Wissen, Spiele und Experimente

Feiern mit dem Osterhasen

Ostern liegt mitten im Frühling und markiert in der Natur und im christlichen Glauben einen Neuanfang. Als Familienfest ist es eine wunderbare Gelegenheit gemeinsam zu feiern. Wir geben Anregungen für Spiele und Experimente, die für österlichen Spaß sorgen, ob man nun noch an den Osterhasen glaubt oder nicht.

Autor: Heike Byn
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Ostern ist mehr als Ei und Hase

Familie Wiese Eierlauf Ostern
Foto: © iStockphoto.com/ omgimages

Ich weiß es noch wie heute: Mein Sohn Felix war sechs Jahre alt und kam bedröppelt aus der Schule heim. Ältere Kinder hatten ihn ausgelacht, weil er darauf beharrte, dass bei uns zuhause der Osterhase die Eier versteckt. „Das stimmt doch, oder Mama?“ Ich hatte die Wahl: halte ich an der Kinder-Version fest und nähre damit weiterhin den Eltern-lügen-nicht-Mythos oder stoße ich meinem Sohn die Tür zur Erwachsenenwelt des Wissens ein bisschen weiter auf. Ich entschied mich für die Wahrheit, denn ich spürte, dass Felix reif dafür war. Doch egal, ob ein Kind von älteren Geschwistern oder Freunden unfreiwillig aus dem Reich der Kinder-Märchen geschubst wird oder von alleine beginnt, forschende Fragen zu stellen: Irgendwann kommt für alle Eltern der Tag X, an dem sie Stellung zu Christkind, Nikolaus oder Osterhasen nehmen müssen.

Ein Fest mit vielen Traditionen

Sie können dann sagen, dass der Osterhase nicht wirklich von Haus zu Haus hoppelt und allen Kindern auf der Welt Schoko-Eier und kleine Geschenke bringt, sondern dass es die Väter und Mütter sind, die daheim Nester und Körbchen verstecken. Vielleicht werden sie ihm aber auch sagen, dass sie sich die Geschichte mit dem Osterhasen nicht selbst ausgedacht haben, sondern dass er wie die Elfen und Zwerge im Märchen eine Fantasiefigur ist. Und wenn das Kind noch mehr wissen möchte, können ihm die Eltern noch mehr über Ostern, den Hasen und die unvermeidlichen Eier erzählen. Sie können erzählen, dass sich zwei unterschiedliche Traditionen mit Ostern verknüpfen: Die Wurzeln liegen zum einen in den heidnischen Frühjahrs-Bräuchen, als die Menschen in Europa an viele Götter glaubten und sie mit Ritualen um eine reiche Ernte baten. Der Winter wurde mit Feuer und Lärm vertrieben und der Frühling mit Opfergaben, Tanz und Gesang begrüßt. Zum anderen ist in unserem vom christlichen Glauben geprägten Jahreslauf Ostern das Fest der Auferstehung Jesu Christi, der damit den Tod überwand. So wie Christi Geburt als Heilsversprechen zum Zeitpunkt der Wintersonnenwende tief im Dezember gefeiert wird, fällt das Auferstehungs-Fest mitten ins Frühjahr – wenn die Natur nach einer kalten und dunklen Zeit zu neuem Leben erwacht.

Die Verbindung des Hasen mit dem Frühlingsfest Ostern lässt sich leicht herstellen. Denn der Hase steht in derTiersymbolik fürFruchtbarkeit. Kein Wunder, kann doch eine Häsin pro Jahr bis zu 20 Junge auf die Welt bringen. Der Ursprung der Ostereier reicht fast 1000 Jahre zurück. Schon damals verschenkten die Menschen gekochte, rot gefärbte Eier. Die blutrote Farbe galt als Zeichen der Auferstehung und des Lebens. Auch heute noch gilt das gefärbte Ei als Symbol für den Neubeginn, den wir im Frühling erleben. Früher wie heute lassen sich die Menschen eine Menge einfallen, um aus gewöhnlichen Hühnereiern kunstvolle Osterschätze zu machen. Am Osterei darf sich die Fantasie austoben.

Feiern mit (Oster-)Eiern

Die Feiertage und die freie Zeit, die damit verbunden ist, lassen sich gut für gemeinsame Aktivitäten in der Familie nutzen. Wer möchte, kann mit den Kindern einen der kindgerechten Familiengottesdienste an Ostersonntag oder Ostermontag besuchen, bei gutem Wetter einen Osterspaziergang unternehmen oder die Familie zu witzigen Spielen und spannenden Experimenten am Tisch versammeln. Zum Beispiel so:

