Echtes Leben vs. Internet

Hallo
Ich wollte Mal hören, wie es bei euch ist bzw ob ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht habt.

Ich lese viel hier und in anderen Foren und in Facebook Mama Gruppen usw. Dabei fällt mir auf, dass es oft um die Themen möglichst lange Reboarder, möglichst spät Beikost, lange Stillen, Familienbett, keine Süßigkeiten im ersten Jahr, kein Fernsehen usw geht. Vielleicht fällt es mir auch nur auf, weil ich mich mit diesen Themen intensiv beschäftigt habe... Jedenfalls sind meinem Empfinden nach die Meinungen im Internet dazu immer pro und nur wenige, die es anders machen.
Wir haben es auch im echten Leben so durchgezogen, der nächste Reboarder für bis zu 6 Jahren wird jetzt gekauft, Hauptnahrung im 1. Jahr war MuMi, Fernsehen und die ersten süßen Dinge gab es nach dem 2. Geburtstag, Kind schläft im Familienbett. Naja, damit sind wir im gesamten Freundeskreis die einzigen! Alle Kinder sind früh in einen vorwärtsgerichteten Sitz umgezogen, mit 4 sitzen sie nur noch auf einer Sitzerhöhung, wurden früh an ihr Zimmer/Bett gewöhnt, auch wenn das mit vielen Tränen verbunden war, der Fernseher läuft bei den meisten den ganzen Tag nebenher, Süßigkeiten stehen immer auf dem Tisch, gestillt wurde, wenn überhaupt, nur die ersten 3-6 Monate.
Wenn es zufällig Mal um die Themen geht, werde ich immer schräg angesehen, das ist alles hier absolut nicht üblich.

Wie ist es bei euch? Kennt ihr solche Themen auch aus dem echten Leben? Ist das so ungewöhnlich? Im Internet liest es sich ganz normal und zu Hause ist man damit ein "Außenseiter"...

1

Meiner Meinung nach hängt das vor allem davon ab, welche Eltern in Internet-Foren aktiv sind.
Im Normalfall sind das Eltern, die erstmal viele Fragen haben, sich viele Gedanken machen, Angst haben etwas falsch zu machen usw. Die gehen auf die Suche nach Antworten, finden sie in Foren und bleiben dann da. Irgendwann fangen sie dann auch selber an Ratschläge zu geben. Somit wird eine bestimmte Richtung von Ansichten in den Foren immer wieder weitergegeben (teilweise auch ohne sie weiter zu hinterfragen und reflektieren) und auch abhängig vom Forum teils sehr unterschiedliche Ansichten.

Eltern bei denen den ganzen Tag der Fernseher läuft, die sich keine großen Gedanken um Ernährung machen usw treiben sich halt eher seltener in solchen Foren rum. Wenn man davon ausgeht, dass alles was man macht gut oder zumindest ok ist oder man sich strikt danach richtet was Kinderarzt/Hebamme/Großeltern sagen, dann braucht man den Austausch im Forum halt nicht und somit sind diese Ansichten hier dann auch seltener vertreten.

6

Ich verurteile niemanden, der es anders macht. Jeder hat ja andere Vorstellungen und Prioritäten und jeder muss für sich und seine Familie entscheiden, was am besten passt. Die Familien an die ich denke sind auch alle ganz "normal", also niemand den man irgendwo in die "RTL2" Ecke stellen würde. Eher sogar auch besorgter um die Kinder und machen sich auch viele Gedanken. Darum wundert es mich halt, dass gerade die Themen Reboarder, Süßigkeiten und Fernsehen so gar kein Thema sind und eben im echten Leben bei besorgten Eltern keine Rolle spielen. Ich hoffe, ich konnte das so ausdrücken, dass ihr versteht was ich meine...

18

Es kommt halt darauf an woher sie ihre Infos beziehen. Du wahrscheinlich von Urbia. Hier wird viel Wert auf diese Sachen gelegt. In anderen Foren auf andere Sachen.
Du scheinst sehr davon überzeugt zu sein alles richtig machen. Die Eltern, die es anders machen, mit Sicherheit auch. Niemand (normales) macht etwas mit seinem Kind in der Gewissheit, dass es ihm schadet.

