Zwischenblutung

Zwischenblutung: Was sind die Ursachen?

Alle drei bis fünf Wochen haben Frauen im gebärfähigen Alter ihre Menstruation. Doch auch außerhalb der Periode kommt es bei vielen Frauen zu einer Zwischenblutung. Meist sind harmlose hormonelle Schwankungen die Ursache. Tritt sie jedoch häufiger auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Bei der Zwischenblutung handelt es sich um eine Blutungsstörung, bei der es meist zu leichten vaginalen Schmierblutungen – sogenannten Spottings – mit hellem oder bräunlichem Blut kommt. Sie treten kurz vor oder nach der Menstruation, in der Mitte des Zyklus oder zur Zeit des Eisprungs auf und können unter Umständen mehrere Tage lang anhalten und so stark sein wie die Periode. Anders als bei einer Regelblutung werden aber bei der Zwischenblutung keine Gewebeteile mitausgestoßen. Eine hellrote Blutung nach dem Geschlechtsverkehr ist häufig Symptom für ein verletztes Gefäß in der Scheide, ein rostbrauner Ausfluss deutet meistens auf hormonelle Ursachen hin. Treten dunkelrote Blutungen aus, die vielleicht sogar mit Schmerzen einhergehen, kann das ein Zeichen für eine Entzündung sein. Der Frauenarzt wird in der Regel zunächst eine mögliche Schwangerschaft abklären und anschließend prüfen, ob der Zwischenblutung organische Ursachen, Hormon- oder Stoffwechselstörungen oder psychosomatische Gründe zugrunde liegen.

Hormonelle Ursachen

  • Eisprung: Eine leichte und kurze Blutung (häufig nur eine Schmierblutung), die ein bis drei Tage dauert und rund um den Eisprung (Ovulation) stattfindet. Sie kann von einem ziehenden Schmerz, dem Mittelschmerz begleitet sein. Grund für diese Zwischenblutung, die auch als Mittelblutung bezeichnet wird, ist meist das Absinken des Östrogenspiegels durch den Eisprung. In der Regel besteht bei dieser Zyklusstörung kein Grund zur Sorge – Stressabbau sowie eine gesunde Lebensweise reichen zumeist als Therapie. Dauert diese Blutung länger als sieben Tage, wird sie als Metrorrhagie bezeichnet. Mögliche Ursachen sind Störungen der Follikelreifung oder Zyklen ohne Eisprung, bei denen der Follikel länger bestehen bleibt – in der Folge baut die Gebärmutterschleimhaut sich höher auf und es kommt zu Durchblutungsstörungen. Diese Blutung ist typisch für hormonell instabile Zeiten wie die Pubertät und die Wechseljahre. Als Behandlung kommt eine hormonelle Behandlung wie die Einnahme einer geeigneten Antibabypille infrage.
  • Gelbkörperschwäche: Wenn der Gelbkörper zu wenig Progesteron produziert, kann es unter Umständen zu einer Zwischenblutung oder einem verkürzten Zyklus (Polymenorrhoe) kommen. Der Progesteronmangel ist die häufigste Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft und kann auf eine Schilddrüsenerkrankung hinweisen. Besonders bei Kinderwunsch wichtig: Eine Hormontherapie mit Progesteron oder einem künstlichen Gestagenpräparat in der zweiten Zyklushälfte kann die Gelbkörperschwäche beheben.
  • Frau mit Pille
    Foto: © iStockphoto.com/ katielittle25
    Hormonelle Verhütung (zum Beispiel Pille)
    : Frauen, die als Verhütungsmethode rein gestagenhaltige Präparate wie die Minipille, die Dreimonatsspritze oder das Verhütungsstäbchen nutzen, leiden häufiger als andere an Menstruationsstörungen. Um das zu vermeiden, verschreiben Ärzte heute meist die Pille mit einer Kombination aus Gestagen und Östrogen, da diese Hormone weniger in den weiblichen Zyklus eingreifen. Manche Frauen bekommen auch eine Zwischenblutung, wenn sie die Pille wechseln. In der Regel normalisiert sich der Zyklus nach wenigen Monaten wieder, alternativ sollte man auf ein anderes Präparat umsteigen.

