Vater werden ist doch schwer

Wochenbettdepression: Auch Väter sind betroffen

Dass Frauen nach der Geburt am Baby-Blues oder sogar an Depressionen leiden können, ist bekannt. Psychiater machen jetzt allerdings darauf aufmerksam, dass auch für Männer der Schritt zum Vatersein nicht immer einfach ist.

Autor: Psychiater im Netz
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Beratung nicht hinauszögern

Mann depressiv
Foto: © iStockphoto.com/ PeskyMonkey

Nicht nur Mütter sondern auch Väter können Im Rahmen der Geburt eines Kindes depressive Symptome entwickeln. „Grundlose Schuldgefühle, Ängstlichkeit und Besorgnis aus nichtigen Gründen sowie Schreckhaftigkeit sind mögliche Anzeichen für eine Depression. Indem die Partner offen darüber reden, was sie beschäftigt, können sie sich gegenseitig ein Stück weit darin unterstützen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Halten die depressiven Verstimmungen jedoch an, sollten sich betroffene Väter nicht scheuen, zeitnah psychiatrisch-psychotherapeutische Unterstützung zu suchen“, rät Prof. Dr. Anette Kersting von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. „Eine frühzeitige Behandlung verbessert nicht nur die Therapieaussichten sondern verringert gleichzeitig das Risiko für Beeinträchtigungen der kindlichen Entwicklung.“ Auch Minderwertigkeitsgefühle, Unruhe sowie Antriebslosigkeit und Probleme, Gefühle wie Liebe für den Partner oder das Kind zu empfinden sind Hinweise auf eine psychische Störung.

Die Ursachen von Depressionen bei Vätern nach der Geburt sind noch weitgehend unbekannt. Man nimmt jedoch an, dass der aufwühlende Eindruck der Geburt oder auch die besonderen psychischen und physischen Herausforderungen der neuen Situation eine Rolle spielen. „Ein gestiegenes Verantwortungsgefühl, hohe Erwartungen an sich selbst, Eifersuchtsgefühle aber auch ein Schlafdefizit und körperliche Erschöpfung können Stressoren sein, die eine Erkrankung auslösen. Wie ein Verlustereignis oder ernste finanzielle Probleme kann auch eine eigentlich erwünschte Veränderung des Lebens seelisch sehr Erschüttern und eine depressive Episode auslösen“, ergänzt Prof. Kersting, die Direktorin an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig ist. Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass eine depressive Erkrankung der Partnerin das Risiko für den Vater erhöht, selbst eine Depression zu entwickeln.

Psychisch kranke Eltern sind nicht zwangsläufig schlechtere Eltern, doch eine besondere Unterstützung der Familien ist in dieser Situation wichtig. „Es gibt Hinweise, dass elterliche Depressionen negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Nachwuchses haben, und mit einem erhöhten Risiko für Verhaltensauffälligkeiten und spätere psychische Erkrankungen des Kindes einhergehen. Das krankheitsbedingt beeinträchtigte Erziehungsverhalten der Eltern kann hierfür neben anderen Faktoren ein Grund sein“, ergänzt die Professorin. „Es ist dann meist vorteilhaft, wenn die gesamte Familie und insbesondere die Partnerin in die Therapie miteinbezogen werden.“ Depressionen können direkt nach der Entbindung auftreten, doch gibt es Hinweise, dass sie sich bei Vätern im Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten nach der Geburt häufen. Neben Depressionen können Männer in dieser Lebenssituation in seltenen Fällen auch an einer Psychose oder einer anderen psychischen Störung erkranken.

Mehr Informationen unter www.psychiater-im-netz.de

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