Ich fühle mich wie eine Rabenmutti und brauche Hilfe

So dramatisch wie die Überschrift vermuten lässt ist es zwar nicht, aber ich fühle mich wie eine Rabenmutter. Da ich keine Erfahrungen mit Babies und gleichzeitig Angst vor einer Stigmatisierung habe, bleibt mir nur übrig mich anonym bei euch zu erkundigen. Ich bitte euch eure Antworten nett zu formulieren. Ich weiß, dass ich im Sozialen Schwierigkeiten habe. Gerade deswegen setze ich mich selbst unter Druck alles richtig zu machen.

Vor einem Monat habe ich meine Tochter geboren. Ich hatte mehrere Fehlgeburten und mit meinem Kinderwunsch eigentlich schon abgeschlossen. Daher hat mich die Schwangerschaft überrascht. Ich habe alle Pflichtuntersuchungen und mehrere freiwillige Untersuchungen während der Schwangerschaft vorgenommen. Ich hatte in der Schwangerschaft Probleme mich darauf einzulassen ein Baby zu bekommen, da ich die Sorge hatte am Ende erneut eine Fehlgeburt zu erleiden. Meine Sorge um das Kind war wohl eher distanziert und sachlich - was nicht bedeutet, dass ich nicht aus Angst vor etwas schlechtem geweint habe.

Nun ist das Kind da. Zuerst war die große Liebe da: Alle Zehen wurden gezählt und ich bin in ihrem Geruch versunken. Dann kam für mich der Stress, denn das Stillen klappte nicht. Und seitdem habe ich das Gefühl alles falsch zu machen und nicht genug zu sein.

Für mein Empfinden ist sie sehr autark. Sie schläft meistens alleine und sie schläft auch alleine ein. Wir können sie hinlegen und manchmal guckt sie noch die Gitterstäbe an und schläft ruhig ein. Dasselbe ist, wenn sie aufwacht: Sie bleibt ruhig und man bekommt oft gar nicht mit, dass sie wach ist. Meinem Gefühl widerstrebt es hier das Baby aufzuheben, denn scheinbar kuckt es einfach interessiert und IST gerade einfach. Wenn es schreit wird es natürlich sofort aufgehoben und wenn es etwas grummelt (Blähungen...), dann wird es auch meistens aufgehoben oder anderweitig besänftigt, allerdings auch mal, wenn es gar nicht zur Ruhe kommt und auch nach Stunden noch niggelig ist (aber nicht schreit!), liegen gelassen und vor sich hinknötern. Im Allgemeinen ist sie aber ein sehr zufriedenes und eigentlich auch leicht zu handelndes Baby. Sie hat etwa alle 3 Tage so stark Blähungen und schreit sich weg, sodass wir sie in der Wohnung nicht beruhigt bekommen. Dann hilft aber ein Bad oder ein Ausflug im Kinderwagen, da dies sie ablenkt.

Machen wir irgendetwas grundlegendes falsch? Sie schreit nicht übermäßig viel, sucht aber auch nicht 24 Stunden am Tag die körperliche Nähe. Sie schläft über Stunden sehr zufrieden mit mir im Ehebett und hat dabei aber nur minimalen Körperkontakt (Arm ums Köpfchen gelegt oder die Hand auf den Bauch), oft auch gar keinen. Sie scheint damit für mich und meinen Mann zufrieden zu sein. Wenn sie herumgetragen werden will, was oft genug vorkommt, schreit sie und beruhigt sich, sobald sie auf dem Arm ist. Die meiste Zeit will sie das aber auch gar nicht. Nun steht in sämtlichen Ratgebern, dass Babies so viel Körperkontakt und Zuwendung haben müssen, wie man geben kann. Uns scheint es so, als wäre sie hier mit sehr viel weniger sehr zufrieden und das hinterlässt bei mir das Gefühl ihr nicht genug zu geben. Um auf die empfohlenen täglichen 3 Stunden Tragezeit zu kommen, wollten wir sie im Tuch tragen. Nun ja, sie findet es doof, sowohl ins Tuch, als auch in die Tragehilfe gesteckt zu werden. Bei meinem Mann und auch bei mir. Trotz Trageberatung.

