in dem Alter: je verbotener, desto besser.
LG
Isa