Mit Baby auf die Malediven

Ein befreundetes Paar ist im Mai Eltern geworden. Sie fliegen im Dezember für eine Woche auf die Malediven. Dann ist ihr Kind noch nicht Mal 7 Monate alt. Sie sind vor kurzem innerhalb von Europa geflogen und sie sagten, dass alles easy war.

Nun haben sie gefragt ob wir mitkommen. Unsere wäre dann 13 Monate alt. Wir würden nachts per Direktflug hin fliegen. Vor Ort ginge es mit dem Wasserflugzeug weiter. Der Flug dauert aber nicht lange. Der Rückflug wäre tagsüber, ist aber auch ein Direktflug.

Ich schwanke zwischen absoluter Euphorie und gleichzeitiger Panik. Wir kommen beide aus dem Tourismus und Reisen gehörte Mal zu unserem Alltag. Ehrlich gesagt vermisse ich es wahnsinnig. Seit März 2020, der Beginn der Pandemie und meiner Schwangerschaft, sitze ich Zuhause und habe das Gefühl, dass das Leben an mir vorbei zieht. Die Aussicht auf so eine Reise würde mir wahnsinnig gut tun. Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob das nicht alles eine Hausnummer zu groß ist. Auf dem Hinflug hätte ich noch die Hoffnung dass sie schläft. Aber wie soll ich zurück 10,5 Stunden mein Kind beschäftigen, das auch nicht einfach still sitzen kann/mag. Mein Mann sagt immer nur "ein Flugzeug ist auch nur ein öffentlicher Raum", womit er ja Recht hat. Trotzdem finde ich die Vorstellung, dass mein Kind ausrastet, weil es etwas nicht darf/kann und 300 Leute werden Zeuge dieses Spektakels, sehr bedrückend. Ich mag mich aber auch irgendwie nicht mehr weiterhin Zuhause einschließen und mit meinem Kind die Öffentlichkeit meiden, weil ich denke, dass es nicht konform ist.

Wie gesagt arbeite ich im Tourismus und habe etliche Kunden, die mit ihren Babys und Kleinkindern solche Reisen machen. Ich denke jedes Mal "boah, seid ihr mutig" und verfluche mich selbst, dass ich immer nur Rücksicht auf die anderen nehme.

Würdet ihr so eine Reise machen? Oder habt ihr euch womöglich Mal getraut? Weil es mein erstes Kind ist, kann ich irgendwie auch nicht abschätzen wie es mit 13 Monaten sein wird. Aktuell robbt sie ununterbrochen durch die Wohnung und will alles anfassen und entdecken. Ich wüsste nicht wie ich es über so viele Stunden auf einem Fleck behalten könnte. Leider schreit sie auch noch recht viel, aber es wird immer besser.

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Anhand deiner anderen Beiträge haben unsere Töchter glaube ich ein ähnliches Temperament.
Meine Kleine ist nun 13,5 Monate und so ein langer Flug würde bei uns nicht klappen. Sie will nicht lange auf dem Schoß bleiben, ständig bespaßt werden, braucht oft nen Tapetenwechsel und wenn’s nicht nach ihrem Kopf geht, bekommt sie Wutanfälle vom Feinsten. Sie kann sich da so richtig reinsteigern.
Ich mag mir da gar nicht vorstellen, wie es im Flugzeug wäre.
Aber ich spreche natürlich von meiner Tochter, ich weiß nicht, wie deine mit 13 Monaten so ist. Allerdings haben so ziemlich alle Kinder zwischen 1 und 2 einen riesigen Bewegungsdrang, gekoppelt mit einer eher kurzen Zündschnur.

