Gemeinsames Sorgerecht bei unverheirateten Eltern Vor- und Nachteile

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Beitrag von maxmaike 01.08.07 - 11:43 Uhr

Hallo,

gibt es Vor- und Nachteile bei einem gemeinsamen Sorgerecht bei unverheirateten Eltern?

Hat das gemeinsame Sorgerecht Auswirkung auf die Höhe der staatlichen Bezüge, wie z. B. Elterngeld?

Gruß

Anja (33. SSW)

Beitrag von ennovi 01.08.07 - 11:46 Uhr

hey!

Soweit ich weiß, haben beide Elternteile Sorgerecht, egal ob verheiratet oder nicht.

Auswirkungen gibts sicher bei der Frage, wohnen die Eltern getrennt oder zusammen.

LG ennovi

Beitrag von auriane_sn 01.08.07 - 12:02 Uhr

Na das ist ja mal totaler Unsinn!

Beantragt man beim Jugendamt nicht EXTRA das gemeinsame Sorgerecht hat bei unverheirateten Eltern (egal ob sie zusammen wohnen oder nicht) nur die Mutter das ALLEINIGE Sorgerecht.

Mit den Auswirkungen verhält es sich so, wie in der 2. Antwort beschrieben.

Wir haben auch das gemeinsame Sorgerecht und um 14 Monate Elterngeld zu bekommen, nimmt mein Freund seine beiden Vätermonate.

Bist du alleinerziehend und wohnst nicht mit deinem Freund zusammen kannst du ALLEINE auch 14 Monate bekommen, ansonsten nur 12.

Ich wollte z.B. bei meiner Bank für meine Tochter ein Sparbuch einrichten, da brauchte ich auch die Unterschrift meines Freundes.
Beim gemeinsamen Sorgerecht kannst du aber durchaus in Notsituationen (z.B. OPs) alleine entscheiden.
Wenn man sich mal trennt bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen, du kannst dann in Entscheidungen des alltäglichen Lebens alleine entscheiden. Bei wichtigen Sachen aber nur gemeinsam.

LG'Anja

Beitrag von ennovi 01.08.07 - 12:44 Uhr

hallo... gehts noch?

Das Sorgerecht wurde irgendwann mal zu gunsten der Väter geändert. Keine Ahnung wann und wie genau.

Wir haben kein gemeinsames Sorgerecht beantragt. Laut JA hat man das automatisch. #gruebel

Ich hatte letztes Jahr Reiseausweise für die Kinder machen wollen. Das ging nur mit Zustimmung des Vaters. Oder einer Bescheinigung von JA, dass ich das alleinige Sorgerecht habe... #gruebel #kratz Warum also soll ich was nachweisen, was ich ja nach Deiner Aussage eh hätte?

Beitrag von daydream1538 01.08.07 - 12:51 Uhr

hallo....


na so ganz stimmt das nicht....so wie ich es jetzt raushöre....hast nur du das sorgerecht.....der vater hat das sogenannte umgangsrecht.....wenn ich mich jetzt nicht irre....
ihr könnt das gemeinsame sorgerecht noch nachträglich machen!wenn ihr das wollt!Geht auch alles ganz schnell....die dame dort liest dann nur so paar texte....und schon habt ihr beide das sorgerecht!

Ändern tut sich nix....nur das ihr eben in zukunft zusammen entscheidet!Was ihr denke ich auch so schon tut!

den kinderausweis habe ich damals für unseren großen alleine beantragen können ohne irgentwelche unterschriften extra!?

Beitrag von ennovi 01.08.07 - 12:57 Uhr

Nun, aber "nur" mit Umgangsrecht, bräuchte ja keiner (also z.B. Bürgerbüro wegen Kinderausweis) seine Zustimmung. *mal ganz klar gespochen*

Kann es sein, dass es Unterschiede diesbezüglich im Land gibt? D.H. einiges wird eben auf Bundeslandebene geregelt? #kratz Das würde jedenfalls die unterschiedlichen Standpunkter erklären... #gruebel #kratz

Beitrag von ann75 01.08.07 - 13:26 Uhr

Also soviel ich weiß, hat die Mutter automatisch das Sorgerecht und der Vater kann es beantragen, aber nur mit Zustimmung der Mutter. Ich glaube nicht, dass das bundeslandspezifisch geregelt ist. Dass du das alleinige Sorgerecht nachweisen musst beim Kinderausweis liegt doch daran, dass die Dame da nicht wissen kann, ob dein Mann nicht doch auch ein Sorgerecht hat, und dann brauchst du dazu ja die Einwilligung. Da sind die recht streng mit solchen Regelungen gerade bei Reisepässen (könntest ja dein Kind entführen;-).