Bei vielen Dingen gibt es auch nicht die eine Wahrheit. Es muss zum Kind, den Eltern, den Lebensumständen und der gesamten Familie passen. Da kann in noch so vielen Foren und Ratgebern stehen, wie es sein sollte. Wenn es nicht passt, dann macht man es eben anders.
Wir haben unsere Maus auch mit 4 Monaten ins eigene Zimmer ausquartiert, weil niemand mehr schlafen konnte. Seit der ersten Nacht dort hat sie praktisch durchgeschlafen (9h am Stück), bei uns ist sie die Nacht vorher 12 mal aufgewacht. Da braucht auch niemand was von Hirnreife wegen Durchschlafen erzählen. Daran lag es offensichtlich bei uns nicht 😉
Genau so mit stillen. Das wollte sie einfach nicht, egal wie oft mir andere Mütter gesagt haben, dass jedes Kind das will. Meines wollte es halt nicht und ich hatte es mir auch anders vorgestellt.
Reboarder haben wir, aber im Stadtverkehr übergibt sie sich nach 10 Minuten Rückwärtsfahren. Also fährt sie vorwärts. Auf längeren Autobahnstrecken drehen wir sie aber rum. Dennoch muss man sich einfach auch klar machen, dass die größere Sicherheit im reboarder nur bei gewissen Unfällen gegeben ist. Bei manchen Unfällen ist es im reboarder auch gefährlicher. Genauso wie es Unfälle gibt bei denen Leute sterben weil sie angeschnallt waren. Zudem kommt es auch auf den Platz im Auto an usw. Es ist nicht alles schwarz und weiß.

Heutzutage gibt es einfach eine unfassbare Menge an Informationen, die sich oft auch widersprechen. Jeder muss für sich entscheiden wonach er sich richtet. Aber nur weil etwas in einem Forum oder generell im Internet oder einem Ratgeber steht, heißt es ja nicht automatisch, dass es richtig ist. Jeder kann schreiben und veröffentlichen was er will. Wenn er genug findet, die es glauben, dann verbreitet es sich. Je verbreiteter es ist, desto mehr glauben es und desto mehr wird es verbreitet…

weiteren Kommentar laden
2

Was den Reboarder und die Süßigkeiten betrifft, hab ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Hier wurde jedes Kind spätestens zum 2. Geburtstag in einen vorwärts gerichteten Sitz gesetzt - meine Tochter sitzt mit ihren 3 Jahren und 4 Monaten noch liebend gern im Reboarder und wird dies noch länger tun. Da wurden wir schon schräg angeschaut, aber für uns passt es so. Und ich verurteile niemanden, der es anders macht.
Süßigkeiten gab es das erste mal mit 1,5 Jahren in einem Adventkalender und später mit 2 Jahren auch so hin und wieder. Aber auch jetzt gibt es das eher selten. Getrunken wird nur Wasser. Damit sind wir die einzigen. Alle anderen Gleichaltrigen und Jüngeren trinken Säfte und essen recht viel Süßes.
Dafür haben hier alle anderen mindestens 1 Jahr gestillt und ich nur 8 Wochen - hat eben nicht geklappt (Schmerzen, starke Gewichtsabnahme des Kindes). Da wurde ich zum Glück nicht verurteilt, denn es hat mir ohnehin echt leid getan.
Die Kleine hat 3 Jahre lang bei mir geschlafen. Fernsehen gibt es nicht, weil sie kein Interesse daran hat. Dafür darf sie sich auf Youtube ausgewählte Videos auf englisch anschauen. Das machen hier alle anderen auch so. Ich kenne kein Kind persönlich, dass in diesem Alter nicht TV schaut oder sich ein Video auf Youtube ansieht. Also das lese ich auch nur hier auf Urbia. Was nichz bedeuten soll, dass ich es nicht glaube - ich kenne es nur nicht.

