Besuche von oder bei Außenstehenden: Bin ich zu ängstlich?

Hallo Ihr Lieben,

wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere 3.5 Monate alte Tochter bei Besuchen von Großeltern, Freunden usw. schnell überreizt ist. Das äußert sich dadurch, dass sie plötzlich sehr weinerlich wird und kaum schläft und abends lang braucht, bis sie einschläft. Daher habe ich insbesondere meine Eltern gebeten, die Besuche auf 2-3 Stunden zu begrenzen und nicht permanent auf meine Tochter einzureden. Meine Eltern sind nun sauer und werfen mir vor, ich wäre da zu empfindlich und müsste meine Tochter eher abhärten, indem ich die Besuchszeiten nicht begrenze (schließlich sind sie ja "Familie", da müsse sich die Kleine dran gewöhnen...bei anderen funktioniert das ja auch). Ich tue mir damit schwer, weil, wenn meine Eltern wieder gehen, habe ich ein weinendes Kind, dass sich erst nach 1-2 Stunden beruhigt.

Bin ich da zu empfindlich? Ich möchte ja auch, dass es meiner Tochter gut geht und sie mit den Besuchen etwas positives verbindet.

Serena

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Ich habe für deine Eltern nur Unverständnis übrig.
Warum um alles in der Welt muss sich ein Baby mit ihrem Übertriebenen Bedürfnis den Baby-Animateur zu spielen abfinden?!
Zu Menschen, denen an den Bedürfnissen und Wohlbefinden meines Kindes so wenig liegt, habe ich den Kontakt rigoros eingeschränkt.

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Da bin ich auch kurz davor.....Wenn ich argumentiere, dass es für die Kleine Maus zuviel ist, bekomme ich nur so blöde Fragen, wie: "Vielleicht hat sich auch Hunger, weil deine Milch nicht reicht und weint deshalb" usw. #zitter

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Diese Reaktion ist unverschämt. Problem ist der Egoismus der Großeltern.
Hast du das mal mehr oder weniger deutlich gesagt?

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Hallo!
Das war bei uns auch so bis er 10 Monate war circa.
Die Besuche gingen zwar nie länger als 2 Stunden, aber das ganze übertriebene Späßchen machen usw war einfach zu intensiv für ihn und er war dann auch am Abend überreizt.
Verständnis dafür habe ich keins bekommen, obwohl ich es immer wieder wiederholt habe und einfach darum gebeten habe, ruhiger zu machen. Ging wohl in ein Ohr rein und wieder raus. Nur meine Mutter hat Rücksicht drauf genommen.
Zum Glück ist diese Phase vorbei.
Viel Erfolg wünsche ich dir!
Liebe Grüße

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Danke für deine schnelle Antwort. Ich hätte nie gedacht, dass Andere, insbesondere Eltern, immer alles besser wissen. Dabei ist jedes Kind doch anders und das muss man respektieren. Mein "Traum" vor der Geburt war auch, dass ich mit dem Baby entspannt im Café sitze, gemeinsam zum Sportkurs gehe und jeden Tag Freunde treffe. Aber für meine Tochter ist das einfach zu viel und letztlich muss es ihr damit gut gehen. Die Zeit der langen Besuche usw. kommt ja irgendwann wieder und ich kann warten. Das erwarte ich auch von meinen Eltern und anderen.

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Hier prallen einfach zwei Bedürfnisse aufeinander: Einmal die von deinem Kind und dann der Egoismus der Großeltern, die meinen sie hätten ein Anrecht auf das Kind und es stünde ihnen zu bestimmte Sachen machen zu müssen. Das ist wohl nicht so unüblich und in meinen Augen spricht hier wirklich nur Egoismus aus den Menschen.

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Du scheinst die Situation perfekt einschätzen zu können und kennst dein Kind besser als jeder andere. Ich finde, du solltest machen, was DU für richtig empfindest und entsprechend haben sich die anderen daran zu halten.

