Das solltest du wissen

Erste Hilfe am Kind

Was tun, wenn das Kind stürzt, von einer Wespe gestochen wird oder wenn es sich gar verbrennt oder unter Atemnot leidet? urbia gibt Tipps für die Erste Hilfe in Notsituationen.

Autor: Gabriele Möller
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Köpfchen statt Kopflosigkeit

Junge traurig Verband Teddy iStock MKucova
Foto: © iStockphoto.com/ MKucova

Was ist zu tun, wenn sich ein Kind leicht oder schwer verletzt? urbia gibt Ihnen hier einige wichtige Tipps für solche Notsituationen. Diese Hinweise können aber einen Erste-Hilfe-Kurs für Eltern und Aufsichtspersonen nicht ersetzen, für den sich jeder die nötige Zeit nehmen sollte.

Hilfe herbeirufen

Wenn dem eigenen Kind ein Unfall passiert, kann es sein, dass einem die simpelsten Telefonnummern nicht mehr einfallen. Deshalb: Befestigen Sie neben dem Telefon einen Zettel mit den wichtigsten Rufnummern - auch ihrer eigenen, denn nach dieser werden sie vom Rettungsdienst gefragt (wegen möglicher späterer Rückfragen). Außerdem gehören die Nummern des Notarztes, der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale, des nächstgelegenen Krankenhauses mit Kinderabteilung, eines niedergelassenen Unfallchirurgen (für Fälle, die keine sofortige Klinikeinlieferung nötig machen) und Ihres Kinderarztes dazu sowie die Nummer Ihres Partners, falls dieser tagsüber außer Haus arbeitet.

Atemnot

Greifen Sie dem Kind in den Mund und untersuchen Sie, ob es Fremdkörper (Luftballonfetzen, Erdnüsse, kleines Spielzeug) "angeatmet" hat. Steckt der Gegenstand fest, legen sie Kinder bis 18 Monate bäuchlings mit dem Kopf nach unten auf ihren Oberschenkel (Kind liegt schräg nach unten, nicht senkrecht) und klopfen sie ihm kräftig (bis zu fünf Mal) zwischen die Schulterblätter. Bei älteren Kindern: Stehendes Kind von hinten umfassen, Kopf und Oberkörper nach unten beugen, zwischen Schulterblätter klopfen. Kommt der Fremdkörper heraus und das Kind kann wieder Schlucken und Atmen, ist die akute Gefahr gebannt. Sind Sie nicht ganz sicher, ob sich noch etwas in der Luftröhre des Kindes befindet, sofort zum Arzt, Notarzt oder ins Krankenhaus.

Bei geschwollener Luftröhre z.B. durch allergische Reaktion, Pseudokrupp-Anfall o.ä. : Kalte Luft ins Zimmer lassen oder im Bad die heiße Dusche laufen lassen, denn kalte und feuchte Luft lassen Schleimhäute abschwellen.

Beatmen

Wenn diese Maßnahmen nicht helfen: Beatmen Sie das Kind. Legen Sie das Kind auf den Rücken auf eine harte Unterlage. Biegen Sie den Kopf nur ganz leicht nach hinten, wobei dieses Überstrecken umso schwächer sein muss, je kleiner das Kind ist. Blasen Sie Luft in Nase und Mund (beides mit eigenem Mund abdecken) des Kindes. Bei größeren Kindern schließen Sie mit dem Daumen den Mund des Kindes und beginnen mit einer Mund-zu-Nase-Beatmung. Kontrollieren Sie, ob sich der Brustkorb hebt. Wenn nicht, verändern sie die Position des Kopfes, vielleicht ist er zu wenig oder zu stark überstreckt. Pusten Sie nicht zu kräftig, sonst gelangt Luft in den Magen und drückt unter Umständen Magensäure in die Lungen. Mit dem Volumen eines einzigen Atemzuges kann ein Erwachsener ungefähr vier leichte Beatmungen des Kindes vornehmen. Geben Sie 30 bis 40 Atemspenden pro Minute. Prüfen Sie nach einer Minute die Atmung des Kindes. Übrigens: Falls die Nase verletzt oder aus anderen Gründen nicht durchlässig ist, kann auch Mund-zu-Mund beatmet werden. Dabei werden die Nasenlöcher des Kindes mit den Fingern der einen Hand verschlossen, der Mund geöffnet und beatmet. Nach jeder Atemspende kurz den Kopf zur Seite drehen und beobachten, ob sich der Brustkob des Kindes gehoben und gesenkt hat. Auch wenn die Atmung des Kindes wieder einsetzt, müssen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes weiter kontrollieren, ob sie nicht wieder aussetzt.

