Dein Kind schafft das

Angstfach Mathe: 10 Tipps für Zahlenmuffel

Schwache Noten im Hauptfach Mathe belasten oft die ganze Familie. Mit unserem Zehnpunkte-Plan verliert das Angstfach Mathematik seinen Schrecken!

Autor: Gabriele Möller
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Gute „Vorzeichen“ für dein Kind

Angstfach Mathe Coaching
Foto: © colourbox

Ob ein Schüler in Mathe erfolgreich ist, hängt von wenigen entscheidenden Punkten ab. Wenn du hier – um im Mathejargon zu bleiben - gute „Vorzeichen" für dein Kind schaffst, werden seine Noten bald wieder im grünen Bereich sein!

1. Über Bord mit Mathe-Vorurteilen!

Der Knackpunkt: Oft ist unsere eigene Einstellung in Sachen Mathe so negativ, dass dies auch unser Kind ausbremst. Ein Klassiker ist dabei der Satz: „Mathe braucht man später sowieso nie wieder!" Doch diese Aussage stimmt nicht: „Wer nicht rechnen kann, muss mit dem Schlimmsten rechnen", sagt der Physiker und Kabarettist Vince Ebert. „Mathematik prägt unseren Alltag! Wer kein Gefühl für Zahlen hat, fällt auf ein Nullprozent-Leasing herein, kann nicht abschätzen, ob eine Rentenerhöhung von 2 Prozent viel oder wenig ist, oder er gibt mehr Geld aus, als er monatlich verdient", so Ebert auf der Website der Stiftung Rechnen.

Die Umsetzung: Zeige deinem Kind immer einmal wieder, wo man Mathe im Alltag braucht: beim Taschengeld, beim Aufteilen von Süßigkeiten, beim Kochen (wie rechne ich ein Rezept für vier Personen auf fünf um?), beim Vergleichen von Preisen fürs Smartphone. Einem Teenager kannst du erklären, dass man Mathe für die günstigste Versicherung des ersten eigenen Autos ebenso braucht, wie für das Programmieren von Computersoftware, oder um bei der ersten Wahlbenachrichtigung auch zu wissen, welche Partei einen am besten vertritt (was bedeutet z. B. eine Steuererhöhung fürs eigene Geld?).

Wie jede Familie ihre eigene Antwort auf die Taschengeld-Frage findet, erklärt Erziehungsexperte Jan-Uwe-Rogge in diesem Video:

2. Eigene schlechte Mathenoten dürfen unter den Teppich!

Der Knackpunkt: Viele Eltern meinen es gut und trösten ihr Kind mit dem Satz: „Ich habe Mathe damals auch nie kapiert!" Doch das ist ein ungutes Signal! Eine Studie britischer und amerikanischer Psychologen ergab, dass unsere Überzeugungen unsere Leistung stark beeinflussen. Die Überzeugung aber, dass Mathe blöd und kaum zu schaffen ist - schließlich finden das auch Mama und Papa – kann dein Kind sehr blockieren.

Die Umsetzung: Wenn der Nachwuchs ein schwieriges Thema durchnimmt, reagiere zuversichtlich: „Sobald du das verstanden hast, wird es viel einfacher! Lass uns mal schauen, wie man hier rechnen muss." Falls du es selbst nicht weißt, lebe vor, wie man sich hilft: Sieh im Buch des Kindes nach, oder auch im Internet (es gibt zu fast jedem Rechenproblem Anleitungen). Wenn ihr nicht weiterkommt, verweise auf den Lehrer. Haltet dabei konkret fest, was dein Kind ihn fragen soll. Es kann die Frage im Heft notieren, damit es sie nicht vergisst.


3. Jeder kann Mathe!

Der Knackpunkt: Es gibt zwar Kinder, die sich mit Mathe leichter tun als andere. Aber es gibt kein Mathe-Gen, das das eine Kind besäße, und das andere nicht! Experten betonen, dass 90 Prozent aller schulischen Mathe-Inhalte von jedem verstanden werden können, auch wenn der zeitliche Aufwand dafür unterschiedlich ist. Es gibt hier auch keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Die Analyse der PISA-Ergebnisse und eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft ergaben: Mädchen schneiden in Mathe im Durchschnitt gleich gut ab!

Die Umsetzung: Vermittle deinem Kind nicht, dass Mathe einfach nicht „sein Ding" ist, falls seine Noten hier schwächeln. Zeige dich überzeugt, dass es mit etwas Training problemlos den Stand der Klasse erreichen wird. Wenn du eine Tochter hast, erlaube nicht, dass die Umwelt ihr suggeriert, Mathe sei für Mädchen schwieriger. Gib ihr die Einstellung mit, dass Mädchen prima rechnen können.

