Die 29. Schwangerschaftswoche ist die erste Woche im 8. Monat. Dein Baby baut sein Immunsystem mit Mamis Antikörpern auf und steuert in großen Schritten auf sein Geburtsgewicht zu. 200 Gramm pro Woche nimmt es im dritten Trimester zu. Diese Entwicklung deines Babys kannst du auch an Bauch und Waage gut verfolgen. Leider nehmen mit wachsendem Babybauch und Gewicht auch die Schwangerschaftsbeschwerden zu. Beim letzten großen Ultraschall deiner Schwangerschaft dürft ihr nochmal nachsehen, wie es eurem Liebling so geht in deinem Bauch. In etwa 11 Wochen kannst du deinen Schatz dann jederzeit bestaunen. Live und in Farbe!

Die wichtigsten Daten zur 29. Schwangerschaftswoche

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Größe: Dein Baby ist in der 29. SSW ungefähr so groß wie eine Honigmelone (38 – 40 cm Scheitel-Ferse-Länge).

Gewicht: Der Fötus wiegt in Schwangerschaftswoche 29 zwischen 1150 und 1250 Gramm.

Noch 11 Wochen bis zur Geburt!

In der 29. Schwangerschaftswoche wiegen die meisten Babys bereits deutlich über ein Kilogramm. In jeder SSW kommen nun gut 200 Gramm hinzu. Eine rasante Entwicklung. Bis es das durchschnittliche Geburtsgewicht eines Neugeborenen erreicht hat, muss dein Kind im letzten Drittel der Schwangerschaft noch gut 2 Kilo zunehmen. Das Längenwachstum verläuft jetzt mit einem Zentimeter pro Woche langsamer. Wie groß und schwer euer Kleines bis zur Geburt sein wird, hängt Schätzungen zufolge zu etwa 40 Prozent von genetischen und zu 60 Prozent von äußeren Einflüssen ab.

Die Entwicklung deines Babys/Fötus in der 29. Schwangerschaftswoche

Zu Beginn des achten Monats ist der Körper deines Babys so gut wie fertig. Alle Organe sind entwickelt. Bis zu seiner Geburt differenzieren sich nun ihre Funktionen weiter aus. Das gilt neben der Lungenreifung besonders für das Gehirn und das Nervensystem. Die Nervenzellen vernetzen sich auch in den nächsten Wochen fleißig weiter. Am Ende der Schwangerschaft werden es etwa 100 Milliarden sein. Danach werden es zwar wieder weniger, Vernetzung und Umbau der Gehirnstruktur gehen aber bis nach dem Abschluss der Pubertät weiter.

Neben dem Gehirn sind auch Muskeln und Gewebe in der 29. SSW auf Wachstumskurs. Im letzten Trimester muss Babyspeck her. Die Fettschicht sorgt dafür, dass dein Kleines den Kälteschock der Geburt gut übersteht und seine Temperatur später selbst regulieren kann. In den ersten Lebensmonaten braucht es dazu natürlich noch die Unterstützung der Eltern, denn seine Schweißdrüsen sind noch nicht ausreichend entwickelt.

Um auf die Welt da draußen gut vorbereitet zu sein, braucht euer Krümel außerdem gute Abwehrkräfte. In dieser Schwangerschaftswoche findet daher über Plazenta und Nabelschnur verstärkt ein Austausch von Antikörpern zwischen Mutter und Baby statt. Je besser das Immunsystem der werdenden Mama, desto besser ist auch das Kind gegen Krankheitserreger gewappnet.

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In dieser Entwicklungsphase wird die Kindsbewegung bei vielen Babys weniger. Denn so langsam wird's eng in Mamas Bauch. Mit jeder Woche ist weniger Platz zum Spielen. Die Intensität der Tritte und Knuffe nimmt allerdings nicht ab. Im Gegenteil: Du wirst das Strampeln jetzt noch stärker spüren. Denn das wachsende Baby bekommt zum einen immer mehr Kraft. Und zum anderen überträgt sich diese direkter auf das Gewebe außerhalb deiner Gebärmutter.

Wird der Platz in den kommenden Wochen noch weniger, nehmen die Babys wieder die typische Fötushaltung ein. Die Beine sind angezogen, die Arme liegen enger am Körper und das Kinn zeigt Richtung Brust. Viele Babys liegen nun schon in der Schädellage, in der die meisten Kinder (96 Prozent) auf die Welt kommen. Aber keine Panik: Bis zur 36 Woche ist noch Zeit für die finale Drehung mit dem Kopf nach unten. Diese kann auch von außen durch die sogenannte äußere Wendung von deinem Arzt unterstützt werden. Und selbst wenn dein Baby lieber mit dem Po voran auf die Welt möchte, ist auch in Beckenendlage mit der Untersützung erfahrener Geburtshelfer eine natürliche Geburt möglich.