Meinem Bauchgefühl folgend würde ich sagen, dass wir alles richtig machen. Allerdings weiß ich, dass wir noch mehr machen könnten. Und das verschafft mir ein schlechtes Gewissen. Gleichzeitig fühle ich mich aber auch angreifbar. Bei einem Besuch beim Kinderarzt (Vertretung) hat sie beim Betreten der Praxis geschrien, weil sie Hunger hatte. Sie hat sich angehört, als würde sie gleich sterben. Sobald ich sie abstellen konnte, habe ich sie gefüttert und sie hat sich auch sofort beruhigt und die Welt war in bester Ordnung. Trotzdem hat der Kinderarzt wenig subtil gefragt, ob ich überfordert wäre und ob es einen Partner zur Entlastung gäbe. Geglaubt, dass sie nicht den ganzen Tag so schreit und auch, dass sie entspannt war, sobald sie die Flasche hatte, hat er irgendwie nicht. Und schon habe ich wieder die Befürchtung, etwas falsch gemacht zu haben.

Ich habe eine Hebamme, die mir bei dem Thema wohl weiterhelfen können sollte, aber ich fühle mich absolut nicht dazu in der Lage mit ihr über das für mich doch recht emotionale Thema zu reden. Zum einen weil das Baby immer vorbildlich gute Laune hat, wenn sie da ist und dementsprechend kein Bedarf besteht. Knöterig (wie oben beschrieben) gibt es nicht, wenn sie da ist, sodass ich mir mit meiner Frage echt doof vorkomme. Ansonsten höre ich aus ihren Antworten häufig heraus, dass ich mich nicht anstellen soll und dass das (haha, was denn?) nun meine Aufgabe wäre und deswegen auch auf Sachen, die ich zu meiner Entlastung früher getan habe (Sport), noch verzichten müsste. Wir sind eher nicht auf einer Wellenlänge, auch weil sie mich als Mutter als primäre Bezugsperson sieht - und ich mich frage, wieso das nicht der Vater sein kann.

Ich habe auch schon überlegt, ob ich eine Wochenbettdepression habe. Aber außer, dass ich heulen könnte, wenn ich daran denke, dass dem Baby was passieren könnte, ist da gar nichts, was auf mich zutrifft. Mit meinem Mann habe ich darüber auch schon gesprochen. Er sieht da auch keinen Verdacht.

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Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner kleinen Tochter 😊 Dein ganzer Text liest sich extrem verkopft und analytisch. Versuche mal, Dich bewusst auf die Ebene der Emotion und Intuition zu begeben bei allem, was Deine Kleine betrifft.
Ich schätze, das fällt Dir generell schwer, aber ist nicht unmöglich.

Solche Ideen wie „drei Stunden Tragezeit am Tag“ würde ich ganz schnell vergessen. Jedes Baby ist anders! Unsere Maus wollte die ersten Monate am liebsten nur herumliegen und beobachten, sie war auch so autark, dass ich mich öfter mal gewundert habe.
Auf dem Arm sein? Fehlanzeige, sie hatte kein Interesse und hat sogar öfter gegreint, bis wir sie wieder auf ihr Deckchen oder in ihr Bett gelegt haben. Oft ist sie einfach so eingeschlafen, wo sie gerade lag.
Geschlafen hat sie die ersten sechs Monate super und ohne Probleme, danach wurde es etwas unruhiger, aber immer noch sehr angenehm im Vergleich zu dem, was andere Mütter mir von ihren schlaflosen Nächten erzählt haben.

Lass Dich nicht von dem Kinderarzt ärgern. Vielleicht wirkst Du etwas verkrampft, weil Du alles richtig machen willst? Ich finde, Dein Text liest sich so, als macht Ihr eh alles genauso, wie es für Eure Kleine sein sollte 😊
Nicht jedes Baby klebt 24 Stunden am Körper der Eltern. Genießt die ruhigen Stunden, in spätestens 1.5 Jahren sind die größtenteils vorbei, wenn Madame auf zwei Beinen die Welt erkundet 😉

Unsere Maus wird jetzt ein Jahr und ist immer noch mit sich selbst zufrieden und kann sich wirklich lange alleine beschäftigen. Sie ist aber kuscheliger geworden und fordert auch ihre Runden Körperkontakt ein. Ich empfinde es als sehr positiv, dass sie so einfach und zufrieden ist. Kenne ganz andere Babies von Freunden, das wird schnell zur Nervenprobe.

