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Du hast es schon geahnt. Deine Periode blieb aus und dein Körper fühlte sich irgendwie anders an. Jetzt hältst du den Test in den Händen: Positiv! Du bist schwanger! Dein Baby ist in der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) drei Wochen alt. Es hat sich erst vor kurzem in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet und entwickelt sich nun in neun Monaten von der Größe eines Mohnsamens zu der eines kleinen Kürbis. Ein neues Leben in dir! Unglaublich! Wenn es dich beruhigt, kannst du die Schwangerschaft schon in der 5. SSW von deinem Frauenarzt bestätigen lassen. Die erste Vorsorgeuntersuchung steht aber erst in der 8. SSW an. Tipp: Wenn du keine Beschwerden hast, lohnt sich das Warten. Dann kannst du im Ultraschall schon das kleine Herz deines Babys schlagen sehen. Ein unvergesslicher Moment.

Die wichtigsten Daten zur 5. Schwangerschaftswoche

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Größe: Dein Baby ist in der 5. SSW etwa so groß wie ein Leinsamenkorn (2 mm).
Gewicht: Das Gewicht des Embryos ist in der 5. Schwangerschaftswoche noch zu gering zum Messen.
Noch 35 Wochen bis zur Geburt!

Gummibärchen, Krümel, Kaulquappe. Die ersten Spitznamen, die wir dem Baby geben, zeigen, wie unfassbar klein der werdende Mensch noch ist. Damit du dir in den kommenden Wochen besser vorstellen kannst, wie sich die Größe deines Kindes in der Schwangerschaft entwickelt, vergleichen wir die sogenannte Scheitel-Steiß-Länge (SSL) mit bekanntem Obst und Gemüse. Denn darunter kann sich jeder etwas vorstellen. 
Übrigens: Wenn Gewicht oder Größe deines Babys einmal nicht mit den hier im urbia-Schwangerschaftskalender angegebenen Durchschnittswerten übereinstimmen, ist das kein Grund zur Sorge. Babys entwickeln sich im Laufe der Schwangerschaft mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche immer individueller. Dein Frauenarzt behält Größe und Gewicht deines Babys bei den Vorsorgeuntersuchungen in den kommenden Wochen im Blick.

Die Entwicklung deines Babys/Embryos in der 5. Schwangerschaftswoche

In Schwangerschaftswoche 5 hat sich die befruchtete Eizelle in deiner Gebärmutter bereits viele Male geteilt. Der etwa 2 mm große Embryo nimmt langsam eine längliche Form an. In diesem Stadium der Entwicklung ähnelt er ein wenig einer kleinen Kaulquappe. Jetzt entstehen unterschiedliche Zellschichten, die sich in den kommenden Monaten zu verschiedenen Organen, dem Skelett und dem Nervensystem weiterentwickeln werden. Aus dem Ektoderm, der Außenschicht der Zelle (auch äußeres Keimblatt), werden sich bis zur Geburt Haut, Nervensystem, Sinnenorgane und die Zähne deines Babys bilden. Das in SSW 5 neu entstehende Mesoderm, die mittlere Zellschicht (auch mittleres Keimblatt), ist die Anlage für alle Knochen, die Muskeln, die Lymph- und Blutgefäße sowie für das Herz des Babys. Magen-Darm-Trakt, Leber, Schilddrüse, Harnblase und der Atmungstrakt bilden sich im Laufe der Embryonalentwicklung aus dem Entoderm, also der Innenzellschicht (auch inneres Keimblatt). 

Auch das Neuralrohr des Embryos entwickelt sich bereits in der 5. SSW. Aus ihm entsteht im Verlauf der Schwangerschaft die Wirbelsäule und das Gehirn. Zu diesem Zeitpunkt kann es zu einer Spina bifida, einem sogenannten offenen Rücken kommen. Durch die rechtzeitige Einnahme von Folsäure können Schwangere diesem Defekt vorbeugen. Die Zufuhr des Vitamins Folsäure durch die Nahrung (Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte) reicht meistens nicht aus. Schon während der Kinderwunschphase sollten Frauen daher zusätzlich Folsäuretabletten einnehmen, die man z.B. in der Apotheke bekommt. Empfohlen werden 550 Mikrogramm täglich. 

