Besucherverhalten wenn Baby schreit

Hallo ihr Lieben,

mir ist irgendwie kein anderer Titel eingefallen. Unsere Kleine ist drei Wochen alt und nach nach und nach kommt jetzt der erste Besuch. Wir versuchen immer Ruhetage einzubauen, aber es kam jetzt schon zweimal etwas vor wozu ich gerne eure Erfahrungswerte hätte. Wenn sie gut drauf ist darf der Besuch sie gerne halten, normalerweise ist sie wirklich sehr pflegeleicht. Allerdings kam es jetzt schon zweimal vor das sie angefangen hat bitterlich zu weinen, und zwar nicht nur kurz sondern so richtig. Ich muss sagen wenn ich diese Situation selbst einmal hatte bei Babybesuch habe ich das Kind von selbst seinen Eltern "wiedergegeben" oder gefragt wie wir es machen sollen (da Eltern es ja besser einschätzen können was für ein Weinen es ist). Beide Besuche haben aber nichts davon gemacht und sind auch nicht auf mein "Ich nehme sie dir mal kurz ab und beruhige sie" eingegangen sondern haben vergeblich selbst versucht sie zu beruhigen bis ich irgendwann eingreifen musste und das Kind quasi "entrissen" habe. Nachdem ich sie dann beruhigt hatte hieß es "Ah dann kann ich sie ja jetzt wieder nehmen". Diese Besuche gingen auch ziemlich lange. Ich will wirklich keine Gluckenmutter oder unhöflich sein, aber merke dann Abends immer, wie schwer sie sich beruhigen lässt und quasi die ganze Zeit nach dem Besuch "drüber" ist und wie schwer es ihr fällt alles zu verarbeiten.

Habt ihr einen Tipp bzw. wie geht ihr mit solchen Situationen um? Ich will nicht unhöflich sein und bin bestimmt alles andere als allwissend mit drei Wochen als Mama, aber inzwischen kann ich sie doch schon ziemlich gut einschätzen und möchte irgendwie nicht das Besuche für sie so ausarten. Bei Besuchen die ruhiger ablaufen ist es nämlich definitiv anders.

Danke im Voraus!

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Hi, also bei uns kam außer wirklich der engsten Familie niemand so früh zu Besuch. Ich habe und musste auch das Wochenbett zum ruhen genutzt. Nicht nur körperlich wäre es mir zu viel gewesen. Diese ganz besondere Zeit ist ja dazu da, dass Mütter wieder zu Kräften kommen und sich Zuhause alles einspielt und man sich aufeinander einstellen kann. Wolltet ihr denn gerne, dass schon so früh Besuch kommt? Für mich hört es sich ein wenig so an, als wärst du mit der Situation auch nicht so glücklich gewesen. Du schreibst ja auch dass die Besuche jeweils sehr langes waren...
Vielleicht nehmt ihr ein wenig den Druck raus und wartet erstmal noch mit dem Besuch empfangen.
Trotzdem möchte ich noch folgendes sagen.
Du hattest absolut Recht, dass du es a. Zuerst verbal angedeutet hast dass du dein Kind gerne hättest und b. Es dir dann genommen hast. Wie du schon schreibst, hätte man schon so sensibel sein müssen und dies von selbst tun 🙄
So denke ich zumindest!
Liebe Grüße Karo 🤗

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Vielen Dank für deine Antwort, du hast absolut Recht. Eigentlich hatten wir kommuniziert, dass wir selbst entscheiden wann wir Besuch haben möchten je nach dem wie es mir nach der Geburt geht. Dann wurde ich leider die erste Woche zuhause richtig krank (Wochenbettfieber) und dann wurden die ersten irgendwie unruhig weshalb der allererste Besuch dann sogar kam als ich noch gar nicht dabei sein konnte. Als es mir dann besser ging war es so ein bisschen "Wenn die da waren wäre es schon schön wenn die auch kommen könnten" und so nahm es irgendwie seinen Lauf. Die Besuche an sich sind auch okay aber bis auf meine Eltern hat sich irgendwie wirklich niemand an die eigentlich ausgemachte Stunde gehalten und dann wird es schon etwas anstrengend. Vor allem auch da wir uns vor der Geburt auch fast ganz isoliert hatten aufgrund Corona und das jetzt auch für mich selbst auch noch ziemlich viel Input ist. Ab Montag muss mein Mann wieder arbeiten und ich glaube ich mache es mir dann einfach nur gemütlich mit unserer Kleinen....