Meine Söhne sind 4 und 7. Mit ihnen könnte ich überall hinfliegen; kein Vergleich zu einem Baby/Kleinkind.
Die Zeit, wo du entspannt reisen kannst, wird sicherlich wieder kommen😊

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Schwierige Frage. Ich verstehe den Drang zu reisen, wirklich.
10.5 Stunden im Flugzeug mit einem einjährigen Kind ist sicher nicht unmöglich, aber anstrengend.
Wir sind auch vor kurzem mit einem Kind in dem Alter geflogen und es ist nicht zu vergleichen mit kinderlosen Zeiten. Kind auf dem Schoss während das Seatbelt sign leuchtet - anstrengend! Eng! Nervenfressen! Wir dachten auch, dass wir ihn dann viel über den Gang krabbeln lassen... War eine Fehleinschätzung, ständig wollte Personal oder Passagiere durch (verständlicherweise), wir haben nach 3 Minuten aufgegeben. Also sass das Kind auf unserem Schoss und beschäftigte sich mit dem Tablett und dem Kopfteil des Sitzes vor uns - wir waren eigentlich pausenlos beschäftigt zu verhindern, dass er nicht konstant auf den Sitz eintritt, einschlägt oder versucht der Person vor uns an den Haaren zu ziehen. Alles angebotene Spielzeug wurde mit Missachtung gestraft. Aus dem Fenster schauen ging nur bei Start und Landung, da war es einigermassen spannend. Und wir hatten noch Glück, dass es keine Turbulenzen gab und das Seatbelt sign nur bei Start und Landung leuchtete. Ich habe irgendwann fast im Fussraum gehockt, während das Kind auf meinem Sitz turnte (auf dem Rückflug flogen wir Business, das war durch den zusätzlichen Sitz etwas entspannter). Irgendwann ist er dann eingeschlafen, nach etwa 10 Minuten Geheule (Nerven behalten!). In diesen 60-90 Minuten ist mir fast der Arm abgefault, selber schlafen oder irgendwas anderes machen war nicht drin. Nichtmal ein Gespräch mit meinem Mann, zu gross war die Angst, das Kind könnte wieder aufwachen! Ablegen? Nichtmal auf den Sitz zwischen uns möglich gewesen, da er zum einfach drauf liegen schon zu gross war, ist halt kein kleines Baby mehr. Unser Flug ging insgesamt knapp halb so lang wie euer, wir mussten allerdings einmal umsteigen. Die doppelte Zeit wäre sicher schon irgendwie gegangen, aber von "die Erholung fängt schon im Flieger an" - keine Spur.
Wenn deine Bekannten vor kurzem geflogen sind, dann ja sicherlich mit kleinem Baby, dass man noch gut in der Babyschale ablegen kann und das noch zufrieden auf einer Packung Taschentücher rumkaut... Ich befürchte, dass ist kaum zu vergleichen mit einem 13 Monate alten Kind.

Ach ja, ein grosses "Highlight" war bei uns der erste Abend am Urlaubsort, als sich das Kind, welches sonst zwar mit Begleitung aber ohne viel murren einschläft, stundenlang in den Schlaf kreischte. Ich denke sehr ungern daran zurück! In der nachfolgenden Zeit besserte sich das zum Glück schnell, aber unser Sohn ist auch ziemlich unkompliziert, eigentlich.

Wir waren letztlich 3 Wochen im Urlaub, die doppelte Anreiselänge für nur eine Woche vor Ort - ich wäre mir unsicher.
Wir hatten übrigens auch noch die Oma und Tante und Onkel vor Ort, sodass unser Kind auch Mal stundenweise von ihnen betreut werden konnte. Ansonsten haben mein Mann und ich, abgesehen von einigen sehr schönen Ausflügen, den Urlaub mehr nebeneinander als miteinander verbracht, da eine Person konstant das Kind bespassen musste. Ich bin mir jetzt unsicher was Aktivitäten auf den Malediven angeht, aber ich schätze ihr werdet auch die meisten Dinge getrennt machen müssen, also einer geht schnorcheln, während der andere mit Kind im Sand buddelt. Der Strand ist aber bestimmt super für euer Kind!

Wenn ihr die Strapazen der An- und Abreise nicht scheut, dann seid euch bewusst, dass nur ein minimaler Bruchteil des Urlaubs so erholsam werden wird, wie vor dem Kind (es sei denn ihr gebt es in irgendeine Ganztagsbetreuung). Ob es sich für euch lohnt, könnt nur ihr wissen. Ich persönlich würde eine so lange Anreise nur mit entweder wesentlich kleinerem Baby (schläft viel) oder schon etwas grösserem und verständigerem Kind angehen. Eine Woche vor Ort finde ich auch etwas knapp, aber auch das müsst natürlich ihr entscheiden.
Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung!