Sobald das Herz etwa ab dem 22. Lebenstag (Ende SSW 5 oder Anfang SSW 6) zu schlagen beginnt, pumpt es mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen angereichertes Blut von der Plazenta zu den nun schnell wachsenden Organen. Die Herzkammern sind schon angelegt. Die rechte Kammer nimmt das Blut aus den inneren Organen des Embryos auf, die linke Herzkammer leitet das sauerstoffreiche Blut an die Organe weiter. Damit das Baby ausreichend versorgt wird, ist es jetzt wichtig, dass du dich in der Schwangerschaft möglichst gesund und ausgewogen ernährst.

Dein Körper in der 5. Schwangerschaftswoche

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Die Schwangerschaft ist noch ganz frisch. Das Gefühl noch ganz neu. Und doch hat dein Körper sich in den wenigen Wochen seit der Einnistung des Embryos schon verändert. Eines der ersten Anzeichen dafür, dass du tatsächlich schwanger bist, ist das Ausbleiben deiner Periode. Vielleicht kommen bei dir wie bei vielen werdenden Müttern auch spannende Brüste, Müdigkeit und die berühmte Morgenübelkeit dazu. Ganz sicher warst du dir vermutlich erst, als der Schwangerschaftstest deine Vermutung bestätigte. Ja, du wirst wirklich Mama! Eine aufregende Zeit beginnt. Der neue Umstand verändert nicht nur deinen Körper. Auch deine Gefühle fahren nun Achterbahn. Von unfassbarer Freude und Glück bis leichter Sorge und Angst ist alles möglich. Jede Frau erlebt diese ersten Tage und Wochen nach dem Schwangerschaftstest unterschiedlich. An den Gedanken, wie sich nun das Leben ändern wird, muss du dich erst einmal langsam gewöhnen. Gut, dass du dafür noch 35 Wochen Zeit hast.

Die Schwangerschaftsanzeichen im Überblick: 

•    Ausbleiben der Regelblutung
•    spannendes, ziehendes Gefühl in den wachsenden Brüsten 
•    Übelkeit (nicht immer nur am Morgen)
•    dunklere Warzenhöfe
•    Stimmungsschwankungen
•    Lustlosigkeit
•    empfindliche Vagina, manchmal leicht bläulich gefärbt
•    leichte Blutungen (bei denen es sich nicht um die Regelblutung handelt)
•    Harndrang
•    Ziehen im Unterleib
•    Rückenschmerzen
•    veränderter Geschmacks- und Geruchssinn
•    Schwindel (zum Beispiel beim zu schnellen Aufstehen)

Warum habe ich keine Schwangerschaftsanzeichen?
Die genannten Anzeichen treten nicht bei allen schwangeren Frauen auf. Selbst wenn du außer dem Ausbleiben der Regel noch nichts von deiner Schwangerschaft spürst, heißt das keinesfalls, dass mit dem Baby etwas nicht in Ordnung ist. Es kommt vor, dass Frauen erst in späteren Schwangerschaftswochen die typischen Anzeichen spüren. Sei froh und genieß die Vorfreude! Auf Gefühlsschwankungen und Übelkeit kannst du sicher noch eine Weile verzichten.

Dein Geschmacks- und Geruchssinn spielt verrückt?
Auch das ist ein typisches Symptom in der Frühschwangerschaft. Es ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt, warum dir jetzt bei deinem Lieblingsgericht schlecht wird oder du Kaffee in den ersten Schwangerschaftswochen nicht mehr riechen kannst. Sehr wahrscheinlich ist allerdings, dass der Körper sich damit selbst vor Giftstoffen schützt, die dem Baby schaden könnten. Geröstetes kann zum Beispiel in großen Mengen fruchtschädigend sein. 

Warum ist mir eher nachmittags statt morgens übel?
Übelkeit muss in der Schwangerschaft nicht zwangsläufig morgens auftreten. Die Bezeichnung hat sich aber durchgesetzt, weil sich die Mehrheit der Schwangeren im ersten Trimester eher morgens übergeben muss. Insgesamt sind sieben von zehn Schwangeren von Übelkeit betroffen. Du bist also nicht allein. Achte darauf, dass du immer genug trinkst, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ansonsten hilft nur Augen zu und durch. Zu Beginn des zweiten Semesters klingen die Beschwerden bei den meisten Schwangeren wieder ab.