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Es ist so ei urbia-Phänomen, dass Großeltern im Babyalter Außenstehende und Fremde sind, die dem Baby nicht gut tun und es und seine Bedürfnisse nicht verstehen können und dann im Kleinkindalter sind die Großeltern dann so distanziert und stehen leider nicht als Babysitter zur Verfügung, obwohl sich die Mutter doch sooo sehr eine gute Beziehung gewünscht hat...

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Von der Seite habe ich das auch schon betrachtet.....Allerdings kam ich da zu dem Ergebnis, dass enge Bezugspersonen eines Babys in den ersten Monaten die Eltern sind und andere mehr oder weniger permanent anwesende Personen (Geschwister usw.). Großeltern kommen höchstens (also so ist das bei mir) alle 1-2 Wochen zu Besuch für eine begrenzte Zeit. Vermutlich kann sich das Baby gar nicht mehr an den letzten Besuch erinnern oder an die Großeltern gewöhnen und daher kann man vermutlich an der Situation nicht viel ändern. Zur Info: Meine Eltern wohnen 100 km weit weg.

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Nö, das ist kein urbia-Phänomen.
Großeltern, die keinerlei Rücksicht nehmen und ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergund stellen, gibt es zuhauf.

Dass sie Fremde sind, hat niemand gesagt. Dass permanentes Überreizen dem Baby nicht gut tut, ist nun mal so - da ändert auch der Status "Großmutter/Großvater" nichts dran.

Dass im Kleinkindalter dann eine Distanz vorliegt, ist einfach nur grober Unsinn.

Die TE spricht nirgends von komplettem Fernhalten. Dann wäre ich bei dir.
Es geht hier aber schlicht um etwas ganz Anderes.

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Hallo 👋 ja, es ist wahnsinnig anstrengend, Anderen zu erklären, wieso man so handelt, wie man handelt, wenn das Kind schnell überreizt ist. Mein Mann und ich können da ein Lied von singen, unsere Kleine hat eine Regulationsstörung. Du handelst in meinen Augen genau richtig, wenn du Besuch auf ein oder zwei Stunden reduzierst. Es muss für andere Personen auch mal reichen, das Baby nur anzuschauen oder mal ein paar Minuten ruhig im Arm zu halten. Für das Kind ist Besuch an sich schon Trubel genug. Und ich bin auch der Ansicht, wenn ein Baby nicht mit Eindrücken erschlagen und gestresst wird, dass es dann erst recht eine positivere Verbindung mit, in diesem Falle, der Familie herstellt.
"Bei anderen funktioniert das auch" setzt euch nur unter Druck, da sollten deine Eltern das Verständnis haben, dass halt nicht jedes Kind gleich ist, sondern unterschiedliche Bedürfnisse hat. Habe den Eindruck, es ist vor allem schwierig, die Generationen vor uns aufzuklären. DU bzw. IHR beide wisst, was gut für euer Kind ist und seid meiner Meinung in der Verantwortung, ein geborgenes Umfeld und Sicherheit zu schaffen 🙂 und wenn's dann halt nur ein kurzer Besuch ist.
Es ist auch nicht für ewig, es wird besser 😊

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Finde deine Einstellung völlig in Ordnung

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War hier genau das gleiche 😒 Meine Tochter war auch schnell überreizt und Schwiegereltern wollten/konnten das nicht akzeptieren. Ich bin dann einfach immer seltener hingegangen weil es anders nicht ging. Auch heute noch ist die Zeit die meine Tochter dort verbringt begrenzt, zwar auch über Nacht, aber niemals 2, weil es für sie zuviel ist. Verstehen sie glaub ich auch nicht unbedingt, ist mir aber egal. Ich kann mein Kind da am besten einschätzen.
Ich habe mich oft und lange darüber geärgert, mittlerweile ist die Tochter 3 und geht total gerne hin und den Groll von damals kann man auch vergessen.

