Rudern?

Hallo,

ich gehe normalerweise rudern (normalerweise natürlich wirklich auf dem Wasser aber wenn das nicht möglich ist, wird unser Training auf entsprechende Ergometer verlegt). Vor meiner Schwangerschaft habe ich das ca. 3-5mal/Woche für ca. 1,5h gemacht. Aufgrund der Schwangerschaft und allgemeiner Zeitknappheit jetzt allerdings schon eine Weile nicht mehr. Spricht aufgrund der Bewegungen etwas dagegen doch nochmal zu rudern, solange der Bauch noch nicht zu groß ist (bin jetzt bei 14+0)? Primär werden dabei die Beine trainiert, außerdem die Arme und der Rücken sowie ein wenig der Bauch (allerdings am wenigsten von den genannten Muskeln). Ist das in Ordnung oder spricht grundsätzlich etwas gegen dagegen?
Und es wird ja immer gesagt, dass man nicht schwer heben soll...zum rudern gehört es selbstverständlich dazu, die Boote zum Wasser zu tragen etc. Unsere Vierer (die dann idR auch zu 4. getragen werden) wiegen 60-80kg je nach Boot und werden größtenteils auf einer Schulter aufgelegt. Sollte ich mir also zum Tragen lieber irgendwen suchen, der das für mich übernimmt?

Danke schonmal für Antworten!

Hallo yosoy,

gegen Rudern spricht in meinen Augen grundsätzlich nichts. So lange dich dein Bauch noch nicht stört, du dich nicht überanstrengst und dich wohl dabei fühlst. Das größte Risiko sehe ich nur in der Unfallgefahr wenn du auf dem Wasser unterwegs bist. Da ich nicht genau weiß wie erfahren du bist, kannst du das Risiko aber bestimmt besser als ich einschätzen.

Und deine Idee, dass du dir jemandem zum tragen suchst würde ich unterstützen. Es findet sich bestimmt ein starker Mann oder eine starke Frau die das für dich übernehmen. Schon dich in dieser hinsicht ruhig.

Liebe Grüße
Silke

Danke sehr! Bezüglich des Unfallrisikos mache ich mir keine Sorgen, da man sich schon relativ dumm anstellen muss, um auf ruhigem Wasser in einem 4er umzukippen oder sich anderweitig zu verletzen.

Dann werde ich mir fürs Tragen einfach jemanden suchen und ansonsten gucken wie lange mein Bauch noch nicht stört :-)
Vielen Dank nochmal!

Sehr gerne!
Prima, dann kannst du deinem Hobby in meinen Augen bedenkenlos weiter nachgehen.

Ein schönes Wochenende wünsche ich!
Silke

Hallo,

ich habe diese Frage bereits einer Sportberatung gestellt, weil ich auch für mein Leben gerne rudere, es kam folgende Antwort:

Falls Sie noch in der Frühschwangerschaft sind (bis zur 18. SSW), sollten Sie sich nicht zu stark belasten. Bei mehr als 7 Stunden Sport pro Woche steigt, einer dänischen Studie zufolge, in der Frühschwangerschaft das Fehlgeburtsrisiko. Sie sollten dies bei Ihrer Trainingsplanung für die Woche beachten. In der Frühschwangerschaft sollten Sie zudem darauf achten, dass Ihr Körper keine zu extremen Erschütterungen durch bestimmte Schrittfolgen erfährt. Sprünge, hastige und unkontrollierte Bewegungen sollten generell vermieden werden. Es ist empirisch belegt, dass durch „high impact“ Sportarten in der Frühschwangerschaft ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko besteht. „High impact“ (deutsch: „hohe Belastung") sind Schrittmuster, bei denen immer für kurze Zeit beide Füße den Bodenkontakt verlieren (bestimmte Elemente beim Kraftsport wie Hüpfen, Springen etc.). Eine solche Belastung sollten Sie erst wieder ab der 18. SSW fortsetzen.

Danach (ab der 18. SSW)dürfen Sie alles tun, was Ihnen gut tut. Wichtig ist allerdings, dass Sie auch dann stets gut auf Ihren Körper hören und ehrlich zu sich selbst sind, was Ihre Belastbarkeit angeht, sowie moderat Sport treiben, also keine Höchstleistungen mehr erwarten. Wenn Ihrem Körper etwas unangenehm ist und Sie sich unwohl, müde oder/und schlapp fühlen, dann überfordern Sie ihn nicht und gönnen Sie sich eine Pause. Ansonsten können Sie täglich 1 Stunde Sport treiben. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 7 Stunden Sport pro Woche zu treiben, um zur Gesundheit beizutragen.

