Ganzheitliche Medizin

Homöopathie für Kinder

Beschwerden und Krankheiten im Kindesalter stellen ein gutes Anwendungsgebiet für homöopathische Behandlungsmethoden dar. Denn die sich noch entwickelnden kindlichen Abwehrkräfte werden nicht unterdrückt, sondern gestärkt.

Autor: Angelika Best
Seitenanfang

Warum Homöopathie für Kinder?

Globuli Kamille Schnuller
Foto: © Panthermedia, Hannes Eichinger

Wenn ihr Kind krank ist, wünschen sich viele Eltern eine möglichst sanfte Behandlung, die weder nur die Symptome der Krankheit bekämpft, noch die Abwehrkräfte des kleinen Patienten schwächt. Gerade für Kinder, deren Immunsystem sich noch im Aufbau befindet, können daher homöopathische Behandlungen geeignet sein. Denn sie unterstützen die Selbstheilungskräfte des Kindes.

Die Homöopathie basiert auf dem Leitsatz: "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt werden." Durch langjähriges exaktes Beobachten und Experimentieren fand der Begründer der Homöopathie, Dr. med. Samuel Hahnemann, heraus, dass er dann erfolgreich Krankheiten behandeln konnte, wenn er dem Kranken ein Medikament verabreichte, das beim gesunden Menschen ähnliche Symptome auslöste, wie sie bei der zu behandelnde Krankheit auftraten.

Homöopathie betrachtet den GANZEN Menschen

Die Sicht der Homöopathie auf den Menschen und seine Krankheitssymptome ist ganzheitlich und individuell. Der Grundgedanke besteht darin, dass der Körper auf dem Weg, den er sowieso gehen will, unterstützt und angeregt wird. In der Diagnose und der homöopathischen Behandlung werden Körper, Geist und Seele des Menschen als ein zusammenhängender Organismus angesehen, und man geht davon aus, dass nur die kranken Zellen auf das Heilmittel ansprechen, weil deren Widerstandskraft geringer ist, als die der Gesunden.

Mit der homöopathischen Behandlung sollen die Selbstheilungskräfte von Leib und Seele gereizt und angeregt werden. Hahnemann fand heraus, dass die Symptome einer Krankheit gar nicht die Krankheit selbst sind, sondern nur ihr nach außen sicht- und fühlbarer Ausdruck. In Wirklichkeit ist, nach Ansicht der Homöopathen, eine tief im Inneren des Menschen wirkende Kraft aus der Harmonie und Ordnung geraten, und das macht uns krank. Hahnemann nannte sie die Lebenskraft.

Beim Erstgespräch muss die Krankheit sehr genau beschrieben werden

Der homöopathische Arzt sieht seine Aufgabe darin, durch die Auswahl geeigneter Arzneien wieder Ordnung und Harmonie im Bereich der Lebenskraft herzustellen. Daher kommt bei einer homöopathischen Behandlung dem Erstgespräch ganz besondere Bedeutung zu. Der Therapeut benötigt eine exakte und möglichst detaillierte Beschreibung aller Krankheitssymptome und der Bedingungen, die zu einer Veränderung führen. So ist es etwa von Bedeutung, ob der Husten krampfartig, schmerzhaft, bellend oder mit Faden ziehendem Schleim einhergeht, und um welche Uhrzeit und Jahreszeit er auftritt, ob vor oder nach dem Essen.

Wichtig für den Homöopathen sind auch Angaben zur psychischen Verfassung des Kindes, wie beispielsweise Gefühle der Angst, des sich Verlassenfühlens usw. Für diese ausführliche Erstanamnese benötigt man viel Zeit, sie ist aber notwendig, um dem Therapeuten ein möglichtst umfassendes Bild des erkrankten Menschen zu vermitteln.

Nach dieser Fallaufnahme erfolgt die Auswertung der Gesamtsymptomatik und die Bestimmung des Heilmittels. Das individuelle Krankheitsbild wird mit den Wirkungen der Arzneimittel verglichen und mit Hilfe von homöopathischen Arzneimittellehren und so genannten Repertorien wird dann das Arzneimittel herausgesucht, dessen Wirkungen den Symptomen der Erkrankung am ähnlichsten sind.

Bei welchen kindlichen Beschwerden kann Homöopathie helfen?

Hier einige Beispiele, bei welchen Beschwerden von Kindern, Homöopathie zum Einsatz kommen kann. Aber Vorsicht: Diese Angaben sind nur zur Information und nicht zur eigenmächtigen Gabe von homöopathischen Arzneien bestimmt. Auch homöopathische Medikamente sollten stets nur vom (Kinder-)Arzt für Naturheilverfahren oder Heilpraktiker mit ausreichend Erfahrung im Bereich der klassischen Homöopathie verordnet werden. Dieser kann nicht nur das richtige Mittel, sondern auch die richtige Potenz für das jeweilige Kind bestimmen.

Zahnung

Ihr Baby hat Schmerzen bei der Zahnung, dann wird in aller Regel Chamomilla D 30 halbstündlich 5 Globuli, sehr hilfreich sein. Man legt die Kügelchen (Globuli) in die Lippenfalte des Kindes, dort wird das Medikament über die Mundschleimhaut resorbiert.

Sollten die Zähnchen nicht durchkommen, versucht man es mit der abendlichen Gabe von Calcium fluoratum D 6.

Schnupfen und Husten

Der häufig auftretende Säuglingsschnupfen mit nächtlicher Atemnot spricht gut auf die zweistündliche Gabe von Sambucus D3 an.
Eitriger Schnupfen mit Beteiligung der Nebenhöhlen hingegen reagiert auf Cinnabaris D 4 mit schneller Erleichterung und Schmerzlinderung.

Hat Ihr Kind einen hochroten Kopf und schwitzt, während es bellend hustet, denkt man an Belladonna D 12. Wird das Kind jedoch von trockenem Husten, Heiserkeit und hohem Fieber geplagt, bei gerötetem Gesicht, ohne zu schwitzen, könnte Aconitum D 6 das passende Arzneimittel sein.

Insektenstiche

Wurde Ihr Kind von Insekten gestochen, kann eventuell Cantharis D 6 zum Einsatz kommen.

Durchfall

Bei Durchfall mit Fieber wird der oder die Therapeut(in) vielleicht Ferrum phos. D 12 verordnen. Bei akutem Brechdurchfall kommt manchmal Pulsatilla D 6 zum Einsatz.

Appetitlosigkeit

Will Ihr Kind nicht essen und hat typische Zappel-Philipp-Anzeichen, tun Sie sich und dem Kind häufig mit Calcium phosphoricum D 12 einen Gefallen.

Die Autorin ist Heilpraktikerin und führt eine Naturheilpraxis in Koblenz. Informationen und Themen aus der Naturheilkunde finden Sie bei http://www.naturheilpraxis-best.de.

Weitere Informationen gibt es außerdem beim Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte unter www.welt-der-homoeopathie.de.

 


Unsere Partner
  • SteriPharm Folio
  • Pampers
  • Nestle Bebe
  • Eltern Grußkarten
  • Vorname.com
  • Schöner Wohnen Shop

]