Woran du erkennst, dass dein Liebling bald die ersten Schritte macht!

Fit fürs Laufen: So entwickelt sich dein Kind

Natürlich ist das Laufenlernen angeboren. Aber es mach den Kleinen schon früh Spaß mit uns die Muskulatur und den Gleichgewichtssinn dafür stark zu machen.

Autor: Gabriele Möller
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Es dauert 1.000 Stunden, bis ein Kind laufen kann

Fit fürs Laufen
Foto: © colourbox

Entwicklungsforscher beobachteten: Ein kleines Kind braucht von den ersten Versuchen bis zum einigermaßen sicheren Laufen etwa 1.000 Stunden. Ein großes Trainingsprogramm also, das der Nachwuchs da absolvieren muss! Wir Eltern sollten das Laufen bei unserem Kind nicht aktiv forcieren, sondern abwarten, bis es von sich aus damit beginnt. Wir dürfen es aber dabei unterstützen, beste Voraussetzungen für seine ersten Schritte ins Leben zu bekommen!

Das Laufen beginnt eigentlich schon im Mutterleib!

Zwar beginnen die meisten Kinder im Alter zwischen 9 und 18 Monaten zu laufen. Mit dem Üben dafür fangen sie aber schon viel früher an: noch im Mutterleib! Schon ab der 16. Woche hat dein Baby sich in deinem Bauch kräftig bewegt, gestrampelt und getreten. Je größer es wurde, desto deutlicher haben du und dein Partner seine Tritte auch von außen mit aufgelegter Hand spüren können. All dies war schon eine Vorübung, mit der dein Kind seine Beinmuskulatur entwickelt und gekräftigt hat!

Strampeln: Das Beintraining geht weiter!

Sobald es auf der Welt ist, macht dein Baby ungebremst mit dem Muskelaufbau weiter: Da wird gestrampelt, was das Zeug hält. Anfangs erst wenig, in den kommenden Monaten immer energischer. Schon jetzt kannst du kräftige Beinmuskeln bei deinem kleinen Liebling fühlen und stärken: Lass ihn in deinen Händen sanft „Fahrrad fahren", oder stemme deine Hände leicht gegen seine Fußsohlen und lass es gegendrücken!

Du findest, das Strampeln hat eigentlich noch nichts mit dem echten Laufen zu tun? Doch das hat es – zumindest indirekt - durchaus: Das Laufen ist als Programm schon sehr früh im Gehirn deines Babys verankert. Bei der U 2 löst dein Kinderarzt zum Beispiel den sogenannten „Schreit-Reflex" aus: Er hält dein Baby mit den Füßchen über eine feste Unterlage, und es beginnt, Laufbewegungen zu machen. Das ist natürlich noch kein echtes Laufen, dieser uralte Reflex verschwindet wieder. Aber er zeigt bereits an, wohin die Reise einmal gehen soll.


Köpfchen hoch: Die Halsmuskeln werden gekräftigt

Im dritten Lebensmonat macht dein Baby erste Versuche, sein Köpfchen zu heben. Das ist anfangs ein riesiger Kraftakt, denn seine Muskeln an Hals und Schulterbereich ist noch recht schwach. Auch hier muss es also zunächst Muskeln aufbauen. Dass dein Kind lernt, den Kopf zu halten und seine Halsmuskeln stärkt, ist eine weitere wichtige Bedingung, um eines Tages frei laufen zu können.

Du kannst dein Kind jetzt unterstützen, indem du es tagsüber auf den Bauch legst und ihm auf der Krabbeldecke interessante Dinge anbietest. Lege sie ein kleines Stückchen entfernt von ihm hin: Die Neugier ermuntert dein Baby, den Kopf zu haben, um sich die Sache einmal genauer anzusehen.

Babys Leidenschaft fürs Hüpfen

Ungefähr mit vier bis fünf Monaten fängt dein Baby an, fröhliche Hüpfbewegungen zu machen, wenn du es mit den Füßchen auf deinem Schoß balancierst. Dieses Hüpfen wird oft zu einer wahren Leidenschaft. Mit dem Spaß, den dein Kind an der Sache hat, sorgt die Natur dafür, dass es unentwegt seine Beinmuskeln trainiert! Wenige Wochen später wird dein Baby sich auch zum ersten Mal drehen. Es ist also immer in Bewegung, weil es instinktiv weiß: Nur Bewegung macht stark und sorgt für das sichere Körpergefühl, das auch eine Voraussetzung fürs Laufen ist.

Im „Krabbel-Camp“ – jetzt ist das Laufen nicht mehr weit!