Bin gespannt, ob unsere so entspannt bleibt oder ob sich das ändert 😉

Alles Gute Dir und mach Dir nicht so viele Sorgen, genieße Euren ruhigen Wonneproppen!

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Danke für deine Rückmeldung! Ja, ich bin sehr verkopft, weil ich mich oft auf mein Gespür nicht verlassen kann. Daher habe ich Angst, dass ich auch bei meinem Kind Zeichen falsch deute. :-[

Der Vertretungsarzt war insgesamt seltsam. Er hat z.B. aufgeschrieben, dass kein Fieber vorlag, hat es aber nicht gemessen, sondern sich auf meine Aussage verlassen. Beim Umgang hat es so gewirkt, als hätte er noch nie ein Baby in der Hand gehabt. Aber wurmen tut es mich dennoch. :-)

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Hey, also wenn ich mir deinen Text durchlese muss ich sagen, ihr macht dass beide prima! Ihr geht auf eure Tochter ein und macht in dem Moment das was sie benötigt! Jedenfalls lese ich das aus deinem Text. Du brauchst überhaupt kein schlechtes Gewissen haben, sie zu ewig zu tragen oder zu wenig Nähe zu geben. Jedes Baby ist anders. Unsere Tochter (jetzt 7 Jahre) war noch extremer als deine Tochter, sie durfte man kaum rumtragen, wollte aber trotzdem dauerhaft beschäftigt werden, schwierig 😄 aber so wenig Körperkontakt wie möglich. Ist heute noch so. Sie ist aber ein total normales, super liebes Mädchen und hängt total an uns, nur mag sie k3in kuscheln. Unser Sohn (20 Wochen) benötigt viel Körperkontakt, kann aber auch einfach mal ne halbe Stunde rumliegen und sich beschäftigen.

Ich denke du musst einfach sicherer werden im Umgang mit eurer Tochter und erst noch ankommen und darfst dir nicht zuviel zu Herzen nehmen. Aber ich würde sagen ihr macht instinktiv alles richtig. Ah, ich konnte bei beiden Kinder nicht lange stillen. Bei meinem Sohn jetzt 2 Monate und bei meiner Tochter gar nicht. Ja, ich kenne das Gefühl nicht genug zu sein. Aber die Kinder werden auch mit Flasche groß und deine Tochter wird dich lieben, auch ohne Brust.

Ich wünsche euch alles gute!

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Danke für deine Rückmeldung! Ich bin sehr verkopft, weil ich mich oft auf mein Gespür nicht verlassen kann. Daher habe ich Angst, dass ich auch bei meinem Kind Zeichen falsch deute. :-[ Insgesamt war für mich die Geburt komisch. Es war so, als wäre mein Kind per Post gekommen. Nach der Geburt habe ich sie auf den Arm gelegt bekommen und die Hebamme ist abgerauscht und hat uns 6 Stunden alleine gelassen. Dabei hatte ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie ein Baby auf dem Arm.

Mit dem Nicht-Stillen wäre ich mehr im Reinen, wenn nicht jeder davon ausgehen würde, dass ich stillen würde. Aber mit der Flasche wird sie wenigstens satt. :-D

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Danke für deine Antwort. Wie hast du entbunden, natürlich oder mit Kaiserschnitt? 6 Stunden einfach alleine gelassen, lasst du da noch im Kreissaal? Wir wenigstens dein Mann bei dir? Das finde ich wirklich heftig.

Auch wenn du ein Kopfmensch bist, finde ich das du instinktiv richtig handelst, jedenfalls wie du es beschreibst.

Ja, zuerst wird gratuliert und danach wird gefragt, stillst du. Ich habe noch nie verstanden warum das so wichtig ist zu wissen. Ist doch egal, Hauptsache dass Kind ist zufrieden und satt.

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Hallo!

