Stationäre Entbindung trotz B Streptokokken?

    • (1) 27.11.14 - 12:44

      Hallo,

      ich wurde in der ersten Schwangerschaft positiv auf B Streptokokken getestet. Ein entsprechender Vermerk wurde also im Krankenhaus gemacht, damit ich unter der Geburt Antibiotikum bekomme.

      Als dann also eine Woche vor ET meine Wehen kamen und wir in unsere Wunschklinik sind, entpuppte sich der Kreißsaal in dieser Nacht schon als ziemlich voll. Ich wurde dann trotzdem aufgenommen, an den Tropf gehangen, bekam das Antibiotikum und diverse Schmerzmittel, weil die Wehen immer unerträglicher wurden, sodass ich nur noch nach Luft schnappte. Leider waren die Wehen laut Wehenschreiber aber nicht stark genug und irgendwann hatte ich einen Geburtsstillstand. Es wurde dann mit Tropf eingeleitet, PDA gesetzt und dann ging es recht schnell. Ich spürte die Presswehen nicht, die Hebammen drückten wie wild auf meinem Bauch rum, usw. Unsere Tochter kam depressiv zur Welt, erholte sich aber in wenigen Minuten.

      Da nicht nur der Kreißsaal, sondern die gesamte Entbindungsstation ziemlich voll war, bekam ich entgegen unseres Wunsches nach einem Familienzimmer, ein Doppelzimmer. Dort kam dann am selben Tag noch eine andere Mutter mit ihrem Neugeborenen rein. Die Ärzte ließen mich mit meinem Kind nicht nach Hause, weil sie unsere Tochter 48 Stunden wegen der B Streptokokken überwachen wollten. Für mich waren es die schlimmsten 48 Stunden überhaupt. Mein Mann durfte natürlich nur tagsüber und maximal bis 20 Uhr im Krankenhaus sein. Ich fühlte mich vor allem nachts total allein gelassen. Zudem weinte das andere Neugeborene fast ununterbrochen und schlafen war so unmöglich.

      Ursprünglich wollten wir 3 Tage im Familienzimmer im Krankenhaus bleiben und alles wäre gut gewesen. Aber in diesem Fall habe ich nach Ablauf der 48 Stunden sofort das Weite gesucht. Ich habe viel geweint in der ersten Nacht und wollte nichts mehr als mit meinem Mann zusammen unser erstes Glück zu teilen.

      Jetzt bin ich wieder schwanger, noch ganz am Anfang. Aber natürlich beschäftigt mich jetzt auch wieder das Thema Geburt. Ich überlege bereits, diesmal in einer anderen Klinik zu entbinden. Ich möchte dieses Mal nur stationär entbinden und am gleichen Tag wieder nach Hause. Die Große darf sich in der Zeit bei Oma und Opa vergnügen. Nun habe ich die Sorge, dass ich wieder positiv getestet werde und überlege sogar, mich gar nicht testen zu lassen, obwohl es ja nur um das Wohl des Kindes geht. Ist es denn nicht möglich, trotz B Streptokokken nur stationär zu entbinden und die Überwachung selbst und durch eine Hebamme vornehmen zu lassen?

      Vielen Dank im Voraus...

      • (2) 27.11.14 - 13:32

        Guten Tag liebe linuah!

        Zunächst einmal möchten wir sagen, dass uns die Erfahrungen, die Sie bei Ihrer ersten Geburt gemacht haben sehr leid tun und wir Ihre Sorgen und Ängste gut nachempfinden können.

        Die Möglichkeit, auch in dieser Schwangerschaft erneut ß-Streptokokken positiv getestet zu werden besteht natürlich. Es muss aber nicht sein. Diese Bakterien kommen in der natürlichen Scheidenflora der meisten Frauen vor und sind für Sie in der Regel völlig ungefährlich. Aber sie kommen und gehen von allein. Daher wird der Test in der Schwangerschaft auch erst so spät durchgeführt. Es steht Ihnen selbstverständlich frei sich nicht darauf testen zu lassen. Wir empfehlen dies aber.

        Die Richtlinien sind von Klinik zu Klinik verschieden und es können im Einzelfall Ausnahmen getroffen werden, die eine kurzstationäre Entbindung ermöglichen. Empfohlen wird aber eine 48-stündige Überwachung des Kindes durch das Fachpersonal der Geburtsklinik.

        Leider wird Ihnen keine Klinik zusichern können bei diesem Mal ein Familienzimmer ermöglichen zu können. Geburten sind nicht planbar.

        Wir können Ihnen nur raten, sich rechtzeitig Ihren Ängsten zu stellen und mit Ihrer Hebamme und Ihrem Gynäkologen zu besprechen. Zudem sollten Sie auch mit der Geburtsklinik über Ihre Erfahrungen und Sorgen sprechen. Wir sind uns sicher, dass Sie damit viele Ihrer Ängste überwinden können und hoffentlich eine schöne zweite Schwangerschaft und Geburt erleben.

        Mit freundlichen Grüßen und alles Gute,
        Ihr Albertinen-Team

        • (3) 27.11.14 - 13:49

          Hallo Linua,
          ich denke, Frau Klatte hat Ihre Frage sehr verständnisvoll beantwortet.
          Auch ich meine, Sie sollten einen Abstrich zwischen der 36. und 38. SSW machen lassen,
          es geht letztlich um das Wohl Ihres Kindes:
          "Die antibiotische Behandlung bei Risikopatientinnen unter der Geburt durch eine intravenöse Behandlung hat zu einer starken Verringerung der Infektionen der Neugeborenen geführt.
          Aber auch die Behandlung mit sog. Laktobakterien (Milchsäurebakterien) kann dazu beitragen, alle anderen Bakterien aus dem Vaginalmilieu zu verdrängen. So bewirkte die Behandlung mit Milchsäure-Gel ab der 15. SSW, dass bereits in der 17. SSW keine B- Streptokokken mehr nachweibar waren.

          Da es aber rel. schnell wieder zu einer Neubesiedlung mit Streptokokken kommen kann, sollte das Milchsäure-Gel alle 3 Tage angewendet werden" aus www.mothers-talk.de/Schwangerschaft/Infektionen in der Schwangerschaft/B-Streptolokken-Infektionen.

          Wir wünschen Ihnen ein deutlich besseres Geburtserlebnis.
          Dr.D.Masson

          • (4) 27.11.14 - 17:28

            Hallo an beide,

            vielen Dank für Ihre Ratschläge und Meinungen. Ich werde mich zum Ende hin wieder testen lassen und bei einem positiven Test meine Frauenärztin auf die Milchsäurebehandlung ansprechen.

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