Folsäure

Wozu benötigt der Körper Folsäure?

Für eine gesunde Entwicklung des Kindes während der Schwangerschaft spielt das Vitamin Folsäure  neben anderen Mikrostoffen eine große Rolle. Experten empfehlen werdenden Müttern, es bereits ab dem Kinderwunsch einzunehmen. urbia verrät, worum es sich bei Folsäure handelt, wozu der Körper sie benötigt und in welchen Lebensmitteln sie enthalten ist.

Die  tägliche Aufnahme von Vitaminen ist unverzichtbar für die Gesundheit. Bei dem Vitamin B9 – auch unter dem Namen Folat bekannt – handelt es sich um ein für den Menschen essentielles Vitamin, das der Körper selbst nicht produziert. Folat kommt in der Natur vor, wird aber auch synthetisch hergestellt. Nicht nur Schwangere sollten auf eine folsäurehaltige Ernährung achten, eine ausreichende Versorgung mit Folsäure ist für alle sehr wichtig. Die empfohlene Tagesdosis beträgt rund 200 Mikrogramm. Erfolgt eine regelmäßige Einnahme, ist der Organismus in der Lage zwischen 12 und 15 Milligramm zu speichern. Damit wird ein Folsäure-Vorrat von drei bis vier Monaten angelegt.

Bei vielen Menschen fehlt genau dieser Vorrat: In der Bundesrepublik ist der Mangel an Vitamin B9 der häufigste Vitaminmangel überhaupt. Der Grund hierfür liegt vor allem darin, dass in der Gesamtbevölkerung zu wenig Gemüse und Hülsenfrüchte zu sich genommen werden. Falls ein Mangel auftritt, macht sich dieser zuerst im Blutbild bemerkbar. Des Weiteren können Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und depressive Verstimmungen ein Hinweis sein. Folsäure-Nebenwirkungen treten übrigens nur in Zusammenhang mit einer Überdosis auf. Dies kann sich in Erregungszuständen, Übelkeit und Störungen des Magen-Darm-Traktes bemerkbar machen. Mitunter treten auch Schlafstörungen oder sogar Albträume auf. Sehr selten kommt es zu Juckreiz, Atembeschwerden, Luftnot oder allergischen Reaktionen wie Hautausschlag. Ist dies der Fall, sollte unbedingt der Arzt konsultiert und gegebenenfalls die Aufnahme verringert werden.

Folsäure vor und während der Schwangerschaft

Vitamine und Nährstoffe sind nicht nur wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Erwachsenen, sondern unabdingbar für das Heranwachsen eines jeden Kindes. Frauen, die sich ein Baby wünschen, dürfen beim Vitamin B9 kräftig zugreifen, denn es spielt eine große Rolle beim Zellteilungs- und Wachstumsprozess. Fehlt es der Mutter in der Schwangerschaft an Folsäure, kann das beim Baby zu schweren Fehlbildungen führen oder gar eine  Fehlgeburt verursachen. Experten sind sich einig: Bei einem Kinderwunsch ist es sinnvoll, mindestens vier Wochen vor der Empfängnis vorbeugend mit der Einnahme von Vitamin B9 zu beginnen – je früher, desto besser.

Gerade in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft – wenn diese vielleicht noch gar nicht bemerkt wurde – trägt Folsäure entscheidend zur Entwicklung des Rückenmarks und des Zentralnervensystems bei. Die Einnahme eines Folat-Präparates senkt das Risiko, ein Kind mit offenem Rücken zur Welt zu bringen. Bei dem sogenannten „offenen Rücken” handelt es sich um einen Neuralrohrdefekt, der die Folge einer Entwicklungsstörung ist. Das für die Entstehung des Nervensystems so wichtige Neuralrohr an der Wirbelsäule des Babys schließt dabei nicht richtig. Die Ursache dafür kann ein Vitamin B9-Mangel sein. Experten raten deshalb allen Frauen mit Kinderwunsch und in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zu einem Präparat mit 800 Mikrogramm täglich, ab dem 4. Schwangerschaftsmonat und in der Stillzeit dann zu 400 Mikrogramm am Tag. Auch wenn sich eine Schwangere sehr gesund und ausgewogen ernährt, ist es möglich, dass ihr Bedarf an Folsäure über die Nahrung allein nicht gedeckt wird. Aus diesem Grund ist Folsäure in der Schwangerschaft in doppelter Menge erforderlich.

Lebensmittel, die Folsäure enthalten

Vitamin B9 ist empfindlich gegenüber Licht, Temperatur und Sauerstoff. Zudem ist es wasserlöslich, daher kann es beim Säubern von Lebensmitteln, etwa grünem Gemüse, leicht abgewaschen werden. Um das Vitamin nicht auszuschwemmen, empfiehlt es sich, Salate nicht in Wasser einzulegen. Ein hoher Anteil an Folsäure findet sich in Gemüse- und Obstsorten wie Tomaten, Spinat, Broccoli, Kohl, Orangen, Sauerkirschen und Zitrusfrüchten. Größere Mengen des Vitamins sind auch in der Hefe von Buttermilch enthalten. Schwangere sollten darüber hinaus bei ihrer Ernährung auf die Aufnahme von Sojasprossen, Quinoa und Weizenkeimen, aber auch auf ein gutes Maß an Hülsenfrüchten achten, wie etwa Kichererbsen und Nüssen. Eier und bestimmte Weichkäsesorten wie Brie und Camembert enthalten ebenfalls eine größere Menge Folsäure. Nicht jedermanns Sache sind Kalb- und Geflügelleber – doch auch diese versorgen sehr gut mit der wertvollen Folsäure.

Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Produkte frisch und hochwertig sind. Es ist ratsam, Gemüse am selben Tag zu verzehren, an dem es gekauft wird. Zum Kochen mit folsäurehaltigen Zutaten steht eine  breite Auswahl an Rezepten für Schwangere zur Verfügung. Gut eignet sich zum Frühstück etwa ein Bircher Müsli, das dank Haferflocken und Haselnüssen eine reiche Quelle für Folsäure bietet. Für zwischendurch bietet sich ein leckerer Zitrusdrink aus Orangen, Grapefruit und Limonensaft an. Auch eine  vegane Ernährung kann mit folsäurehaltigen Lebensmitteln gut umgesetzt werden.

Für Schwangere ist darüber hinaus zudem eine Reihe weiterer Vitamine essentiell. Doch nicht jedes kann über die Nahrung ausreichend zugeführt werden. Welche Vitamine das betrifft und wann Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, lässt sich am besten mit dem Hausarzt oder Gynäkologen abklären. Auch die Frage, ob Kombi-Präparate für die Schwangere von Nutzen sind, kann dieser gut beantworten.


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