3 Monate altes Baby eine Nacht bei Oma- zu früh?

Hallo!
Aus beruflichen Gründen muss mein Mann einen Tag ins Ausland (2-Stunden-Flug). Es wäre gerne gesehen, wenn er in Begleitung, also mit mir kommt. Wir sind jetzt am Überlegen, ob das vertretbar ist.
Wir haben eine 22 Monate alte Tochter und ein 3 Monate altes Baby. Beide Großeltern sind sehr stark in die Erziehung miteinbezogen, wir wohnen alle nebeneinander. Die Große liebt beide Omas, ist auch schon mit beiden mal schlafen gegangen. Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht alleine war sie aber noch nie. Selbst bei der Geburt ihres Bruders habe ich sie noch selbst hingelegt, bin nachts ins KH und war am Nachmittag wieder zu Hause. Dennoch: ich sehe es in ihrem Falle als gute Gelegenheit, es auszuprobieren. Der Zeitraum ist ja nicht lange.

Unschlüssig bin ich mir beim Kleinen. Er wird voll gestillt, nimmt aber problemlos die Flasche. Auch er wird untertags oft von den Omas herumgetragen und schläft in deren Armen ein. In der Nacht wacht er meistens nur 1 mal auf. Ich habe nicht das Gefühl, dass er schon sehr stark unterscheidet und mich vermisst, wenn er bei jemand anderem ist. Trotzdem ist er halt erst 3 Monate alt. Kann das was mit unserer Bindung machen?
Findet ihr eine Nacht weg von einem Säugling vertretbar, wenn er in liebevollen Händen ist?
Man hört oft, dass Frauen ihre 6,7, 8 Monate alten Kinder alleine lassen, damit scheint niemand ein Problem zu haben, dabei erleben sie die Trennung in dem Alter doch bereits viel bewusster, oder?

Bin gespannt über viele Meinungen, Tips, Erfahrungen!

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Tatsächlich habe ich mein Kind erst über Nacht weg gegeben, als es das von sich aus wollte. Vorher wäre es nur in einer Notsituation für mich angebracht gewesen.

Ein paar Punkte die mir so einfallen:
- Würden es sich die Großeltern überhaupt zutrauen, mit zwei so kleinen Kindern allein zu sein? Ihr könntet ja nicht schnell mal kommen, wenn es doch nicht klappt. Bei uns würden sich das keine Großeltern zutrauen.
- Was machst du beispielsweise, wenn die Flasche von Oma dann doch nicht akzeptiert wird?
- Bedenke, dass du auch eine Milchpumpe mitnehmen oder dir Zeit zum Milch ausstreichen nehmen müsstest.
- Schlafen beide Kinder verlässlich in der Nacht durch? Vor allem das Baby neigt eventuell zu Clusterfeeding wenn viele ungewohnte Situationen zu verarbeiten sind und der sichere Hafen „Mama“ nicht verfügbar ist. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass meine beiden Kinder in dem Alter keinen Tag ohne mich geschafft hätten. Die Große war da noch unkompliziert, brauchte aber beim Schlafen durchgehend körperkontakt. Die Kleine hat zum Einschlafen auch mit 6 Monaten noch ihre Clusterfeeding Stunde am Abend, mit 3 Monaten waren es noch 3h. Das hätte kein Papa oder Oma übernehmen können.

Alles in allem würde ich dieses Experiment mit zwei so kleinen Kindern auf diese weite Entfernung nicht wagen.

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Danke für die Antwort!
Zutrauen würde ich es den Omas allemale. Sie wären zu zweit, also jede könnte sich auf 1 Kind konzentrieren. Meine Schwiegermutter ist sehr gut mit babys, sie hat 4 Kinder und mittlerweile 11 Enkel, also ein echter Profi. Flasche geben hat sie schon mehrere Male probiert.
Beide Kinder schlafen nicht regelmäßig durch. Die Große immer öfter, aber gerade wenn ich nicht da bin, könnte ich mir vorstellen, dass sie öfters wach wird. Aber beide Großeltern sind ihr sehr vertraut, traumatisch oder besonders schlimm kann es, denke ich, für sie nicht sein.
Der Kleine ist meistens sehr angenehm. Heute hat er zb von 23 - 6 Uhr geschlafen, dann getrunken und jetzt schläft er wieder. Es gibt aber natürlich auch andere Nächte. Schlimmstenfalls hätte die Schwiegerma halt eine schlaflose Nacht und müsste ihn herumtragen. Hört sich egoistisch an, ist es evtl auch, aber es geht um eine Nacht, da hab ich kein besonders schlechtes Gewissen. Mir geht's mehr um das Wohlbefinden der Kinder als das der Betreuenden. Sie kann ja dafür am nächsten Tag bis Mittag schlafen, die Oma.

Bezüglich Mama brauchen: das Gefühl, dass er explizit mich brauchen würde, habe ich beim Kleinen noch gar nicht. Er braucht Körperkontakt, es muss aber nicht meiner sein. Ich denke das kommt erst später.

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Ich kann nur von uns berichten.

Bei meiner Tochter habe ich damals von Anfang an meine Eltern mit einbezogen. Sie wohnten unter uns, daher hatten sie auch täglich Kontakt und eine gute Bindung. Es gab nie ein Problem, wenn meine Tochter mal eine Nacht bei ihnen war. Als sie 6 Monate alt war, bin ich zurück zur Uni und war somit anderthalb Tage (inklusive Übernachtung) nicht da. Meine Eltern haben in der Zeit auf sie aufgepasst.

Es hat ihr generell gut getan, denn es gab nie Probleme mit der Eingewöhnung in der KiTa, sie hat auch immer gern außerhalb übernachtet.