Du bist noch im Wochenbett! Da kommt einfach viel zusammen. Deine hormone spielen noch verrückt. Alles ist neu und anders und die Welt ist eine ganz andere als noch vor einem Monat! Jede Mama die da anfangs alles gut im Griff hatte, die lügt, hat es vergessen oder ist wirklich so entspannt (selten wurde ich sagen, aber eine Freundin von mir war wirklich so).

Bei meiner großen war ich fix und fertig und gestresst die erste Zeit! Ich wusste nicht mal wie ich in Ruhe essen soll, weil ich ständig gestillt oder gepumpt habe. Nach einem Monat hat sich das ein wenig eingespielt und ich konnte sie auch ablegen. Dann schlief sie eine Zeit lang untertags auch einfach in ihrem bettchen ein und war auch glücklich, wenn sie mal wo lag und einfach in der Gegend rumgeschaut hat. Ab etwa 2 oder 3 Monaten konnte sie untertags dann nur noch auf mir schlafen. Wenn sie wach war lag sie aber auch zufrieden alleine. Sie konnte sich schon früh selbst beschäftigen und ist jetzt mit 3 Jahren auch sehr selbstständig. Das ist auch viel typsache aber teilweise auch Phasen und ändert sich laufend. Was für ein Baby passt ist für das andere schrecklich. Wenn deine kleine zufrieden wo liegt, lass sie ruhig. Sie meldet sich schon, wenn sie nicht mehr zufrieden ist. Wichtig ist, dass du auf ihre Bedürfnisse eingehst und nicht Dinge machst, weil man das halt so macht.

Wenn sie mit bauchweh zu kämpfen hat könnt ihr mal beinchenkreisen oder radeln probieren. Das hat bei uns immer gut geholfen. Oder auch der fliegergriff, wobei ich hier mal gelesen hab, dass der heute nicht mehr geraten wird. Bei meinen beiden hat er geholfen und sie waren damit zufrieden.

Der Kinderarzt hat es vermutlich nicht so gemeint, sondern hatte ja nur die Momentaufnahme. Nimm dir das nicht zu Herzen.
Und wenn du mit deiner Hebamme nicht gut klar kommst, dann ist sie vermutlich nicht der richtige Ansprechpartner.

Was mir immer sehr geholfen hat waren andere mamas die auch gerade in der gleichen babyphase waren. Vielleicht findest du hier ja frische mamas mit denen du dich austauschen kannst oder eine Krabbelgruppe.

Es wird alles gut! Du kommst da schon rein. Solltest du aber das Gefühl haben, dich unter eine Wochenbett Depression zu leiden scheu nicht davor dir Hilfe zu holen!
Alles Gute und liebe Grüße

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Mich hat der Klnderarzt bei der U3 auch gefragt, ob ich Unterstützung hätte und gesagt er läge mir sehr ans Herz mich auch mal um mich zu kümmern.

Ich war völlig perplex weil ich dachte wie kommt er denn darauf, dass ich vielleicht überfordert oder gestresst bin, da ich von allen immer höre ich würde so einen ausgeglichenen Eindruck machen und mein Kind würde so gechillt und zufrieden wirken. (Mag sein. Ich kann auch wirklich nicht meckern. Wir haben finanziell, räumlich und familiär gute Bedingungen). Ich glaube es gehört einfach dazu. Im Krankenhaus bei der äusseren Wendung vor der Geburt wurde mir auch so ein Bogen gegeben wo abgefragt wurde ob ich vielleicht in einer schwierigen Situation bin. Ich denke, dass muss wirklich nicht auf dich bezogen sein, sondern dass wir standartmässig gesagt, weil es dazu gehört und so die rausgefunden werden sollen die vielleicht wirklich da Probleme haben.