3

Hallo,

also ich kenne keine einzige Familie, die alles was du da beschreibst so gehandhabt haben. Ich selbst übrigens auch nicht. Aber solange es für euch passt, ist das doch perfekt. Da würde ich auf die schrägen Blicke nichts geben. Manche Sachen wie z. B. Familienbett machen wir, Beikost habe ich aber zum Beispiel frühest möglich begonnen. Süßigkeiten gab es bei uns das 1. Jahr auch nicht. Deswegen wurde ich von manchen tatsächlich auch schräg angesehen. Waren immer Frauen - dieses ständige Messen und Vergleichen scheint allgemein ein Frauending zu sein.

4

Hi!
Kommt immer stark aufs Umfeld an. Die meisten mamas kenn ich aus den stillgruppen, dort trifft man in der Regel vermutlich auch eher mamas die sich an die aktuellen Empfehlungen halten (wollen).
Es wurde sich auch nicht immer an alles gehalten. Reboarder hatte eine Mama bis zwei, weil sich die kleine immer aus dem Gurt gewurschtelt hat, wenn sie rückwärts gerichtet saß. Wir hatten bei der großen den Sitz auch nur bis 3 1/2 rückwärts, weil sie anders in unserem Auto echt keinen Platz mehr hatte durch die Form der Rückenlehne. Jetzt mit 4 sitzt sie in einem ordentlichen be safe mit kopfstützen.
Familienbett hatten wir bis etwa 9 Monate, und dann eigenes zimmer (bei der großen), wobei ich noch etwa 2 Monate auch bei ihr geschlafen hab bzw Matratze bei uns neben dem Bett bis 18 Monate (bei der kleinen). War für die allgemeine schlafsituation einfach besser so und eigentlich wollte ich nie familienbett (war dann aber einfacher). Wenn sie zu uns ins Bett wollen ist das in der nacht aber auch okay. Mein Mann schläft dann nachts auch immer noch oft bei der vierjährigen im Bett, wenn sie ruft. Da haben wir auch extra von Anfang an ein normales Bett genommen, damit man sich dazu legen kann.
Süßigkeiten gab's bei der großen erst ab etwa 3 (und etwas im KiGa ab 2),bei der kleinen ab 1 1/2 in maßen. Lies sich dann einfach nicht vermeiden, wenn die große was wollte. Im umfeld ist das unterschiedlich, die von der stillgruppe der großen haben auch möglichst lange rausgezögert, bei der kleinen so ab eins. Kam aber auch darauf an, bei schlechten Essern gings früher mit süßkram los.
Gestillt wurde im Umfeld der großen im Schnitt bis etwa 13 Monate (da war ich der Ausreißer, weil sie sich mit 10monaten abgestillt hat).
Bei der kleinen haben die ersten mit etwa 22 Monaten abgestillt, einige, auch ich, stillen jetzt mit 26 Monaten noch.
Beikost gab's bei uns mit knapp 5 Monaten, weil sie auch gierig darauf waren. Andere haben erst später begonnen und da gings teilweise auch erst mit einem Jahr erst richtig los. Aber da muss man ja sowieso auf die Signale achten.
Fernsehen durft die große ab glaub ich zwei regelmäßig (da kam ihre Schwester auf die Welt).
Anfamgs noch seltener, aber später hab ich es einfach gebraucht, damit die kleine auch untertags mal in Ruhe einschlafen konnte ohne ständig geweckt zu werden. Die kleine durft halt, wie die meisten jüngeren Geschwister schon früher mal mitschauen.
Ich glaube so lange man das alles nicht zu dogmatisch sieht, weder in die eine noch in die andere Richtung ist alles okay.
Man muss sich halt auch an das Kind anpassen, immer kann man sich nicht an die Empfehlungen halten. Die anderen Eltern schauen einen in meinem umfeld aber weder wnn man sich daran hält noch wenn man sich nicht daran hält komisch an. Kennen tuns alle, wissen aber auch, dass man manchmal pragmatisch sein muss. Die Großeltern Generation ist da eher schwierig, was ich auch so von den anderen höre.
Lg

5

Hey 👋🏻 also ich finde dein Beitrag fängt ja ganz nett an aber danach sprichst du schon ganz schön negativ über die Familien, wo nicht alles so vorbildlich läuft wie bei euch.

