Aufforderung, "Bitte/Danke"

Hallo

Ich wusste nicht genau, wie ich den Titel nennen soll. Es geht darum, dass ich gestern ein Video angesehen habe, in dem eine Mutter erklärt, dass man Aufforderungen und Bitten konkret unterscheiden muss.

Als Beispiel wurde genannt:
- "Räumst du bitte dein Zimmer auf?" (Kind kann so immer noch entscheiden, ob es der Bitte nachgeht, oder nicht)
Oder
- "Räum dein Zimmer auf!" (keine Entscheidung möglich)

Nun ist meine Frage, ob denn bei einer Aufforderung nicht trotzdem ein Bitte drin sein kann? Ist dass dann zu indirekt?

Ich sage oft: "Lass das bitte sein!" (Wenn sie den Wäschekorb leer räumt) - "Kannst du bitte helfen!"(wenn ich halt Hilfe von wem benötige) , aber halt in einem respektvollen fordernden Ton. Versteht ihr wie ichs meine? 😅

Wie sprecht ihr mit euren Kindern, wenn ihr keine Entscheidung offen lassen wollt? Ist es wirklich wichtig, dass man da konkrete Unterschiede macht?

Liebe Grüsse 🌞

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Ich Stelle einfach keine Frage.
"Hilfst du mir bitte?"... Eindeutig eine Frage.
" Hilf mir bitte"!.... Eindeutig eine Aufforderung.
Bitte und danke kann trotzdem ohne Probleme mit verwendet werden.

LG

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Die Betonung macht eben auch einiges aus, genau.

Danke für deine Antwort :)

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Genau... Das der Ton angemessen sein sollte, muss ich ja nicht sagen 😅

Aber sonst... Überlegen was du möchtest und dann eben, Frage oder Aufforderung

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Hallo,

Meine persönliche Meinung ist, dass da nicht nur durchaus ein "Bitte" drin sein kann sondern sogar sollte. Zum einen möchte ich meine Kinder wie Menschen behandeln und zum anderen Vorbild sein. Wenn bei euch der Alltag gut läuft ohne diese Unterscheidung mit "hat eine Wahl" und "hat keine Wahl", dann lass es ruhig weg. Bei uns klappt es viel besser, wenn wir nicht ständig kommandieren sondern eher Entscheidungsspielraum lassen. Ich finde so ein Zwischending auch ganz angenehm (bspw "soll ich dir helfen, dein Zimmer aufzuräumen?" oder "möchtest du die helle oder die dunkle Jeans anziehen?") wo das Kind eine Entscheidung treffen kann aber der Rahmen von uns gelegt ist. Wenn dann ganz selten ein "ich will gar nicht..." kommt, dann fragen wir nach, warum und meistens kommt dann so etwas raus wie "ich weiß nicht wo ich anfangen soll beim Aufräumen" oder so was sich gut beheben lässt.

Liebe Grüße :)

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Wichtig ist, es sollte keine Frage sein, wenn es eigentlich eine Aufforderung ist 😉

Wenn du sagst: „magst du mir mal den Löffel geben?“dann muss man damit rechnen das das Kind nein sagst bzw es nicht tut.

Wenn du aber sagst: „gib mir bitte mal den Löffel“ klappt das oft sehr viel besser und ist trotzdem schön formuliert und respektvoll.

So mach ich es und hab es so auch gelernt 😉

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Ja, so wurde es mir auch beigebracht und eigentlich habe ich den Unterschied immer selbst wahrgenommen. Daher hatte es mich irritiert, dass man das "bitte" rauslassen soll 😅

Dann bin ich froh, machen es auch andere so.

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Hallo,

ich habe noch als Erwachsene mit meiner Mutter diskutiert, dass man mMn eine Frage (Kannst du mir bitte...?) auch ablehnen dürfen muss.

Ich fand es als Kind schrecklich, das sie dann immer sauer war, wenn ich auf eine solche mit „nein“ geantwortet habe. Und habe dadurch nur gelernt, nie nein zu sagen (nicht gerade gesund 🤷‍♀️)

Ich unterscheide bei meiner Tochter ganz klar zwischen Aufforderung und Frage/Bitte.

Aufforderungen können ja durchaus freundlich und höflich formuliert sein. Fragen/Bitten formuliere ich nur, wenn meine Tochter selbst entscheiden darf, ob sie etwas tut oder ob nicht.

Also z. B.
1. „Räum bitte das Buch in die Kiste!“ - Aufforderung
2. „Räumst du bitte das Buch in die Kiste?“ - Frage/Bitte

Lg
Beerle

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Ich finde auch, dass man es unterscheiden sollte.

Bei "Hilfst du mir bitte?" lässt du dem Kind die Wahl, es ist eine Entscheidungsfrage und dann sollte es Nein sagen dürfen.

Wenn es eine Aufforderung ist würde ich eher sagen: "Ich brauche deine Hilfe bei..." oder "Lass uns zusammen...machen."

Das "bitte" finde ich okay, wenn es nicht wie oben als Frage formuliert ist, z. B. "Du hilfst mir jetzt bitte bei...". Dann sollte es auch ankommen.

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Wir sagen immer Bitte. Das gehört sich meiner Meinung nach so und das erziehen wir unseren Kindern auch an (genau wie Danke und Entschuldige).

Ich finde es wichtig, einen Unterschied zu machen.
Wenn ein Nein okay für mich wäre, dann frage ich: "Möchtest du mir helfen?", "Kannst du bitte Nudeln aus dem Keller holen?" etc.

Wenn sie keine Wahl haben, dann wird es auch keine Frage: "Hilf mir bitte.", "Putz dir bitte die Zähne."

Denn: Eine Frage ist eine Frage. Und wenn ich frage, dann muss ich jede Antwort akzeptieren🤷‍♀‍

Die Konsequenzen der unechten Fragen habe ich übrigens einige Male in der Familie meines Mannes zu spüren bekommen.
Als ich das erste Mal bei seiner Familie war, bat ich seinen Bruder: "Kannst du mir bitte das Wasser geben." Und er antwortete: "Natürlich kann ich das." Und rührte sich nicht. Nach ein paar Sekunden Irritation meinerseits fügte er hinzu: "Soll ich das denn auch tun?"😆

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"Kann" mag mein Mann übrigens ganz generell nicht. Wenn unsere Kinder fragen: "Kann ich rausgehen?" antwortet er: "Ich weiß nicht, ob du das kannst, aber du darfst das (nicht)"