Wie geht ihr mit negativen Gefühlen um?

Unsere Tochter wird am Montag 7 Wochen alt und ist ein absolutes Wunschkind. Es dauerte 26 Monate, bis unser Wunder unterwegs war. Trotzdem war ich nie gerne schwanger, zum Ende hin war es nur noch ätzend und bei den Presswehen habe ich das gesamte Krankenhaus zusammen gebrüllt weil ich den Schmerz nicht ausgehalten habe. So verlief unser Start.

Die erste Woche nach der Geburt hatte ich wenn es hoch kommt vielleicht insgesamt 10 Stunden geschlafen und war zum Ende hin halbtot. Sie schrie Tag ein, Tag aus. Es gab Tage, da wollte ich schon fast gar nicht mehr nach Hause kommen, weil ich mit der Gesamtsituation absolut überfordert war. Es gab Abende, an denen ich mindestens genauso viel weinte wie das Kind. Obwohl mein Mann komplett zu Hause ist und wir uns die Nächte aufteilen. Tagsüber versuche ich ihm den Rücken frei zu halten, weil er sich gerade selbstständig macht und ich ihm gefühlt was schuldig bin, wenn er mal wieder deutlich weniger geschlafen hat als ich.

Ja. Es soll alles besser werden und seit vier Tagen lächelt sie ab und an, was auch ein schöner Moment ist. Dennoch spüre ich seit Tagen wieder so eine unbeschreibliche Leere und teilweise frage ich mich, ob ich mir nicht selbst im Weg stehe. Inzwischen gehe ich auch schon etwas routinierter damit um, wenn sie über Stunden schrill schreit. Wir waren auch schon beim Kinderarzt, unserem Baby soll es bestes gehen, wenn man mal von den typischen Bauchschmerzen absieht. Ich kann glücklich sein, dass ich ein gesundes Kind habe, ein Mann der mich unterstützt und einen Hund, der mir viel Ausgleich schenkt. Dennoch sind diese Gedanken da. Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück drehen zu können und mir mit der Erfahrung und dem Wissen von heute nochmal gründlich zu überlegen, wie ich mein Leben gestalten möchte. Dieser Gedanke macht mich aber gleichzeitig wahnsinnig traurig und schon ist alles ein Teufelskreis.

Vielleicht ist heute auch einfach kein guter Tag. Seit fast 24 Stunden hat sie keine Stunde am Stück geschlafen und während ich das schreibe, heult sie schon wieder im Schlaf auf.

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Hallo, ich habe mich oft so gefühlt wie du und habe oft so gedacht. Mehr möchte ich nicht schreiben weil es mir zu persönlich ist aber ich will dass du weißt, "du bist nicht allein" und du bist nicht abnormal oder so.
Alles Liebe,
kilkenny mit kleinem Mann 5 Monate♡

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Fühl Dich mal gedrückt.
Gibst Du ihr denn was wegen der Bauchschmerzen? Bigaia Tropfen, Sab simplex, Wärmekissen, Kümmelöl, um den Bauch zu massieren?
Sicher das es nur Bauchschmerzen sind? Vielleicht ist was blockiert, ich würde mal zum Babyosteopathen gehen, der schaut andere Sachen als der Kinderarzt.

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Danke für den Drucker 🥰 ja sie bekommt bigaia und sab simplex wobei ich das Gefühl habe, dass die Luft im Bauch nicht weniger wird. Wegen osteopath habe ich mich bereits informiert und ich denke ich werde das morgen angehen. Hast du damit Erfahrung gemacht?

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Mit meinem Baby jetzt nicht, aber 2 Babys im Freundeskreis hat das sehr gut geholfen, bei beiden war bei der Geburt was blockiert und die armen Würmer haben vor Schmerzen geschrien.
Ich habe einen Babyosteopathen schon vor der Geburt gesucht, aber ich brauche in aktuell nicht, hab so ein Vorzeige Katalogbaby bekommen, isst, danach Windel voll und dann zwischen 4-5h schlafen, nur ab und an mal Bauchweh. Wir können ja mal eine Tag tauschen ( kleiner Scherz)

Du kannst auch mal Lefax für Babys probieren, vielleicht geht das besser. Ach und beim Baden entspannt meine richtig gut, also wenn es da vorher mal im Bauch geklemmt HT, ist Sie n8ch dem Baden total entspannt.