Keine Zeit verlieren bei Atemstillstand

Wenn sich kein Telefon in der Nähe befindet, beginnen sie erst und sofort mit den Beatmungsmaßnahmen. Schicken Sie eine andere Person, um Hilfe zu holen, oder rufen Sie während der Beatmung laut nach Hilfe.

Augenverletzungen

Ätzende oder brennende Flüssigkeit mit viel fließendem Wasser auswaschen, danach zum Augenarzt. Falls Ihrem Kind ein Fremdkörper ins Auge gelangt ist, ist zunächst zwischen harmlosen und gefährlichen Fremdkörpern zu unterscheiden. Harmlose Fremdkörper wie Staub, Sand oder Krümel können vorsichtig selbst entfernt werden. Befindet sich der Fremdkörper im Unterlid, dieses nach unten ziehen und den Fremdkörper mit einem feuchten Wattestäbchen oder dem Zipfel eines Taschentuchs heraustupfen, jedoch nicht reiben! Ist er unterm Oberlid, soll das Kind nach unten blicken. Ziehen Sie das Oberlid an den Wimpern über das Unterlid herunter. Beim Zurückgleiten des Oberlids bleibt der Fremdkörper meist am Unterlid hängen. Gelingt die Entfernung des Fremdkörpers nicht, fahren Sie zum nächsten Kinder- oder Augenarzt oder in ein Krankenhaus.

Bei gefährlichen Fremdkörpern - wie zum Beispiel Glassplittern - darf der Fremdkörper im Augapfel auf keinen Fall entfernt werden. Hier gilt: Sofort zum nächsten Kinderarzt, Augenarzt oder ins Krankenhaus oder den Notruf anrufen!

Bewusstlosigkeit und stabile Seitenlage

Wenn das Kind bei normaler Atmung und Herzschlag nicht auf Ansprache reagiert und die Gliedmaßen ganz schlaff sind, ist es bewusstlos. In dieser Situation ist es wichtig, es sofort in die so genannte stabile Seitenlage zu bringen. Diese Stellung, bei der der Mund an die tiefste Stelle des Körpers gebracht wird, soll vor Verstopfung der Atemwege durch die eigene Zunge oder zum Beispiel druch Erbrochenes schützen. Eine korrekte stabile Seitenlage durchzuführen lernt man in einem Erst-Hilfe-Kurs. Die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" empfiehlt bei Schulkindern, das Kind zunächst auf die Seite zu legen und Bauch und Brust mit einem Kissen oder einer zusammengerollten Decke zu stützen, damit das Kind sicher liegt und nicht wegrollt. Dann wird der Kopf ein wenig in den Nacken gezogen und der Mund des Kindes geöffnet. Säuglinge und Kleinkinder legt man auf den Bauch und dreht den Kopf auf die Seite. Wie beim Schulkind den Mund öffnen.


Bisswunden

Nicht nur Tiere, auch andere Kinder können Ihrem Kind Bisswunden zufügen. Bisswunden sind praktisch immer mit Keimen verschmutzt. Die Wunde daher mit Wasser und einem Wund-Desinfektionsmittel (gibt es in der Apotheke) auswaschen. Die Wunde sauber abdecken (Verband, sauberes Handtuch) und sie nicht unnötig betasten oder berühren, um sie vor weiteren Keimen zu schützen.Fahren Sie zum nächsten Kinderarzt/Krankenhaus oder rufen Sie den Notruf. Wichtig: Impfbuch des Kindes mitnehmen, u.a. wegen Tetanusschutz! Bei einem Tierbiss oder Tierkratzwunden auch das Impfbuch des Tieres einpacken (Tollwutschutz?).

Tipps vom Kinderarzt: Behandeln von Bisswunden durch andere Kinder

Ertrinken

Vergessen Sie die Turnübungen, die sie in TV-Filmen gesehen haben: Mit den Armen des Kindes rudern oder Wasser aus seiner Lunge pressen zu wollen ist Unsinn. Meist ist sowieso kein Wasser in die Lunge gelangt, weil die Luftröhre sich reflexartig verschließt, sobald Wasser eindringt. Beatmen Sie das Kind wie unter dem Punkt "Atemstillstand" beschrieben. Bei Herzstillstand gleichzeitiger Beginn mit Herzmassage. Rufen Sie nach Hilfe, lassen Sie jemand anderes den Notarzt anrufen, während sie selbst weiter beatmen. Auch wenn das Kind bereits längere Zeit reglos im Wasser lag, lohnt sich die Beatmung oft! So schnell wie möglich ins Krankenhaus.

