Beckenrandsitzer und Rutschbahn-Rowdys

Neun unvermeidliche Hallenbad-Typen

Kalte, nasse Herbst- und Wintertage strapazieren die Nerven der ganzen Familie, bis jemand unvermeidlich auf die Idee kommt, ins Schwimmbad zu gehen. Dort treffen wir gefühlt tausend Andere mit der gleichen Idee. Unter ihnen auch bestimmte Typen, die wir manchmal lieber nicht treffen würden.

Autor: Heike Byn
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Chaotische Kreischer

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Foto: © Colourbox

Sie finden Ihre Kinder auf der Fahrt zum Schwimmbad laut und nervend? Warten Sie, bis Sie die Umkleidekabine oder die Schwimmhalle betreten: Das ohrenbetäubende Geschrei der „chaotischen Kreischer" wird sie willkommen heißen. Diese Spezies im Grundschulalter äußert ihre überbordende Lebensfreude durch Lärm. Potenziert durch die Kachel-Akustik konkurrieren die meist jungmännlichen „Kreischer-Typen" auf Dauer mit der Dezibelstärke eines startenden Jumbo-Jets. Gegenmaßnahmen: Unmöglich. Man wird Sie nicht hören.

Rutschbahn-Rowdys

Sie sind klein, leicht und furchtbar schnell: Eben war der Startplatz vor der Tunnelrutsche noch leer und Sie freuen sich auf eine ungestörte Abfahrt. Doch schon an der ersten Kurve haben Sie den „Rutschbahn-Rowdy" im Nacken sitzen oder am Rücken kleben. Denn die Jungs und Mädchen aus der Rowdy-Fraktion rutschen schon bei „Rot", gerne auch zu zweit aneinander geklammert los und sind aufgrund ihres geringen Gewichts schneller als ein Erwachsenenkörper. Sie haben also keine Chance. Gegenmaßnahmen: Aufs Rutschen verzichten oder jemanden dazu verdonnern, die Rowdys am Startplatz hinzuhalten.

Tranige Teenager

Ist die kindliche Phase des Kreischens und Rabaukentums abgeschlossen, werden aus ehemals quirligen Kindern in der Pubertät meist „tranige Teenager", die nur in akuten Schüben des Balzens oder Beeindruckens das Wasser tatsächlich zum Schwimmen nutzen. Ansonsten bevölkern sie stundenlang Whirlpools und Liegestühle, stellen Rekorde im Dauerduschen und Fön-Blockieren auf und hängen gerne in traubenartigen Formationen am Beckenrand fest, so dass Schwimmen in ihrer Nähe unmöglich wird. Gegenmaßnahmen: Mit ihrer „Schwarmintelligenz" kalkulieren und Lücken ausnutzen.


Sanfte Saugnapfpärchen

Am Beckenrand halten nicht nur „tranige Teenager" den Schwimmfluss auf, er ist auch ein beliebter Platz für „sanfte Saugnapfpärchen" aller Altersklassen. Meist klebt das Weibchen dieser naturgemäß zu zweit vorkommenden Spezies nahezu bewegungslos mit dem Rücken am Beckenrand, während das Männchen sich in seine Arme kuschelt und mit dem Gegenüber alle möglichen Kussvarianten durchdekliniert. Gegenmaßnahmen: Da Saugnapfpaare über Stunden ortsstabil sind, können Sie unbesorgt an ihnen vorbeischwimmen.

Kraulende Kampfschwimmer

Aus dem strengen Orden der Selbstoptimierer kommt der „kraulende Kampfschwimmer". Sie erkennen ihn an der aerodynamischen Schwimmbrille, Ganzjahresbräune und der sportiven Badehose. Er durchpflügt ohne Rücksicht Bahn und Becken, hebt den Kopf nur zum Wenden und peilt innerlich schon die nächste Bestmarke an. Zwar geht der Kampfschwimmer vorzugsweise zur „after work fitness", doch nach Büro-Langtagen muss er manchmal aufs Wochenende ausweichen. Gegenmaßnahmen: Ausbremsen, auslachen, beim Bademeister verpetzen.

Lässige Latte-Mütter

Außerhalb des Schwimmbads fühlen sie sich in ihrem natürlichen Habitat von Spielplätzen oder in der Außengastronomie von Innenstadt-Cafés am wohlsten – stets eine weichgespülte Koffeindröhnung à la Latte-Macchiato wie festgetackert in der Hand. Im Schwimmbad trinken sie den „Latte" tiefenentspannt in der Gastro-Ecke, während der Herr Papa die Brut bespaßt, und fallen ansonsten nur durch ein Top-Styling auf. Gegenmaßnahmen: Milde lächeln - sie sind harmlos und wollen nur reden.

Bewegungslose Beckenrandsitzer

Niemand weiß, ob sie schwimmen können oder warum sie überhaupt ins Bad gehen, denn kein Mensch hat sie je mit ganzem Körper im Nass gesehen: „Bewegungslose Beckenrandsitzer" sind zu 99 Prozent weiblich, hocken am Wasser herum und begleiten entweder ihre plantschenden Kinder mit Motivationsrufen wie „Toll, Tim!" und „Schön gemacht, Schantall!" oder geben sich der gepflegten Konversation mit einer Freundin hin. Dabei quirlen sie mit ihren Unterschenkeln das Wasser, bis es blubbert. Gegenmaßnahmen: Keine bekannt, die Damen sind hartnäckig wie Fußpilz.

Abwesende Auszeitmütter

„Der kleine Kevin wartet in der Erste-Hilfe -Kabine auf seine Mutter", schallt es aus den Lautsprechern. Im Hintergrund ist lautes Weinen zu hören, und wir wissen: Gleich wird eine der immer etwas abwesend wirkenden und ruhebedürftigen „Auszeitmütter" langsam die Liege-Lounge verlassen und gen Bademeister schlendern, um bei ihm über den Sohn zu schimpfen, dem schon lange mit keinem Erziehungsmittel mehr beizukommen sei. Gegenmaßnahmen: Mütter unauffällig nassspritzen oder ihre Liege in Abwesenheit besetzen.

Sinkende Seekühe

Badekappen mit Schmetterlings-Applikationen, XXL-Badeanzüge mit Bein. Zwei von ihnen nebeneinander und plaudernd in der Bahn, und ein Überholen ist undenkbar: Wo die Spezies der ebenso betagten wie voluminösen Damen das Wasser mit einem Schwimmstil teilt, der immer ein wenig ans Seekühe kurz vor dem Absinken erinnert, sind Mitschwimmer minutenlang ausgebremst. Gegenmaßnahmen: In eine andere Bahn ausweichen. Sie sind einfach in der Übermacht.


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