Nicht emotional wegen der Geburt..

    • (1) 12.08.19 - 14:43

      Hallo.. ich fühl mich manchmal so schlecht oder habe schlechtes Gewissen wenn Leute erzählen oder schreiben wie die bei der Geburt geweint haben als das Baby auf die Welt kam und sofort auf die Arme gelegt worden ist. Und das man sofort die ganzen schmerzen vergessen hat..dies und das was jeder bestimmt kennt..

      Aber bei mir war es leider nicht so.. ich hatte keine schöne Geburt..und als meine tochter auf die welt kam und die ärztin mir sie gegeben hat konnte ich auch nicht weinen und war nicht emotional.. ich war sooo erschöpft soooo tot müde. Ich wollte am besten direkt schlafen, weil ich auch fast 3Tage lang wach war wegen den wehen..geburt etc. Also bei mir war nichts vergessen direkt nach der Geburt.

      Gings jemanden so ähnlich.. fühle mich echt schlecht wenn leute erzählen wie emotional das alles nach der Geburt war..

      • Hallo,

        icv habe auch nicht geweint, als die geburt vorüber war, ich dachte so " ok, das war es jetzt..." und dann kam eh alles anders als gedacht... aber dirket nach der geburt hab ich nich auch recht emotionslos gefühlt.. war auch etwas fertig, auch wenn meine geburt nicht schlimm war wie deine, aber hab da jetzt auch kein schlechtes gewissen, jeder empfindet anders und es ist auch vollkommen ok, wenn man nicht weint und deins war ja nun wirklich kräfte zerrend.. hab auch schon mal irgendwo gelesen, das manche frauen gesagt haben, sie wollen erstmal ihre ruhe und das baby solle in einem anderem raum, das sie wieder kraft tanken konnten..

        also habe bitte kein schlechtes gewissen.. hauptsache du freust dich überhaupt über dein kleines wunder😊

        (3) 12.08.19 - 14:53

        Ich glaube das haben viele. Ich auch. In unser Gesellschaft ist es jedoch leider so, daß eine Frau nach einer Geburt gefälligst Glücklich zu sein hat. Auch in den Jahren danach. Das eine Geburt und die nächsten Jahre leider nicht unbedingt schön sind und extrem anstrengend sein können und fordernd sind, darüber wird sehr wenig gesprochen. Ich hatte zwei Schwere Geburten und habe beide mal keine Freude gehabt als das Baby da war. Es hat sogar jedesmal einige Wochen gedauert. Beim ersten Mal habe ich mir schlimme Vorwürfe gemacht und das machte die Sache nur noch schlimmer. Beim zweiten Mal wusste ich, daß ich einfach Zeit brauche und war sehr geduldig mit mir. Vielleicht geht es Frauen so, die gute und schöne Geburten hatten. Diese Erfahrung hätte ich von Herzen auch gerne gemacht. Leider ist der Verlauf einer Geburt mir bedingt beeinflussbar. Dir alles Gute!

        (4) 12.08.19 - 14:56

        Huhu,
        also bei mir ging die Entbindung aufgrund einer Einleitung per Tropf "nur" 9h. Ich habe auch nicht geweint vor Freude. Ich war einfach nur happy, das alles gut gelaufen war und die Schmerzen endlich vorbei waren. Das heißt aber nicht, dass ich nicht glücklich war/bin. Es geht doch jeder anders damit um. Mein Mann hat übrigens ebenfalls keine Träne vergossen. Das hat er wohl am nächsten Tag unter der Dusche, weil halt doch alles aufreibend war. 😊
        Also mach Dich nicht verrückt. Dein Kind fragt Dich später mit Sicherheit nicht, ob Du vor Freude geweint hast.
        Und die Schmerzen habe ich auch heute, 3 Wochen später, auch nicht vergessen. 😥

        LG und alles Gute 🍀

      • Huhu,

        ich finde nicht, dass du dich deswegen schlecht fühlen oder ein schlechtes Gewissen haben musst. Menschen sind verschieden und reagieren nunmal nicht alle gleich.