Herzstillstand

Wie man bei Atem- und Herzstillstand vorgeht, lässt sich nur in einem Erste-Hilfe-Kurs für Eltern richtig lernen. Trotzdem hier zur Basis-Information eine kurze Beschreibung.

Legen Sie Ihr Kind auf eine ebene, harte Unterlage. Machen Sie den Brustkorb frei. Suchen Sie den richtigen Druckpunkt. Denken Sie sich dazu eine Verbindungslinie zwischen den beiden Brustwarzen des Kindes. Auf dem Brustbein, einen Fingerbreit unter dieser gedachten Linie, befindet sich der richtige Punkt bei Kindern bis Ende des Kindergartenalters. Bei Schulkindern und Jugendlichen liegt der Punkt dagegen vier Finger breit über dem Brustbein-Ende (Das Brustbein-Ende ist dort, wo die beiden Rippenbögen auf das Brustbein stoßen).

Nun drücken Sie den Druckpunkt so, dass die Brust des Kindes (bis zu einem Jahr) ca. vier Zentimeter, bei Kindern über einem Jahr, ca. fünf Zentimeter nachgibt. Nach jedem Druck den Brustkorb ganz entlasten, damit sich das Herz mit neuem Blut füllen kann, aber ohne des Druckpunkt zu verlieren.

Beim Säugling folgt auf drei Herzdruckmassagen eine Atemspende (Verhältnis 3:1), usw.  Beim Kind und Erwachsenen folgen, abhängig davon, ob Laienhelfer, professionelle Helfer oder einer oder mehr Helfer vor Ort sind, auf 15 oder 30 schnelle Herzdruckmassagen (rasch aufeinanderfolgende) zwei Atemspenden (Verhältnis 15:2).  Die Druckfrequenz sollte beim Kind mindestens 100 pro Minute, jedoch nicht mehr als 120 pro Minute betragen.

Hier finden Sie Eckpunkte der Bundesärztekammer für die Reanimation von Säuglingen, Kindern und Erwachsenen.

Für alle Fälle gilt: Nach jeweils einer Minute müssen Sie den Puls erneut kontrollieren. Hat der Herzschlag wieder eingesetzt, prüfen Sie, ob auch die Atmung wieder angefangen hat. Wenn nicht, führen Sie die Beatmung jetzt ohne Herzdruckmassage durch, bis der Notarzt eintrifft. Wenn ja, bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage und kontrollieren Sie Puls und Atmung weiterhin, bis der Rettungsdienst eintrifft. Babys werden statt in die Seitenlage auf den Bauch gelegt, wobei der rechte Arm und das rechte Bein leicht angewinkelt werden und er Kopf etwas in den Nacken gestreckt wird.

Wie reagiere ich richtig, wenn ich ein Kind wiederbeleben muss?

Insektenstiche

Stiche können im Mund- und Halsraum zu akuter Atemnot führen. Das Kind sollte Eis oder Eiswürfel lutschen oder mit kaltem Wasser gurgeln, bis der Notarzt eintrifft. Falls kein Eis vorhanden ist, kalte Wickel um den Hals legen. Auch bei leichteren Schwellungen in Mund oder Hals sollte Eis gelutscht und ein Arzt aufgesucht werden.
Falls in Folge eines Insektenstichs eine allergische Reaktion auftritt, sofort Notarzt anrufen. Zeichen einer allergischen Reaktion sind besonders starkes Anschwellen des Stiches, Quaddelbildung, Atemnot, kalter Schweiß und Erbrechen.

