Gedeihstörung

    • (1) 12.08.19 - 15:06

      Alles was ich im Französisch Unterricht gelernt habe ist falsch. Die Hölle sind nicht die anderen, die Hölle ist das Wartezimmer des Kinderarztes, und besagter Arzt ist der leibhaftige höchstpersönlich.

      Meine Tochter führt augenscheinlich eine ordentliche Gedeihstörung spazieren, sie hat in den letzten 4 Wochen nämlich nur 300g zugenommen. Dass sie sonst quitschfidel ist (mit Ausnahme einer Werwolf Stunde Abends), brav Pipi macht, kackt wie ein Elefant, gut schläft, aufmerksam durch die Welt fährt/getragen wird: alles egal.

      Nachkontrolle fürs Zungenbändchen, Herzultraschall, Ernährungsprotokoll, mit stillen alle 2h und ganz wichtig Fr.E.: zufüttern, zufüttern, zufüttern.

      Sagt Mal bin ich eigentlich behindert? Ich war eigentlich der Meinung dass kein Kind an einer vollen Brust verhungern muss, und wenn sie arg hungrig wäre, würde sie mir doch nicht 8h durchschlafen?

      Ich habe auch so ein Kandidat zu Hause . Meine Maus hat in 8 Wochen 800g zugenommen.
      Allerdings trinkt sie wirklich wenig...von 400ml bis 640ml pro Tag ist alles dabei (Flaschenkind).
      Ihr geht es auch gut,die Windeln sind regelmäßig voll etc.
      Aber ich lasse mich da nicht beirren. Wenn sie satt ist, ist sie satt...was und wie soll man denn da noch was reinkriegen?

      • Eben, das frag ich mich auch. Ich hab Euter wie ne Kuh, und ich hab auch die Geduld sie so lange dran zu lassen bis sie satt ist - da ist die Brust nicht immer leer. An der Milchzufuhr liegt es also nicht.

        Ich hab von Anfang an gesagt ich schau mir ihren Bedarf an, und Stille entsprechend. Wir haben uns auf 4h eingependelt, weil sie da Hunger bekommt. Seit wir (relativ) fixe Uhrzeiten haben, ist die kleine ausgeglichen, lächelt sich durch die Weltgeschichte und schläft wie gesagt durch. Da wäre ich doch blöd wenn ich mir künstlich mehr Arbeit schaffe, als mein Baby mir machen möchte...

        • Ich denke mir, dass meine kleine sich einfach nicht auf ihrer Perzentilkurve halten konnte (92.) und sind jetzt auf der 42. Runtergerutscht.
          Zur Zeit hält sie sich auf der Kurve super. Von daher mache ich mir jetzt nicht sooo den Kopf und auf ein Rhythmus haben wir uns auch eingependelt. Zur Zeit möchte sie alle 1,5-2h etwas trinken.außer nachts. Da kommt sie nur um 5 Uhr.
          Mehr als anbieten kann man nicht und wenn satt dann satt. Ganz einfach.

    Ich hab gerade echt lachen müssen als ich deine Zeilen gelesen habe. So herzerfrischend direkt. Ich wünschte ich könnte das auch so locker sehen. Meine Kleine ist auch viel zu dünn laut Kinderarzt und wenn sie immer mit besorgtem Blick auf ihre Perzentile gucken - bekomm ich innerlich die Krise.

    Ich persönlich finde 300g für vier Wochen in dem Alter auch viel viel viel zu wenig. Ob das stillen bei euch ausreicht, kann ich nicht beurteilen. Aber ich würde mir an deiner Stelle etwas mehr den Rat des Arztes zu Herzen nehmen. Ich kenne auch zwei Mütter, bei denen die Kinder vom stillen viel zu wenig zugenommen haben und es mit der Flasche nach einiger Zeit tatsächlich deutlich mehr ist. Und nein: ich bin nicht gegen stillen. Sondern stille selbst und füttere nicht zu.

    • Und was soll ich deiner Meinung nach machen? Wenn sie satt ist ist sie satt, da geht halt nix mehr rein. Die male wo ich sie noch zu einer Flasche gezwungen habe, hat sie mir das Zeug ausgekotzt. Das ist ein kleiner Mensch und keine Mastgans...
      Alle reden immer von den Bedürfnissen der Babies, aber keiner hat die Geduld sie in Ruhe nach ihrem eigenen Rhythmus wachsen zu lassen.

      • Ich würde sagen: Hör auf dein Gefühl!
        Zahlen sagen meiner Meinung nach nicht alles aus und wenn du nicht zufüttern möchtest, dann tu das nicht. Solange das Gesamtbild passt und sie fröhlich und neugierig ist, ist doch alles gut!
        Wenn deine Kleine extrem untergewichtig wär, sieht die Sache natürlich anders aus, aber man kann niemanden zum Essen/Trinken zwingen! Das geht nur nach hinten los!