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Bitte mach das🙏 Es ist eine so besondere Zeit und es heißt nicht umsonst Wochenbett. Du könntest ja ganz deutlich sagen, dass es dir und deinem Baby einfach zu viel sei wenn Besuch kommt. Jeder sollte das verstehen oder zumindest akzeptieren.
Ich wünsche dir alles Liebe und genieße die ruhigen Momente 🙂

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Ich würde die Anzahl der Besuche drastisch reduzieren. Ich weiß genau was du meinst. Andere haben "Spaß" mit deinem Baby und am Ende des Tages steht dir eine schlaflose Nacht bevor, weil dein Kind völlig überreizt ist. Dein Baby ist drei Wochen alt. Es gibt noch so viel Zeit in der sie alle sehen können. Weiterhin sei der Anwalt für dein Kind. Es kann es alleine nicht, wenn auch nur Signale geben. Aber reagieren musst am Ende du. Wenn es nicht von jemand anderem gehalten werden möchte, bleibt es bei dir. Fertig. Dein Baby ist schließlich kein Wanderpokal. Das müssen ändere eben verstehen. Ich weiß noch als meine 93 jährige Oma meine wenige Monate alte Tochter halten wollte und sie hatte einfach nur Angst vor dieser alten, lauten und unbekannten Frau. Sie fing bitterlich an zu weinen und ich habe meiner Oma ruhig erklärt dass sie sie jetzt nicht bekommt weil sie Angst hat. Fertig. Du möchtest nicht unhöflich sein, aber für welchen Preis? Ich denke wenn man den Leuten ruhig erklärt, dass sie das Baby jetzt nicht halten können oder alle jetzt ein bisschen Ruhe brauchen, reagieren die meisten mit Verständnis. Ich sage dann immer "das ist ihr gerade zu viel", "tut mir leid aber es ist besser wenn ich sie jetzt eine Weile habe" "sie möchte das nicht" oder wenn sie den Kopf gegen mich drückt "wir brauchen jetzt etwas Ruhe weil sie müde ist und runterkommen muss. Ich gehe jetzt hoch mit ihr und versuche sie hinzulegen".

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Danke für deine Antwort, die Sätze werde ich mir definitiv merken. Wahrscheinlich trete ich am Anfang zu wenig entschieden auf. Ich hatte das Gefühl beide wollten auch irgendwie "beweisen", dass sie das Kind ja auch beruhigen können aber durch wildes Wippen und ständiges "Gutschi Gutschi, schlaf Mäuschen" beruhigt sie sich gar nicht sondern wird eben eher unruhig. Da muss ich definitiv konsequenter werden, danke für den Tipp!

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Es könnte echt komplett aus meiner Situation her kommen. Schlimm. Ich hab noch nie versucht was zu beweisen oder gar der Mutter das Kind zu enthalten. Und dieses Rumgewippe nervt mich auch richtig, jedes Mal sag ich bitte nicht so rum schütteln. Schrecklich einfach und dann am besten noch umdrehen und weggehen 🤦‍♀️

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Huhu

So früh würde ich Besuch zeitlich deutlich begrenzen und auch insgesamt nur zulassen wenn der Besuch was zu essen mitbringt 😅
Und auch klar kommunizieren das ein weinendes Kind zu mir zurück kommt. Wer sich daran nicht hält könnte von mir aus dann direkt gehen.

Liebe Grüße

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Der eine Besuch hat sogar als ich ihr die Kleine gegeben hab gesagt "Wenn du sie wieder möchtest sag einfach Bescheid" und als sie dann eben angefangen hab zu schreien und ich sie nehmen wollte hieß es "Nee nee, ich schaffe das schon du brauchst sie mir nicht gleich wegzunehmen" 🙄

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Unser Kind war bei Besuch immer im Tuch. Wenn die Großeltern/Freunde gucken wollten, haben wir ihn kurz mal aus dem Tuch genommen, aber die meiste Zeit wurde er im Tuch getragen, abgeschirmt vom Besuch.

Warum? Weil unser Baby winzig klein war. Es kannte nur Mama und Papa. Mein Mann und ich hatten auch kein gutes Gefühl dabei, unser Baby anderen zu geben. Das ist allerdings eine persönliche Sache, dass muss jedes Elternpaar für sich entscheiden. Wenn du das Gefühl hast, dass du dein Kind bei dir haben möchtest, dann ist das dein recht. Du musst niemanden gefallen, du bist die Mama und "kämpfst" für dein Baby. Wenn es weint, hast du alles recht der Welt, dein Baby auf den Arm zu nehmen und zu trösten.

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Das mit dem Tragetuch ist ein guter Tipp, ich hab auch eine TaiTai ❤️ Danke!

