Baby schreien gelassen Folgen

Hallo...diese Nacht war ich schlichtweg nicht ,,bei mir“.
Eigentlich ist es so, dass ich von schreien lassen absolut gar nichts gehalten habe und immer sofort auf mein Baby reagiert habe (jetzt ca.4 Monate). Doch die Nacht, war ich plötzlich wütend und hab meinen Frust tatsächlich an meinem Baby ausgelassen und es bewusst schreien gelassen. Ich hab es sicher abgelegt und schreien gelassen, während ich in der Wohnung herum gewuselt bin, um meinen Kopf einigermaßen frei zu bekommen und wieder ,,zur Vernunft zu kommen“. Als das nicht funktionierte (mein Kind schrie schon seit ca 8-9 Minuten), weckte ich meinen Partner unsanft und wollte, dass er mich unterstützt. Er holte unser Baby zu sich und es schlief sofort ein bei ihm. Plötzlich wurde aus der Wut ein riesiges schlechtes Gewissen. Eigentlich schläft unser Baby meist bei uns, aber mein Partner hatte es in sein Bettchen gelegt. Wahrscheinlich wollte es wirklich nur Nähe, als es aufwachte xD! :( Ich merke, dass ich momentan nicht ausgeglichen bin und wieder mehr für mich tun muss. Ich war übermüdet und dachte total pessimistisch, dass unser Baby jetzt sicher lange wach sein würde. Selbst wenn es so wäre... muss ich natürlich dennoch gelassen bleiben. Habt ihr Tipps, damit man die Oberhand über sein Verhalten zurück bekommt und Kontrolle hat? Es tut mir jetzt wahnsinnig leid. Ich dachte immer, dass ich alles besser machen würde (meine Mutter war aufgrund ihrer psychischen Erkrankung mir gegenüber regelmäßig sehr aggressiv). Ich hoffe, dass es keine Folgen hat für unser Kleines, heute war alles normal. Schreit zwar auch allgemein nicht viel, aber als heute wieder kurz geschrei war, konnte ich sofort trösten - ohne dass es mir schwer fiel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so nochmal passiert, aber dennoch ist die Angst da. Ich gehe zwar zu einer Psychologin, seh sie aber leider erst in einer Woche ungefähr.

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„ Ich hab es sicher abgelegt und schreien gelassen, während ich in der Wohnung herum gewuselt bin, um meinen Kopf einigermaßen frei zu bekommen und wieder ,,zur Vernunft zu kommen“.“

Das, was du beschreibst, ist kein schreien lassen. Das ist Selbstfürsorge und Schutz deines Kindes. Gut gemacht!
Schreien lassen ist für mich mit Systematik verbunden: „Ich lege dich jetzt alleine ins Bett und lasse dich schreien, damit du endlich lernst, alleine einzuschlafen und nicht immer deinen Willen bekommst.“ Sowas Beklopptes halt.
Du konntest nicht mehr, hast dich also abgegrenzt und dir dann Unterstützung geholt - super. Außerdem hast du aus der Situation gelernt (das Baby wollte nur Nähe), sodass du das nächste Mal effektiver handeln kannst -noch besser.

Besprich das ganze ruhig nochmal zu deiner eigenen Entlastung mit deiner Therapeutin nach. Aber dein Baby hat sicher keinen Schaden davon getragen.

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Stimme dem völlig zu und möchte nur noch ergänzen. Gerade dieses kurze "schreien lassen" kommt einem gerade beim ersten Kind ganz ganz schlimm vor. Aber wenn dann noch ein größeres noch nicht vollständig selbständiges geschwisterkind da ist, ist das auch schlichtweg einfach nicht möglich immer sofort zur Stelle sein. Das heißt jetzt auch nicht, dass man selber keinen enormen Stress empfindet, wenn das Baby schreit. Das Baby wird dadurch aber bestimmt keinen Schaden nehmen. Schaden wird es nehmen, wenn man beharrlich seine Bedürfnisse ignoriert.
Mach dir keine Vorwürfe, du hast völlig in Ordnung gehandelt. Du bist ja auch nur ein Mensch und manchmal geht es halt nicht anders.

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Danke 💚 noch ein geschwisterchen ist echt nicht ohne. Habe mich tatsächlich auch bewusst dagegen entschieden..zumindest für die nächsten 5/6 Jahre.😃

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Hey.