        • (12) 13.08.19 - 00:47

          Ganz deiner Meinung 👍

          An die TE: stille weiter nach Bedarf genau das braucht dein Baby. Wenn sonst alles ok ist, sprich fit, nasse Windeln etc. Gibt es überhaupt keinen Grund zuzufüttern

      Nur deins wächst ja zurzeit nicht ausreichend. Ich verstehe gar nicht, wieso du alles besser weißt und dich so aufregst. Wenn du meinst, zufüttern geht nicht und sie trinkt genug, dann wiege sie doch mal ein paar Tage lang vor und nach dem stillen und notiere alles. Damit kann deine Stillberaterin, die ich übrigens nochmal um Hilfe bitten würde, vielleicht etwas anfangen. Und ja, für das wiegen musst du dir eine Babywaage anschaffen.

Huhu,

wäre abpumpen eine Option?

So hättest du im Blick wieviel sie tatsächlich trinkt.

Krass übrigens wie unterschiedlich das ist.

Bei mir ist es das Gegenteil. Mein Törtchen wird hier gerade in Rekordzeit zur Torte. 5.400 g auf 56 cm. Sie ist nun 5 Wochen und hat 3 cm und 2 kg mehr als bei Entlassung aus dem Krankenhaus.

In. Fünf. Fuc*ing. Wochen. 😱

Mir sagen viele, sie sei zu dick. Ob ich sie vollstopfe. 🤷‍♀️

Da ich vollstille und sie langsam einen schönen Rhythmus entwickelt (nachts 1 x, tagsüber alle 2-4 Stunden), werd ich aber den Teufel tun da reinzupfuschen.

Das wird schon werden. Schließ einfach kategorisch alles aus. Dann hast du alles versucht und kannst ausschließen, dass es an äußeren Einflüssen liegt, dass sie "zu zart" ist.

Lieben Gruß

  • Die Ärztin hat mir vorgerechnet dass sie pro Mahlzeit 80ml braucht. Die krieg ich problemlos aus einer Brust, sie darf sich aber an beiden bedienen.

    Was ich krass finde ist dass ich mir den Mund fusslig geredet habe dass sie ein absoluter Sonnenschein ist (hat auch heute zum ersten Mal gar nicht geweint beim Arzt) sie kann alles was sie können muss und noch mehr. Das zählt aber alles nicht weil der bunte Strich am PC das so sagt.

Meine Maus hat die ersten zwei Wochen nichts, aber auch wirklich garnichts wieder zugenommen, dann mal ne Woche ordentlich und die vierte wieder nicht soviel.
Noch dazu hat sie die Brust verweigert so das ich abgepumpt hab und wirklich sehen konnte wieviel sie trinkt und das war, meiner Meinung nach, viel zu wenig.
Ich bin mit meinen Sorgen zu meiner Hebamme gegangen und die sagte mir genau das was du sagst. Kein Kind verhungert freiwillig, Windeln voll, Kind super drauf, weniger Sorgen machen. Die macht das schon.
Jetzt ist sie 13 Wochen alt, immernoch sehr zierlich aber entwickelt sich weiter super obwohl sie für meinen Geschmack immernoch zu wenig trinkt aber sie hat da wohl ne andere Maßeinheit ;-)

Die Zunahme ist schon gering, da hat der Arzt bestimmt nicht Unrecht. Bei uns hat der Besuch einer Stillberatung sehr geholfen.

Also mir wurde auch heute gesagt dass mein Kleiner zu wenig zugenommen hat, sogar noch weniger als dein Kleines 🙈 nur 270g in einem Monat. Ich mach mir da jetzt schon ziemliche Gedanken drüber, auch weil ich eigentlich garnicht zufüttern möchte. Aber ich denke wenns garnicht anders geht ists wohl das beste. Nur wenn die Nahrung wieder ausgespuckt wird ists wirklich mühsam. Da kann ich verstehn wenn man verzweifelt 🙈

Hallo!

Also, wenn ich meine bescheidene Meinung kundtun darf.
Ich würde es nicht ganz so auf die leichte Schulter nehmen wie du. Es gibt einen Durchschnittswert, das heißt ja auch, dass es Kinder gibt, die unterhalb des Durchschnitts zunehmen und Trotzdem gesund sind.
Das kann bei euch natürlich der Fall sein. Trotzdem finde ich es gut, dass der oder die Kia aufmerksam sind.

"Dicke Euter" so wie du sagst, sagen rein gar nichts über die Menge der gebildeten Milch aus.
Kleine Brüste können manchmal sogar besser produzieren.
Aber das ist nur nebensächlich.