Also mal krasse Beispiele ausgenommen (Fernseher läuft den ganzen Tag, das Kind darf so viel süßkram essen wie es will....), muss doch echt jede Familie selber schauen, wie sie dinge regelt.

Du findest meiner Meinung nach fast nur Lebensweisen wie deine in Foren weil alle anderen mittlerweile vll schon Angst vor Momshaming haben - du zb schreibst ganz schön abwertend. Da hätte ich schon wenig Lust, unsere Lebensweisen preiszugeben und von anderen "bewerten" zu lassen.

Ich tus aber jetzt trotzdem mal, damit du ein Beispiel hast (so oder so ähnlich leben bei uns viele Familien) :

Thema Reboarder : wir hatten einen bis 1,04m und eigentlich 4 jahren. Mit knapp unter 3 Jahren war mein Sohn schon zu groß dafür (mit dem Kopf oben drüber gewachsen). Jetzt haben wir einen vorwärts gerichteten. Wobei ich dazu sagen muss, dass wir den Reboarder auch vorher schon gedreht hatten und nicht bis zum umstieg rückwärts gefahren sind.

Beikost und Stillen : sehr individuelles Thema. Wir haben bei beiden Kindern mit knapp 6 Monaten angefangen mit der Beikost. Mein Sohn stand voll drauf und wir hatten nach und nach tatsächlich alle Milchmahlzeiten ersetzt. Meine Tochter jetzt 7 Monate tut sich noch schwer, dann gibt's eben mehr Milch. Wir richten uns nach dem Kind.
Gestillt habe ich beide Kinder gar nicht, sehr individuelle Entscheidung wie ich finde.

Familienbett: naja man schläft ja am besten so wies für alle am bequemsten ist oder? Mein Sohn war bis 12 Monate in unserem Schlafzimmer, da er ein Monitorkind war. Kind Nr 2 ist mit 6 Monaten ausgezogen in ihr Zimmer und schläft da wunderbar.
Hier hatten wir uns nach den Kindern gerichtet. Wir haben immer gemerkt, dass sie unruhig wurden, wenn wir später ins Bett gegangen sind. War für uns so ein Zeichen, dass sie ruhiger sind, wenn sie bei sich schlafen.
Dennoch darf auch unser 3 jähriger jederzeit zu uns ins Bett krabbeln, wenn er mag. Die Kleine (7 monate) holen wir auch rüber wenn sie unruhig ist.

Keine Süßigkeiten im ersten Jahr: das kann ich gar nicht mehr genau sagen. Es gab schon auch mal Fruchtriegel, Quetschies, Hirsekringel und Co. Mit ca 1 Jahr gab's auch das erste mal Eis naschen. Gummibärchen, Schoko und Co gab's erst ca mit 2,5 Jahren beim Großen (bei der Kleinen mal sehen).

Kein TV : ich würde sagen, der Große durfte mit ca 1,5 Jahren schonmal ne Folge Bobo gucken. Jetzt mit 3 Jahren schaut er an manchen Tagen 30-45min (Bobo, conni, Feuerwehrmann sam) und an manchen Tagen halt gar nicht. Das Baby schaut ab und zu dann auch mal hin, ist halt so bei kleinen Geschwistern.

Also: wenn du mit anderen Eltern genauso abwertend sprichst wie in deinem Post hier, wundert es mich nicht, wenn sie dich komisch anschauen. Ich bin da immer völlig wertfrei unterwegs und habe noch keine komischen Blicke geerntet, egal zu welchem Thema.

Viele Grüße,
Juju

7

Das war nicht abwertend gemeint, sorry wenn es so rüber kam. Ich denke, jede Familie muss für sich entscheiden, wie es am besten passt. Auch wenn es Dinge gibt, die ich nicht gut finde und nicht machen würde (z. B. 4-jährige ohne Kindersitz auf dem Beifahrersitz oder 12 Monate altes Kind vorwärts im Fangkörpersitz, aber das ist nicht meine Entscheidung und die Familien müssen damit klar kommen, nicht ich). Mich wundert einfach nur der große Unterschied zwischen echtem Leben und was man im Internet liest. Ich bin mir sicher, dass bei uns nicht alles vorbildlich läuft 😉.