        Ich war während meiner Ausbildung auch einige Zeit im Kreißsaal eingesetzt und habe bei den Geburten zusammen mit den Eltern vor Freude geweint. Daher dachte ich, dass ich beim eigenen Kind dann wohl erst recht weinen werde. Tja, Pustekuchen. Ich hatte keine schöne Schwangerschaft und habe einfach nur das Ende herbei gesehnt. Die Presswehen fand ich schrecklich, zumal ich anfangs einfach zu blöd zum Pressen war und es entsprechend länger gedauert hat. Als mein Krümel dann endlich auf mir lag, war ich einfach nur fix und fertig und froh, dass diese Schmerzen endlich weg waren. Ich hatte gar keine Kraft um auch nur eine einzige Träne zu vergießen. Auch mein Mann nicht und der hat bei unserer Hochzeit geheult wie ein Schlosshund.. 😅 Die Situation war einfach zu surreal. Auf einmal liegt da das Baby auf das man 9 Monate gewartet hat. Da kann man schon mal seine Emotionen vergessen. Dafür habe ich jetzt regelmäßig feuchte Augen, wenn ich den Krümel angucke.

        Liebe Grüße

        Ich hatte zwar einen KS und dadurch lief eh alles etwas anders ab, aber emotional war ich auch nicht. Ich durfte meine Tochter nach dem KS nur kurz sehen - naja, da hab ich denen halt den Namen gesagt und ok... Wusste da allerdings noch nicht, dass ich dann noch fast 1,5 Stunden warten muss, eh ich zugenäht bin und die PDA nachlässt... Tränen sind nur während der sehr schmerzhaften Wehen geflossen. Die hab ich auch nicht einfach so vergessen...

        Ich muss aber dazu sagen, dass ich auch während der Schwangerschaft eher der rationale Typ war (bzw. bin). Ich mach mir nicht so viel aus US- Bildern und Co. Bin halt froh, wenn alles ok ist aber war nie "verliebt" in ein Bild oder so...

      • (7) 12.08.19 - 15:24

        Liebe Dilara06,

        Ich war auch nicht emotional.
        Mein erster Gedanke war "Gott sei Dank sie ist draußen"
        Ich war total fertig,verausgabt neben der Spur.
        Irgendwie habe ich ausgecheckt.
        Ich wollte da nur raus.
        Ich habe sie auf die Brust gelegt bekommen und das fand ich auch schön aber ich habe nicht geweint oder mich unendlich glücklich gefühlt.
        Ich dachte immer mit mir stimmt etwas nicht und irgendwie habe ich mich auch um "den Moment" betrogen gefühlt.

        "Den Moment" hatte ich ungefähr 3 Wochen später Zuhause mit ihr alleine mitten in der Nacht. Und seitdem gibt es viele "Momente".

        Es gibt keinen Grund sich zu schämen oder schlecht zu fühlen.
        Es sagt nichts über dich als Mama aus.
        Deine Tochter und du ihr werdet noch so viele emotionale Momente erleben.

        Ich habe ungefähr 30 Stunden in den Wehen gelegen und das war gar nicht so rosa und flauschig wie ich mir eine Geburt vorstellte.
        Ich war wirklich ein bisschen "geschockt".

        Es hat 6 Monate gedauert bis ich das einigermaßen verpackt hatte.
        Mir hat geholfen darüber zu reden.
        Ich habe mich mit einer Freundin unterhalten.
        Sie hatte 6 Monate vor mir entbunden.
        Und sie hatte ähnliche Gefühle.
        Und ich sprach die Hebamme darauf an.
        Und ich sprach mit meinem Mann.

        Das würde ich dir auch raten, wenn ich dir was raten darf, sprich darüber.
        Such dir jemanden dem du vertraust.

        Mir hat auch Zeit und Distanz geholfen.
        Ich habe Dinge in einem anderen Licht betrachten können.
        Ich bin gestärkt aus dem "Schock" rausgekommen.
        Und auch ein bisschen stolz was mein Körper und ich so alles schaffen können.