Kopfverletzungen

Platz- oder Schnittwunden werden mit einer sterilen Wundkompresse abgedeckt, fahren Sie anschließend zum Kinderarzt oder in die Notfallambulanz, da diese Wunden meist genäht werden müssen. Lässt sich die Blutung nicht stillen, nicht selbst fahren, sondern den Notarzt rufen. Wenn ein Kind nach einem Sturz (z.B. vom Wickeltisch) nicht sofort (!) losschreit, könnte es eine Gehirnerschütterung oder eine noch ernstere Kopfverletzung haben. Daher nach einem solchen Vorfall vorsichtshalber immer zum Arzt gehen. Auch wenn es sich (manchmal erst Stunden später) ungewöhnlich verhält, sollten Sie zum Arzt gehen. Es ist zum Beispiel vielleicht auffallend still, erbricht sich, hat Kopfschmerzen, ist schläfrig, atmet mal tief, mal flach, mal schnell, mal langsam. Es spricht vielleicht anders (undeutlicher, langsamer) als sonst, Wasser oder Blut fließen aus den Ohren oder der Nase, es krampft am ganzen Körper oder einem einzelnen Körperteil. Auch ein einziges dieser Warnzeichen muss ernstgenommen und sofort mit einem Arzt abgeklärt werden.

Nasenbluten

Nasenbluten kann einfach aus heiterem Himmel kommen, es kann beim Naseputzen auftreten oder Folge eines Sturzes oder Schlages sein. Das Kind sollte seinen Kopf gerade halten, mit einem Taschentuch das blutende Nasenloch "abdichten" und die Nase eventuell mit einem feuchten Tuch kühlen. Kopf nicht in den Nacken legen - das Blut läuft in den Rachen, das Kind kann sich daran verschlucken! Stattdessen hilft ein kaltes, feuchtes Tuch im Nacken, die Blutung zu stillen. Falls die Blutung nicht von selbst aufhört oder wenn noch andere Verletzungen vorliegen, fahren Sie zum nächsten Kinderarzt/Krankenhaus oder rufen Sie den Notarzt.

Prellungen, Verstauchungen, Knochenbrüche

Prellungen erkennt man an einer sichtbaren Schwellung und häufig an einem Bluterguss an der betroffenen Stelle, der von der Verletzung der Blutgefäße herrührt. Sie sind manchmal nicht leicht zu unterscheiden von Verstauchungen, die eine rasch zunehmende Schwellung im Bereich eines Gelenks auslösen. Bei einer Verstauchung kann das Kind das Gelenk nur unter starken Schmerzen bewegen, auch hier findet sich oft ein Bluterguss an der Verletzungsstelle. Prellungen und Stauchungen werden in erster Linie gekühlt, um die Schwellung möglichst klein zu halten und den Schmerz zu lindern. Machen Sie also kalte feuchte Wickel oder kühlen Sie die Stelle mit einem Kühlkissen (in ein Tuch einwickeln) oder mit zerstoßenem Eis in einer Plastiktüte (auch hier gehört ein Tuch herum). Vermeiden Sie unnötige Bewegungen des verletzten Körperteils.

Knochenbrüche sind in seltenen Fällen zu sehen, indem der gebrochene Knochen durch die Haut drückt. Viel häufiger ist ein Bruch äußerlich nicht zu erkennen. Hinweise auf Knochenbrüche können sein, dass das Kind Arm oder Bein nicht mehr bzw. nur unter sehr großen Schmerzen bewegen kann. Allerdings sind Kinder häufig in der Lage, trotz Knochenbruch Arm oder Bein zu bewegen. Sicher kann einen Knochenbruch nur der Arzt ausschließen bzw. feststellen. Bei deutlich sichtbarer Fehlstellung an Arm oder Bein den Notruf wählen!

Wie ernst die Verletzung ist, zeigt sich bei Kindern oft nach einigen Minuten. Lässt der akute Schmerz durch die Kühlung nach und fängt es wieder an zu spielen, handelt es sich eher nicht um einen Bruch. Daher empfiehlt es sich zu warten, bis der erste Schreck abgeklungen ist und die Verletzung dann nochmals in Ruhe zu untersuchen.

Hat das Kind starke Schmerzen oder kann es die verletzte Stelle nicht bewegen, kann ein stützender und die Stelle schützender Verband hilfreich sein. Verletzte Beine oder Arme bitte nie selbst schienen. Fahren Sie zum nächsten Kinderarzt, ins Krankenhaus oder verständigen Sie den Notarzt.

Wie merke ich, dass sich mein Kind etwas gebrochen hat?

 

Schnitt- und Schürfwunden

Schürfwunden sind meist nur oberflächlich und sehen schlimmer aus als sie wirklich sind. Sie werden ausgewaschen und mit einem sterilen Tuch abgedeckt.

