Schreibaby wann Besserung?

Hallo ihr Lieben,
Ich bin wirklich verzweifelt und würde mich über Rat oder einfach Trost sehr freuen.
Mein Sohn ist jetzt 16 Wochen und ein Schreikind. Zu seinen „Hochzeiten“ hat er manchmal 7-8 Stunden täglich geschrienen..
wir waren beim Arzt, osteopathen etc.. Schlaf gab es nie mehr als eine Stunde am Stück..
Jeder hat mir gesagt ich müsste nur durchhalten mit 3 Monaten wird alles besser...
Für ca eine Woche war das auch der Fall und ich dachte es geht bergauf.. wir haben nachts sogar mal 2,5 h Schlaf geschafft. Doch seit einer Woche ist wieder alles wie vorher.
Er schreit nach ca 1/2 Stunde wach sein. Von einem Moment auf den anderen ist er sehr fröhlich und dann geht es los..
Lässt sich durch nicht beruhigen.. schreit eine Stunde und wird dann müde..
Ich glaube ich habe alles versucht es die Literatur empfiehlt: viel tragen feste Tagesabläufe etc..
Der Arzt sagt ihm fehlt nichts und er entwickelt sich super.
Wie ist mit Schreikindern hört es wirklich nach 3 Monaten auf oder dauert es manchmal einfach länger...
Ich bin für jede Erfahrung sehr dankbar.
Liebe Grüße

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Wir hatten ca. 4 Monate Hölle, dann noch 1 Monat Höllenvorhof und mittlerweile ist sie nur noch fordernd😅
Unser Kinderarzt sagte, dass es die meisten Schreibabys nach 3 Monaten keine offiziellen Schreibabys mehr sind.

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Hallo,
Unser Arzt hat bei unserem ersten Kind auch nichts feststellen können und die Schreiambulanz dann allerdings schon. Rückwirkend bereue ich, nicht viel früher diesen Schritt gegangen zu sein, denn unser Baby hatte eine organische Ursache, die schnell behoben war und die Monate mit Schmerzen würde ich ihm rückwirkend gerne ersparen.
Schreiambulanzen sind wirklich sehr gut ausgestattet und klopfen das Baby erstmal körperlich intensiv ab - ich empfehle sie dir deshalb dringend.

Liebe Grüße und halte durch :)

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hey, unsere nachbarin hatte (auch für uns deutlich hörbar :-D) auch ein schreibaby. sie hat dann so eine teure federwiege mit motor gekauft und von dem einen auf den anderen tag haben wir das baby nicht mehr gehört, da hab ich sie direkt angesprochen, weil ich so verwundert war. ihr kamen die tränen vor erleichterung. keine ahnung, ob das einfach für sie glück war, aber sie meint, die kleine liegt mittlerweile mehrere stunden täglich drin und ist völlig entspannt und friedlich in diesem engen tuch. vielleicht mietet ihr eine und schaut ob es euch auch hilft?
#klee

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Ich möchte Dir auch eine Schreibabyambulanz ans Herz legen. Was Du erzählst, klingt schon echt übel.

Meine Große war ein Schreibaby und hat das erste Lebensjahr durchgeschrien. Fast jede freie Minute, die ich nicht mit massivem Schuckeln bearbeitet habe.

Ich bin mit ihr mit 3,5 Monaten in die Schreibabyambulanz im SPZ gefahren und habe danach auch gedacht, wieso ich das nur nicht eher gemacht habe. Es hieß halt immer, nach 3 Monaten ist sowas durch. Aber war es nicht. Und ehrlich, es ist auch nicht normal, wenn ein Baby in den ersten 3 Monaten jede wache Minute schreit.
In der Schreibabyambulanz wurde vor allem gecheckt, ob es organische Ursachen gibt. Gab es aber nicht. Ansonsten hat man einfach viel psychische Unterstützung bekommen, plus Tipps. Meine Kleine war zB einfach zuviel wach.

