Bindenlos durch die Mens?

Menstruation: Alternativen zu Tampons & Co

Frauen verbrauchen in ihrem Leben um die 17.000 Tampons. Aber gibt es überhaupt Alternativen zu Binden und Tampons? Ja, schon. Doch sind sie auch praktikabel? Ein Überblick.

Autor: Heike Byn
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Alles Öko oder was? Waschbare Binden und Slipeinlagen

Mestruation-Teaser
Foto: © Colourbox

Baumwollbinden, die wie eine farbige Version normaler Monatsbinden aussehen, funktionieren genauso wie ihre Vorbilder aus Zellstoff: Du legst sie in dein Höschen, schlägst ihre Flügel nach außen um und knöpfst sie mittels Druckknöpfen auf den Seitenteilen zu. Doch anders als bei Slipeinlagen und normalen Binden bestehen Stoffbinden aus zwei Teilen: einem „Bindenträger" und einer Einlage, die durch Schlaufen an Ort und Stelle gehalten wird. Frauen, die waschbare Binden getestet haben berichten, dass sie besser sitzen und ihnen ein sichereres Gefühl verschaffen, als Binden mit herkömmlichen Klebestreifen. Dazu schonen sie die Umwelt, weil du sie nicht nach dem Gebrauch wegwirfst, sondern bei 60 Grad in der Maschine waschen kannst. Je nach Design und Hersteller kostet solch eine Binde um die sechs Euro.

Prinzip Windel: Sau(g)starke Slips

Von wegen Windeln für Erwachsene: Neu auf dem Markt sind ebenso schicke wie saugstarke Slips verschiedener Hersteller, die prinzipiell wie eine Binde funktionieren – dazu aber noch gut aussehen. Diese Slips bestehen aus mehreren Lagen, die das Blut aufsaugen, antibakteriell wirken und ein Auslaufen verhindern. Die meisten Frauen nutzen sie als Backup zu Tampons, Binden oder Menstruationstassen – damit sie garantiert vor Flecken in der Kleidung geschützt sind. Oder sie setzen sie solo an den leichteren Tagen der Menstruation ein. Die Slips wäschst du zuerst mit Wasser aus und gibst sie dann in die Wäsche – aber ohne Weichspüler, weil der sonst die antibakterielle Funktion schädigt. Solche Slips mit schickem Design oder Teilen aus Spitze kosten um die 30 Euro. Da du nicht nur mit einem Exemplar durch die Mens kommst, brauchst du mindestens 3 bis 4 Stück davon – das ist dann schon eine kleine Investition.

Natürlich günstig: Menstruationsschwämme

So ein Menstruationsschwämmchen aus Naturschwamm – auch „Soft-Tampon" genannt – funktioniert wie ein normaler Tampon: Du platzierst ihn in der Mitte der Scheide, wo er das Menstruationsblut aufsaugt. Allerdings hat er keinen Faden zum Rausziehen, so dass du den Schwamm mit den Fingern herausholst. Der Vorteil: Weil er kein sichtbares Fädchen hat, kann man ihn auch unauffällig in der Sauna und beim Schwimmen tragen. Bis zu acht Stunden lang kann das Schwämmchen in der Scheide bleiben. Spätestens dann solltest du ihn wechseln. Der Vorteil: Das Schwämmchen wird ohne chemische Zusätze hergestellt und reizt die Haut deshalb weniger als gebleichte Tampons. Der Nachteil: Weil sich Blut und Schleimhaut in den kleineren Löchern des Schwamms festsetzen, solltest du ihn nach dem Wechseln auskochen. Das macht seine Nutzung für unterwegs doch allerdings ziemlich unpraktisch. Menstruationsschwämmchen gibt es in Apotheken und Drogerien – meist im Mehrfachpack für um die acht Euro.


Spart Geld und Müll: Menstruationstassen

Eine Menstruationstasse – auch Menstruationskappe oder –cup genannt – sieht aus wie ein kleiner Becher und besteht aus weichem, medizinischem Silikon. Du kannst sie je nach Blutungsstärke maximal bis zu 12 Stunden in der Scheide tragen, wo sie das ablaufende Blut auffängt. Doch was passiert, wenn du mehr Blut verlierst, als die Tasse fassen kann? Eine rein hypothetische Frage, sagen Fachleute und Frauen. Denn die Blutmenge, die wir über die Tage unserer Periode hinweg verlieren, wird von uns wohl ziemlich überschätzt. Wenn du dich bei dem Gedanken wohler fühlst, kannst du die Tasse natürlich auch häufiger rausnehmen und leeren. Das Einsetzen und Rausnehmen erfordert allerdings am Anfang ein bisschen Übung: Du drückst den Boden des Bechers zusammen, um den Unterdruck aufzulösen und ziehst sie dann an ihrem Stab heraus. Das aufgefangene Blut in der Menstruationstasse kippt man beim Wechseln einfach in die Toilette, spült die Tasse unter fließend warmem Wasser aus, säubert sie mit einer milden Seife und setzt sie wieder ein. Fertig. So eine Tasse bekommst in Drogeriemärkten, Apotheken oder im Internet für um die 20 Euro. Bei guter Pflege kann sie bis zu zehn Jahre halten.

Let it flow: Freies Menstruieren

Die so genannte freie Menstruation ist die preiswerteste, natürlichste und umweltschonendste Methode, ohne Binden & Co durch die Tage zu kommen. Frauen, die sich darauf einlassen, erzählen von einem sauberen und freien Gefühl während der Periode. Wenn du das freie Menstruieren ausprobierst, verwendest du besser zu Absicherung anfangs noch eine zusätzliche Binde oder dickere Slipeinlage, bis du ein Gefühl für den Ablauf deiner Blutung bekommst. Wenn du während deiner Tage zur Toilette musst, merkst du sicher, wie gut das Blut dabei abfließt. In der anderen Zeit versuchst du dann, mehr darauf zu achten, wann du wieder blutest und wie sich das vorher ankündigt: Deine Blutung ist ja kein stetiger Fluss, sondern kommt in Intervallen. Die kündigen sich z.B. durch Krämpfe der Gebärmuttermuskulatur, leichte Übelkeit oder ein leichtes Ziehen im Unterleib vorher an. Spürst du nichts davon, empfiehlt sich eine Mischung aus Timing und Intuition. Geh anfangs etwa alle zwei Stunden zur Toilette und auch dann, wenn sich dein Unterleib irgendwie voll oder gestaut anfühlt. Und was machst du nachts? Für viele Frauen reicht es aus, vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen zur Toilette zu gehen und trotzdem „trocken" zu bleiben. Der Blutfluss ist im Liegen nämlich geringer und sammelt sich erst mal vor dem Muttermund, bis das Blut dann beim Aufstehen abfließt. Wenn du lieber auf Nummer sicher gehst, nimmst du einfach für die Nacht eine leichte Baumwollbinde oder eine dickere Slipeinlage.


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