Tiefe Wunden, zum Beispiel Schnittwunden, die stark bluten, nicht auswaschen. Drücken Sie die Wunde mit einem keimfreien Verband, oder wenn nichts anderes zur Hand ist, auch einfach mit einem sauberen Tuch oder der bloßen Hand so stark ab, dass die Blutung sichtbar nachlässt. Einen blutstillenden Druckverband kann man anlegen, indem zum Beispiel eine noch verpackte Verbandrolle mit einem Verband fest auf die Wunde gebunden wird. Oder rollen Sie ein Handtuch kompakt zusammen und knoten es mit einem weiteren Handtuch fest auf die Wunde. Allerdings darf der Druck nicht so groß sein, dass die Durchblutung ganz unterbrochen wird. Dafür muss überprüft werden, ob der Puls jenseits des Verbandes noch tastbar ist. Wenn nicht, lockern Sie etwas.
Hilfreich kann es auch sein, das Kind hinzulegen und das betroffene Glied hochzuhalten. Fremdkörper, die in der Wunde stecken, dürfen Sie nicht selbst entfernen, sondern höchstens fixieren und stabilisieren (durch vorsichtiges Umwickeln mit einem Tuch vor und hinter dem Fremdkörper).

Bei tiefen Wunden nach den eigenen Maßnahmen zur Blutstillung, den Kinderarzt aufsuchen oder in die Krankenhausambulanz gehen.
Frischen Sie die Tetanus-Impfungen Ihres Kindes regelmäßig auf, denn auch kleine Wunden können vom Erreger des lebensgefährlichen Wundstarrkrampfs infiziert werden. Und der fühlt sich nahezu überall wohl: In Gartenerde ebenso wie auf der Straße oder dem Spielplatz.

Stromunfall

Ihr Kind hängt an einer Stromquelle fest: Wenn der Sicherungskasten in der Nähe ist, schalten sie sofort alle Sicherungen aus. Wenn nicht, trennen sie das Kind mit einem hölzernen Besensteil, einem Holz-Kochlöffel oder einem Stuhlbein von der Stromquelle. Fassen Sie es nicht selbst an, sonst krampfen auch Ihre Hände und Sie kommen von der Stromquelle nicht los. Bei anschließend möglichem Atem- und Herzstillstand des Kindes die Atemspende und ggf. die Herzdruckmassage beginnen. Immer nach Stromunfällen sofort zum Kinderarzt oder ins Krankenhaus. Das Herz des Kindes muss nach einem Stromunfall mit dem EKG-Gerät untersucht werden.

Verbrennungen und Verbrühungen

Ob nun kleine oder große Verbrennungen: Oft wird der Fehler gemacht, dass man das kalte Wasser zu kurz über die Wunde laufen lässt. Mindestens zehn, besser 20 Minuten sollte man die verbrannte Stelle jedoch unter weich fließendem Wasser kühlen. Bei schweren Verbrennungen so lange, bis der Notarzt eintrifft. Das Kind ggf. mit sauberen Tüchern oder Rettungsfolie bedecken, falls Schüttelfrost auftritt. Auf die Wunde gehört nichts außer kaltem Wasser. Bedenken Sie, dass auch recht kleinflächige Verbrühungen (z.B. von umgefallener Kaffeetasse) bei Säuglingen und Kleinkindern schon lebensgefährlich sein können oder schwere Infektionen nach sich ziehen können. Gehen Sie auch hier auf jeden Fall sofort zum Arzt.

Was tun, wenn sich mein Kind verbrennt?

Vergiftungen - mit den Telefonnummern der Giftinformationszentren

Wenn ein Kind giftige Flüssigkeiten (z.B. Reinigungsmittel), giftige Pflanzenteile oder Arzneimittel heruntergeschluckt hat, rufen sie den Notarzt oder die Giftnotrufzentrale an. Geben Sie genau an, was und wieviel davon Ihr Kind geschluckt hat. Bringen Sie Ihr Kind nicht ohne ausdrückliche Anweisung zum Erbrechen: Ätzende Flüssigkeiten schädigen die Atemwege dabei gleich noch einmal. Hat das Kind giftige Dämpfe, Gase oder Rauch eingeatmet, bringen Sie es nach draußen, da Atemnot und damit Lebensgefahr drohen. Beatmen Sie es, falls notwendig, wie unter dem Punkt "Atemnot" erläutert.