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Huhu,
Ohje, der Text hätte so eins zu eins von uns sein können beim ersten Kind. Man macht den Freunden und Familie zuliebe die Tour, aber für die Kinder ist es eigentlich gar nichts, herumgereicht zu werden.
Jetzt beim zweiten habe ich von Anfang an gesagt, wenn das Kind schläft, schläft es im Bett und nicht auf dem Arm von Oma/Opa/Tante/Freunden. Wenn das Baby wach und happy ist, kann es gern mal 10 minütchen auf einem „fremden“ Arm sein, ansonsten ist es auf Mama oder Papa. Diese Welt ist noch so neu und ungewohnt und schon wird mal herumgereicht. Das Baby möchte das gar nicht und zeigt es dann auch entsprechend. Nur die Erwachsenen haben ihre Vorstellung und Wünsche und denen muss man als Mama leider dann eben ablehnend gegenüber stehen. Jetzt beim zweiten merke ich, dass er mit unserer Entscheidung vieeeeeel entspannter Besuch „überstehen“ kann und auch hinterher noch entspannt ist. Denn was bringt es euch im Wochenbett zusätzlich noch zum Besuchsstress Stress im nachhinein mit unentspanntem Baby zu haben?! Der Besuch geht und freut sich, ihr bleibt mit quengelndem Baby zurück......
Sei stark und mutig ✊🏻💪🏻

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Mir hilft tatsächlich immer den Satz im Hinterkopf zu behalten: "ich handel nicht gegen XY, sondern ich handel FÜR mein Kind."
Ob ihr so früh Besuch wollt oder nicht, das werdet ihr ja selbst wissen und dazu wurde ja auch schon einiges geschrieben. Aber diese Situationen in denen man das Gefühl hat, das will ich für mein Kind eigentlich nicht aber sag ich da jetzt was?! Die werden immer wieder kommen, nicht nur bei den ganz kleinen.

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Wir haben beim ersten Kind auch sehr früh Besuch bekommen, und das hat nicht nur mein Kind, sondern auch mich sehr gestresst.
Beim zweiten Kind kam der Besuch auch früh, aber ich war auch in viel besserer Verfassung.

Allerdings gab es immer wieder die Situation, dass mein Sohn weinte und sich nicht beruhigen ließ, immer ab 16 Uhr ca , da fingen das Bauchweh an. Zweimal habe ich in dieser Situation den Besuch einfach rausgeworfen🤷‍♀️

Wenn mein Besuch versucht hätte, mein Kind zu beruhigen, und ich als Mutter wüsste, dass das so nicht klappt. Da würde ich mich vor den Besuch stellen und das Kind nehmen! Einfach offen und ehrlich sein, wenn du dein Kind gerade nicht aus dem Arm geben willst, dann mach es auch nicht. Dein Besuch hat sich nach dir zu richten, nicht anders rum 😊

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Guter Besuch in der Wochenbettzeit macht für mich folgendes:
- er bringt Kaffee oder etwas zu essen mit
- er räumt auf bevor er geht
- er unterhält sich nett mit dir
- er ist zurückhaltend am und um das Kind
- er geht nach maximal einer Stunde, sofern du ihn nicht aufforderst zu bleiben

Und: ich kenne das Gefühl mein Kind plötzlich vor dem Besuch schützen zu müssen. Für mich helfen da nur zwei Dinge;
1. resolut handeln und das Kind an mich nehmen (kannst du gern direkt machen, wenn man auf deine verbale Aufforderung nicht reagiert)
2. deutlich kommunizieren (zum Beispiel wenn man einen Termin abmacht, sagen, das man sich freut, wenn sie auf „ein Stündchen“ kommen.
Wir hatten hier letztes Jahr genau einen Besuch des Grauens. Danach hatten mein Mann und ich ein ernstes Gepräch. Im Zweifel habe ich mich zurückgezogen und er hat die Gäste hinaus komplementiert. Seid da auf jeden Fall ein Team!

Alles Gute für euch!

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Du brauchst auch gar nicht allwissend sein. Aber du bist Expertin für dein Baby. Es erkennt dich als Mutter und fühlt sich bei dir geborgen. Ich glaube, dass so kleine Babys eigentlich gar nicht zu wem anders auf den Arm möchten. Deshalb habe ich es auch nicht gemacht. Kam die Frage danach, habe ich einfach „nein“ gesagt. Aber ich habe auch kein Problem mit vermeintlicher Unhöflichkeit und mir ist es herzlich egal, ob jemand denkt, ich sei ein Glucke.