Regulationsstörung, was ist richtig?

Hey zusammen,

mein Kleiner wird am Sonntag 4 Wochen alt. Laut Kinderarzt hat er eine Regulationsstörung.

Er ist ständig am schreien, schläft nachts nicht, ich kann ihn nicht ablegen und er will oft die Flasche.
Er schläft nur in meinem Arm und auch nur dort kann ich ihn beruhigen.

Ich bin dadurch ziemlich am Ende. Kein Schlaf und kann nicht mal auf die Toilette.
Mein Mann kommt erst spät Abends von der Arbeit.

Jetzt wirft mir meine Mutter vor, dass ich ihn zu wenig beschäftigen würde und er nicht immer auf meinem Arm schlafen will.
Das ist langweilig.
Ich soll mit ihm spazieren, ihn in die Wippe legen etc.

Das habe ich auch schon alles probiert, aber ob Wippe oder ähnliches, er fängt nach kurzer Zeit an zu schreien.

Klar Lauf ich auch mit ihm rum und zeig ihm sein Zimmer und seine Kuschelbären, aber viel kann er damit noch nicht anfangen und dann fängt er auch wieder an zu schreien.

Das einzige was ihn beruhigt ist die Flasche und wenn er auf meinem Arm einschläft.

Kinderwagen beruhigt ihn auch, aber ich bin so kaputt, dass ich wirklich Mühe habe mich aufzuraffen... und danach ist er ja nicht ruhiger. Das ihm das gut tut ist mir schon bewusst, aber es ist keine Hilfe, damit er hier ruhiger ist...

Also, was soll ich jetzt tun? Weiterhin mit ihm kuscheln und auf dem Arm haben oder mehr mit ihm beschäftigen, also spazieren, singen, erzählen....

Ich weiss nicht, was richtig ist.

1

Ich würde den Tag so verbringen, wie es für euch am besten machbar ist und alle unnützen Tipps ignorieren. Klar, rausgehen tut manchmal gut, aber sonst ist Entertainment bei einer Regulationsstörung eher noch zusätzlicher Stress. Die Babys reagieren auch sehr sensibel auf die Anspannung der Eltern, es ist also nicht nur wichtig zu schauen, wie es dem Baby am besten geht, sondern auch wie du selbst am besten damit umgehen kannst.

Hast du es mit einer Trage probiert? Wenn er in der Trage ist, hast du die Hände frei, um dich selbst mit Essen zu versorgen und auch auf die Toilette zu gehen. Wenn er nicht abgelegt werden will, würde ich das nicht unnötig erzwingen, das macht es nur noch schlimmer. Wie macht ihr es denn nachts? Ist er bei dir?

2

Huhu

Ich hab zur Zeit das gleiche Problem mit meinem Sohn (6 Wochen alt).

Bei uns hilft auch die Trage / das Tragetuch. Da ist er auch zu Hause drin, wird geschaukelt und ist nah an uns dran.

Zum runterkommen mag er auch die White Noises. Dafür gibt es diverse Apps zb, bei unserem Kleinen ist das Geräusch vom Geschirrspüler super,oder das von einer Abzugshaube.

LG Nalea

3

Hallo,

wenn du zu müde bist um raus zu gehen, dann lass es. Ich habe ein Baby was nicht gerne in der Trage bzw Kinderwagen liegt und habe auch nicht jeden Tag Lust, mir das Geschrei an zu tun. Mein Umfeld redet auch die ganze Zeit auf mich ein. Aber die sind ja nicht in der Situation und müssen den Ablauf mit Baby meistern. Kann deine Mama dich evtl unterstützen? Sie kann ja auch Mal den kleinen im Arm schlafen lassen.

Versuche deinen Weg zu finden und verschiedene Sachen auszuprobieren. Ich kann meine kleine auch nicht ablegen und gehen. Aber wenn ich mich daneben lege geht es. Ich schläfere sie über den plezzi ball ein und lege mich mit ihr hin. Ich muss so um die 10 min warten dann geht es. Evtl Schnuller probieren.

Kopf hoch. Es wird besser. Vielleicht kann dein Mann auch Urlaub nehmen, um die zu unterstützen. Gerade die Anfangszeit ist hart.

4

Also wir haben/hatten auch sehr damit zu kämpfen, aber inzwischen haben wir viel darüber gelernt wie sie die Welt erfährt und das macht es uns allen einfacher. Bei uns ist es so, dass sie wahnsinnig neugierig ist und alle sehen uns erfahren will, dabei verpasst sie leider den Punkt an dem es ihr zu viel wird. Wendet eurer den Kopf irgendwann ab, wenn ihr mit ihm spielt? Unsere hat das erst jetzt, mit über 4 Monaten, gelernt. Vorher mussten wir sehr intensiv auf mögliche Anzeichen achten und dann gezielt die Reize möglichst ausschalten.