Beitrag von ennovi 01.08.07 - 13:30 Uhr

#freu Ja aber allein verreisen mit den Kindern darf ich, also ohne Zustimmung. Das doch hirnrissig...;-)

Beitrag von daydream1538 01.08.07 - 13:28 Uhr

mhhh.....gute frage......da müsste man sich informieren.....
geh doch einfach mal aufs jugendamt oder ruf an und frag da nach...
habt ihr ne vaterschafts anerkenung gemacht?

Beitrag von ennovi 01.08.07 - 13:32 Uhr

Ja aber das weiss die Dame vom Büro ja nicht...

Letztendlich spiel es bei uns keine Rolle. Komisch nur, dass es doch wohl Unterschiede giebt.

Beitrag von lorymadden 01.08.07 - 11:53 Uhr

Hallo,

wenn du alleiniges Sorgerecht hast, und dein Mann sich aus verschiedensten Gründen, nicht um das Kind kümmern kann, bist du alleinerziehend, und bekommst 14 Monate Elterngeld. Ansonsten muss ja dein Mann 2 Monate daheim bleiben.
Wenn Entscheidungen bezüglich des Babies getroffen werden müssen, muss auch immer das andere sorgeberechtigte Elternteil gefragt werden. zB Op, oder Kontoeröffnung, Entscheidung über Wohnsitz des Kindes (gerade wenn man sich nicht mehr mag - getrennt hat nervig).

Für Frau ist das alleinige Sorgerecht sicher bequemer, weil sie ja meist die ist, die zu hause bleibt, und mit dem Kind zum Arzt geht oder Anträge ausfüllt. Für den Papa ist es gerade bei einer Trennung gut, wenn auch er das Sorgerecht hat. So kann er immer sein Kind sehen, und hat eben auch ein Recht auf Mitbestimmung.

LG Jenny

Beitrag von nica76 01.08.07 - 12:12 Uhr

Kleine Richtigstellung:

1. Der Mann MUSS nicht Elternzeit nehmen. Elternzeit ist für beide Elternteile freiwillig.

2. Um einen Anspruch darauf zu haben, das Kind sehen zu dürfen, ist gemeinsames Sorgerecht keine Voraussetzung.

3. Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht sind nicht immer das gleiche. Das heißt gerade nach einer Trennung kann es durchaus sein, dass beide Elternteile gemeinsames Sorgerecht haben, das Aufenthaltsbestimmungsrecht liegt aber allein bei der Mutter.

Beitrag von lorymadden 01.08.07 - 14:52 Uhr

Zum 1.: Wenn man aber die 14 Monate bezahlt haben möchte, dann muss doch der Mann Elternzeit nehmen? oder wie meinst du das?
Und zu 3. hat mir die Frau vom Jugendamt erklärt, dass der Vater dann mitentscheiden darf, wo das Kind wohnt. Also bei gemeins. Sorgerecht.
????
Nun ja, ich glaub dir das mal.

Gruß Jenny

Beitrag von bienie 01.08.07 - 12:04 Uhr

Hallo Anja,

also wir haben noch vor der Geburt von Merle das gemeinsame Sorgerecht beantragt. Ich fand es sehr wichtig, da wenn mir etwas während der Geburt oder auch irgendwann mal was passiert, dass die Kleine dann bei ihrem Papa bleibt. Denn ansonsten hätte er überhaupt kein Anspruch auf die Kleine und sie käm zu Pflegeeltern.

Haben vor längerer Zeit mal ein Bericht im Fernsehn gesehen wo dies der Fall war, die Mutter lag im Wachkoma und der Vater muss das Sorgerecht vor Gericht einklagen und darf sein Kind überhaupt nicht sehen.

Denke, wenn man sich entscheidet ein Kind zu bekommen - dann sollte man auch darüber nachdenken, dass der Vater auch das halbe Sorgerecht bekommt!!