8

Ach so, und ich mache mir oft Gedanken darüber, ob vielleicht eine zu starke Reglementierung dazu führt, dass die Kinder nachher nicht von den Dingen weg zu kriegen sind. Bei einer Freundin stehen die Süßigkeiten immer auf dem Tisch, ich habe allerdings noch nie eines ihrer Kinder da dran gesehen. Vielleicht weil das so normal ist, dass sie daran gar kein Intresse mehr haben. Genau so wie bei meiner Freundin wo der Fernseher den ganzen Tag läuft. Die Kinder gucken überhaupt nicht hin weil es sie nicht interessiert. Da frage ich mich dann auch, ob das vielleicht der bessere Weg wäre... Alles zur Verfügung stellen um es uninteressant zu machen?!
Mein Problem dabei ist halt, dass ich früher selbst uneingeschränkten Zugang zu Süßigkeiten hatte und irgendwann so viel gegessen habe, dass meine Mutter die Sachen doch weg tun musste. Ich hab dann aber regelmäßig danach gesucht und sobald ich das Versteck gefunden habe, hab ich alles gegessen was da war. Das waren dann auch Mal mehrere Tafeln Schokolade... Ich habe halt Angst, dass meinen Kindern das gleiche passiert und ich weiß nicht, welcher Weg der bessere ist um das zu verhindern.

weitere Kommentare laden
9

Hey,

Im Netz ist man anonym unterwegs und kann sich natürlich immer besser darstellen, als es in der Realität ist.
Meiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass man von diversen Supermoms direkt nieder gemacht wird, wenn man etwas "falsch", also eben anders macht. Wenn man also nicht die volle Ladung Mombashing ins Gesicht kriegen will, ist man geradezu dazu verpflichtet zu lügen, flunkern und Halbwahrheiten zu erzählen.

Ich persönlich habe keinen Grund alles besser zu reden, als es bei uns ist.

Wir haben keinen Reboarder. Wir wollen auch keinen.

Meine Kinder haben von klein auf mehr oder weniger freien Zugang zu Süßigkeiten.

Der Fernseher läuft hier fast den ganzen Tag. Interessiert die Kinder weniger.

Ich koche nicht oft, vielleicht drei, viermal pro Woche. Trotzdem verhungern meine Kinder nicht, noch ernähren sie sich nur von Süßkram.

Ehrlich gesagt ist mir vollkommen egal, was andere davon halten. Es ist unser Leben, wir kommen wunderbar zurecht und meine Kinder sind völlig normal entwickelt und gesund.

Grüße, junalia

33

Das ist jetzt absolut nicht wertend gemeint, aber was esst ihr denn die restlichen Tage? 🤔

36

Brot, Brötchen, Toast, Lieferdienst? Man muss doch nicht umbedingt kochen um was vernünftiges zu essen 🤔

Ich sehe es übrigens ganz genauso. Bei uns wird zusätzlich auch das Thema Computer und Konsolen nie groß abgetan werden, da wächst er hier mit allem auf.

10

Naja das kommt halt auch immer sehr auf das Umfeld an, was man so hat. Und in welchen Kreisen man sich bewegt.
Ich muss sagen, ich habe vor allem viel Kontakt mit Leuten die mir sympathisch sind, und oft sind wir dann auch ähnlich in den Kinderthemen gestrickt.

Reboarder hat aber in meinem Umfeld leider auch keiner außer mir gehabt!
Vielleicht liegt es auch dran, dass es nähe München eben nicht sowas wie Zwergperten usw. gibt.
Das hat denke ich auch viel mit persönlicher Erfahrung zu tun. Ich kenne ein Kind das mit 9Jahren bei einem Autounfall starb und darum ist meine Motivation bzw mein Gefahrenbewusstsein in dem Bereich auch evtl höher als das anderer Mütter.