Es war eine einmalige Sache. Du wurdest nicht grob, du hast es "nur" schreien lassen. Du bist aus der Situation raus, um dich irgendwie zu fangen. Du hast sogar deinen Partner um Hilfe gebeten. Also, alles gut. Sowas kann jedem passieren. Ich musste auch mal meine Tochter heulen lassen und kurz durchatmen im geschlossenen Zimmer. Habe auf 10 gezählt und Bin dann wieder raus und habe sie getröstet.


Solange du dich beherrschen kannst und es nicht grober anfässt, anschreist etc.. Ist es okay. Du hast dir bereits Hilfe gesucht und du reflektierst dein Verhalten.


Wenn du merkst, dass du an deine Grenzen kommst, ruf am besten (wenn natürlich möglich) immer direkt jemand anderes. So muss dein Kind nicht zu lange alleine sein.


Liebe Grüsse und alles Gute!

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Danke für die liebe Antwort. Dir auch alles gute 🍀

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In meinen Augen hast du nichts falsch, sondern nur alles richtig gemacht 👍👍

Sicher abgelegt, raus,hilfe geholt...

Absolut vorbildlich 😊👍

So sollte es sein, wenn mama an eine Grenze kommt. Du bist auch nur ein Mensch und keine Maschinen!!!
Grenzen sind normal

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Hallo Emilia,

ein Baby ist eine riesen Herausforderung.
So ein Moment kann durchaus mal vorkommen in den man einfach das Gefühl hat nicht mehr zu können, oder auch schlichtweg überfordert ist mit der Situation. Es ist dann besser wenn das kleine sicher ist, auch wenn es dann mal kurz weint, und du kurz durchatmest bevor du vielleicht mit all der "wut" im Bauch und negativen Gedanken weiter machst.
Es ist super dass du deinen Partner direkt miteinbezogen hast und er dir das Baby abnahm.

Passiert dir so etwas öfter, dass du solche Gedanken/Gefühle hast? Dann wäre es wirklich gut wenn du mit jemanden darüber redest. Man weiß ja nie genau was dahinter steckt. Vielleicht eine verschleppte Wochenbettdepression. Das kommt ja nicht selten vor.

Ist es möglich das dein Partner dich öfter mal auch unter Tags entlasten kann? Ihr vielleicht einen festen Tag ausmacht an dem du für ein paar Stunden regelmäßig mal für dich alleine hast?

Fühl dich nicht schlecht, ich finde du hast ganz gut gehandelt. Natürlich ist es nicht schön sein Baby weinen zu lassen und es weinen zu hören.
Wenn ich mal ungeduldig mit mir bin oder mit meiner kleinen dann atme ich tief durch und sing einfach was 😅 meistens hört sie dann auf zu weinen und guckt mich erstaunt an und ich muss wie von selbst lachen und der Knoten platzt dann einfach 😊👍🏼 klappt natürlich auch nicht immer aber meistens.


Ich wünsche euch alles Gute 🍀

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Hey, danke dir deine Antwort.💚
Eigentlich ist es so noch nicht passiert, aber ich musste mir in einigen (wenigen) Situationen auch mal auf die Zähne beißen. Und wenn ich mal eine negative Emotion hatte, habe ich mich sofort in mein Baby hineinversetzt und war durch das sofort aufkommende Mitgefühl total bei mir wieder. Aber heute Nacht blieb dieses Mitgefühl aus, Ich hatte irgendwie nur Mitgefühl für mich selbst - zumindest die fast 10 Minuten, in der mein Baby geschrien hat.

Ja. Mein Partner geht sogar jetzt in Elternzeit. Kann eigentlich nur besser werden dadurch.

Danke auch für den Rat. Das mit dem Singen werde ich definitiv auch mal probieren. (:

Wegen der verschleppten Wochenbettdepression ist natürlich eine Möglichkeit, ich rede auf jeden Fall mit meiner Psychologin drüber. Man kann schon sagen, dass es mir an ca. 4-5 Tagen im Monat echt schlecht geht (nicht allzu oft zum Glück). Hab ihr immer nur von den positiven Dingen erzählt, aber es ist an der Zeit, auch mal ehrlich zu sein, damit wir daran arbeiten können.

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Welcher Mama das noch nicht in irgendeiner Weise passiert ist, möge sich jetzt melden. 😅😊👍

Mach dir keine Gedanken. Genauso wird es sogar in Ratgebern geraten. Erstmal aus dem Zimmer. Luft holen. Sammeln. Weiter geht's.
Ist mir auch schon passiert. Leider. Sie hat es definitiv gemerkt,dass ich sie mit einer anderen Art Wickel, als sonst. Sie lag einfach nur ruhig da. Passiert eben mal. Ich war da auch nicht grob, ich war einfach wütend auf sie, total übermüdet, erschöpft, hungrig und dann weint sie grundlos...