  • Eier im Berg  
    Auf dem Tisch wird ein kleiner Berg Sand aufgehäuft, in die Spitze ein gekochtes Ei gesetzt. Jeder gräbt nun mit einem Löffel so lange ein bisschen Sand ab, bis das Ei umkippt. Der letzte Gräber vor dem Umkippen scheidet aus. Der Berg wird immer wieder neu aufgeschüttet, bis es jemanden gibt, bei dem das Ei nie umgekippt ist. Er darf es dann essen.
  • Das etwas andere Murmelspiel
    Mit gekochten Eiern oder Schokolade-Eiern kann man wie mit Murmeln spielen: Ein Ei wird auf dem Boden platziert und alle Mitspieler versuchen, ihre Eier möglichst nah heranzurollen. Wessen Ei am nächsten liegen bleibt, ist Sieger.
  • Eier-Pusten
    Das Spiel „Wattepusten“ kann man auch österlich abwandeln: Ein ausgepustetes Ei liegt in der Mitte des Tisches, die Mitspieler legen ihre Unterarme als Schranken auf den Tisch. Durch Pusten versucht nun jeder, das Ei vom Tisch fallen zu lassen oder mit dem Ei die Arme der anderen zu berühren. Fällt das Ei herunter, gibt es fünf Punkte, berührt es einen Mitspieler-Arm, gibt es zwei Punkte. Wer zum Schluss die meisten Punkte hat, gewinnt.
  • Eier-Jagd
    Eine Schnitzel-Jagd an Ostern ist bei schönem Wetter ein Riesenspaß: Die Großen denken sich vorher eine Route durch die Natur oder die Nachbarschaft aus. Sie gehen eine Stunde früher los und hinterlassen Zettel mit Hinweisen. Um die Strecke zu markieren, können sie außerdem auch Schoko-Ostereier liegen lassen. Das zweite Team muss den Hinweisen nachgehen, bis es die anderen Mitspieler gefunden hat.
  • Eierlaufen
    Der Klassiker nicht nur am Kindergeburtstag, sondern diesmal im Ostereinsatz: Ein Ei muss auf einem Esslöffel balanciert werden, ohne dass es herunterfällt. Passiert das, muss der Spieler umkehren und von vorn beginnen. Je nach Lust und Laune können auch verschiedene Hindernisse in die Route eingebaut werden.
  • Osterhasen fangen
    Zwei Mitspieler sind die Jäger, der Rest Osterhasen. Die Hasen stecken sich ein Tuch als Hasenpuschel hinten in den Hosenbund. Die Jäger müssen jetzt versuchen, möglichst viele Hasen zu fangen, indem sie ihnen die Tücher aus den Hosen ziehen. Der Hase, der sein Tuch bis zuletzt behält, gewinnt.

Oster-Experimente: Nichts für Weicheier

Ein paar Eier, ein Tisch, diverse Zutaten, die jeder Haushalt hat. Und schon können Eltern und Kinder gemeinsam experimentieren, bis die Schale kracht:

    • Das Ei des Kolumbus’
      Mit einem Trick soll Christoph Kolumbus seine Neider zum Schweigen gebracht haben: Auf die Behauptung, Amerika zu entdecken sei doch nichts Besonderes, verlangte er von seinen Kritikern, ein Ei aufrecht auf den Tisch zu stellen. Die Anwesenden versuchten es, schafften es aber nicht. Daraufhin soll Kolumbus das Ei genommen und an der Unterseite platt geschlagen haben, damit es stehen blieb. Heutzutage schaffen wir es mit etwas Fingerspitzengefühl sogar, das Ei mit intakter Schale aufrecht hinzustellen.
      Zutaten: Ein rohes Ei
      Wie funktioniert’s? Das rohe Ei kräftig schütteln. Anschließend wird es mit der stumpfen Seite nach unten auf den Tisch gestellt und eine Zeitlang mit den Fingern ruhig gehalten. Zum Schluss kann man das Ei vorsichtig loslassen. Es bleibt stehen.
      Warum? Beim kräftigen Schütteln reißt die Dotterhaut um das Eigelb im Inneren. Hält man das Ei eine Zeit lang ruhig, sinkt das Eigelb - und damit der Schwerpunkt - nach unten. Wie beim Stehaufmännchen wird das Ei nun aufrecht gehalten.

 

    • Der Eiertanz
      Wie kann man eigentlich rohe von gekochten Eiern unterscheiden?
      Zutaten:
      Ein paar rohe und gekochte Eier
      Wie funktioniert’s?
      Ei auf den Tisch legen, zwischen Daumen und Zeigefinger halten und drehen, so dass es kreiselt. Dann das Ei von oben mit einem Finger kurz abstoppen. Dreht sich das Ei nach dem Stoppen weiter, ist es roh. Bleibt es stehen, ist es das gekochte Ei. Warum? Der Inhalt des rohen Eis ist flüssig, deshalb sind Eiweiß und Eigelb noch in der Drehbewegung.

 

    • Was Eierschalen aushalten
      Die Eierschale von zwei hartgekochten Eiern in der Mitte durchschneiden, die Hälften leer löffeln und mit den leeren Eierschalenhälften ein spannendes Experiment machen.
      Zutaten: Zwei harte Eier, Tesafilm, kleines Brotmesser
      Wie funktioniert’s?
      Die Mitte des Eis mit Klebeband umwickeln, damit die Schale beim Durchschneiden nicht bricht. Das Ei mit dem Brotmesser in der Mitte durchschneiden, den Inhalt auslöffeln. Anschließend die vier halbierten Eierschalen mit der offenen Seite nach unten auf den Tisch legen und Bücher darauf stapeln. Wie hoch wird der Turm, ohne dass die Schalen brechen?
      Warum? Die gewölbte Form macht die Eierschale so stabil, weil sich das Gewicht auf der gesamten Fläche verteilt.

 

  • Weicheier mit Ausblick
    Kann man ein rohes Ei schälen? Mit diesem Trick klappt es!
    Zutaten:
    Ein Glas, Essig, ein rohes Ei
    Wie funktioniert’s?
    Essig in ein Glas geben, ein rohes Ei hinein legen und ein bis zwei Tage Geduld haben. Zuerst bilden sich auf der Ei-Schale kleine Bläschen, dann löst sich die Schale nach und nach auf. Schließlich ist das Ei nur noch von der dünnen Ei-Haut umgeben. Je länger es im Essig liegt, desto durchsichtiger wird es. Hält man das Ei vors Licht, erkennt man in der Mitte den Eidotter.
    Warum?
    Die Eischale ist kalkhaltig. Der Kalk wird von der Essigsäure zersetzt. Dabei entsteht das Gas Kohlendioxid, deutlich sichtbar an den Bläschen auf der Eierschale.

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