Also, beim Elterngeld kann ich jetzt ganz normal 12 Monate zuhause bleiben. Das mit den 14 Monaten geht nur, wenn der Vater nicht mit dir und dem Kind zusammen lebt - ob Sorgerecht ja oder nein, dass ist in dem Fall egal!!

LG

Sabrina + #baby Merle (16 Wochen)

Beitrag von nica76 01.08.07 - 12:16 Uhr

Und schon wieder ein ganzer Schwung Halbwahrheiten!

Der Fall des Mannes mit der Frau im Wachkoma war daher prekär, dass er nach der Geburt des Kindes die Vaterschaft nicht anerkennen konnte, bzw. seine schwangere Freundin keine Gelegenheit hatte, ihn als Vater anzugeben. Daraus resultierte dann die Problematik, dass er keine Ansprüche als Vater geltend machen konnte.

Auch ohne ein gemeinsames Sorgerecht ist es durchaus denkbar, dass das Kind nach dem Tode der Mutter zum gesetzlichen Vater kommt.

Himmel Leute, informiert Euch oder gebt keine halbgaren Weisheiten raus!

Beitrag von maxmaike 01.08.07 - 12:45 Uhr

Okay, dass nenne ich "offene Diskussionsrunde"!

Danke Euch allen!

Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag!

Bis dann!

Beitrag von ann75 01.08.07 - 13:38 Uhr

Genau!Für wenn der Mutter was passiert, reicht die Vaterschaftsanerkennung aus!! Ich finde, es wird nur vieles umständlicher, wenn beide das Sorgerecht haben, aber fairer ist es natürlich dem Mann gegenüber.

Beitrag von vonni1974 01.08.07 - 14:10 Uhr

Also wir haben das damals so geregelt, das ich das alleinige Sorgerecht habe, er hat aber die Vaterschaft anerkannt. Wir leben auch zusammen.

Wir haben das aus dem Grund gemacht, damit ich nicht bei allen bürokratischen Angelegenheiten seine Vollmacht brauche.
(Ausweis beantragen, OP und sonsteigen Sachen, da ich ja auch den Erziehungsurlaub hatte und somit alles alleine erledigen konnte).

Trotzt allem kann der Vater im Falle einer Trennung seine Ansprüche auf das Kind geltend machen. Das schließt nicht aus, das er im Falle einer Trennung sein Kind nicht sehen kann und auch im Falle wenn mir mal etwas passiert, hat er vollen Anspruch auf das Kind.

Es ist eben nur bequemer aus "bürokratischer Sicht"..

LG Ivonne

Beitrag von vinny08 01.08.07 - 21:25 Uhr

Nur leider ist es für Dein Kind überhaupt nicht bequem, wenn Dir etwas zustößt und es erst einmal zu Pflegeeltern muss, bis die Sorgerechtsgeschichte Deines Partners entschieden ist.
Und wie Du das schön richtig festgestellt hast, ist das nicht so schnell abgehandelt aus "bürokratischer Sicht".

Kinder zu haben ist nunmal nicht immer bequem!

Nicht böse sein, ist halt meine Meinung. Mich ärgern solche Aussagen immer!

LG
Mandy

Beitrag von nica76 01.08.07 - 22:06 Uhr

Oh mann, wie oft denn noch? Sorgerecht hat nichts damit zu tun, zu wem das Kind kommt, wenn der Mutter was passiert. Auch ohne Sorgerecht hat ein gesetzlich anerkannter Vater die Möglichkeit, sein Kind zu sich zu nehmen. In den meisten Fällen (wenn der Vater seinen Verpflichtungen nachkommt, ein geregeltes Einkommen hat und sein Kind weder körperlich noch emotional misshandelt) wird ein Vormundschaftsgericht sogar genau so entscheiden. Selbst wenn der Vater NIE vorher das Sorgerecht hatte.

Verdammt, informieren!!!!

Beitrag von vonni1974 02.08.07 - 09:22 Uhr

Völlig falsch...

Wenn mir etwas zustößt kommt das Kind sofort zum Vater. Ihm wird automatisch das Sorgerecht überschrieben, denn wir leben zusammen.

Was anderes wäre es, wenn wir nicht zusammen leben würden..

Das haben wir schriftlich gelesen bevor wir es so entschieden haben.

LG Ivonne