Das kannst du für dich und das Baby tun in der 5. SSW

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Ausruhen: Dein Körper leistet in der Schwangerschaft Schwerstarbeit. Gönn ihm zwischendurch immer wieder eine Pause, damit ihr eure Kraftreserven regelmäßig auftankt. Besonders Frauen, die bereits eine Problemschwangerschaft oder eine Fehlgeburt hinter sich haben, sollten gerade in der Frühschwangerschaft mit ihren Kräften haushalten.

Gesund ernähren: Frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Seefisch, fettarme Milchprodukte und Pflanzenfett. Alles was auch sonst gesund ist, braucht dein Baby jetzt für eine gute Entwicklung. Dabei geht es um Qualität, nicht um die Quantität. Dass Schwangere für zwei essen müssen, ist ein überholtes Ammenmärchen. 

Ausreichend trinken: Zwei bis drei Liter Flüssigkeit wären optimal. Am besten Wasser oder ungesüßter Tee. 

Null Promille: Ein Gläschen schadet bestimmt nicht? Das war gestern! Heute weiß man, dass schon kleine Mengen dem Embryo schwer schaden und zu einer Fehlgeburt führen können. Also ab sofort bitte kein Alkohol mehr trinken. Auch Raucherinnen haben spätestens jetzt einen sehr guten Grund aufzuhören. Denn auch Nikotin ist fruchtschädigend. 

Bewegen: Gegen Schwindel und Antrieblosigkeit hilft jetzt nur Bewegung! Besser als Fitness-Videos für zu Hause sind Kurse im Sportverein oder bei anderen Anbietern. Da kannst du dich nicht nur bewegen, sondern auch über mit anderen werdenden Mamis alle Fragen zu deiner Schwangerschaft besprechen, die in deinem Kopf gerade Ping-Pong spielen. 

Besser verzichten: Deinem Kind zuliebe ist es nun besser, auf einige Dinge zu verzichten. Dazu gehören nicht durchgegartes Fleisch und roher Fisch (z.B. in Sushi). In beiden können  Toxoplasmen befinden. Die einzelligen Parasiten sind die Erreger der Toxoplasmose. Die an sich harmlose Infektion kann beim Embryo zu Missbildungen führen. Zwar kannst du dein Blut auf Antikörper untersuchen lassen. Aber wenn du keine Antikörper im Blut hast, kannst du dich immer noch anstecken. Dann ist es wichtig, für die Dauer der Schwangerschaft lieber auf häufig belastete Lebensmittel zu verzichten, frisches Obst und Gemüse gut zu waschen und nach dem Streicheln einer Katze immer gut die Hände zu reinigen. Unsere Stubentiger sind nämlich leider als Hauptüberträger bekannt.

Welche Untersuchungen stehen in der 5. SSW an?

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Du bist schwanger und nicht krank! Auch mit positivem Schwangerschaftstest musst du nicht unbedingt zu einem Frauenarzt. Wenn du dich wohl fühlst und keine Schmerzen hast, kannst du auch noch bis zur Erstuntersuchung in der 8. SSW warten. Hast du aber starke Blutungen, Unterleibschmerzen oder Krämpfe, ist es sinnvoll, schon in der fünften Schwangerschaftswoche zu deinem Gynäkologen zu gehen. Er wird mit einem Urin- oder Bluttest den HCG-Wert bestimmen und anhand diesees Schwangerschaftshormons Humanes Choriongonadotropin feststellen, ob eine intakte Schwangerschaft besteht. Auf einer ersten Ultraschallaufnahme wird in diesem Stadium außer der Fruchthöhle noch nicht viel zu sehen sein. Den Embryo selbst erkennt dein Arzt nur mit sehr viel Glück.  

Auch wenn es dir körperlich gut geht, hast du vielleicht einfach eine ganze Menge Fragen. Ein Besuch beim Frauenarzt kann auch einfach dazu dienen, diese zu besprechen. Was mache ich gegen die lästige Übelkeit? Darf ich trotz Schwangerschaft fliegen, wann ist der voraussichtliche Entbindungstermin (ET) und soll ich zusätzliche Vitamine schlucken? Danach fühlst du dich sicher ruhiger und kannst besser einschätzen, was dich in der frühen Schwangerschaft erwartet. 

