Stillen in der Nacht kein Durst sondern "nur" Ritual?

Hallo zusammen,

meine Kleine ist knapp 5 Monate alt. Seit ca 6 Wochen sind die Nächte leider nicht mehr wie sie waren. Ende des dritten Monats hat sie es geschafft, 7 Stunden am Stück zu schlafen, zuvor dauerte die erste Schlafphase meist 4 Stunden und den Rest der Nacht meldete sie sich ca alle 2 Stunden. Weniger als 4 Stunden gab es seit Geburt eigentlich nie.
Dann begann der 4. Monat und alles wurde durcheinandergewürfelt. Nicht nur dass das Einschlafen manchmal eeeeeeeewig dauerte, oft hielt selbst die erste Schlafphase nur eine oder anderthalb, maximal 2 Stunden an. Anschließend wurde die Kleine exakt alle 90 Minuten wach. Seit einer Woche ungefähr ist sie jetzt wieder bei dreieinhalb bis vier Stunden angekommen, danach wird sie aber weiterhin ziemlich exakt alle 90 Minuten wach. Es gab Nächte, in denen sie ausschließlich auf mir schlafen konnte und im Beistellbett sofort wach wurde, wenn ich sie nach dem Einschlafen dort abgelegt habe. Das hat sich zumindest in den letzten Nächten auch wieder gebessert.

Und nun zu meiner eigentlichen Frage, die ich mir seit einem Gespräch mit unserem Kinderarzt (ergab sich beim Impfen) stelle: immer wenn die Kleine wach wird, hat sie (so dachte ich zumindest) Hunger. Ich kann sie tatsächlich nur wieder zum Schlafen bringen, wenn ich sie stille. Sie trinkt dabei tatsächlich relativ lange und nuckelt sich nciht in den Schlaf. Sie schläft an der Brust nicht ein (auch beim Insbettbringen nicht), sondern trinkt, dockt ab, macht ein Bäuerchen und schläft dann in der Regel mit ihrem Schnulli wieder ein.

Unser Kinderarzt meinte nun, dass kein Kind der Welt alle 90 Minuten Hunger haben könnte nachts. Es sei daher für sie eher eine Art Ritual geworden in den letzten Wochen. Auch mein Einwand, dass sie aber jedes Mal wirklich trinkt und nicht nur nuckelt, änderte seine Einschätzung nicht. Er meinte noch, dass wir spätestens im 7. oder 8. Monat herum etwas ändern sollten, da spätestens dann die häufigen Unterbrechungen auch für mich zur Qual würden.

Ich habe stattdessen die Hoffnung, dass sich die Situation vielleicht doch auch wieder von alleine ändert und ich nicht irgendwann da Problem habe, mir eine Strategie zu überlegen, wie wir unsere Nächte wieder optimieren können....

Wie sind eure Erfahrungen? Ist das wirklich kein Hunger sondern sucht sie nur die Nähe? Kann sich das von alleine wieder regulieren?

Lg

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Guten Morgen,
ich bin da absolut kein Experte und spreche nur aus Erfahrung.
Das Trink- und Schlafverhalten meines Muckelchen war ähnlich. Die ersten 3 Monate längere Schlafphasen, wenigstens zu Beginn 4 Std....
Mit dem 4. Monat wurde es auch bei uns grauenhaft. Die erste Nachthälfte alle 45Min, danach alle 90 Min. Ich befolgte den Rat meinem Kind die Nähe zu geben und zu stillen, weil er das wahrscheinlich bräuchte. Er ist ja noch so klein. Er trank auch immer viel, nuckelte nicht nur.
Inzwischen ist er fast 11 Monate alt und möchte er nachts immer noch alle 1,5-2 Std stillen. Das fordert er sich auch lautstark ein. Jedoch versuche ich derzeit ihn hinauszuzögern oder anderweitig zum Einschlafen zu bringen.
Also ja, ich glaube bei UNS ist es definitiv eine Angewohnheit oder Ritual, wie du sagst und kein Hunger.

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Nachtrag: dein Kind ist erst 5 Monate, da würde ich trotzdem jedes Mal stillen, wenn es das möchte. In diesem Alter würde und habe auch ich immer auf die Bedürfnisse reagiert.
Nichtsdestotrotz würde ich beim nächsten Mal ab dem 6. Oder 7. Monat andere Angewohnheiten für uns einführen.