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Danke 💚 dann werd ich es wohl immer so machen, in der Hoffnung, dass es ganz selten vorkommt.

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Es wird noch ganz ganz oft vorkommen, dass Du aufgrund einer Verhaltensweise Deines Kindes an Deine Grenzen kommst, physisch und psychisch.
Umso wichtiger ist es, dass Du beizeiten gute Strategien einübst, wie Du mit einer solchen Situation in Zukunft umgehen kannst.

Deine Handlungsweise - das Kind sichern, auf Abstand gehen, Durchatmen, Hilfe & Unterstützung holen - ist ganz genau richtig. Bespreche die Situation noch einmal mit Deiner Therapeutin, wenn Du möchtest. Vielleicht kannst Du Dir (mit ihrer Hilfe eventuell) - wenn Dir so etwas hilft - eine Art "Notfallplan" erstellen, auf dem stichpunktartig vermerkt ist, was mögliche Handlungsoptionen in der nächsten kritischen Situation sind, die Entlastung verschaffen und das Kind nicht gefährden.
Vielleicht reicht auch einfach ein Zettel auf der Familienpinnwand, auf dem steht "Kind sichern, dreimal tief durchatmen, 3x um den Tisch rennen, 3x tief durchatmen, zum Kind gehen".

Alles gute Dir und weiterhin gute Nerven!

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Bei der Entlassungsuntersuchung meiner Kleinen im Kh haben die Kinderärzte sogar dazu geraten, das Kind sicher schreien zu lassen wenn man in dem Moment überfordert mit der Situation ist. Dann soll man u.U. auch den Raum verlassen um sich selbst zu beruhigen.

Sie haben es im selben Atemzug geraten, als sie wegen dem "Baby schütteln" aufklärten. Das wäre in den meisten Fällen die Kurzschlussreaktion durch Überforderung.


Von daher, alles richtig gemacht.

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Natürlich ist es nicht schön wenn das Baby schreit, aber solange du das nicht regelmäßig so machst wird es sicher keinen Schaden nehmen. Das nächste Mal eventuell gleich deinen Partner wecken wenn du merkst, dass du mal raus musst? Ich finde es ist eine gute Taktik wenn du dich erstmal sammelst um dann wieder klar zu kommen, vor allem war das ja keine halbe Stunde. Genauso könnte es passieren, dass dein Baby weint wenn du gerade in der Dusche bist oder auf dem Klo.
Ist sicher trotzdem gut wenn du mit deiner Therapeutin sprichst, vielleicht fallen euch gemeinsam noch ein paar Taktiken ein mit denen du gut für dich und dein Baby sorgen kannst.

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Ich bin eine absolute Gegnerin von „Schreien lassen“, aber in deinem Fall finde ich, du hast das genau richtig gemacht.
In der Zukunft könntest du deinen Freund eher wecken, aber ansonsten: alles gut!

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Durchatmen! Du bist ein Mensch und es ist okay wenn du nicht immer perfekt bist. Die paar Minuten haben sicher keinen Schaden angerichtet, dein Baby hat sich beim Papa ja schnell beruhigt. Du hast genau richtig gehandelt deinen Partner um Hilfe zu bitten als du nicht mehr konntest, nächstes mal kannst du schneller reagieren.

Menschen haben unterschiedliche Belastungsgrenzen.
Ich habe eigentlich ein super pflegeleichtes Baby, aber ich komme trotzdem manchmal an meine Grenzen, wenn zB Zähne kommen, ich tagelang müde bin und noch andere Dinge/Pflichten anstehen, die ich dann Abends/Nachts erledigen muss. Ja, es gibt Eltern, denen würde das nichts/ nicht so viel ausmachen, aber mir macht es was aus und ich bitte dann auch um Hilfe und Auszeit.

Ich würde mit deinem Partner/Familie/Freunde einen Weg suchen dir aktiv Freiräume zu schaffen, damit du wieder Energie tanken kannst. Man funktioniert lange einfach so, bis man plötzlich vor einer Mauer steht. Mir tun dann ein paar Tage hintereinander "ausschlafen" wirklich gut. Am Wochenende geht mein Mann manchmal mit unserem Sohn lange spazieren, dann kann ich in ruhe Ergometer fahren, duschen, Wäsche ab und aufhängen und mich danach aufs Sofa setzen und ein bisschen lesen... und dann vermisse ich mein Baby auch schon und freue mich erholt mit ihm zu spielen.