8 Kinder-Körperpflege-Krisen und ihre Lösung

Nein, nicht Hände waschen, Haare kämmen, Zähne putzen!

Will man einem Kleinkind die Haare waschen, ist sein Protest oft so durchdringend, dass die Nachbarn überlegen, den Kinderschutzbund anzurufen. Doch Haare kämmen, Zähne putzen oder Nägel schneiden gehen auch ohne Machtkämpfe oder Tränen! Wir haben Tipps für dich.

Autor: Gabriele Möller
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Kinder haben gute Gründe für ihren Protest

Krisen Körperpflege Kinder
Foto: © colourbox

Kinder haben übrigens gute Gründe dafür, beim Haarewaschen, Kämmen, Zähneputzen oder Baden in den Streik zu treten. Kinderaugen sind empfindlich und brennen manchmal schon, wenn auch nur klares Wasser hineinläuft. Und dann erst Haarschampoo! Auch das Haarebürsten ziept halt manchmal, vor allem bei dichtem und lockigem Haar. Und schließlich ist eine Zahnbürste ein Fremdkörper im Mund. So kann es passieren, dass Kinder würgen müssen oder Zahnpasta schlucken.

 

Kinder-Körperpflege-Krisen und ihre Lösung

Hände waschen

Die Krise: Händewaschen tut zwar nicht weh, aber wer hat schon Lust nach dem Spielplatz erst mal ins Bad zu gehen oder nach dem Toilettengang noch am Waschbecken zu verweilen, wenn man doch direkt spielen gehen kann. Händewaschen nervt!

  So klappt es: Händewaschen ist eine der wichtigsten Hygiene-Maßnahmen. Keime werden mit sauberen Händchen gar nicht erst verteilt. Deshalb, liebe Eltern, ist jetzt viel Geduld und Disziplin gefragt. Kleinkinder stehen auf "selber machen", deshalb am besten einen Hocker am Waschbecken platzieren. Wenn dann noch der bunte Waschschaum bereit steht, fällt das Händewaschen schon leichter. Ansonsten hilft eigentlich nur eines: erinnern, erinnern, kontrollieren und selbst Vorbild sein.

Haare kämmen

Die Krise: Das Haarekämmen nimmt - vor allem bei kleinen Mädchen - einen Spitzenplatz bei den unbeliebtesten Körperpflege-Prozeduren ein. Vor allem bei langem oder gelocktem Haar fließen nicht selten die Tränen, und viele Mädchen würden durchaus einen verfilzten Look á la Ronja Räubertochter vorziehen.

   So klappt es: Am besten sind Kämme mit wenigen, stumpfen Zinken und Bürsten aus Naturborsten. Hier werden Knötchen sanfter gelöst. Auch mit speziellen Bürsten (z.B. TangleTeezer) machen viele Eltern gute Erfahrungen. Mit dem Kämen an den Haarenden beginnen. Langes Haar abends flechten, dann ist es morgens nicht verfilzt. Eine Spülung mit Zitronenwasser nach dem Waschen macht das Haar leichter kämmbar (2 EL Zitronensaft auf 1 l Wasser).

Baden

Die Krise: Vor allem Babys und Kleinkinder haben oft Angst vor dem Baden. Genauer gesagt davor, im Wasser gehalten zu werden oder darin zu sitzen. Manche Babys haben hierbei so große Panik, dass sie sich regelrecht "einschreien".

So klappt es: Oft wird es besser, wenn Eltern mit ihrem Baby zusammen baden. Im Sommer nimmt auch das Spielen mit Wasser allmählich die Scheu vor dem fremden Element. Bei einer urbia-Userin wurde es erst besser, als sie ihrem Kind den Schnuller gab. Hilft alles nichts, sollte man das Baden nicht erzwingen. Ein Baby wird auch sauber, wenn man es auf einer wasserfesten Wickelunterlage von Kopf bis Fuß mit einem warmen Waschlappen wäscht.

Zähne putzen

Die Krise: Der dreijährige Magnus hasst das Zähneputzen, und dieser wichtige Teil der Körperpflege artet regelmäßig in ein kleines Drama aus: Magnus macht den Mund nicht auf, und seine ratlosen Eltern schimpfen, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen.  

So klappt es: Zahnpflege ist wichtig. Hier hilft es oft, etwas Unerwartetes zu tun: die Zähne überraschend auch mal in der Küche zu putzen oder aus einem Buch vorzulesen. Notfalls darf sogar beim Fernsehen geputzt werden. Auch ein Rollentausch kann helfen: Das Kind putzt dem Erwachsenen oder auch der Lieblingspuppe die Zähne, dann kommen die eigenen dran.

Ohren reinigen

Die Krise: Sobald ihre Mutter sich mit gezückten Wattestäbchen nähert, verzieht Jana (5) schon das Gesicht, hält sich energisch die Ohren zu und protestiert lautstark.  