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100% Zustimmung!!!!

Wir waren in Italien als Mausi 15 Monate alt war und selbst diese kurze Anreise und Flugzeit war mega stressig.

Malediven ist doch eigentlich Strand, Entspannung und sonst nicht so viel, oder? Stelle ich mir mit einem 13 Monate alten Kind eher suboptimal vor.

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Dann lieber Urlaub mit Oma (von mir aus im Pott), wo die Oma das Kind beschäftigt und man selbst Netflix gucken kann 🤪.

Meine Tochter ist noch jünger daher kann ich mich dazu nicht äussern.

Ich glaube ich würde es von der Aufenthaltsdauer abhängig machen. Je einen Tag An-/Abreise für 7 Tage Aufenthalt wäre mir glaub zu stressig. Zudem kann man im Flugzeug ja auch nicht so viel mitnehmen, so dass man auf das Kinderangebot vor Ort angewiesen ist. Aber da kann man sich mit dem anderen Paar sicher reinteilen.

Malediven würde ich dann glaub eher ohne Kind mal machen, aber mit ist es vermutlich weit entfernt von dem Entspannungstraum.

Vielleicht wäre besser in Winterurlaub investiert mit Schnee, Schlitten, Weihnachtszeug und co? Das wäre näher und das kann man sicher mal so 4-5 Tage gut machen.

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Hi 😊 müssen es denn gleich die Malediven sein? Vielleicht wäre ein näheres (und günstigeres 😄) Ziel für den Anfang besser. Bei unserem ersten Urlaub mit Kind (da 11 Monate) sind wir ca. 5 Stunden mit dem Auto nach Italien gefahren - und es war schon anstrengend genug, denn zumindest unser Kind tut sich wahnsinnig schwer so lange zu sitzen. Und wie im Beitrag vorher kann ich auch nur bestätigen, dass mindestens einer von uns immer mit dem Kind beschäftigt war, so richtig erholsam war der Urlaub jedenfalls nicht, da hätte mich eine so lange Reise auch eher gestresst.
Wir haben vor den Kindern auch gerne große Reisen gemacht, aber für mich persönlich ist da halt jetzt einfach mal für ein paar Jahre Pause damit, wenn die Kinder größer sind und sich auch mal eine Weile selber beschäftigen können sieht das bestimmt wieder anders aus.

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Irgendwie sind wir da absolut entspannt… und froh drum…
Wir reisen ganz normal. Ob Kanarische Inseln oder eben Langstrecke Mexiko über die USA-wieso sollte es mein Kind nicht kennen lernen,damit umgehen lernen und genauso Urlaub genießen,wie ich?!
Unsere Kinder lieben Erholungsurlaub mit Strand und Meer. 🤷🏻‍♀️
Mit 8 Wochen wurde hier das erste Mal geflogen. Inzwischen ist das dritte Kind da und wir handhaben das genauso. Wir brauchen alle Urlaub. Auch Kindern tut es gut. Gerade jetzt! Ich bin definitiv pro Fliegen.
Hier gehts über Weihnachten nach Mexiko-Mini ist dann 5 Monate.
Und ich freu mich riesig!

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Berichte doch mal, wie das bei euch aussieht mit der Bespasung des Kleinkinds, das wäre jetzt interessant :)
Und wie kriegt ihr es zum schlafen auf Langstrecke?

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Hallo,

Wir waren mit unserem Sohn für 4 Wochen in den USA als er 13 Monate alt war und mit unserer Tochter als sie 9 Monate alt war.

Den Flug haben wir in beiden Fällen als unkompliziert betrachtet. Wir hatten im Flugzeug die erste Reihe gebucht, da ist wesentlich mehr Platz und das Kind kann vor den Sitzen auf dem Boden spielen. Außerdem waren die Flüge glücklicherweise nie ausgebucht sodass wir meist einen Sitzplatz mehr hatten.
Die Nachtflüge haben die Kinder jeweils verschlafen, in der ersten Reihe besteht die Möglichkeit ein Bettchen einzuhängen, das funktionierte ganz wunderbar.