ICH würde dir einen Gang oder einen Anruf bei einer Stillberaterin (am besten IBCLC) empfehlen. Die beschäftigen sich hauptberuflich mit dem Stillen und haben tatsächlich (meist) mehr Fachkenntnisse auf diesem Gebiet als Kinderärzte.
Wenn die sich die Kurve anschauen und sagen, passt, dann passt und du bist auf der sicheren Seite.

Alles Gute!

  • Was ich damit eigentlich meinte war dass ich genug Milch habe. Ich hab ja durchaus abgepumpt, und die Menge ist mehr als ausreichend. Die Brüste fühlen sich nach dem stillen weitaus leerer an, sind aber nicht komplett versiegt. Ich höre erst auf zu stillen wenn sie die Brust mehrmals in Folge wieder ausspuckt und/oder schläft. Sie muss nicht vor Hunger schreien, weil sie sich auf ihre Uhrzeiten eingependelt hat, und ich sie früh genug anlegen kann. Sie ist viel wach und da auch nur selten quengelig, Längenwachstum passt, Fettpolster mehr als genug, nur das Gewicht stimmt nicht.

    Bei einer Stillberatung war ich vor 2 Wochen, die meinte alles super, da hatte das Gewicht aber auch noch nicht stagniert.

    • Dann melde dich doch wieder bei ihr wenn du schonmal Kontakt hattest und hole dir eine zweite Meinung.
      Schaden kann es ja nicht.
      Und ich bin auch kein Fan von direkt zufüttern (wobei es da ja stillfreundliche Mittel gibt).

      Du kennst dein Kind am besten.

      Ich kann nur von meinen beiden reden und sie haben beide in den Alter alle 1,5-2 Std getrunken. Mir kommen 4std da halt lang vor.

      Es mag ja sein das du genug Milch zur Verfügung hast aber vllt ist sie nicht gehaltvoll genug. Wenn es also nicht an der Menge der Milch liegt bekommt dein Kind bestimmt genug Flüssigkeit dadurch aber vllt nicht genug von deinen Kalorien um selbst Gewicht zuzulegen. Ernährst du dich ausgewogen? Trinkst du genug? Vllt könnte es ja daran liegen?!

      Lg

      • (23) 13.08.19 - 08:39

        Dass Milch nicht gehaltvoll genug sein kann ist ein Ammenmärchen Auch die Ernährung der Mutter hat da null Einfluss drauf. Selbst die Milch unterernährter Mütter hat ziemlich genau 71 kcal/100ml.

Hallo,

also meine Meinung als Mama und Ärztin dazu sieht folgendermassen aus:

Einerseits denke ich auch dass kein Kind an der vollen Brust verhungert und solange ein Baby zufrieden wach und fröhlich ist und nicht schlapp und quengelig glaube ich auch dass es satt wird und alles passt.

Andererseits sind die 300g in 4 Wochen schon sehr wenig (meiner jüngster ist 8 Wochen alt und hat in den ersten 4 Wochen jeweils 300g pro Woche zugenommen, auch voll gestillt), deutlich weniger als das "Durchschnittsbaby" zunimmt und da möchte hat dein Kinderarzt auch auf Nummer sicher gehen, nichts zu verpassen...

Verrückt machen lassen würde ich mich an Deiner Stelle erst mal trotzdem nicht, da du ja das Gefühl hast, die Milch reicht und dein Baby wirkt gesund und zufrieden, da hat man als Mama ja schon auch ein Gefühl dafür. Vielleicht ist diese Gewichtsentwicklung für Dein Baby ja einfach normal.
Dennoch könnte es ja sein, dass es irgendeinen anderen Grund hat dass es so wenig zunimmt. Irgendeine Verdauungsstörung oder so, dass es die Nahrung nicht ausreichend verwertet oder so...

An deiner Stelle würde ich einfach mal nen Tag aufschreiben wie oft und lange Dein Baby trinkt und es auch mal 24 h lang vor und nach dem trinken wiegen, dann weisst du ja jeweils wieviel es getrunken hat und gehtst auf nummer sicher, dass die Menge reicht. Ne Babywaag kann man normalerweise für ein paar Euro in den meisten Apotheken ausleihen.
Zufüttern würde ich auch erst mal nicht, warum auch, es scheint ja an der Brust satt zu werden und wird auf Flasche keinen Hunger haben. Und Flasche statt stillen ist ja kontraproduktiv für die Milchproduktion.
Abpumpen.. naja kann man versuche aber sagt meiner Meinung nach nix über die Menge aus, denn das Baby bekommt die Milch viel besser aus der Brust raus wie ne Pumpe.
Ich habe meinen mittleren fast zwei Jahre gestillt, davon bis zum Beikostbeginn natürlich voll. Einmal hab ich auf Anraten der Hebamme auch mal versucht abzupumpnen und es kam:annähernd NIX. Mein Baby wurde aber trotzdem immer satt....

Liebe Grüße

Roswitha

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