So klappt es: Kinderärzte betonen, dass sich das kindliche Ohr gut selbst reinigt: Feine Härchen befördern das Ohrenschmalz langsam nach außen. Nur im äußeren Bereich der Ohrmuschel reinigen, z.B. mit einem Baby-Feuchttuch. Dabei nicht weiter ins Ohr gehen, als es mit dem kleinen Finger geht. Wenn das Kind schon alt genug ist, kann sein Ohr selbst mit dem Tuch putzen.
 

Wickeln

Die Krise: Es beginnt oft ab einem Alter von etwa einem Jahr: Bisher war das Wickeln nie ein Problem, doch plötzlich geht nichts mehr. So auch bei dem Sohn einer urbia-Userin: "Mein Sohn lässt sich wirklich gar nicht mehr wickeln. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Er heult sich die Seele aus dem Leib", postet sie ratlos im Forum Kleinkind.  

So klappt es: Ein um sich tretendes Kleinkind zu wickeln, ist fast unmöglich. Jetzt hilft ein Ortswechsel: Kleine Kinder lassen sich oft lieber auf dem Boden oder der Couch wickeln. Auch Beschäftigung hilft: am besten mit Dingen, die das Kind sonst nicht haben darf. Eine urbia-Userin gibt ihrem Kind immer ihre elektrische Zahnbürste zum An- und Abschalten, aber auch eine kleine Taschenlampe oder ein tickender Küchenwecker faszinieren.

Haare waschen

Die Krise: Selbst wenn alles Andere toll klappt - spätestens beim Haare waschen erheben die meisten Kinder Protest. Das elterliche "Halt doch mal still!" ignorieren sie ebenso wie die Erklärung: "Aber das Shampoo ist doch ganz mild, das kann nicht brennen", und oft fließen sogar Tränen.

So klappt es: Ein Augenschutz muss her: Eine verstellbare Kappe lässt das Haar frei und schützt die Augen vor dem Wasser. Nur Baby- oder milde Kindershampoos verwenden, diese brennen nicht so. Ist die Angst trotzdem groß: Haar separat über dem Waschbecken waschen. Je nach Alter steht oder sitzt das Kind mit dem Rücken zum Becken und legt den Kopf nach hinten auf ein gefaltetes Handtuch. Mit dem Wasserhahn oder einer kleinen Kanne das Haar spülen.

Nase putzen

Die Krise: Das Kind hat eine Erkältung, die Nase ist dick verstopft. Wie gut wäre es, wenn es den Schleim durch Schnäuzen loswerden könnte! Doch obwohl das Kind sich sichtlich anstrengt, kommt nichts heraus.

So klappt es: Eltern können mit einem zu einer Spitze gedrehten Taschentuch einen Teil des Schleims aus der Nase entfernen. Ein Nasenballon aus der Apotheke kann Schleim per Unterdruck aus der Nase saugen. Danach abschwellende Nasentropfen geben, damit die Nase wirklich frei wird. Nase und Nebenhöhlen müssen gut belüftet sein, damit sich der Infekt sich nicht weiter (z. B. ins Mittelohr) ausbreitet.

Nägel schneiden

Die Krise: Zückt Mikas Vater die Schere, um ihm die Finger- oder Zehennägel zu schneiden, zappelt der Dreijährige, zieht immer wieder die Hand oder den Fuß weg, und das Nägel schneiden wird regelmäßig zu einer nicht ganz ungefährlichen Rangelei.

So klappt es: Bei Babys dürfen Eltern tricksen und ihm einfach im Schlaf die Nägel schneiden. Natürlich immer eine Baby-Nagelschere mit abgerundeter Spitze verwenden. Bei größeren Maniküre- und Pediküre-Verweigerern Schere einfach weglassen und die Nägel stattdessen abfeilen.

Zahnputzlied

"Putz, Putz, Putz, runter mit dem Schmutz"

(nach der Melodie von "A, B, C, die Katze liegt im Schnee"):

Putz, Putz, Putz, runter mit dem Schmutz!
Die Zähne müssen sauber sein.
Dann kommen keine Löcher rein.
Putz, Putz, Putz, runter mit dem Schmutz!

So, So, So, da sind die Zähne froh.
Nach den Naschen, nach dem Essen.
Zähneputzen nicht vergessen.
So, So, So, da sind die Zähne froh.

Ja, Ja, Ja, jetzt ist alles klar.
Sind die Zähne blitzblank.
Dann halten sie ein Leben lang.
Ja, Ja, Ja, jetzt ist alles klar.

Eins, Zwei, Drei, gleich ist das Lied vorbei.
Saubere Zähne sind wie Sterne,
Leuchten hell, wir sehn' es gerne.
Eins, Zwei, Drei, jetzt ist das Lied vorbei.


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