Vielleicht ist ja ein Besuch in einer Schreiambulanz was für Euch? Wir waren bisher nur zum Vorgespräch, weil es bei uns insgesamt etwas komplizierter war, aber ich glaube dort geben sie einem gute Techniken an die Hand.
Nach meiner Erfahrung wird es in jedem Fall besser!

5

Ich bin da ganz und gar nicht bei deiner Mama. Dein Kleiner ist doch erst 4 Wochen alt - wie soll er sich da schon langweilen können? Er kommt immer noch an, alles neu, alles anders, alles viel. Desto weniger Reize, desto besser.

Also hör auf dein Bauchgefühl! Er will Nähe? Gib ihm Nähe. Pack ihn in ein gutes Tragetuch und geh zB so mit ihm raus. Glaub mir, Spaziergänge sind eine unfassbare Wohltat für dein Gemüt. Mir hat die erste Zeit jeder Spaziergang, egal, wie erschöpft ich war und geglaubt habe, keinen Meter laufen zu wollen, den Arsch gerettet. Geh zB immer direkt nach dem Aufstehen morgens, falls das sehr früh bei euch sein sollte. Ich bin oft 7 Uhr morgens raus, wenig los, somit für mich weniger innerer Stress, wenn es Gebrüll gab.

Du packst das!!! Es wird besser 🍀🍀🍀🍀

6

Hi du ☺️

Hast du die mal Gedanken über eine federwiege gemacht?
Wir haben die swing2sleep und damit hatten wir wieder ein Leben 😂
Baby schläft gut darin und ist somit ausgeglichener über den Tag. Hab ich jetzt schon beim 2. Kind und keinen Moment bereut.
Falls es für dich in Frage kommt, warte nicht zu lange damit, nicht, dass dein Baby es nicht mehr akzeptiert.
Ich glaube man kann die Wiege Auch erstmal leihen

Liebe Grüße ☺️

7

Hallo, unsere Tochter ist jetzt 4,5 Monate und hat auch eine Regulationsstörung. Es ist schon deutlich besser geworden, als Schreibaby würde ich sie jetzt nicht mehr bezeichnen. Bei uns war es anfangs sehr wichtig, Routine und Ruhe reinzubringen. Regelmäßige Schläfchen, immer derselbe Tagesablauf. Es ist zwar langweilig, aber uns hat es geholfen. Ich habe sie viel in der Trage/im Tuch gehabt, so hatte man die Hände frei (geduscht hab ich morgens schnell, wenn mein Mann noch da war). Wenn "Ausflüge", dann nur eine ruhige Runde um den Block. Wenn sie wach war, wurde gespielt, aber eher an einem festen Platz und nur ein zwei interessante Spielzeuge, also keine wilde chaotische Bespaßung 😃 wie gesagt, regelmäßig dafür gesorgt, dass sie ein Nickerchen macht, gerne auch den Pezziball zum runterkommen, wenn sie dann doch mal aufgedreht war. Haben eher ruhig gesprochen, keine Spieluhr oder Gesang.
Wir hatten keinen Termin in der Schreiambulanz bekommen, also haben wir selbst nach Lösungen für uns gesucht 🙂
Zum Abschluss noch: es war besonders lästig, dem Umfeld zu erklären, was es mit einer Regulationsstörung auf sich hat. Wir hatten kein Ohr für die nett gemeinten Ratschläge, denn keiner hatte bei uns Erfahrungen mit einem echten Schreibaby/Regulationsstörung. Haben uns nicht reinreden lassen, sondern auf unseren Bauch und unser Herz gehört 🙂 sry für den langen Text 😃

8

Das fühle ich so sehr!
Nur das mit der Musik läuft bei uns anders - heißer Tipp: „Calming instrumental Covers“, läuft den halben Tag bei uns. Beruhigt die Erwachsenen -> beruhigt das Kind! Und man kann es zwischendurch super ausblenden.

9

Wie kommt man auf die Idee, dass es einem 4 Wochen alten Säugling langweilig sein könnte? 🙈 Die sind doch noch damit beschäftigt richtig auf der Welt anzukommen. Und was hilft da besser, als die Nähe von der aus dem Mutterleib vertrauten Mama?

Hör in dich rein und tue dass, was sich für euch am besten anfühlt.

Wenn er sehr viel schreit, vielleicht sind da Noise-cannceling Kopfhörer eine Option für dich? So ab und an mal mit schöner Musik oder Hörbuch zum runterkommen.

Und evtl. ein Besuch bei einem Osteopathen, der auf Babys spezialisiert ist?

Alles gute dir und viel Kraft! Die Zeit geht rum!