Vasa Praevia - Kaiserschnitt

Hallo,

bei mir wurde bei der Feindiagnostik (20 SSW) eine Vasa praevia festgestellt (2 cm vom Muttermund entfernt). Der Befund wurde vom Orberarzt der Entbindungsklinik in der 24. SSW bestätigt. Beide Ärzte sind der Meinung, dass sich daran bis zur Geburt wohl nichts mehr ändert. Die Nabelschnur sitzt jedoch mittig an der Hinterwandplazenta. Die Ärtzte konnten nicht sagen, ob es ein mütterliches Gefäß in der Uterusstruktur oder ob es sich um ein Gefäß vom Mutterkuchen handelt. Auch habe ich jetzt schon 3 verschiedene ärztliche Meinungen zur Geburtsplanung.
Aussage meiner betreuenden Frauenärztin: der Geburtshelfer muss bei der Geburt darüber informiert werden
Aussage des Pränataldiagnostikers: Kaiserschnitt ca. 36.SSW
Aussage OA Entbindungsklinik: Kaiserschnitt 39.SSW

Was ist jetzt am sichersten für das Baby????
Wir sind nach 5 Jahren Kinderwunsch endlich mit unserem kleinen Prinzen schwanger und möchten nichts riskieren!
Sollten wir lieber bei einem Spezialisten entbinden? (Kaiserschnitt wann?)

Wäre sehr hilfreich, wenn Sie mir zu der Thematik einen Rat geben könnten! Die Diagnose scheint wohl nicht so häufig zu sein, so dass hier etwas Unsicherheit bei den Ärzten besteht?!

Vielen Dank

Leo

Hallo Leo,
die Hauptsache ist ja, dass es zur Zeit keine Probleme gibt! Blutungen und vorzeitige Wehen scheinen ja nicht aufgetreten zu sein, und die Placenta liegt ja nicht vor dem Muttermund.

Somit kann man m.E. in Ruhe abwarten. Wehen sollten natürlich nicht auftreten. Eine Kontrolle wäre bei ca. 36/37 SSW sinnvoll. Durch die Veränderungen im unteren Teil der Gebärmutter kann es gut sein, dass die Gefäße sich vom Muttermund entfernen.

Sollte es sich um velamentöse Gefäße handeln, also um Gefäße, die über die freie Eihaut verlaufen, können diese bei einem unglücklichen Einreißen der Eihaut während des Blasensprunges beschädigt werden. Dieses ist eine äußerst seltene Komplikation.

Bei velamentösen Gefäßen wäre also ein primärer Kaiserschnitt zu diskutieren. Hier benötigen Sie eine kompetente Einschätzung. Der Kaiserschnitt selbst wäre dann aber keine Besonderheit.

Herzliche Grüße und alles Gute,
Ihr Dr. Henning Becker