Allgemeine Trainingsempfehlungen
Was auch immer Sie trainieren, beachten Sie stets die allgemeinen Trainingsempfehlungen für Sport in der Schwangerschaft. Generell sollten alle Sportarten im moderaten Bereich stattfinden und es sollte auf intensive und ausbelastende Einheiten verzichtet werden.

Im Anhang finden Sie eine altersangepasste Tabelle mit Herzfrequenzzonen, an denen Sie sich orientieren können (beim Fahrradfahren sollten Sie 10 Schläge, beim Schwimmen sogar 20 Schläge pro Minute darunter liegen). Der wichtigste Parameter zur Trainingssteuerung sollte jedoch Ihr subjektives Belastungsempfinden sein. Sie sollten die Intensität nur so hochfahren, dass Sie jederzeit ein normales Gespräch führen können und nicht zu sehr aus der Puste kommen (Talk-Test).

Grundsätzlich ist die Herzfrequenz ein sehr variabler Parameter zur Trainingssteuerung, der von vielen individuellen internen und externen Faktoren abhängig ist und daher ebenfalls Schwankungen unterliegt. Es ist demnach durchaus möglich, dass Ihre Herzfrequenz auch mal etwas über dem empfohlenen Wert liegt. Wichtig ist, dass Sie sich sowohl während als auch nach der Belastung nicht völlig ausgelaugt und schlapp fühlen. Herzfrequenzbereiche von über 140 Schlägen pro Minute sollten dauerhaft allerdings vermieden werden. Falls Sie doch einmal in diese hohen Bereiche kommen sollten, legen Sie eine Pause ein und fahren Sie die Intensität wieder etwas runter, sodass Ihr Puls sich wieder normalisieren kann.

Es ist wichtig ein Training im anaeroben Bereich zu vermeiden, denn dabei fällt Laktat im Blut an, was schädlich für den Fetus sein kann. Zudem kann die vermehrte Durchblutung der Muskulatur auf Kosten der Plazentadurchblutung des Kindes gehen und so die Sauerstoffversorgung des Kindes gefährden. Wenn Sie sich müde und schlapp fühlen, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass die Anstrengung für Ihren Körper zu hoch ist. Sie sollten dann auch ruhig mal eine Trainingseinheit weglassen.

Trainingsdauer
In der Regel wird empfohlen, einen Umfang von 1h nicht zu überschreiten. Dies hat zweierlei Hintergründe: (1) bei einer langen Trainingsdauer steigt die Körperkerntemperatur relativ stark an. Man geht davon aus, dass die Temperatur in den ersten 45min im Schnitt ca. 1,5°C ansteigt und dann ein Plateau erreicht. Es wird aktuell davon ausgegangen (ist jedoch nicht in Humanstudien nachgewiesen), dass eine Körperkerntemperatur von über 39,2°C in der Frühschwangerschaft mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko einhergeht. Bei langen, exzessiven Belastungen wie einem Marathonlauf weisen Athleten zum Teil Temperaturen von über 40°C auf. Dies konnte jedoch, wie gesagt, noch nicht in Humanstudien nachgewiesen werden. Sicherlich hängt der Temperaturanstieg auch sehr von der Sportart, der Intensität und vom Trainingszustand ab. (2) Der zweite Hintergrund ist die Energiebilanz. Diese sollte immer im Ausgleich stehen. Bei Belastungen von unter einer Stunde ist eine zusätzliche Energiezufuhr während des Trainings in der Regel nicht notwendig.

Eine grundsätzliche Limitierung der einzelnen Trainingszeiten ist aufgrund der Wechselwirkung zwischen Intensität und Dauer jedoch nicht möglich.

Rudern
Gegen das Rudern spricht grundsätzlich nichts, da es aus zyklischen, beziehungsweise fließenden Bewegungen besteht. Allerdings sollten Sie unbedingt darauf achten, nicht bis zur völligen Erschöpfung zu rudern. Sport im anaeroben Bereich/mit hoher Intensität sollte in der Schwangerschaft grundsätzlich vermieden werden, denn Sie geraten bei einem solchen Training leicht in den anaeroben Bereich, was aufgrund der zuvor genannten Aspekte vermieden werden sollte. Wichtig ist also, dass Sie auch hierbei stets die zuvor genannten schwangerschaftsbedingten Richtlinien einhalten.

Das Bootw tragen würde ich aber jemand anderem überlassen, ich bin bis zum 5.ten Monat gerudert. Dein Körper sagt dir, wenn es zu viel wird.

Danke für die lange Antwort.
Inzwischen hat sich das ganze sowieso erledigt, da mein Bauch nun (31.SSW) eh zu groß ist, als das rudern noch Spaß oder Sinn machen würde;-)