Zwischen der 28. und 32. SSW wandern auch die Hoden an ihren vorgesehenen Platz. Denn im Bauchraum, wo sie gebildet werden, würde es für die Spermien zu warm. Bei einigen Jungs wandern sie erst nach der Geburt in den Hodensack. Dieser physiologische Hodenhochstand kommt besonders bei Frühchen häufig vor. Bei Mädchen wachsen nun die äußeren Schamlippen, um gegen Ende der Schwangerschaft die Klitoris bedecken zu können.

Dein Körper in der 29. Schwangerschaftswoche

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Nur noch 11 Wochen! Noch 11 Wochen? Während einige Schwangere nur noch das Ende herbeisehnen, genießen andere Frauen das Schwangersein und ihren wunderschönen Bauch gerade in vollen Zügen. Denn leider sind die Schwangerschaftsbeschwerden sehr unfair verteilt. Wenn du die volle Breitseite abbekommst, unter Rückenschmerzen leidest, Sodbrennen hast, deine Haut überall spannt und du Wadenkrämpfe hast, ist es völlig verständlich, dass dein Zustand dich gerade so gar nicht glücklich macht. Hol dir unbedingt Hilfe! Du musst das nicht alles allein ertragen. Wir sind nicht mehr im Mittelalter. Mach einen Termin mit deiner Hebamme aus. Sie kann dir nicht nur eine ganze Batterie von Tipps gegen deine Beschwerden geben, sie weiß einfach auch ganz genau, wie du dich fühlst und kann dir auch seelisch beistehen.

Außerdem: Nutze jede Möglichkeit, dich im Alltag zu entlasten. Überlege genau, wo dein Partner, deine Eltern und Freunde dir Dinge abnehmen können. Sei ehrlich und sage ihnen, wenn es dir gerade alles zu viel ist. Sie werden dich ganz sicher unterstützen. Denn dein schwangerer Körper vollbringt ohnehin schon Höchstleistungen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel wirst du nochmal rund 5 Kilo zunehmen. Deine Organe werden noch stärker von der wachsenden Gebärmutter verdrängt. Gerade der Magen reagiert darauf oft empfindlich. Größere Nahrungsmengen verträgt er nicht mehr.

Appetit haben viele Frauen aber dennoch. Versuch es mit kleineren Mahlzeiten und gesunden Snacks für zwischendurch. Denn jetzt, wo dein Baby sich gerade seinen Speck zulegt, musst du für gesunden Nachschub an Nährstoffen sorgen. Klar darf da auch mal ein Schokoriegel dabei sein. Versuch aber weiter, dich insgesamt gesund und ausgewogen zu ernähren. Das ist in der 29. Schwangerschaftswoche so wichtig wie in allen Wochen davor und danach. Besonders die Versorgung mit Eisen ist wichtig. Nur so sind eine optimale Sauerstoffversorgung und Blutbildung von Mutter und Kind gewährleistet.

 

Typische Schwangerschaftsbeschwerden in der 29. Schwangerschaftswoche:

Schmerzen im Gesäßbereich

Durch die Größe des Bauches können Schmerzen im Gesäßbereich auftreten. Denn das Gewicht der Gebärmutter mit dem Baby drückt auf den Ischias-Nerv der werdenden Mutter. Die Schmerzen spürst du besonders beim Gehen und Sitzen und können ganz schön lästig sein. Tägliche Yoga-Übungen im Vierfüßlerstand mobilisieren die Wirbelsäule und nehmen den Druck vom Nerv. Auch Schwimmen tut gut, da der Körper sich im Wasser wie schwerelos anfühlt. Ansonsten hilft Wärme: Gehe öfter in die Badewanne oder lege dir beim Sitzen eine Wärmflasche an den unteren Rücken.

Restless-Leg-Syndrom (RLS)

Eisenmangel wird neben anderen Gründen auch für das Restless-Leg-Syndrom (RLS) mitverantwortlich gemacht, unter dem etwa ein Viertel der Schwangeren in dieser Zeit leidet. RLS zeichnet sich durch eine unangenehme Unruhe in den Beinen aus, die oft von einem Kribbeln oder Ziehen begleitet wird. Meist treten die Symptome auf, wenn du eigentlich zur Ruhe kommen möchtest, etwa abends im Bett. An Schlaf ist dann kaum mehr zu denken. Beruhigungsmittel sind natürlich tabu in der Schwangerschaft. Solltest du unter dem RLS leiden, lasse beim Gynäkologen deinen Eisenwert überprüfen und gegebenenfalls ein Eisenpräparat verschreiben. Außerdem hilft Füße kühlen, Sport und wenig Koffein.