Übrigens: Menstruationsähnliche Schmerzen (Ziehen im Unterleib, Schmerzen im unteren Rücken) sind in der 5. Schwangerschaftswoche nicht ungewöhnlich. Deine Hormone lockern nun die Bänder und Muskeln, um Platz für das Baby zu schaffen. Werden die Schmerzen aber zu stark, können sie in den ersten Wochen auch ein Symptom für eine Eileiterschwangerschaft sein. Hat sich das befruchtete Ei im Eileiter statt in der Gebärmutter eingenistet, ist das für dich sehr gefährlich. Bitte such sofort einen Arzt auf.

Ultraschallbilder aus der 5. Schwangerschaftswoche

Du kannst es sicher kaum erwarten, dein Baby zu sehen. In der 5. Schwangerschaftswoche ist aber im Ultraschall erst wenig zu entdecken. Meistens sieht man auf dem Ultraschallmonitor nur eine dickere Gebärmutterschleimhaut als Zeichen einer Schwangerschaft. Nur mit Glück kann dein Arzt dir in der Fruchthöhle ein kleines Pünktchen zeigen. So winzig ist dein Kind jetzt! Das kleine Herz wird erst Ende der 5. SSW oder zu Beginn der 6. SSW zum ersten Mal schlagen. Daher ist der erste Ultraschall innerhalb der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung auch erst später angesetzt.

Medizinerlatein: Wieso bin ich schon in der 5. SSW?

Die Zählung der Schwangerschaftswochen kommt dir auf den ersten Blick sicher komisch vor. Wieso bin ich kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest schon in der 5. Woche? Das liegt daran, dass das Alter der Schwangerschaft nicht dem Alter des Babys entspricht. Für die Ärzte beginnt die Schwangerschaft schon mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Das hat sich bewährt, weil sich der Termin des konkreten Eisprungs rückwirkend oft nicht mehr bestimmen lässt. Der erste Tag der ausbleibenden Periode ist also der Beginn der 5. Schwangerschaftswoche, dein Baby ist aber erst drei Wochen alt. Wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, können Gynäkologen häufig sehr genau bestimmen. Wenn dein Arzt dir sagt, dass du in SSW 4+4 bist, bedeutet das, dass die Schwangerschaft 4 Wochen und 4 Tage alt ist. Der Embryo wäre dann 2 Wochen und 4 Tage alt. 

Du möchtest jetzt schon wissen, wann dein Krümel zur Welt kommt? Unser Geburtstermin-Rechner verrät es dir.

Gut zu wissen in der 5. SSW

Muss ich meinen Arbeitgeber informieren?
Nein, musst du nicht. Wann du deinen Chef informierst, entscheidest du selbst. Kommst du bei der Arbeit aber zum Beispiel mit Gefahrenstoffen in Kontakt oder arbeitest du im Schichtdienst, kann es sinnvoll sein, schon in den ersten Schwangerschaftswochen mit offenen Karten zu spielen. Denn dann ist dein Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, die dich und dein Baby schützen. Du darfst dann zum Beispiel nicht mehr nachts arbeiten, nicht mehr als vier Stunden stehen, nicht schwer heben und musst ausreichend Pausen einlegen können. Hast du Beschwerden, kann dein Arzt auch ein individuelles Beschäftigungsverbot aussprechen, um dich und das Kind zu schützen. 

Hebamme suchen
Klar, der errechnete Geburtstermin liegt in weiter Ferne. Aber in Deutschland herrscht Hebammenmangel. Daher ist es sinnvoll, sich schon in den ersten Schwangerschaftswochen um eine Geburtsbegleiterin zu bemühen bei der die Chemie stimmt. 

Den Papa nicht vergessen
Vielleicht hast du es ihm schon längst erzählt. Aber wenn deine Schwangerschaft noch ein Geheimnis ist, kannst du dir jetzt etwas Besonderes ausdenken, um es deinem Partner zu erzählen. Ein Abendessen mit einem dritten Gedeck? Ein Kinderschuh in Minigröße oder der geteilte Termin zum ersten Ultraschall im gemeinsamen Smartphone-Kalender? Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

 

Quellen:

Imlau, Nora & Pfützner, Sabine: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach. Hebammenwissen für Mutter und Kind, Beltz Weinheim 2018.

Jens-Uwe Blohmer, Matthias David et. al. (Hrsg.): Charité-Compendium Gynäkologie, de Gruyter 2018.

Kainer, Franz & Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche, Gräfe und Unzer München 2018.

www.frauenaerzte-im-netz.de

 

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