Und bzgl stillen reicht es mir z.B. wenn man einer Meinung ist: stillen ist die beste Nahrung für das Baby.
Und wie man das dann auslegt, ist individuell verschieden. In meinem Freundeskreis haben alle gestillt, aber fast keine solang wie ich (15mon), allerdings wurde das stillen als Wert und ideale Babynahrung nie in Frage gestellt sondern eher argumentiert, dass es für die Mutter nicht mehr tragbar war. Und das ist für mich auch total ok und widerspricht nicht meiner Meinung.
TV wird im Umfeld regelmäßig genutzt aber immer bewusst an- und ausgeschaltet und alle Freundinnen sind sich einig, dass es den Kindern nicht "guttut" aber eben hoffentlich nicht zu sehr schaden wird.
Ebenso mit Süßigkeiten. Werden gegeben aber mit "wachsamen" Blick.
Dass die eine Mutter da etwas strenger ist und die andere etwas lockerer.... seis drum.

Natürlich fällt mir auch auf, wenn eine andere Mutter etwas weniger belesen/informiert ist, und z.B. denkt, sie gibt ihrem Kind jetzt ja etwas "Gutes Gesundes" wenn es Quetschie und Fruchtriegel snackt. Dann ist manchmal der gute Wille da aber eben nicht das Wissen.
Ich denke da hapert es bei vielen Eltern eben an der Bildung bzw dem Wissen oder dem Geld.
Genauso ist es oft mit den Kindersitzen: Wenn die Eltern im Babymarkt beraten werden und einen vorwärtsgerichteten Sitz kaufen, haben sie kein schlechtes Gefühl: Der Verkäufer fand den Sitz doch gut und als sie gefragt wurden ob sie lieber rückwärts oder vorwärts wollen haben sie eben vorwärts gesagt und diesen Sitz präsentiert bekommen. Dann wird der schon recht sicher sein!

Man muss dazu auch sagen dass sich viele Dinge beim zweiten Kind einfach nicht mehr so umsetzen lassen. Das zweite Kind durfte früher fernsehen und Süßes essen, weil es im Alltag oft nicht anders zu organisieren ist.
Und eine Einzelkindmutter die dann ganz entsetzt ist, dass meine 1,5jährige schon ein Gummibärchen abbekommt oder gemeinsam mit der 3jährigen Bobo im TV anschaut klingt für mich auch etwas anstrengend....

11

Das kommt auf dein Freundeskreis drauf an. Reboarder hat sonst keine meiner Freundinen, gibts in meinem Heimtland eher nicht und wäre ihnen zu teuer. Lange gestillt haben fast alle, möglichst gesunde Ernährung auch. Wobei das auch stark vom kulturellen Umfeld abhängt. Dass die Welt und Internetforen nicht 1 zu 1 das Gleiche sind, dürfte einleuchten :)).

12

Hey,

Ich muss mich juju anschließen. Es klingt etwas herablassend. Toll, dass du das alles so machst, aber es gibt auch Gründe warum es andere Eltern anders machen. Denn sie haben ein anderes Kind 😊

Wir haben den Reboarder mit 1½ umgedreht, weil der Herr mega Theater gemacht hat. Er wollte rausschauen.

Süßigkeiten gab es ab 1 Jahr. In Maßen.

Familienbett wurde mit 1 Jahr aufgegeben, weil keiner mehr von uns geschlafen hat.... Wir schlafen nun beim Kind.

Ich hätte nie ein komplettes Jahr stillen können (beikoststart mit 6 Monaten).... Kind hatte Lust auf unser Essen... Komplett abgestillt mit 12 Monaten... Ist halt eine sehr individuelle Sache. Geht ja nach Interesse vom Kind.

TV gibt es hier auch. In maßen. So hart es klingt, aber Mama braucht auch mal 20 min für sich, für den Haushalt, für den Garten.

Jeder soll doch bitte es handhaben, wie es in sein Leben passt. Warum dieser Vergleich? Damit mach ich mir nicht leichter!
Und sowas gibt es übrigens sogar offline... Ich mag dieses mombashing nicht!

Du machst das toll, ich mach es toll und alle anderen auch. So wie es für alle passt.
Übrigens ist unser Zwerg fast zwei Jahre.

LG Audrey