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Ich muss sagen, dass ich, außer der Angst nicht gut genug zu sein, gar nicht gestresst bin, eben auch weil mein Mann sich sehr viel kümmert. Wir sind beide sehr verwundert wie viel Zeit wir haben. Jeder von uns kann sich, wenn er es möchte, locker paar Stunden an 2-3 Tagen in der Woche abmelden ohne den anderen in Stress zu bringen und genügend Schlaf bekommen wir auch beide. Der Optimist würde sagen, dass wir das bestimmt gut im Griff haben. Ich denke sofort, dass das nicht sein kann und wir irgendwie zu wenig investieren. Aber letztendlich schläft sie meistens und wenn sie aufwacht reicht es aus kurz die Flasche zu geben und sie schläft weiter. Nachts wacht sie zwischen 10 und 7 Uhr zweimal auf, bekommt im Halbschlaf die Flasche und schläft weiter. So unkompliziert steht das nirgends. Im Endeffekt gibt es Tage an denen wir 14 Stunden oder mehr schlafen. #schein
Mich macht es aber auch stutzig, dass ich sie nachts gar nicht höre (außer ich schlafe mit ihr im Wohnzimmer) und mir das Schreien nicht weh tut. Hatte gedacht, dass einen das Schreien innerlich zerreißen muss. Aber es tut mir maximal im Ohr weh und ich mache mir etwas Sorgen, dass sie das Luftholen vergisst. Meinen Mann hat es anfangs wirklich mitgenommen, wenn sie geschrien hat.

Das Bauchweh hat sich gerade wohl eingependelt, seitdem wir andere Sauger verwendet haben, der Bauch mit Kümmelsalbe eingecremt wird und ich keinen Bockshornklee mehr nehme (pumpe ab und ergänze mit Pre). Seitdem strampelt sie mit den Beinchen und knattert von alleine vor sich hin. :-)

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Erstmal herzlichen Glückwunsch zum kleinen Wunder 🥰

Unser Mopsi war zwar nicht ganz so einfach am Anfang, aber auch sehr autark und hat sich mit lautstark und mit Händen und Füßen gegen jegliche Trage- und Kuschelversuche gewehrt. Mir tat das in der Seele weh, hatte ich doch hier vor Geburt viel gelesen und mich darauf eingestellt, dass Kinder nunmal viel Nähe suchen, die erste Zeit gerne nur auf Mama verbringen, sich nicht ablegen lassen und den ganzen Tag getragen werden wollen. Bei Mospi? Pustekuchen. Ich fühlte mich von ihr massiv abgelehnt, ungewollt, als Mama total überflussig. Ich habe mich nutzlos gefühlt und habe häufig überlegt, wozu ich eigentlich noch da bin.
Mit meiner Hebamme konnte ich darüber ebenfalls nicht richtig reden bzw sie hat mich nicht ernst genommen, wenn sie da war, war die kleine auch immer das Vorzeigebaby. Dass das eine Wochenbettdepression ist, wurde leider erst festgestellt, als die kleine bereits 6 Monate alt war.

Solange du damit leben kannst und keine negativen Gefühle gegenüber dir, deinem Kind oder allgemein der Situation hast, sondern einfach akzeptieren kannst, dass Kinder nunmal unterschiedlich sind, sich nicht an Normen und Regeln halten (denen hat ja schließlich keiner das Handbuch vorgelesen) und manchmal einfach mit wenig zufrieden sind, denke ich dass du dir um eine Wochenbettdepression keine Sorgen machen musst.

Ich vermisse heute noch, dass die kleine mal schmusig ist, und beneide Muttis wo es mit dem Stillen klappt (ging bei uns leider auch trotz vieler Versuche nicht :() und deren Kinder einfach "anhänglicher" sind. Aber so ganz langsam wird Mopsi auch etwas schmusiger. Unsere Zeit wird kommen. Und dass die kleinen manchmal halt auch nicht so an Mama kleben bringt auch Vorteile.
Unsere Maus hat z.B. neben Papa und Mama auch Oma und Opa als sehr enge Bezugspersonen, weil sie nie Probleme damit hatte, dass Mama oder Papa mal nicht da waren. Es muss nicht ausschließlich die Mama füttern und auch Oma oder Papa können sie problemlos ins Bett bringen. Inzwischen bin ich froh über jede halbe Stunde, die sie sich total begeistert mit einem Schlüsselbund beschäftigt, während ich in Ruhe Kaffee trinken, Nähen oder das Abendessen zubereiten kann ;) bei der Hitze bin ich auch sehr froh, dass sie eben nicht ständig getragen werden oder auf mir schlafen will...