Wir haben für jedes Schläfchen gepuckt (speziell die Arme). Das hat schon mal geholfen. Ansonsten fast nur in der Trage gehabt. Die Nächte waren allerdings "normal", also auch nicht prickelnd, aber auch nicht die Hölle. Zeitweise hat sie von 0 - 3 Uhr durchgeschrien, das war Hölle, aber ging nicht ewig so.

Wir haben die Erfahrung gemacht, ein Baby, das nur schreit, macht keine motorischen Fortschritte. Also wunder Dich nicht, wenn Dein Kleiner ewig nix in der Hinsicht tut. Meine konnte mit 18 Monaten laufen, das erste Jahr ging absolut nix, außer gegen Ende sitzen.

Also wie gesagt, such eine Schreibabyambulanz auf. Gerne eine in einem SPZ. Die "Kleinen" im Örtchen sind meist auch nett und lieb, aber lange nicht so professionell. Ich habe beide kennengelernt, und da waren Welten zwischen. Im SPZ haben wir dann auch Physio und Ergo bekommen, weil sich eben so gar nichts getan hat. In Summe war das für mich eine große Unterstützung, weil die Therapeuten ja auch mit einem reden und einen zumindest verbal unterstützen.

Kurzfristig hilft meistens: Baby gut festhalten und kräftig schuckeln (Rock'n'Roll tanzen - aber natürlich so, daß der Kopf nicht geschüttelt wird), dazu den Storchenschritt (immer schön runter in die Knie und wieder hoch). Sowas wie singen hilft dann erst, wenn das Baby sich schon etwas beruhigt hat. Dann vielleicht schnell andocken, bevor es wieder losschreit.

Ich wünsche Dir alles Gute!

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Bei meiner Tochter hat es 8 Monate gedauert bis das Schreien nachließ. Ich weiß das hört sich erstmal beängstigend an... Aber ich habe mich damals auch an die 3 Monate geklammert und gehofft, dass es danach aufhört. Als es nicht aufhörte war ich traurig und enttäuscht.

Meine Schwiegermutter hat mir dann erzählt, dass ihr Sohn (mein Schwager) ein ganzes Jahr lang ein Schreibaby war. Irgendwie hat es mich beruhigt zu hören, dass es anderen Müttern auch so ging.

Ich wünsche euch, dass es schnell besser wird 🍀.

Lg, babyelf mit babygirl (20 Monate) und babyboy im Arm (5 Tage alt)

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Mein Sohn (5 Monate alt) hat die ersten 3,5 Monate geschrien. Eigentlich sobald er wach war. Er wirkte nie zufrieden, ablegen ging nicht, 24/7 wollte er getragen werden und auch sonst konnte man es ihm nicht recht machen. Die Nächte waren die Hölle. Er entwickelte nicht mal den Ansatz eines Rhythmus, im Bekanntenkreis natürlich nur durchschlafende Babies ;)

Besser wurde es merklich tatsächlich nach etwa 3,5 Monaten und dann immer Stück für Stück jede Woche ein wenig besser. Er fährt immer noch schnell aus der Haut, wenn man nicht schnell genug auf seine Bedürfnisse reagiert aber es ist wirklich viel besser als noch vor wenigen Wochen. Ich klammerte mich auch immer an die 3-Monatsgrenze und war frustriert als keine Besserung eintrat. Auch wir haben alles für ihn getan-Arztbesuche, schreiambulanz, osteopathie etc. Geholfen hat uns oft die motorisierte Federwiege. Ich denke wir sind mit 5 Monaten immer noch nicht auf dem Stand eines „normalen“ Babys aber allmählich fängt man an die gemeinsame Zeit zu genießen.

Ich wünsche dir alles Gute und ein starkes Herz. ☘️

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Vielen Dank für die vielen Antworten. Es hat mir schon sehr geholfen zu lesen das es anderen auch so geht.. man ist ja doch sehr verzweifelt in so einer Situation und leider ist der Austausch mit anderen Müttern in Corona Zeiten auch schwierig..
ich denke ich werde euren Rat befolgen und nach den Feiertagen einen Termin in der Schreiambulanz vereinbaren.
Hatte mich auch da aufgrund der Coronasituation etwas gescheut.

Vielen Dank für die netten Worte!
Liebe Grüße