4. Nur Übung macht den Rechenmeister!

Der Knackpunkt: Manchmal bringt unser Kind eine Vier oder Fünf nach Hause, von der wir total überrascht sind, denn: „Er hatte doch alles so gut verstanden!" Hier verbirgt sich ein verbreitetes Missverständnis: Verstehen ist zwar der erste Schritt. Der allein aber reicht noch nicht aus. Erst durch Training kann das Erlernte auch in einer Klassenarbeit sicher und zügig angewendet werden. Dein Kind hat ja auch nicht Fahrrad fahren oder schwimmen gelernt, nur weil es verstanden hat, wie das geht - sondern es musste üben!

Die Umsetzung: Auch wenn deinem Kind ein Rechenweg gut einleuchtet: Macht einige Übungsaufgaben dazu, die das Erlernte festigen! Trainingsaufgaben gibt es im Internet, aber zum Beispiel auch in Form von Knobelblöcken (s. Serviceteil). Ideal ist ein Mix aus normalen sowie Text- oder Knobelaufgaben. Es ist wichtig, dein Kind beim Üben nicht allein zu lassen: Fachleute betonen, dass die meisten Kinder mindestens bis zum sechsten Schuljahr elterliche Hilfe brauchen.

5. Mathe zum Anfassen oder: die Quadratur der Pizza!

Der Knackpunkt: Kinder tun sich mit abstraktem Denken noch schwer. Sie verstehen am besten das, was sie sehen können, sagt die Hirnforschung. Es ist oft gar nicht schwer, Mathe fürs Kind im Alltag anschaulich zu machen. Solche praktischen Erfahrungen bilden die Basis, auf der später auch komplexere Aufgaben gelöst werden können. Sie wirken wie eine Startbahn fürs Gehirn, auf der es sich schließlich auch zu abstrakteren Höhen aufschwingen kann.

Die Umsetzung: Praktiziere mit deinem Kind so oft wie möglich „angewandte Mathematik":

  • Gib deinem Kind ab dem ersten Schuljahr ein kleines Taschengeld. Es lernt auszurechnen, für was es ausreicht und wieviel Wechselgeld man zurückbekommt.
  • Schneide zum Thema Bruchrechnung eine Pizza in Viertel und Achtel und zeige, dass vier Achtel wieder eine Hälfte ergeben, oder vier Viertel ein Ganzes.
  • Rechnet unterwegs die Quersummen von Autokennzeichen aus, wer schafft es am schnellsten?
  • Gemeinsames Backen mit Abmessen oder Wiegen der Zutaten macht Spaß - und hilft beim Verstehen von Maßeinheiten und wozu sie gut sind.
  • Der gemeinsame Bau eines Nistkastens oder Meerschwein-Häuschens, bei dem genau gemessen werden muss, funktioniert wie eine angewandte Textaufgabe.
  • Einen Fußballplatz oder eine Weide mit etwa meterlangen Schritten zu umlaufen und die Seitenlängen zu multiplizieren, macht Flächengrößen vorstellbar.
  • Wenn dein Kind mit Freunden spielt, gib ihm eine abgezählte Anzahl von Knabberstangen: Wie viele bekommt jedes Kind, damit es gerecht zugeht?

6. Bei Lösungswegen ist der Lehrer der Boss!

Der Knackpunkt: Es mag sein, dass du bei einem Rechenweg eine Abkürzung kennst, oder ein scheinbar besseres Vorgehen gelernt hast. Dein Kind sollte trotzdem immer den Lösungsweg anwenden, den der Lehrer vorgibt! Es können sonst bei Arbeiten Punkte abgezogen werden. Zudem kann es passieren, dass das Kind die nächsten Lernschritte, die auf der Methode des Lehrers aufbauen, nicht nachvollziehen kann.

Die Umsetzung: Sieh auch bei scheinbar einfachen Aufgaben im Schulbuch oder Heft deines Kindes nach, welcher Lösungsweg heute verwendet wird. Findest du ihn ungeeignet, behalte das lieber für dich, um dein Kind nicht zu verunsichern.

7. Von A wie Addition bis Z wie Zähler

Der Knackpunkt: Mathematiker lieben Fremdwörter, und sie trauen es auch unseren Kindern zu, sich viele davon zu merken. Schon in der Grundschule lernen sie, dass Malnehmen auch Multiplizieren heißt, und Dividieren das Teilen meint. Auf der weiterführenden Schule vermehren sich die Fachbegriffe dann wie die sprichwörtlichen Karnickel: da flackern Terme, Ableitungen, binomische Formen, Produkte, das Kommutativgesetz oder der Satz des Pythagoras über die White Boards.

Die Umsetzung: Besorge einen kleinen Karteikasten mit Kärtchen, auf denen dein Kind Mathe-Gesetze und wichtige Begriffe mit kurzer Erklärung notiert. Wiederhole diese Definitionen regelmäßig mit ihm, damit es von „Analysis" bis „Zielfunktion" im Bedarfsfall alles präsent hat.

8. Fit im Rechnen in fünf Minuten!

Der Knackpunkt: Fachleute raten, lieber jede Mathestunde zu Hause kurz nachzubereiten, als drei Tage vor einer Klassenarbeit zu versuchen, die aufgelaufene Stoffmenge abzuarbeiten. Denn jetzt ist es meist zu spät für das Kind, um noch Routine, Sicherheit und Schnelligkeit zu entwickeln.

