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Träumer-Kinder: So kommen sie in der Schule zurecht

Kleine Träumer sind kreativ und phantasievoll. Doch in der Schule kann ihre Neigung zum Problem werden. Wie dein Kind auch hier gut klar kommt!

Autor: Gabriele Möller
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Kleine Träumer sind glücklich in ihren Fantasiewelten

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Foto: © Colourbox

Verträumte Kinder können sich toll selbst beschäftigen. Sie brauchen nur wenige Utensilien, um sich im Kinderzimmer ihr kleines Parallel-Universum aufzubauen. Hier spielen sie selbstvergessen und glücklich, Zeit spielt keine Rolle. Problematisch wird ihre Verträumtheit aber, wo sie mit den Anforderungen der realen Welt kollidiert.

Besonders knifflig wird es für ein verträumtes Kind ab dem Schulalter, wo Pünktlichkeit, zügiges Arbeiten und zuverlässige Erledigung der Hausaufgaben wichtig sind. Seine Lehrer klagen meist darüber, dass das Kind Anweisungen nicht zu hören scheint, viel aus dem Fenster schaut, sehr langsam arbeitet, sich leicht ablenken lässt, die Hausaufgaben oft nicht vollständig hat oder chronisch seine Hefte vergisst. Manchmal finden diese Kinder auch schwer Anschluss, weil sie die aktuellen Trends der Klasse in Sachen Klamotten, Verhalten oder angesagten Wörtern nicht mitbekommen und dadurch „uncool" wirken.

Wenn auch dein Kind zum Tagträumen neigt, machst du dir wahrscheinlich manchmal Sorgen. Denn es ist dir natürlich wichtig, dass es nicht nur gemocht wird, sondern in der Schule gut mitkommt und der Klasse nicht hinterher hinkt. Du hast es schon gefühlte tausend Mal ermahnt, schneller zu machen, sich besser zu konzentrieren, sich nicht ablenken zu lassen und die Hausaufgaben gut zu notieren - mit nur wenig Erfolg. Du kannst deinen jungen Träumer dennoch wirksam unterstützen.

Was deinem verträumten Schulkind hilft!

In den meisten Fällen ist die Verträumtheit deines Kindes einfach ein Teil seiner Persönlichkeit. Du kannst und musst dein „Träumerle" nicht umkrempeln, erinnere dich so oft es geht an seine Stärken, wie viel Fantasie es hat, wie viele kreativen Ideen. Aber helfe ihm, seine Neigung im Alltag besser zu managen und Nachteile zu vermeiden:

  • Nimm deinem jungen Träumer und Trödler keine Tätigkeiten ab, die er selbst hinbekommt. Er lernt sonst: Wenn ich nur genug trödele, übernehmen andere die ungeliebte Aufgabe für mich. Außerdem kann dein Kind dann keine Routine oder Ausdauer darin entwickeln, es bleibt langsam.
  • Verträumte Kinder brauchen sehr viel Struktur. Erzähle deinem Kind morgens, welche wichtigen Ereignisse oder Termine anstehen. Informiere es zwischendurch immer wieder, wo es gerade im Tagesablauf steht: „Du hast jetzt noch ein bisschen Zeit zu spielen. Danach müssen wir los zum Tanz-Unterricht."
  • Coaching ist auch bei den Hausaufgaben wichtig: Lass dir zeigen, was aufgegeben wurde. Überlegt, wie dein Kind sich die Aufgaben am besten einteilt und womit es anfangen will. Schaut die Aufgabe an und frage dein Kind, wie es hier vorgehen muss. Schau zwischendurch immer wieder nach, wie es vorankommt.
  • Trenne Spielbereich und Hausaufgaben räumlich: Baut dein Kind gern Fantasiewelten mit Spielfiguren, sollte es dafür einen eigenen Bereich haben, ohne dass es zur Kollision mit den Schulsachen kommt. Vielleicht kann der Nachwuchs die Aufgaben auch am Küchentisch machen. Denn ist dein Kind nicht allein in seinem Zimmer, kannst du es besser „zurückholen", wenn es abschweift.
  • Bestehe auf einem einigermaßen ordentlich geführten Hausaufgabenheft. Hat dein Kind etwas nicht genau notiert, kann es einen Klassenkameraden anrufen. Fehlen trotzdem regelmäßig Aufgaben, sollte es nach Unterrichtsende sein Aufgabenheft kurz mit dem eines anderen Kindes abgleichen, oder den Lehrer fragen, ob alles stimmt.
  • Vermeide verführerische Ablenkungen: An so mancher „Verträumtheit" bei den Hausaufgaben sind das unter dem Tisch versteckte Handy oder die Ohrhörer des MP3-Players Schuld! Bestehe darauf, dass die Konzentration weder durch paralleles Fernsehen, noch durch „daddeln" oder Musikhören beeinträchtigt wird.
  • Vergleiche dein Kind nicht mit anderen Kindern, es wird sonst schnell von Versagensängsten geplagt. Unterstütze es lieber dabei, wichtige Alltagsdinge trotz seiner Verträumtheit im Blick zu behalten. Seine Fantasie kann dann eine große Stärke sein: Querdenken, kreative Problemlösungen und Ideenreichtum sind in in der Schule wie auch in vielen Berufen gefragt!