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Hey,
ich würde dir auch unbedingt einen Osteopathen empfehlen! Wir waren auch beim Osteopathen, weil mein Baby sich viel übergeben hat. Ist zwar eine andere Baustelle, aber man liest hier immer wieder, dass es in solchen Fällen wie bei deinem Baby geholfen hat.
Hast du eine Schreiambulanz in deiner Stadt? Wenn ja, dann mache doch auch da mal einen Termin aus!
Ganz wichtig ist es, dass du dir keine Vorwürfe wegen negativen Gedanken machst. Jede, wirklich jede Mutter, hat sie irgendwann. Man darf auch nicht vergessen, dass eine Schwangerschaft wahnsinnig anstrengend für den Körper und die Psyche ist. Dazu kommt die Kinderwunschphase, Geburt und Wochenbett... und dann hast du ein unglückliches Baby zu Hause. Ist doch klar, dass es dir nicht gut gehen kann! Lass diese Gefühle kommen, sie gehen auch irgendwann wieder. :)

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Hallo 🙂

Ich möchte dir nur sagen, dass deine Gedanken und Gefühle etwas absolut normales sind und es immer Phasen/Tage gibt, an denen man besonders verzweifelt ist. Meine Kleine ( Mittlerweile 11 Mon. ) hat auch wahnsinnig viel geschrien, laut Kinderarzt war auch alles in Ordnung mit ihr. Es ist nach einigen Monaten besser geworden, vermutlich waren es bei ihr die Bauchschmerzen.. 🤔 Dennoch kann ich gut verstehen wie es dir geht und wie verzweifelt man manchmal einfach ist.. Ich habe mir schon die selben Fragen gestellt und oft genug lag mein Baby weinend auf mir und ich habe mit ihr zusammen geweint.. Auch heute gibt es noch Tage, wo sie wahnsinnig anstrengend ist und viel weint, aber meistens ( Nicht immer! ) weiß man dann doch besser damit umzugehen als am Anfang.. 😅 Mit der Zeit lernt man sein Baby immer besser kennen und weiß auch daher immer schneller, was in welchen Momenten zu tun ist. Du schaffst das schon, lass dich nicht unterkriegen 😇

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Als erstes: es ist okay erschöpft, enttäuscht, frustriert etc zu sein. Das hält keiner einfach rosig glücklich durch.

Es klingt aber schon so, als ob du langsam resignierst. Hast du eine Nachsorgehebamme? Síe kann einschätzen ob du zusöttlich am besten gleich seelische Hilfe (Psychologe) gebrauchen könntest bevor es ein Wochenbettdepression wird.

Zum Schreien: du hast wohl das Musterbeispiel vom Schreibaby. Es gibt wohl in jedem Großstadt schreiambulanz, ich würde auf jeden Fall eine aufsuchen.

Zum Rest:
Meiner ist 9 Wochen alt. Er schreit nicht, aber grunzt/knurrt/presst/quengelt usw auch in Schlaf. Da kannst nicht daneben schlafen. Und hat 8 Wochen lang nicht am Rücken geschlafen, sondern nur auf uns. Wir waren auch in Schichten wach. Er hat auch nichts und man nimmt uns nicht ernst, weil er nicht so schreit, solange man ihm hält... Also hakten wir Also kein Schreibaby, alles bestens...

Er hatte üble Blähungen, ohne Hilfe kein Aa...

Was uns geholfen hat:
Tragen, tragen, tragen. Mindestens 3 Stunden am Tag. Da beruhigt er sich immer.

Bonding. Als er wirklich untröstlich schrie, habe ich oben alles ausgezogen, ihn auch nur im Windel auf mich gelegt und dick zugedeckt.

Massage: wir können die Luft ganz gut rausmassieren. Schafft nur kurz Linderung aber immerhin. Man ist ja auch über 1 Std froh wo es ruhig schläft.

Osteopath: dank dem schläft er endlich auf dem Rücken. Er hat Verspannungen im Nacken gelöst. Genau ab da kann er am Rücken schlafen. Vorher war er egal wie tief schlafend er abgelegt wurde in 5 min wach. Immer. Nimm eine der auch für Babys die extra Ausbildung hat.

Zeit: die Blähungen gingen bei uns so Ende 7 Woche innerhalb von 3 Tagen zurück. Einfach so. Es gab dann noch 2x Rückfall aber dazwischen alles ok. Er pupst meist ohne Schmerzen ohne Hilfe und viel weniger.

Aa macht er erst seit 2 wo hin und wieder allein seit 5 Tage komplett ohne Hilfe. Er ist noch immer wach dann den ganzen Tag und kann nicht abgelegt werden. Er presst und spuckt... Aber es klappt. Danach ist er ruhig und schläft. Endlich...

Merkbar besser wurde es nach dem ersten Schub. Und trotzdem bjn ich seit 2,5 std wach weil er wieder im Schlaf gepresst/gegrunzt geweint hat. Ich hoffe jetzt schläft er tief genug, und ich kann ihn ablegen und schafen. Ich bin unendlich müde.