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Ich kenne es ähnlich von meiner Großen. Die ersten 4-5 Monate super geschlafen, danach dann absolut grottig, ca. bis Monat 10-11.
Ich habe es mir immer damit erklärt, dass in dieser Zeit soviel gelernt wurde (motorisch, kognitiv etc.) und die Babys einfach viel mehr wahrnehmen.

Ich habe einfach weiter gestillt, weil es das Einfachste war, auf irgendwas anderes hätte ich nachts eh keinen Bock gehabt. Es wurde dann wie gesagt mit Monat 10/11 von alleine besser, da hat sie nachts nur noch wenige Male gestillt. Ich habe nichts dafür getan.

Abgestillt habe ich mit 13 Monaten, ohne Flasche als Ersatz. Schnuller hat sie nie genommen. Das Abstillen hat ihr Schalfverhalten weder verbessert noch verschlechtert.

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Hallo.... Kannst du mir sagen wie du abgestillt hast. Meine Tochter ist 10 Monate und stillt nur noch nachts. Da sie aber nachts direkt von 0 auf 100 ist wenn sie wach wird ( nucki klappt manchmal) ist sie so überdreht, das sie mich beißt. Durch das leichte wegzucken von mir, heizt sie sich noch mehr auf. Pre will sie nicht. Aber so kann es nicht weiter gehen
Hast du einem Tipp. ?
Lg

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Hi 😊
Hilfreich für uns war, dass Stillen nicht mit Einschlafen gekoppelt war. Eingeschlafen ist sie schon länger mit singen und kuscheln.
Auch hatte ich tagsüber schon Monate vor dem Abstillen ein anderes Trösteritual anstatt stillen etabliert (auf den Schoß nehmen, wiegen, ein Lied singen).
Somit konnte ich sie nachts auch ohne stillen beruhigen und wieder zum Einschlafen bringen.

Ich finde es schwierig, dir was zu raten bei dem, was du beschreibst. Beißen ist super ätzend. Aber 10 Monate ist halt auch noch relativ klein. Wird sie denn wach und beißt, wenn du sie direkt beim kleinsten wach werden stillst? Oder probierst du erst einen Schnuller, dadurch wird sie dann wach und dann ist das stillen blöd (wenn der Schnuller nicht funktioniert)?

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Guten Morgen, ich habe keine Antwort, geschweige denn eine Lösung und bin sehr gespannt auf die Einschätzungen abseits von "gib deinem Kind die Nähe und Beruhigung die es braucht".
Bei uns ist es dasselbe und ich gehe langsam am Stock, habe seit sechs Monaten nicht mehr ausreichend geschlafen und bin zunehmend gereizt, denn unsre Maus ist auch nachts alle zwei Stunden wach und will sich nur an die Brust hängen. Das dauert 20min. Wenn der Kinderarzt sagt ihr sollt was ändern, wie denn genau? Wir haben schon versucht mit Schnuller, mit ner warmen Flasche Fencheltee, auf den Bauch legen, tragen, bei uns im Bett schlafen, warm, kalt. Baden, Bauchmassage, Gut Nacht Geschichte, Lied vorm Schlafengehen. Musik, kleines Licht, White Noise zum Einschlafen etc.
Alles was ich lese ist wenn sie sich an die warme Brust bei Mama gewöhnt haben, will sie das immer. Und die Gewohnheit einmal umkrempeln und die Veränderung durchsetzen und das Kind weinen lassen kann es doch nicht sein. Zwei Wochen Geschrei und dann ist gut lese ich immer wieder.

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Lt Kinderarzt sind auch Schnuller oder zu sich nehmen keine wirkliche Alternative, weil man auch dafür aktiv werden muss. Er ist eher der "man muss halt mal zwei oder drei anstrengende Nächte durchmachen und sich Stück für Stück zurückziehen"-Vertreter 😏

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Egal, was sie sucht, sie scheint es ja bei dir an der Brust zu finden. 🤷‍♀️

Ich bin ja eher von der Fraktion so einfach und bequem wie möglich nachts. Ich war immer dankbar, das die Brust unseren Sohn schnell beruhigt hat und wir beide weiterschlafen konnten.

Das ganze ging bei uns auch erst mit 4 Monaten los. Vorher hat er durchgeschlafen und dann kam er plötzlich stündlich. Das pendelte sich dann auf alle 1,5-2 Stunden ein.

Irgendwann, so mit 7-8 Monaten hatte ich aber auch das Gefühl, dass er nur nuckelt und habe versucht, ob nur kuscheln ihm vielleicht auch ausreicht. Manchmal hat es gereicht, manchmal nicht.