Also, ich würdr es wagen und durchaus auch generell öfter mal so handhaben.

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Hi 🙂
Unsere Tochter ist 12 Monate und war noch nie über Nacht weg, das wollen wir auch die nächste Zeit noch nicht. Ich finde es aber auch garnicht schlimm wenn die Kinder schon früh zu Oma oder Opa gehen. ( Meine Nichten z.B. waren sehr früh und regelmäßig über Nacht bei den Großeltern und es hat immer gut geklappt)

Den Flug sehe ich eher als größeres Problem. Sollte etwas nicht klappen, v.a. bei deiner großen Tochter finde ich es nicht gerade optimal das du nicht zurück kannst und sie abholen kannst. Das würde mir echt Bauchschmerzen bereiten.
Solltest du dich dazu entscheiden mit deinem Mann zu fliegen würde ich vorher schonmal eine "Probeübernachtung" machen. Auch wenns es tagsüber immer gut klappt weiß man ja nicht wie es Nachts ist.

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Dass wir im Notfall nicht gleich wieder da sind macht auch mir Kopfschmerzen. Aber die Situation nachts ohne mich einschlafen oder auch nachts aufwachen und Mama ist nicht da, hatten wir schon und hat auch funktioniert. Nur war ich dann halt beim nächsten Aufwachen wieder da.
Also ich verstehe was du meinst, aber leider müssten wir eben fliegen. Danke für die Antwort!

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Generell...warum nicht ...

Aber : das mit den 2 Std Flug ist mies.mal eben zurück oder kurz hin ist halt nicht
Ihr seid nicht 2std mit dem Auto,sondern 2std mit dem Flugzeug weg .es fliegt nicht Mal eben für dich zurück

Daher ..klares nein

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Probieren geht über studieren! Mach doch einfach mal einen Probelauf. Ansonsten hätte ich das ältere Kind wohl bei Oma/Opa gelassen und das kleine mitgenommen

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Hallo,
ich bin absolut fürs frühe abgeben, da wir damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
Wie auch schon erwähnt, hätte ich aber Bauchschmerzen bzgl. des Fluges. Mit dem Auto 2 Stunden Entfernung kein Problem, aber mit dem Fliegen würde ich es nicht machen.
Als unsere Kinder zum 1. Mal auswärts geschlafen haben, waren meine Mann unf ich Zuhause (30 Minuten entfernt) und jederzeit auf dem Sprung, falls es nicht geklappt hätte.
Und ehrlich gesagt würde ich in der momentanen Situation (Corona usw.) nicht erwarten, dass eine Frau mit einem 3 Monate altem Baby und einem Kleinkind Zuhause zu einem beruflichen Termin im Ausland mitkommt.
Liebe Grüße

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Ich sehe kein Problem darin die Kinder mal ne Nacht woanders schlafen zu lassen. Allerdings würde ich diese Reise nicht als Testnacht wählen. Was ist wenn es nicht klappt? Wenn deine Kinder weinen und sich nicht beruhigen lassen? Ich würde das vorher mal ausprobieren, dann wenn du schnell dort sein kannst.
Mein Großer Sohn schlief mit 6 Wochen bei meinen Eltern, weil ich nicht mehr konnte! Sie haben mich damals gerettet. Seit er 7 Monate alt ist, schläft er regelmäßig dort und es hat unserer Bindung null geschadet. Er ist jetzt 4 und die Übernachtungen bei Oma und Opa sind immer was besonderes. Mein Baby ist 7 Wochen alt und sobald er durchschläft, wird auch er bei oma und Opa übernachten. Wir sind nicht nur Eltern, sondern auch Mann und Frau… Wir genießen die Zweisamkeit und das stärkt unsere Liebe. Davon profitieren die Kinder natürlich. Glückliche Eltern sind doch auch sehr wichtig 😊

Und regelmäßig heißt alle 3-4 Wochen für 24 Stunden. Also nicht das hier jemand meint ich schiebe ständig mein Kind ab 😉

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Meine Meinung: nein. Nicht vertretbar. Ihr seid nicht ums Eck oder mal kurz zum Wellness. Ihr seid gut 2000 km weit weg.

Würde ich persönlich nicht machen und finde es auch nicht gut, dass man darüber überhaupt nachdenkt. Sry.

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Voll ok, dass das deine Meinung ist. Aber "Nachdenken" darf man über alles.

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Selbst verständlich darf man das.

Für mich (!) persönlich würde es jedoch noch nicht einmal der Gedanke daran geben ein so junges Baby (eigentlich 2) allein zu lassen wegen einer Reise, auf der man scheinbar dekorativ mitkommen darf/kann. Liest sich für mich so. Ist nicht böse gemeint. Ich weiß ja, wie es gemeint ist (es ist gern gesehen den Partner dabei zu haben).

Das steht einfach zu keiner Relation. Eine Geschäftsreise für dich als Pflichtveranstaltung, okay. Aber so. Nee. Zumal mal ja aktuell wg der all bekannten Lage auf der Welt Kontakte jeder Art meiden soll.

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It takes a village to raise a child .. also warum nicht mit 3 Monaten bei Oma und Opa anfangen, die haben es ja offensichtlich auch geschafft Mama/Papa zu ganz passablen Menschen werden zu lassen, da schaffen die auch 48Stunden dem Kind keinen Schaden zuzufügen.
Einzige Frage wäre für mich, ob mit anrollender Omikronwelle es sicher ist, dass ich nach 48h wieder da bin oder wie hoch die Chancen stehen an irgendeinem Flughafen zu stranden.

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Das wäre natürlich eine Katastrophe. Omikron hatte ich noch nicht miteinbezogen... Danke