Genieße die positiven Dinge und freu dich darauf, dass es auch für euch sicher noch schmusiger Zeiten geben wird :)

LG

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Danke für deine Antwort! Abgelehnt fühle ich mich gar nicht. Dafür reicht es aber schon aus zu sehen, wie rund die Augen sind, wenn sie mich ansieht - oder zu merken, dass es sie beruhigt, wenn sie mit uns Finger hält. Sie schläft auch schon einmal zwei Stunden auf dem Arm und knötert herum, wenn ich sie ablege, weil mir alles eingeschlafen ist. Es ist, und daher wohl auch der Gedanke eine Rabenmutter zu sein, ganz praktisch, dass sie nicht die ganze Zeit auf dem Arm sein will. So habe ich bzw. wir einfach auch massig Zeit, um unseren Interessen nachzugehen. Dabei komme ich mir aber sehr egoistisch vor. Dabei will sie das ja nicht anders bzw. können uns die Kuschel- und Tragezeit auch sehr gut zu zweit aufteilen (mein Mann trägt deutlich mehr als ich, weil ich zuerst mit der Stabilität im Körper Probleme hatte und nun mein Kreislauf nicht da ist - außerdem ist er viel geduldiger #schein).

Wie wurde bei dir denn die Wochenbettdepression festgestellt?

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Das klingt doch eigentlich toll und entspannt bei dir und euch :)
Klar man bekommt von außen immer eingetrichtert, dass man sich total aufopfern muss und keine freie Minute mehr für sich selbst hat, aber manche Kinder sind halt einfach gechillter als andere :) ich musste auch erst lernen, mir ganz bewusst dann auch die Zeit für mich zu nehmen und dabei nicht noch ein schlechtes Gewissen zu haben nicht da zu sein - obwohl ich ja eigentlich dachte ihr ist eh egal ob ich da bin oder nicht..

Bei mir lief es denkbar ungünstig, weder Hebamme noch Frauenarzt noch Freunde haben auf meine Schilderungen reagiert, obwohl sich Freunde sogar soetwas gedacht haben. Letztendlich hat mein Mann die Reißleine gezogen weil er immer mit nem schlechten Gefühl zur Arbeit gefahren ist und ich abends wenn er kam nervlich total am Ende und meist nur am heulen und/oder total aggressiv war. Ich war einfach nur noch gefrustet, weil egal was ich machte nicht geholfen hat, sie mich nur angebrüllt und "abgelehnt" hat und ich einfach keinen Draht zu ihr bekommen habe. Bei jedem anderen war sie aber gut drauf, egal ob Oma oder Postbote. Mein Mann hat dann einen Termin bei einer Hilfestelle gemacht, und die Dame hatte ihm nach seiner Schilderung am Telefon schon mehr oder weniger die Diagnose gegeben.
Seitdem bin ich in Behandlung, habe einige Monate Johanneskraut genommen, mehrere Gespräche mit Psychiaterin und Bezugspflege gehabt und es ist zum Glück deutlich besser geworden. Inzwischen bin ich wohl auf dem Level einer "normalen Mutter, zwar immer mal genervt und brauch ne Pause, aber das brauchen denke ich alle hin und wieder mal ;)

Bei vielen anderen Themen ist es genauso, aber gerade beim Kinder kriegen und aufziehen finde ich es am krassesten: es wird von einem unheimlich viel erwartet, jeder weiss alles besser und man wird seeeeeehr verunsichert. Man hat eine gewisse Vorstellung, wie es vielleicht wird, wie man als Mama sein möchte -und dann kommt es doch ganz anders.
Da muss man erstmal sortieren, was eigentlich für einen selbst und das eigene Kind passt -oder eben nicht. Und sich dann nicht reinreden lassen. Dieses sortieren fand ich während der ersten Zeit im Wochenbett ganz schwierig, zumal meine Hebamme da seeeeeehr veraltete Ansichten hatte, die ich absolut nicht akzeptieren wollte (Kind muss zum schlafen abgelegt werden, sonst wird es verzogen, kein unnötiges kuscheln/tragen, auch mal schreien lassen.....). Wenn man von den Seiten, die es eigentlich richtig wissen müssten, so verunsichert wird, oder bei Fragen nicht ernstgenommen wird, ist das echt schwierig. Fand ich persönlich zumindest.