Verstopfung

Die Darmbewegung hat sich aufgrund der Hormonumstellung in der Schwangerschaft ohnehin schon verlangsamt. Nun wird der Darm zusätzlich von der wachsenden Gebärmutter zusammengedrückt und neigt dadurch noch stärker zu Verstopfung. Da hilft nur Bewegung, viel trinken und ballaststoffreiche Kost.

Haarwachstum

Endlich mal eine positive Begleiterscheinung!  In der Schwangerschaft führt dein beschleunigter Stoffwechsel zu einem schnelleren Wachstum von Haaren und Nägeln. Wenn das nicht ein guter Zeitpunkt für einen Friseurbesuch ist!

Das kannst du für dich und das Baby tun

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Über das Stillen informieren

Stillen oder Fläschchen? Auch wenn Ärzte, Hebammen und die Mehrheit der Mütter die Vorteile der Muttermilch preisen, liegt die Entscheidung nur bei dir. Jetzt hast du noch Zeit, dich über die beiden Varianten zu informieren. Deine Hebamme oder eine Stillberaterin können deine Fragen am besten beantworten. Und wenn du dich noch nicht entscheiden kannst, kannst du das Stillen und richtiges Anlegen ja einfach ausprobieren.

Das Geburtsgewicht im Blick behalten

Dein Arzt beobachtet das Gewicht deines Ungeboren genau. Denn jetzt ist es wichtig, dass der Krümel nicht zu schwer wird. Das Ziel ist ein gesundes Geburtsgewicht. Nicht zu viel, aber natürlich auch nicht zu wenig. Wenn sich dein Baby eher oberhalb des Durchschnitts bewegt, ist es besonders wichtig, jetzt auf zu viel Zucker und Fett in deiner Ernährung zu verzichten.

Den Sex genießen

Sex ist auch in der 29. SSW kein Problem. Dass er durch das im Sperma enthalten Hormon Prostaglandin Wehen auslösen kann, stimmt nicht. Dafür ist die Konzentration zu gering. Wenn euch beiden nach ganz viel Nähe ist, ihr eine bequeme Stellung findet und der Arzt kein Veto eingelegt hat, spricht nichts dagegen.

Für Geburtsanzeige entscheiden

Wie erfahren eigentlich Freunde, Bekannte und eure Familie von der Ankunft eures Babys? Über WhatsApp, eine klassische Geburtsanzeige in Kartenform oder gibt es da noch andere Ideen? Gleicht eure Vorstellungen doch an diesem Wochenende mal ab und informiert euch, wie andere Eltern die Geburt ihres Nachwuchses verkünden.

Zeit zu zweit genießen

Noch einmal einen Abend beim Lieblingsitaliener, ins Kino oder einen Kurztrip am Wochenende. Wenn nicht jetzt, wann dann? Bald seid ihr zu dritt und viel Zeit für Zweisamkeit werdet ihr erstmal nicht haben.

Welche Untersuchungen stehen in der 29. SSW an?

Zwischen der 29. und 32. SSW steht die 6. gesetzliche Vorsorgeuntersuchung an. Dein Gynäkologe wird schauen, ob dein Baby altersgerecht entwickelt ist. In derselben Zeitspanne steht auch der dritte reguläre Ultraschall auf dem Programm. Bei dem Blick in den Bauch werdet ihr sehen, wie stark sich euer Schatz seit der letzten Ultraschall-Untersuchung entwickelt hat.

Ist euer Krümel noch sehr klein oder zeigen sich andere Auffälligkeiten, kann der Arzt bei der großen Vorsorgeuntersuchung auch zusätzlich einen Doppelultraschall machen. So kann er sehen, ob die Blutversorgung des Babys funktioniert. Auch eine vaginale Untersuchung gehört zur Vorsorge. Der Arzt stellt so fest, ob der Muttermund noch fest verschlossen und der Gebärmutterhals nicht verkürzt ist. Und wie immer gehört auch ein Blut- und Urintest zum Check.