Hier sind die Telefonnummern der Giftinformationszentren:

Berlin: Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie, Tel.: 030/19240

Berlin: (Behandlungszentrum) Station 43 des Universitätsklinikums Rudolf Virchow, Tel.: 030/45053555

Bonn: Informationszentrale gegen Vergiftungen / Zentrum für Kinderheilkunde, Tel.: 0228/19240

Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: Gemeinsames Giftinformationszentrum in Erfurt : Tel.: 0361/730730

Freiburg: Informationszentrale für Vergiftungsfälle, Universitätskinderklinik, Tel.: 0761/19240

Giftinformationszentrum Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein), Zentrum für Toxikologie Göttingen: Tel.: 0551/19240

Homburg/Saar: Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle, Tel.: 06841/19240

Mainz: Beratungsstelle bei Vergiftungen, der Universität Mainz, Tel.: 06131/19240

München: Giftnotruf München, Toxikologische Abt. der II. Med. Klinik, Tel.: 089/19240

Nürnberg: Toxikologische Intensivstation der II. Med. Klinik des Städtischen Krankenhauses, Tel.: 0911/398 2451

Wien: Vergiftungsinformationszentrale, Allgemeines Krankenhaus Wien Tel.: 0043 (0) 1 - 406 4343

Zürich: Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum, Tel.: 0041 (0) 1 - 251 5151

Zahn- und Kieferverletzungen

Kinder fallen relativ häufig auf das Gesicht. So kann es zu Verletzungen der Zähne oder des Kiefers kommen. Schauen Sie Ihrem Kind in den Mund. Kann es den Mund nicht vollständig öffnen und hat Schmerzen dabei, so handelt es sich möglicherweise um eine Kieferverletzung, die durch einen Sturz auf das Kinn entstanden sein kann. Hier hilft nur die Fahrt in die Kinderklinik.

Hat das Kind einen Zahn verloren oder ist ein Teil eines Zahnes herausgebrochen, sollten Sie sofort den Zahn oder das Zahnbruchstück suchen. Diesen nur an der Zahnkrone anfassen, die Wurzeloberfläche darf nicht berührt werden. Bei starker Verschmutzung den Zahn kurz unter Wasser abspülen, nicht daran rubbeln, nicht desinfizieren und vor allem: den Zahn nicht austrocknen lassen. Um ihn bis zum Wiedereinsetzen durch den Zahnarzt "am Leben" und feucht zu erhalten, gibt es zum Beispiel spezielle Zahnrettungsboxen in der Apotheke, die man sich vorbeugend in den Medikamentenschrank stellen kann. Ansonsten kann der Zahn oder das Bruchstück auch für etwa eine Stunde in Alufolie, einer Plastikbox oder in kaltem Wasser aufbewahrt werden. Bis zu drei Stunden kann der Zahn in kalter h-Milch aufbewahrt werden. Falls gar nichts vorhanden ist, aber wirklich nur dann, kann das Kind den Zahn zur Not auch in der Mundhöhle transportieren. Fahren Sie mit dem kostbaren Objekt so schnell wie möglich zum Zahnarzt oder in die Zahnklinik.

Wo kann man Erste Hilfe lernen?

Es sei abschließend noch einmal betont, dass diese Tipps einen entsprechenden Kurs keinesfalls ersetzen können. An speziellen Babypuppen, wie sie die Hilfsorganisationen benutzen, kann man die Herz-Lungen-Wiederbelebung weitaus wirkungsvoller üben. Die dort gegebenen Informationen sind überdies weitaus umfangreicher und tiefer gehend als dies im Rahmen dieses Artikels möglich ist.

Erste-Hilfe-Kurse für Eltern von Babys, Klein- und älteren Kindern bieten die örtlichen Hilfsorganisationen (z.B. Johanniter Unfallhilfe), aber auch manche Kinderarztpraxen an. Da nicht alle Organisationen die Kurse immer im Angebot haben, muss man meist bei mehreren nachfragen. Wer sich mit anderen Eltern (z.B. aus Krabbelgruppe, Kindergarten oder Schule) zusammen tut, kann mit den Übungsleitern einen eigenen Kurs verabreden. Das geht meist schneller, als sich auf eine Warteliste setzen zu lassen, bis die Teilnehmerzahl für einen Kurs ausreicht.

Übrigens: Zur Einführung kann man sich auch durch die Serie "Wichtige Erste-Hilfe-Handgriffe" des Deutschen Roten Kreuzes informieren.

Quellen: u.a. Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., hier gibt es auch weitere Tipps zur Ersten Hilfe bei Kinderunfällen und zur Kindersicherheit allgemein.

Literatur:


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