        Die Leute sagen immer ist doch nur eine Geburt, Millionen Frauen auf der ganzen Welt machen das jeden Tag.
        Ja das stimmt und wahrscheinlich würden wir Millionen verschiedene Meinungen zur Geburtserfahrung hören.
        Deine und meine gehören genauso dazu.

        Es ist kein Wettbewerb.
        Wer hatte keine PDA oder Schmerzmittel?
        Wer hatte eine spontane Geburt oder einen Kaiserschnitt?
        Wer hat sich am meisten gefreut?
        Wer hat am schönsten geweint?

        Es gibt für alle am Schluss den gleichen "Preis"
        Ein Baby.

        Mein Mann und ich wir haben das große Glück eine gesunde, lebende Tochter hier zu haben.

        Gib dir etwas Zeit.
        Sei nicht so streng mit dir.
        Rede darüber.
        Ich wünsche dir alles Liebe und genieße die Zeit mit deiner Tochter ❤️

        (8) 12.08.19 - 15:31

        Hey,
        Du musst kein schlechtes Gewissen haben oder dich schlecht fühlen, Schwangerschaft, Geburt und alles drum herum ist gesellschaftlich total verklärt, aber die Realität entspricht dem in den meisten Fällen nicht (kann sie kaum) und das ist vollkommen in Ordnung!

        Ich hatte eine sehr schöne, sehr schnelle Geburt und trotzdem habe ich keine Freudentränen geweint. Ich war froh und erleichtert, dass mein Sohn und ich alles gut überstanden haben und ich war glücklich ihn im Arm zu halten, aber ich war weit entfernt vom Weinen und bin auch nicht übergelaufen vor Glück, die Geburt ging so schnell, dass ich emotional kaum Zeit hatte zu realisieren dass ich gerade Mama werde. Vergessen habe ich die Schmerzen auch nicht, aber das finde ich weder schlimm noch habe ich es erwartet. Der frisch gebackene Papa hat ein paar Tränchen vergossen und ich habe nur still gelächelt während wir dieses kleine Bündel Mensch in meinen Armen bestaunt und realisiert haben dass wir jetzt Eltern sind. Wir neigen beide im Alltag nicht zu Gefühlsausbrüchen, es ist einfach nicht unsere Natur, deshalb hat es mich nicht überrascht, dass es nach der Geburt ähnlich war.

        (9) 12.08.19 - 16:23

        Also ich hab auch nicht geweint, warum auch? Bin da wohl auch nicht so emotional 😂 ich bin auch nicht traurig darüber dass ich bald kein Baby mehr hab 🤷‍♀️

        Nur der Schmerz, der war tatsächlich schnell vergessen, aber ich hatte 2 kurze Geburten und vom Schmerz waren beide auszuhalten.

        (10) 12.08.19 - 16:49

        Ich hatte auch eine Einleitung und fast 24 h bis sie da war. Die Wehen waren so „gruselig schmerzhaft „ dass ich um eine PDA gebeten habe. Nachdem dann die Saugglocke zum Einsatz kam und ich kurz vorm Notkaiserschnitt war, war das Gefühl vor allem Erleichterung. Das sie gesund ist und alles passt. Und als sie dann auf mir lag war es einfach nur staunen, dass meine Tochter hier liegt - neben mir. Hab auch nicht geweint.

        (11) 12.08.19 - 18:32

        Ich hatte zwei wunderbare, selbstbestimmte Hausgeburten. Eine davon recht schmerzarm.

        Geheult habe ich danach nicht. Warum auch? Es war perfekt. Ich fand meine Babys süß und habe sie willkommen geheißen.
        Wahnsinnig emotional war das nicht. Dafür bin ich nicht der Typ.

        Ich hatte aber auch keine Heultage, es war einfach schön, wie es war. Kuschelig, aber ohne Feuerwerk.

        Mach dir keine Sorgen deswegen.