Dir brennen wichtige Fragen auf den Nägeln? Du willst wissen, was du gegen deine Wadenkrämpfe oder Verstopfung machen kannst oder hast schmerzhafte Wassereinlagerungen? Eigentlich sollte dein Arzt diese Themen von sich ansprechen. Aber es schadet ja nicht, sich einen Spickzettel zu machen. So bist du auf der sicheren Seite.

Ultraschallbilder aus der 29. Schwangerschaftswoche

Foto: © iStock, Liliboas

Endlich ist es wieder soweit! Im letzten regulären Ultraschall vor der Geburt dürfen die werdenden Eltern ihren Schatz noch einmal im Mutterleib bewundern. Wenn ihr keine zusätzlichen Termine auf eigene Kosten vereinbart, werdet ihr euer Baby also das nächste Mal schon live zu sehen bekommen. Der dritte Ultraschalltermin ist aber nicht nur zu eurem Entertainment angesetzt. Der Arzt überprüft bei dieser Untersuchung die altersgemäße Entwicklung des Kindes. Dabei nimmt er die Funktionsfähigkeit der inneren Organe in den Blick und misst die Größe. Außerdem prüft er, wie die Plazenta liegt und wieviel Fruchtwasser vorhanden ist. Auch die derzeitige Lage des Kindes wird dokumentiert. Die kann sich bis zur Geburt allerdings noch ändern.

Wenn das Baby während der Untersuchung wach ist, habt ihr vielleicht Glück und könnt es bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen beobachten. Mit der Nabelschnur spielen und Daumenlutschen stehen besonders hoch im Kurs. Für Purzelbäume und rasante Drehungen ist dagegen immer weniger Platz. Insgesamt sieht das ungeborene Baby jetzt schon wie ein fast fertiger Säugling aus. Die Fettpolster unter der Haut werden in der 29. SSW immer dicker und lassen den Körper strammer und die Hautoberfläche glatter aussehen.

Medizinerlatein: Die Nabelschnur

Die Nabelschnur versorgt dein Baby während der Schwangerschaft mit Sauerstoff und allen Nährstoffen, die es zum Wachsen braucht. Sobald dein Kind greifen kann, wird sie außerdem zu seinem liebsten Spielzeug. Sie muss einiges aushalten und darf auch beim hundertsten Purzelbaum nicht schlappmachen. Deshalb sind die Blutgefäße in der Nabelschnur in die sogenannte Warton-Sulze gebettet. Dieses Bindegewebe ist extrem strapazierfähig und elastisch ­– ein Wunderwerk der Natur, das dafür sorgt, dass die Versorgungsleitung zwischen Mutter und Kind nie abknickt. Also keine Angst: Dein Kind kann der Nabelschnur nichts anhaben. Im Gegenteil, das Spielen mit ihr ist für dein Baby wichtig für seine Gehirnentwicklung.

Gut zu wissen

  • Das Kinderzimmer ist noch nicht gestrichen und die Möbel noch nicht bestellt? Ein Albtraum für die Kontrollfreaks unter uns Eltern. Wenn ihr nicht dazugehört, seid ihr zu beneiden. Auch wenn ihr nach der Geburt weniger Zeit habt und der Anstrich jetzt mehr Zeit zum Trockenen hätte. Letzten Endes wird das Baby ohnehin erstmal in eurem Schlafzimmer nächtigen. Und dass es noch keine Möbel hat, wird euer Kind sicher nicht bemerken.
     
  • Der voraussichtliche Geburtstermin veranlasst einige Eltern schon, sich die Zukunft ihres Mai-Kindes auszumalen oder sich Sorgen zu machen, dass das Kind an Weihnachten oder in den Sommerferien Geburtstag haben wird. Kein Stress, es kommt vermutlich doch anders als ihr denkt und das Mai- wird ein April-Kind und das vermeidliche Christkind kommt an Silvester. Nur neun Prozent der Neugeboren erblickt am Stichtag das Licht der Welt.
     
  • Du bist schon nach einem Treppenabsatz aus der Puste? Die wachsende Gebärmutter übt zunehmend Druck auf das Zwerchfell aus und nimmt den Raum ein, in dem sich zuvor deine Lungen ausdehnen konnten. Kein Wunder, dass du kurzarmig bist. Da helfen nur mehr Pausen oder der Fahrstuhl.

 

Quellen:

Imlau, Nora und Sabine Pfützner 2018: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach, Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.

Blohmer, Jen-Uwe, Matthias David, Wolfgang Henrich und Jalid Sehouli (Hg.): Charité Kompendium Gynäkologie, Berlin 2018.

Kainer, Franz und Annette Noldfen: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, München 2018.

www.frauenaerzte-im-netz.de

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