Die Umsetzung: Hatte dein Kind morgens Mathe, investiere fünf Minuten am Nachmittag, um dir kurz zeigen zu lassen, was durchgenommen wurde. Auch wenn Tochter oder Sohn lässig behaupten, alles verstanden und selbst gerechnet zu haben – lass dir bei ein paar Aufgaben kleinschrittig erklären, wie vorgegangen wurde und warum. So zeigt sich, wo es vielleicht doch noch hakt.

9. Mathe erklären – aber richtig!

Der Knackpunkt: Du möchtest deinem Kind etwas erklären, aber der Groschen will einfach nicht fallen. Jetzt ist die Verlockung groß, die Sache wortreich und mit immer neuen Umschreibungen und Beispielen zu erläutern. Doch dies verwirrt eher, als dass es hilft. Je zögerlicher der Nachwuchs begreift, desto mehr neigen wir außerdem dazu, immer schneller auf ihn einzureden. Doch das Kind kann die Erklärungen nicht so schnell nachvollziehen.

Die Umsetzung: Experten raten: Eltern sollten beim gewählten Beispiel bleiben. Dieses sollte ebenso schlicht sein, wie die Worte, die es erklären. Erst wenn ein Kind das einfache Beispiel verstanden hat, kann ein etwas komplexeres gewählt werden, das darauf aufbaut. Kinder wollen vom Einfachen zum Schwierigen geführt werden. Wichtig ist außerdem, beim Erklären bewusst langsam zu sprechen. Nur so kann dein Kind im wahrsten Wortsinn mit-denken.

10. Wenn Mathe für Dauer-Zoff sorgt

Der Knackpunkt: Mathe kann in einer Familie zu einem großen Reizthema werden. Das frustrierte Kind weigert sich vielleicht zu lernen, weil es eh nicht mehr an den Erfolg glaubt. Oder es kommt regelmäßig zum Streit, weil der Sprössling scheinbar überhaupt nicht verstehen will, was wir erklären. Manche Kinder möchten auch jeden Tag von Neuem über die Notwendigkeit des Übens diskutieren, was an den elterlichen Nerven zerrt.

Die Umsetzung: Wenn du mit einem Kind übst, spielt immer auch eure Eltern-Kind-Beziehung mit hinein: Der Nachwuchs möchte sich gegen dich behaupten, dies gehört zu seiner Entwicklung dazu. Aber auch der Frust durch anhaltend schlechte Noten kann dazu führen, dass dein Kind kaum noch zu motivieren ist. Jetzt hilft es oft sehr, wenn ein Außenstehender das Üben übernimmt. An vielen Schulen gibt es ein Angebot, bei dem ältere Schüler den jüngeren gegen ein kleines Taschengeld helfen. Und natürlich bieten auch außerhalb der Schule Oberstufenschüler, Studenten oder Nachhilfe-Institute Unterstützung an.

Service

Mathe-Hilfen im Internet:

  • Kostenlose Matheaufgaben und Übungsblätter für die Klassen 1 bis 6: www.matheaufgaben.net.
  • Der YouTuber und Mathematik-Student Johann Beurich („DorFuchs") rappt Mathe für Kids im „Mathe-Song" oder in „Das Ziegenproblem":

  • Rechenautomat für alle Mathe-Themen von der 1. Klasse bis zur Oberstufe: www.mathepower.com
  • Echte Abituraufgaben im Fach Mathematik aus mehr als 20 Jahren, mit Lösungen: www.abiturloesung.de
  • Mehrfach ausgezeichnetes Geometrieprogramm für alle Altersstufen: www.geogebra.org
  • Kurzfilme für Kinder von der Stiftung Rechnen: warum Mathe sogar für die perfekte Taktik beim Fußballspielen, für die richtigen Töne in der Rockband, und für den Kauf eines Autos wichtig ist.

Bücher und Materialien:

  • „Intelligence Stick", Mathe-Spielzeug aus Holz aus der Montessori-Pädagogik, Firma Habba-Babba (Vorschulalter und Schulanfänger).
  • „Quer durch das kleine 1 x 1 - Mini-Zaubertafel" aus der Reihe Lern-Detektive, ISBN-13: 978-3473413911 (Reiben der Thermoflächen verrät die richtige Lösung).
  • „Mein Lernspaß-Block mit der Maus - Mathe 1. Klasse", Klett Verlag, ISBN-13: 978-3129492994 (Wendeblock mit Rechenrätseln).
  • „Mathe für Mamas und Papas: So helfen Sie Ihrem Kind beim Lernen", von Benjamin und Ruth Prüfer, Knaur Taschenbuch, ISBN-13: 978-3426786284.
  • „Startklar für die 5.: So gelingt der Übergang in die weiterführende Schule", Klett Verlag, ISBN-13: 978-3129258392.
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