Urlaub mit Baby ist natürlich ganz anders als Urlaub als Paar, aber wir mögen es trotzdem.

Allerings würde ich eine solch strapaziöse Anreise nicht für eine Woche machen. Dann hat man sich gerade akklimatisiert und muss schon wieder zurück, das stünde für mich besonders mit Baby nicht im Verhältnis.

LG

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Wir waren mit unserer 9 Monate alten Tochter auf Sri Lanka. Dort sind wir einen Monat herumgereist (individuell, keine Luxushotels). Das hat super geklappt.
Bei Fragen kannst du dich gerne melden. 😊

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Wir waren aber auch vor den Kids immer viel unterwegs (z. B. mit Rucksack /Fahrrad). Wenn der kleine ein gutes Jahr alt ist, planen wir uns mit beiden ein halbes Jahr durch Asien treiben zu lassen und mit dem Rad von Budapest ans Schwarze Meer wollen wir auch noch. Vor den Kindern haben wir es nur von der Donauquelle bis Budapest geschafft, dann war ich schwanger. 😅

Ich glaube es kommt darauf an, was man von einer Reise erwartet (Entspannung, Abenteuer, gemeinsame Zeit...), wie entspannt oder angespannt man ohne Kinder unterwegs wäre und wie das Kind so drauf ist.
Entspannen kann man sich wahrscheinlich in einem Ferienhaus in Europa besser. Die Malediven wären mir ohne zu tauchen/schnorcheln etwas öde, da man ja sonst kaum was machen kann und das geht dann ja nur abwechselnd. Ich glaube für mich persönlich würde dann das Preis-/Leistungsverhältnis nicht so passen.
Viele liebe Grüße und einen schönen Urlaub!

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" und das geht dann ja nur abwechselnd."

Aber sie haben ein befreundetes Paar dabei, dass auch ein Kind hat, das sehe ich hier als großen Vorteil, denn da hätte man jemanden beim Schnorcheln und Aufpassen dabei oder man wechselt sich mit dem Aufpassen sogar pärchenweise ab, also ein Paar bespaßt beide Kinder, sodass das andere Paar etwas Zweisamkeit genießen kann.

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Es wurde ja schon einiges gesagt.

Ich persönlich würde es auch nicht tu. Die Malediven rennen nicht weg. Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen, dennoch weiss ich, wie meine bald 13 Mte alte Tochter momentan drauf ist. Undenkbar sie auf dem Sitz festzuhalten.
Wir persönlich schieben solche Fernreisen auf eine Zeit, wenn sie 4 bis 6 Jahre alt ist. Da freuen die sich einen Ast ab das TV Programm durchzuschauen und können sich mit diversen Sachen sitzend beschäftigen.

Und abgesehen von der Anreise, ist es KEIN Urlaub, wenn das Baby mobil ist. Dann lieber früher oder viel später.

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Mit meinen 3 Kindern wäre das mit nem halben oder dreiviertel Jahr noch gegangen. Aber nachdem sie mit etwa 11 Monaten gelaufen sind wäre das unmöglich gewesen über so einen langen Zeitraum im Flieger. Das kommt aber denk ich auch aufs Kind an. Mit persönlich wäre es den Stress aber nicht wert.

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Hallo,

Wie schon geschrieben wurde, ist ein himmelweiter Unterschied zwischen einem so kleinen Baby und einem einjährigen Kind... Ich persönlich würde mir etwas schönes mit kürzerem Flug suchen oder alternativ einen redeye nehmen in der Hoffnung, dass das Kind dann die meiste Zeit schläft. Was ich mir definitiv gönnen würde, wäre ein eigener Sitz schon allein um Platz zu haben bspw für Spielsachen etc.

In Zeiten von Covid wäre ich mir auch ein wenig unsicher mit der medizinischen Versorgung vor Ort - und das obwohl mein Mann Arzt ist und ich in den Endzügen des Medizinstudiums... Aber grundsätzlich finde ich, dass man Dinge ausprobieren sollte, wenn sie einem wichtig sind. Die meisten unken immer herum ohne es selbst jemals versucht zu haben.

LG :)