Etwa ab dem 7. Lebensmonat streben Babys in den Vierfüßlerstand. Anfangs oft noch vergeblich (und missgelaunt), weil Arme und Beine das Körpergewicht noch nicht tragen wollen. Doch irgendwann ist es geschafft! Von nun an übt dein Baby diese neue Position immer wieder ein, hebt allmählich auch den anfangs noch etwas hängenden Kopf und gewinnt zunehmend an Stabilität. Jetzt ist der Weg auch für erste Vorwärtsbewegungen frei: das Krabbelalter beginnt!

Du kannst deinem Baby jetzt - wie ein guter Coach beim Sport - Hilfestellung geben: Drücke mit den Händen ein bisschen gegen seine Fußsohlen, wenn es krabbeln möchte. So fällt es ihm leichter, sich nach vorn abzudrücken, und seine Beinmuskeln werden kräftiger. Das macht Spaß!

Im Krabbelalter lernt dein Kind auch, sich selbst hinzusetzen. Auch hier braucht es viele Versuche, bis das gelingt und es nicht schon nach wenigen Sekunden wieder umkippt. Die Balance ist schwierig, schließlich will nicht nur der Kopf, sondern der gesamte Oberkörper aufrecht gehalten werden. Auch dieses Einüben des Gleichgewichtssinns ist nötig, damit dein Kind nicht nur sitzen, sondern irgendwann auch laufen kann, ohne die Balance zu verlieren.

Sich hochziehen: der Countdown fürs Laufen beginnt!

Erste konkrete Anzeichen, dass dein Kind auf zwei Beinen in die Welt starten will, kommen oft zwischen 9 und 11 Monaten: Es versucht, sich an niedrigen Tischen, Stühlen oder der Couch hochzuziehen. Es möchte auch Treppen bezwingen, allerdings noch auf allen Vieren. Es freut sich, wenn du es an einen Sessel lehnst, damit es Halt findet.

Doch dein Kind will bald mehr! Es fängt nun an, sich an den Möbeln entlang zu hangeln. Irgendwann lässt es dabei auch los und steht für einige Momente ganz frei, was oft bis zum 14. Monat dauert. Es versucht, sich aus dem Stand wieder hinzusetzen oder sich stehend zu bücken, um ein Spielzeug aufzuheben. Jetzt dauerte es nicht mehr lange bis zu den ersten wackeligen Schrittchen in deine Arme!

Bei seinen ersten Stehversuchen fällt der Nachwuchs allerdings oft noch kerzengerade nach hinten um. Du kannst jetzt mit ihm üben, dass er die Knie beugt und sich auf diese Weise hinsetzt. Mache ihm vor, wie man in die Hocke geht. Lege einen interessanten Gegenstand vor ihm auf den Boden und animiere dein Kind dann durch sanften Druck auf Oberschenkel und Knie, sich zu setzen, um ihn anzuschauen. Lobe es natürlich nachdrücklich, wenn es klappt!

Erste Schritte - jetzt sind junge Entdecker nicht mehr zu halten!

Viele Babys wagen die ersten freien Schritte mit 9 bis 14 Monaten, manche tun das aber erst mit 16 oder 17 Monaten, was ebenso normal ist. Die ersten Gehversuche führen meist eher nach rechts oder links, als nach vorn. Die Füßchen schleifen seitlich und dein Kind kommt noch nicht sehr weit, sondern plumpst oft wieder hin. Sobald es aber von sich aus (!) erste Gehversuche wagt, darfst du es auch mal für einige wenige Schrittchen an der Hand nehmen und nach vorn lotsen. Entwickle hier aber keinen zu großen Ehrgeiz, dein Kind schafft diese Entwicklung auch von sich aus!

Sobald die ersten freien Schrittchen gemacht sind, ist dein Kind sowieso kaum noch zu bremsen! Es rennt mit vergnügtem Quietschen vorwärts (wobei es bei „erhöhter Geschwindigkeit" anfangs noch Probleme hat, wieder abzubremsen). Es wird bald an deiner Hand eine Treppe erklimmen können, gern auf Bett oder Couch turnen und dort später auch erste Hüpfexperimente starten. Ermögliche ihm all dies jetzt, es hilft ihm, Kraft und ein sicheres Körpergefühl zu entwickeln.

Spielt ein bisschen „Fußball" und lass' es den Ball dabei mit dem Füßchen anstoßen. Drehe die Musik an und tanze mit deinem Kind, es wird begeistert versuchen mitzumachen! Geht viel in die Natur: Barfuß über eine Wiese zu laufen, fühlt sich spannend an – und wenn man umfällt, tut es nicht weh. Auch weicher Sand, Moos, ein flacher Bach eignen sich für kleine Expeditionen zu Fuß. In der Natur kann dein Kind sein Gleichgewicht viel besser trainieren, als auf den genormt glatten Böden zu Hause, die ihm kaum Herausforderungen bieten!

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