Geschichten aus The Mighty

An die Frau, die mich fragte, ob sie sich meine Tochter mit Down-Syndrom einmal näher anschauen dürfte

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Als Maggie erfährt, dass ihre Tochter mit Down-Syndrom geboren wurde, ist sie völlig verzweifelt. Bis sie im Supermarkt eine fremde Frau trifft, die genau die richtigen Worte findet.

theMighty Downsyndrom
Foto: © The Mighty

Als meine perfekte, fünf Pfund schwere Tochter vor fünf Jahren geboren wurde, erhielten wir die Diagnose Down-Syndrom. Die Angst vor dem Unbekannten überschattete unser Leben. Unsere Tage und Nächte waren voll ständiger Sorge. Wie wird ihre Zukunft aussehen? Wie wird unsere Zukunft aussehen? Ich mutierte zu einer überbehütenden Glucken-Mutter, und wenn Fremde uns anlächelten, hielt ich das für mitleidige Blicke. Ängstlich und so voller Liebe für dieses kleine Baby fühlte ich mich total verloren.

"Heute ist Ava ein temperamentvolles Vorschulkind, das so viel Liebe zu geben hat!"

 

Als Ava etwa vier Wochen alt war, unternahmen wir einen Mama- und Baby-Ausflug in den Supermarkt. Im Gang mit den Konserven änderte sich mein Leben grundlegend. Eine Frau schob ihren Einkaufswagen an uns vorbei, wandte sich um und warf einen Blick auf mein kleines Baby in der Babyschale. Kurz darauf kam sie zurück und fragte, ob sie sich mein Baby einmal näher anschauen dürfe. Als sie das Gesicht der schlafenden Ava betrachtete, breitete sich ein strahlendes, warmes Lächeln auf ihrem Gesicht aus.

„Danke", sagte sie. „Das bringt so viele wundervolle Erinnerungen zurück." In dem Moment kam ihre Tochter, ein Teenager, um die Ecke und umarmte ihre Mutter. Auch sie hatte das Down-Syndrom. Die freundliche Fremde erwiderte die Umarmung ihrer Tochter und legte ihre Hand auf meine Schulter. „Es ist ein Segen. Alles wird gut werden, Sie werden sehen." Ich stand da, mit Tränen in meinen Augen und sagte mit zitternder Stimme "danke". Ich fühlte mich, als sei mir ein Stein vom Herzen gefallen. Es würde uns gutgehen. Ihr würde es gutgehen. Diese Frau gab mir die Kraft, damit anzufangen, meine Tochter so zu erziehen, dass sie alles tun und sein kann, was sie tun und sein will.

Heute ist Ava ein temperamentvolles Vorschulkind, das so viel Liebe zu geben hat! Diese freundliche Frau im Supermarkt wird niemals erfahren, welches Geschenk sie mir damals gemacht hat. Sie hat mir die Fähigkeit verliehen, die Angst zur Seite zu schieben, und anzufangen, unser Leben für unser kleines Mädchen zu leben. Sie hatte recht – Ava ist ein Segen für unser Leben.

Maggie McKelvey

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