Jetzt mit 13 Monaten sind wir von ganz alleine auf einmal Stillen in der Nacht gekommen.🤷‍♀️

Liebe Grüße
Merveilleux

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Hallo, wir hatten hier das selbe Problem. Stichwort 4 Monats Schlaf Regression.. Bis dahin kam er alle 2 bis 3 h, manchmal auch erst nach 4h...ab dem 4. Monat alle 1 bis 1,5 h... Es war die Hölle!! Wir haben uns da durch gekämpft und nach einigen Wochen wurde es besser. Abstillen ging nicht da er kein Fläschchen akzeptiert hat.
Im 6. Monat waren wir wieder bei alle 2 bis 3h stillen (ein Segen...). Ich habe dann ab Mitte des 7. Monats abgestillt und ihm Nachts erstmal nur Wasser angeboten, wenn er so oft kam. Nur wenn er dann partout nicht mehr einschlafen wollte gab es die Flasche. Nach kurzer Zeit schlief er bis 22h,holte sich dann ein Fläschchen und schlief bis um 5 durch. Jetzt ist er 9 Monate und schläft seit kurzem durch!!

Ich glaube, weiter zu stillen und ihn nicht alle 2h an die Brust zu lassen hätte hier nicht funktioniert... Als es nur noch die Flasche gab hat er das hingegen gut akzeptiert.

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Ich berichte einfach mal von uns.
Baby hat super geschlafen bis zum 5. Monat, aus 1x trinken (Flasche) nachts wurde 2-3 mal, nichts änderte das, weder andere Milch, Nucki, rauszögern...
Jetzt ist er 7,5 Monate und er wird nachts wach, weint aber nicht mehr, es reicht ein Schluck Wasser, Nucki oder kuscheln.
Anfangs hat es lange gedauert bis er dann wieder eingeschlafen ist, jetzt schläft er oft ganz durch, ohne lange aufzuwachen.
Geändert haben wir nur, dass es tagsüber mehr feste Nahrung und Brei + morgens und nachmittags Milch gab. Zum Abendessen gibt es Brei und Wasser zum trinken. Keine gute Nacht Flasche mehr. Vielleicht ist das das Geheimnis, so wie sie einschlafen so finden sie dann auch nach dem nächtlichen aufwachen wieder in den Schlaf.

Ich freue mich zwar gerade über den aktuellen Stand, denke aber nicht das es das Final war. Der nächste Schub, Zähne, Krankheit kommt bestimmt, die dann alles durcheinander wirbeln😂

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Muttermilch ist schneller verdaut als Fläschchenmilch, also kann es je nach Menge schon sein, dass sie nach 90 Minuten wieder Hunger hat.

Gerade nachts arbeitet das Gehirn und verarbeitet all die Eindrücke und das Gelernte, das bedarf sehr viel Energie, sprich Muttermilch.

Und gestillte Bedürfnisse verschwinden irgendwann von allein ;-)

Ich würde es so machen, wie es für euch beide am besten ist.

LG

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Vielen Dank für alle eure Erfahrungen und Rückmeldungen. Sie bestärken mich darin, erst einmal alles so weiter zu machen wie bisher und zu schauen, was die Zeit bringt. Aktuell ist eine Phase, in der die Kleine quasi täglich etwas Neues lernt und somit auch in der Nacht sehr viel verarbeiten muss... egal ob sie Milch braucht oder Nähe, sie bekommt sie und ich hoffe darauf, dass sich der Schlaf bald wieder etwas normalisiert.... aber was ist schon normal 😅

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Ich würde sie immer stillen, wenn sie das möchte. In dem Alter sind sie einfach zu klein um zu verstehen, warum sie manchmal darf und manchmal nicht. Das macht die Kinder unsicher und viel Unsicherheit führt zu schlechtem Schlaf. So kleine Kinder brauchen hauptsächlich Sicherheit und Nähe. Wie oft sie Nachts stillen ist im 1. Babyjahr unterschiedlich und ändert sich immer mal wieder. Ich würde nie das Stillen aufschieben, es macht die Kinder einfach unsicher und kann sich dann viel länger ziehen, bis die Kinder fix schlafen. Bei meinem 1. Kind habe ich mehr auf die Zeiten geachtet, und er hat irgendwann einen Schnuller gebraucht mein 2. Kind hat immer gestillt wann und wo sie wollte und hat danach nie einen Schnuller gebraucht und hat viel früher durchgeschlafen.