Ich denke bei euch könnte es vielleicht in den nächsten Wochen auch besser werden.

Gefühle: er ist auch ein langersehntes Wunschkind. Ich liebe ihn und bin froh. Und ich gestatte mir auch Frust, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Angst... Und mache weiter. Kein Kind mit 18 schreit die Nacht auf deinem Arm durch... Ich kann ihn über alls lieben und trotzdem traurig sein dass der Anfang nicht so war wie wir es uns vorgestellt haben.

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Warst du schon beim osteopathen (auf Babys spezialisiert)? Und wie fütterst du? Trägst du sie viel oder legst sie oft ab?

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Nein noch nicht, aber das möchte ich gerne mal angehen. Sie bekommt die Flasche mit premilch weil ich nicht genügend Milch produziert habe und sie mehr als Zehn Prozent ihres Körpergewichts nach der Geburt verloren hatte. Ich trage sie viel aber manchmal kommt sie eher zur Ruhe wenn ich sie auf dem Bauch in ihr Bett lege, Schnuller rein und dann schläft sie oft ein während sie auf mir sehr unruhig ist, den Kopf hin und her dreht und rumturnt. Kommt immer auf die Situation an....

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Oh mein Gott ich fühle genau so wie du... als hätte ich den Text geschrieben :/

Bei wir war es so, die kleine hatte sehr viel Luft im Bauch seit Anfang an also Bauchschmerzen etc. Sie war auch nur den ganzen Tag am schreien haben alles versucht, sabsimplex, legal, kirschkernkissen, Zäpfchen, Osteopathie usw.

Wir haben Hipp pre auf Hipp comfort gewechselt und es wurde etwas besser mit dem Bauch.

Was aber das wirkliche Problem war was ich gemerkt habe ist, sie hatte immer noch mehr Hunger! Wie wird gestillt und kriegt die Flasche (habe auch zu wenig Milch). Sie hat immer 120ml die Flasche bekommen und danach direkt trotzdem immer geweint den ganzen Tag. Wir dachten es liegt an den Bauchschmerzen... habe dann einfach mal 170ml gemacht.. und Zack sie weinte viiiiiieel weniger. Sie hatte einfach das Bedürfnis mehr zu trinken deswegen war sie immer am schreien :( jetzt ist sie war kein stilles und leichtes Baby, weint immernoch viel, schläft tagsüber vllt nur 30 min wenn’s hochkommt (auch nur auf den Arm sonst kann mans vergessen), aber sie schreit und weint aufjedenfall weniger.

Versuch einfach mal vielleicht mehr zu füttern? Dachte auch 170ml sind irgendwie Zuviel weil auf der Tabelle das der Wert ab 3 Monaten ist, aber man soll sich nicht nach der Tabelle richten. Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse :)

Liebe Grüße

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Du hast ja schon einige Antworten bekommen und dennoch möchte ich dir sagen, dass du mit diesem Gedanken die Zeit zurück drehen zu wollen nciht alleine bist.

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Dank dir! Es tut gut zu wissen dass man nicht alleine ist.

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Huhu Du Liebe,

lass Dich drücken! Alles wird gut!
Unsere Maus hat vor allem abends hysterisch geschrien und mit genau 12,5 Wochen war das vorbei! Ich konnte es selbst nicht glauben...
Jetzt wird sie kommende Woche ein halbes Jahr alt und weint nur noch manchmal vorm Schlafen...aber nur ein wenig und nur kurz...und sonst eigentlich nie...
Und zu den Gefühlen...ich denke auch, dass die normal sind und es vielen Erstmamas so geht...
Die Umstellung ist einfach so krass... und den Schlafmangel habe ich mir niemals so schlimm vorgestellt...
Als unser Mäuschen etwa 6 Wochen war habe ich so geheult und gesagt, ich kann nie wieder raus, mein Leben ist zu Ende...
Und inzwischen bin ich einfach nur glücklich (wenn auch immernoch sehr sehr müde und deshalb ist es immernoch sehr sehr anstrengend manchmal...)... aber es wird wirklich besser!!!! Nein, es wird gut!!🌸

Tips wie Osteopath, Lefax etc. hast Du ja schon ganz viele tolle bekommen 😊

Liebe Grüße
Marla🙋🏽‍♀️

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Als Zusatz... ich habe mich nicht mehr raus getraut, weil sie so viel gespuckt hat und meine Brust beim Stillen so übergesprudelt ist😅 heute kann ich darüber lachen 🤣 (und außerdem hat sich das natürlich von alleine geändert ☺️)