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Nein, du bist nicht zu empfindlich und nein, dein Kind muss auch nicht abgehärtet werden. Zwei Stunden Besuch der Großeltern, welche die kleine Maus überfordern, reichen vollkommen aus. Ich finde es furchtbar, wenn frischgebackene Großeltern die Kleinen ständig stundenlang halten, bespaßen und überreizen und das nur, ja weil sie die Großeltern sind? Na und? Es ist euer Kind und ihr habt Sorge zu tragen, dass es der Kleinen gut geht.
Wenn wir mit Junior bei den Großeltern waren, wurde er ständig begrabbelt, selbst beim Schlafen, tausend Spielzeuge hielt man ihm vor die Nase und die Großeltern streiten sich fast jedes Mal wer ihn zuerst und länger durch die Gegend tragen darf. Im Endeffekt hatte ich abends ein völlig überreiztes Baby, was die halbe Nacht durchgeschrien hat.
Mein Partner hat dann dazu etwas gesagt und nun geht es etwas ruhiger zu. Enkelkinder sind nicht zur Unterhaltung der Großeltern auf der Welt sondern eigene kleine individuelle Persönlichkeiten.
Ich bin da ganz auf deiner Seite.

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Du beschreibst die Situation perfekt:

"Wenn wir mit Junior bei den Großeltern waren, wurde er ständig begrabbelt, selbst beim Schlafen, tausend Spielzeuge hielt man ihm vor die Nase und die Großeltern streiten sich fast jedes Mal wer ihn zuerst und länger durch die Gegend tragen darf. Im Endeffekt hatte ich abends ein völlig überreiztes Baby, was die halbe Nacht durchgeschrien hat."

So ist es bei uns auch....

Ich kann mich noch erinnern, als die Kleine 2 Wochen alt war, und sich meine Eltern darüber gestritten haben, wen die Kleine länger angesehen hat. #schrei Dabei sieht die Kleine in dem Alter doch gar nichts bzw. nicht viel!!

Letztens waren sie da und nach 3 h Babyanimation hat die Kleine einen Schreianfall bekommen: Ich hatte die Kleine dann auf dem Arm zum Trösten und meine Mutter ist die ganze Zeit hinter mir hergelaufen und hat das schreiende Kind noch zugetextet. Ich bin dann mit ihr ins Schlafzimmer und mein Mann kam kurzfristig von der Arbeit nach Hause, um die Eltern heimzuschicken.

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Nach 3 Stunden Babyanimation hätte Junior sicher auch einen Schreianfall bekommen. Ich gehe ihn dann während des Besuchs öfter stillen, damit er einem Moment Ruhe hat und runter kommen kann. Sie meinen es ja lieb und es ist ihr erstes Enkelkind aber trotzdem, man muss doch die Befindlichkeiten eines Babys akzeptieren. Es ist doch nicht zur Unterhaltung der Großeltern auf der Welt. Ich hoffe, dass deine Eltern sich langsam zurückhalten. Wie gesagt, die Besuchszeit zu begrenzen finde ich auf jeden Fall sinnvoll.

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Hallo,
bei uns war es auch so. Wir mussten die Besuchszeit eingrenzen bzw. ging es nur bis zu einer gewissen Uhrzeit.
Wir haben Besuche von der Stundenzahl auch eingegrenzt bzw. ab einer gewissen Uhrzeit war auch Schluss.
Das wird mit zunehmend Alter des Kindes doch immer besser und die kleinen kommen immer besser damit zurecht.
Ich finde die Bedürfnisse deines Kindes und die Signale die es Sendet sind jetzt erst einmal wichtiger.

Bei uns war es auch nicht immer so einfach und manche musste man gefühlt raus kehren. Aber wir haben es bis es besser war mit unserem Sohn so gemacht, dass wir zu diesen Personen vermehrt gefahren sind.

Das Unverständnis usw. haben wir ignoriert.
Es wurde mit der Zeit besser.