Vertraue auf deine Instinkte, beobachte dein Kind, sortiere gut was du von außen hörst/liest. Und hab kein schlechtes Gewissen, weil du (im Moment) deinen Kaffee warm trinken kannst ;)
Jede Mama macht es auf Ihre Weise gut :)

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Dein Text liest sich sehr verkrampft. Du musst dringend lernen dir und deinen Fähigkeiten zu vertrauen. Wieso zweifelst du an deinem Bauchgefühl? Du bist Mutter und ja, du hast die nächsten 18 Jahre eine Aufgabe. Auf dem Weg wirst du immer mal zweifeln, aber letzten Endes musst du nach deinem besten Gewissen handeln. Hör auf dein Baby mit anderen zu vergleichen. Menschen sind verschieden. Wenn dein Baby keinen Bock auf die Trage hat ist das doch völlig ok. Ich hatte mein Kind nie in der Trage oder im Tuch. Auch er war ein einfaches Baby, das nicht übermäßig viel Zuwendung brauchte. Du wirst sehen, dass du mit den Jahren sicherer und selbstbewusster wirst. Dumme Kommentare wie vom Kinderarzt kann es immer mal geben. Warte mal aufs Thema Beikost ;-) Es gibt immer Leute die glauben es besser zu wissen. Da musst du drüber stehen.

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Oh ja Beikost ist ein gutes Beispiel 🙆🏽‍♀️🙄😂

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Ja, du hast recht, dass ich wenig intuitiv handel. ;-) Ich habe mit sozialer Interaktion tatsächlich Probleme und trete dadurch einigen Menschen unabsichtlich auf die Füße. Erwachsene können mir das sagen, sodass die Situation aufgelöst werden kann. Ein Baby kann es aber gar nicht kommunizieren, dass ich ggf. an seinen Bedürfnissen vorbei handel und das verunsichert mich und ich male mir Horrorszenarien aus, was alles bei einem Kind falsch laufen kann, wenn es mit mir zusammen leben muss und mich auch noch mag, einfach weil ich eine von zwei Bezugspersonen bin. Mich beruhigt eigentlich nur, dass es einen Papa gibt, der halbwegs normal ist - zumindest verglichen mit mir.

Ich komme mir vor, als hätten wir die klassischen Rollen vertauscht. Während er vor Verzückung in Babysprache verfällt, bin ich eher der klassische Organisierer geworden. :-)

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Oh Gott, ich habe mich anfangs auch viel verunsichern lassen und um ehrlich zu sein war dieses Forum hier gar nicht so unschuldig daran. Alle haben mir rein geredet... so muss ich’s machen.... man soll das so machen... Babys brauchen dies und jenes... dann hatten wir auch noch ein Frühchen und das musste ja umso mehr in Watte gepackt werden.
Dann war mein Partner da, der mich gefragt hat ob ich eigentlich noch ganz knusper bin und warum ich mich jetzt plötzlich so verhalte...
irgendwann habe ich heulend auf der Couch gesessen weil ich mich für völlig unzureichend gehalten habe sowohl als Mutter - als auch als Partnerin.
Und dann hat meine beste Freundin (selbst Mama) gesagt, dass ich eine Mama bin und das NUR die MAMA UND DER PAPA wissen das das eigene Baby braucht. Und ich soll doch bitte jetzt mal meinen Kopf ausschalten und auf mein Mamaherz hören. Ganz egal was die Ratgeber und vorallem die andern Menschen sagen.

Und was soll ich sagen: es war anfangs schwer und ich musste mich immer wieder selbst daran erinnern - aber seitdem bin ich eine selbstbewusste Mama mit einer glücklichen Tochter.
Und manchmal habe ich Tage, da komme ich an meine Grenzen oder muss mich mal beschwert.. und auch das ist okay!!

Und ich kann dir nur ans Herz legen, diesen Rat auch für dich anzunehmen!