Manchmal steckt auch mehr dahinter

  • Kläre Hör- oder Sehprobleme ab: Wenn dein Kind die Anweisungen des Lehrers nicht hört oder sich die Hausaufgaben nie vollständig von der Tafel abschreibt, hat das manchmal einen sehr simplen Grund: Es hört oder sieht nicht so gut, wie du bisher geglaubt hast. Denn leichte Defizite hier bemerkt man im Alltag oft nicht. Wenn ein Lehrer darüber klagt, dass dein Kind nie richtig zuhört, ist ein Hörtest beim Kinderarzt die erste Maßnahme. Und wenn Aufgaben oft nicht oder kaum leserlich notiert werden, ist ein Check beim Augenarzt wichtig!
  • Tagträume - manchmal eine Flucht vor Überforderung: Wenn dein Kind sich oft „wegträumt", solltest du aber auch an mögliche seelische Ursachen denken. Denn Tagträume sind manchmal Fluchten: Im Tagtraum ist alles gut, das Kind ist darin der Held, und wenigstens hier hat es die Dinge unter Kontrolle. Vielleicht fühlt sich deine Tochter oder dein Sohn in der Klasse noch nicht heimisch oder wird ausgeschlossen. Vielleicht mag dein Kind die Lehrerin nicht, oder fühlt sich umgekehrt von ihr nicht gemocht{/cms}. Vielleicht gibt es aber auch unterschwellige Konflikte zwischen euch Eltern. Auch überstarke Trödelei kann übrigens auf ein solches Problem hindeuten. Schließlich ruft sie sehr zuverlässig die Aufmerksamkeit von uns Eltern auf den Plan. So ein Triggern von negativer Aufmerksamkeit ist manchmal ein Appell des Kindes: Etwas stimmt gerade nicht, bitte helft mir!
  • Auch ADS kann sich in Verträumtheit zeigen: Vielleicht denkst du beim Thema AD(H)S eher an sehr unruhige Kinder, die ständig aufgedreht durch die Gegend fegen. Aber es gibt das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) auch ohne die Hyperaktivität. Betroffene Kinder wirken ebenfalls unkonzentriert und verträumt. Doch da sind Unterschiede: Gewöhnliche Träumer können sich durchaus konzentrieren - wenn auch nicht gerade auf die Schulaufgaben. Bauen sie dagegen ihre Ritterburgen oder Prinzessinnen-Schlösser, sind sie hochkonzentriert und ausdauernd. Verträumte ADS-Kinder dagegen „können ihre Daueraufmerksamkeit nicht aufrecht halten, ermüden und langweilen sich schnell. Sie haben alle eine verborgene motorische Unruhe, sind immer mit den Händen oder Füßen in Bewegung, aber weniger auffällig als die Hyperaktiven", erklärt die Kinderneurologin Dr. med. Helga Simchen. In der Schule haben sie „motorische Probleme beim Schreiben, drücken zu sehr auf, können Linien nicht einhalten, ihre Buchstaben und Zahlen sind eckig." Die Verarbeitung von Informationen schaffen sie nur langsam, und Lerninhalte automatisieren sich eher mühsam, so Simchen auf der Site des Vereins ADHS Deutschland e.V.. Hast du den Verdacht, dein Kind könnte betroffen sein, kann dich der Kinderarzt zu einem Neurologen überweisen.

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