Sorge bei erneuter Schwangerschaft

    • (1) 19.06.13 - 16:21

      Hallo Frau Dr. Koene,

      schön, dass Sie heute Fragen zum Thema beantworten.

      Ich habe von Ärzten gehört und gelesen, dass man Sport, den man vor der Schwangerschaft regelmäßig betrieben hat ruhig weiter machen kann, nur trainieren sollte man nicht mehr. Zudem wurde mir gesagt, dass der Puls nicht langfristig über 180 liegen sollte.

      Diese Infos habe ich mir eingeholt, als ich im Februar schwanger wurde. Leider kam es in der 7. Woche zu einem Abort.

      Ich spiele 2 mal die Woche Basketball, gehe wöchentlich 1-2 mal laufen, mache PowerYoga und 1-3 mal im Monat eine Mountainbiketour. Im Winter snowboarde ich hin und wieder.

      Meine Sorge war/ist groß, dass meine sportlichen Aktivitäten sich nicht positiv auf die Schwangerschaft bzw. Einnistungsphase ausgewirkt haben. Ist das eine berechtigte Sorge? Kann Sport tatsächlich die Einnistungsphase beeinträchtigen?

      Zudem sind meine Zyklen sehr unregelmäßig und lang. Auch hier habe ich gelesen, dass dies häufiger bei sportlichen Frauen vorkommt. Können Sie das bestätigen? Kann man etwas tun?

      Ich danke für Ihr Feedback. Beste Grüße

      • Sport nicht langfristig über 140! Hab mich vertippt.

        Liebe Schokopistazie,
        in der Tat absolieren Sie ein großes Trainingspensum mit unterschiedlichen Sportarten.
        Ohne Ihren Fall genauer zu kennen, vermute ich, dass der Frühabort nicht durch den Sport verursacht wurde. In den ersten 12 Wochen (gerechnet vom ersten Tag der letzen Regel) bilden sich die Organe aus. In dieser Zeit kommt es häufiger zu Fehlgeburten, wenn bei der Befruchtung Störungen aufgetreten sind. Oft sind dies chromosomale Störungen, also wenn die Anlagen von Mutter und Vater nicht korrekt verschmolzen sind. Dann setzt die Natur dem Wachstum einen Stop, und der Embryo stirbt, oder es kommt zum Abbluten der Schwangerschaft. Den genauen Grund für die Fehlgeburt untersucht man nicht, was natürlich immer Ängste zurück lässt.

        Dass die Schwangerschaft eingetreten und bis zur 7. Woche gewachsen ist, spricht gegn ein Problem bei der Einnistung. In diser Phase, wenn man noch gar nicht weiß, dass "es geklappt" hat, muß man nicht von Sport abraten.
        Nach Ihrem Verlust im Februar würde ich aber ab dem nächsten pos. Test zur Schonung raten und ersteinmal "nur" laufen und Fahrrad fahren empfehlen. Basketball ist als Mannschafts- und Wettkampfsportart nur bedingt zu empfehlen. Auch Power Yoga und Mountain Biking kann Sie eventuell zu sehr an Ihre Grenzen und darüber hinaus bringen. Deshalb würde ich sehr empfehlen, ersteinmal zu spüren, wie es Ihnen in der neuen Schwangerschaft geht. Snowboarding ist wegen des Sturzrisikos besonders zu fortgeschrittener Schwangeschaftsdauer nicht empfohlen. In den Bergen sollte auch eine Höhe von 2000m nicht überschritten werden, da wgen der niedrigeren Sauerstoffsättigung unangepaßt die Atmung erschwert ist.
        Die verlängerten Zyklen können an einer verlangsamten Eizellreifung liegen. Sind Sie sehr schlank? Der hormonelle Regelkreis ist sehr vielen Einflussfaktoren unterworfen, die ich für Sie persönlich jetzt nicht eruieren kann. Ein hormonelles Zyklusmonitoring (Messung in der 1. und 2. Zyklushälfte) gibt dafür häufig Aufschluß. Ihr Frauenarzt kann Ihre persönliche Situation sicher analysieren.
        Ich drücke die Daumen, dass Sie bald wieder schwanger werden.
        Ihre Dr. S. Koene

        • Herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort, Frau Dr. Koene.

          Ich werde Ihre Ratschläge beherzigen, sobald ich einen positiven Test in der Hand halte und nur vorsichtig und begrenzt sporteln.

          Mein BMI liegt bei 22/23 bei einem Alter von 37 Jahren. Ich bin also schlank, aber nicht "sehr" schlank. Es wurde Ende letzten Jahres ein Zyklusmonitoring gemacht. Das Ergebnis war positiv – alles ok.

          Mein jetziger Zyklus bestätigt Ihre Vermutung der verlangsamten Eizellreifung. Ich habe Ovulationstests gemacht und zum ersten Mal Temperatur gemessen. Demnach war mein Eisprung erst an ZT 56/57. Das ist nach dem Abort der zweite Zyklus, der vorherige war 48 Tage lang. Vor dem Abort hatte ich Zyklen von 31-40 Tagen.

          So lang gesundheitlich alles ok ist, will ich mich über die langen Zyklen nicht beschweren. Auch wenn sie meine Möglichkeiten zeitnah schwanger zu werden ein wenig begrenzen.

          Nochmals vielen Dank und beste Grüße!

      @schokopistazie: Der weibliche Körper ist Anstrengungen gewöhnt. Und du auch hast auch, durch deinen Lebensstil, einen gut trainierten Körper. Deswegen glaube ich nicht, dass deine Sportaktivitäten den Fötus geschädigt haben.

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