        (12) 12.08.19 - 19:48

        Hallo liebes ,

        Also ich muss sagen ich habe auch nicht geweint (natürlich total gefreut ) aber in den Moment als mein Baby mir auf die Brust gelegt wurde , war ich einfach nur erleichtert und kaputt bin der Geburt . Ich glaube da brauchst du dir keine Gedanken machen. Solange du dein Baby liebst , ist doch alles gut 😍😍

        (13) 12.08.19 - 20:22

        Also mir ging es genauso. Ich war nach über 36 std wehen nach Einleitung und dramatischer Geburt mit Schulter-dystokie sooooo fertig, dass ich allen Ernstes gesagt habe, sie sollen den Kleinen meinem Mann geben. Ich wollte einfach nur Ruhe und die Augen zu machen. Ich konnte nicht mehr. Hab ihn trotzdem bekommen und war fast erleichtert, dass er danach direkt zum Kinderarzt musste zur Schulterkontrolle. Ich hab mich auch dafür geschämt. Aber in dem ersten Moment konnte ich nicht mehr. Als er zurück kam, ging es schon wieder besser. Ich behaupte unserer Bindung hat es nicht geschadet und ihm auch nicht. ;-)

        (14) 12.08.19 - 21:29

        Hallo,

        Das ging mir genauso!
        Ich hatte eine furchtbare erste Geburt.... und war völlig überfordert mit der Situation....

        Wir hatten auch ein ganz schlechtes erstes Jahr!!!

        Heute ist mein großer fast 7 Jahre, sehr sensibel aber wir haben ein sehr gutes Verhältnis!

        Wann war die Geburt?

        Lg und alles gute!

        (15) 12.08.19 - 22:30

        Hallo :)
        Ich war auch nicht weinerlich als sie mir mein Baby gegeben haben und doch eher mit den Gedanken bei mir. Ich wusste irgendwie, dass es dem Baby gut geht und meine erste Frage war „Bin ich gerissen? Ist alles ganz?“. Die Ärztin meinte, dass ich mir keine Gedanken machen muss und mich auf mein Baby einstellen soll. Ich war froh, dass alles gut gegangen ist, aber emotional nicht so, dass ich es kaum fassen konnte und deswegen in Tränen ausgebrochen bin.
        Also soweit ich mich erinnern kann.

        Ich habe mich nach der Geburt auch direkt einfach nur platt gefühlt. Und seltsam. Es war so komisch, dass dieses kleine Wesen, was da jetzt auf mir drauf lag, vorher in meinem Bauch war und jetzt zu mir gehörte. Eigentlich war ich einfach nur froh, dass die Geburt vorbei war, auch wenn ich unter der PDA sowieso kaum noch was gemerkt habe. 😅
        Dafür hat der Papa geheult, als die Kleine auf der Welt war. 😏

        (17) 13.08.19 - 17:15

        Habe zu dem Thema erst einen interessanten Beitrag gelesen...

        https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article134990299/So-kann-ein-Geburtstrauma-ueberwunden-werden.html

        Kurzgesagt ist es eigentlich nur natürlich. Du bist in einer Situation, die für dich einfach nur beängstigend ist und dein Körper schaltet um auf Instinkt. Du willst flüchten, kannst aber nicht. Das führt dann zu emotionaler Taubheit. Ich war einfach nur froh, dass es vorbei war und mein Sohn gesund. Der Rest war auch einfach zu surreal.

        Ich hatte ebenfalls keine schöne Geburt und auch fast 4 Monate danach habe ich an manchen Tagen immer noch Phantomschmerzen. Das heißt ich habe zum Beispiel einen ganzen Tag das Gefühl von Wehen in meinem Kopf. Außerdem durchlebe ich die Geburt ab und an komplett in meinem Kopf.

        Ich spreche so viel wie möglich von meinem Erlebnis und wie es sich angefühlt hat, auch weil ich das Tabu brechen möchte, damit sich andere Frauen nicht auch obendrein noch schlecht fühlen, wie du und ich, weil wir nicht emotional genug waren.

        Übrigens: direkt nach der Entbindung lief im Radio "Hit me Baby one more time"... das fand ich selbst in dieser Situation irgendwie unfassbar komisch 😂

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