Und übrigens, du hast recht! Auch der Papa kann die Hauptbezugsperson sein. Wir Mütter haben kein Patentrecht darauf!

Du und dein Partner ihr macht das großartig!
Vertraut euch selbst, dann könnt ihr das auch nach außen Tragen. Euer beweiß ist ein zufriedenes Baby 🙃

Lg Sonnenblumenkerne mit Krümeline 8,5 Monate💝

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du bekommst hier sicherlich noch viele antworten, aber ganz grundsätzlich: natürlich bist du keine rabenmutter!

mir ist nur der satz aufgefallen, dass du sie bei lautem schreien auch mal schreien lässt. das sollte man wirklich nicht machen, kinder lernen dann nach einer zeit, dass schreien ihnen nicht hilft und verfallen in eine ohnmacht, sodass sie sich kaum noch melden. in der moderneren entwicklungspsychologie sagt man deshalb, dass ein klar schreiendes kind eine bezugsperson braucht. natürlich nicht bei jedem grummeln, da kann man auch kurz die selbstregulation abwarten, aber beim schreien eben nicht im babyalter :-)

dazu wäre eine trageberatung sicherlich sinnvoll, denn wenn die richtige trage & einstellungen gefunden sind, lieben es fast alle babys!

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Du hast dich verlesen, sie lässt ihr Baby doch nicht schreien?!

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Hallo,

Glückwunsch zur kleinen Prinzessin.

Hier nur knapp mein Rat: höre auf Dein Bauchgefühl und schmeiß diese merkwürdigen Ratgeber weg.

Deine Tochter sagt Dir ganz genau was sie braucht, Du musst sie nur anschauen. Wenn sie zufrieden daliegt und schaut ist doch prima, sie beobachtet den Raum und schaut was da so passiert. Ihr Gehirn lernt dabei. Du bist bei ihr, sie hört, sieht und riecht Dich, alles ist gut. Wenn ihr langweilig ist meldet sie sich.

Nicht alle Kinder mögen permanenten Körperkontakt. Meine Tochter ist 7 und mag bis heute nicht das ich ihre Haare streichle. Das mochte sie als Baby auch schon nicht. Dafür mochte sie wenn ich ihr mit dem Finger von der Stirn runter zur Nasenspitze gestrichen habe. Heute macht sie das manchmal bei mir wenn ich einen schlechten Tag hatte, total süß.

Lerne Deine Tochter kennen. Meine wollte gar nicht in den Kinderwagen, dafür umso lieber in die Trage. So hat jedes Kind seine eigenen Vorlieben.

Alles Gute
Sunny

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Ich befürchte, dein Baby hat diesen Ratgeber nicht gelesen und weiß jetzt nicht, dass sie drei Stunden täglich getragen werden möchte 🤣🤷‍♀️

Nein, Spaß beiseite. Du sagst es ja selber: Du hörst auf dein Bauchgefühl, dass dir sagt, du machst alles richtig. Und so, wie du es beschreibst, klingt es auch so. Du bist Bedürfnisorientiert und das Bedürfnis deines Babys ist nicht, pausenlos Körperkontakt zu haben. Dann ist das so. Zwingen kannst du sie nicht.

Das Thema Stillen haben viele Frauen, bei denen es nicht geklappt hat. Ich glaube, dass liegt zum Teil daran, dass einem ständig suggeriert wird, Stillen wäre das einfachste der Welt. Das da aber auch jede Menge Probleme dahinter stehen können und Frauen richtig unter Druck und in Erklärungsnot geraten, wenn sie nicht stillen, erzählt einem niemanden. Mir wurde das zumindest in der Schwangerschaft nie erzählt. Es ist okay, nicht zu stillen. Du hast es versucht, es hat nicht geklappt, also gibt es jetzt Pre. So what? Dafür wurde das ja entwickelt.

Ob du eine Wochenbettdepression hast, kann ich dir nicht sagen, ich bin keine Fachkraft. Wenn du aber das Gefühl hast, mit jemanden darüber reden zu wollen, würde ich das tun. Das muss ja nicht mit deiner Hebamme sein, es gibt ja verschiedene Stellen, an denen man sich wenden kann.