Organische Ursachen

  • Myome: Eine Zwischenblutung mit Myomen als Ursache ist meist langanhaltend und mit ziehenden, wehenartigen Schmerzen im Unterbauch verbunden. Bei Myomen handelt es sich um gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, seltener im Gebärmutterhals. Frauen zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr sind am häufigsten betroffen. Ein hormonelles Ungleichgewicht sowie eine familiäre Veranlagung gelten als Hauptursache. Sind Myome die Ursache der Blutung, kann die Einnahme der Pille zu ihrem Wachstumsstopp oder einer Rückbildung führen. In einigen wenigen Fällen muss die Gebärmutter operativ entfernt werden.
  • Polypen: Unregelmäßige oder andauernde Zwischenblutungen oder bräunlicher Ausfluss sind häufig die Folge von Polypen. Das sind gutartige Schleimhautwucherungen, die entstehen, wenn sich die Schleimhautzellen übermäßig teilen und die im Bereich der Scheide, der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses auftreten können. Eine geschwächte Immunabwehr, Stress und eine falsche Intimhygiene können die Veränderung der Schleimhaut begünstigen. Polypen, die eine Zwischenblutung verursachen, sollten operativ bei einer Ausschabung entfernt werden.
  • Entzündungen: Entzündungen von Gebärmutter und Gebärmutterhals können eine Zwischen- bzw. Schmierblutung verursachen, wobei Bakterien und Hefepilze die häufigste Ursache darstellen. Auch die Eileiter und Eierstöcke können sich entzünden – sie werden von Bakterien wie Chlamydien verursacht. Im Falle einer Entzündung wird der Arzt Antibiotika verschreiben.

Mechanische Ursachen

Eine einmalige, leichte Zwischenblutung wird häufig durch die mechanische Reizung der Gebärmutterschleimhaut oder Scheidenschleimhaut hervorgerufen. Eine sogenannte Kontaktblutung kann zum Beispiel passieren, wenn eine Frau sich vom Frauenarzt eine Spirale einsetzen oder entfernen lässt. Auch Geschlechtsverkehr kann Auslöser dieser Zwischenblutung sein. Ebenso sind Zwischenblutungen nach einem operativen Eingriff wie der Ausschabung möglich, wenn die Gebärmutterschleimhaut sich nicht richtig regenerieren kann.

Zwischenblutungen während der Schwangerschaft

Wenn du ein Baby erwartest, ist es besonders beunruhigend, wenn Blut aus der Scheide austritt. Eine Zwischenblutung, die während der Schwangerschaft auftritt, kann verschiedene, zum Glück auch harmlose Ursachen haben. Zu den harmlosen Blutungen, wenn du schwanger bist, gehört die sogenannte Einnistungsblutung, die nach dem Eisprung gleich zu Beginn der Schwangerschaft auftreten und bis zu zwei Tage anhalten kann. Wenn sich die Plazenta später in der Uterusschleimhaut eingenistet hat, kann auch das eine leichte und harmlose Schmierblutung verursachen. Eine weitere Rolle spielen die Schwangerschaftshormone, die den normalen Hormonhaushalt überlagern und so Hormonschwankungen verursachen. Es gibt Frauen, die zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ihre Periode bekommen hätten, Blutungen haben – das muss also nicht immer ein Grund zur Sorge sein.

Bei einer Zwischenblutung immer zum Arzt

Bei vielen Frauen tritt eine Zwischenblutung auf, wenn sie sich in psychisch belastenden Lebenssituationen befinden. Stress kann auf den natürlichen Hormonhaushalt einwirken und den Zyklus durcheinanderbringen. Das kann auch ungünstig bei einem Kinderwunsch sein. In diesen Fällen reicht es, auf mehr Entspannungsphasen im Alltag zu achten und für eine gesunde Lebensführung zu sorgen. Dennoch empfiehlt sich immer der Gang zum Gynäkologen. Denn in Ausnahmefällen kann eine Zwischenblutung ein Zeichen für eine Krebserkrankung des Gebärmutterhalses sein, die jedoch sehr gut behandelbar ist, wenn sie früh erkannt wird.

Behandlung

Bei der geeigneten Behandlung kommt es darauf, welche Ursache der zusätzlichen Blutung zugrunde liegt. Je nachdem, ob die Zwischenblutung Symptom einer hormonellen oder organischen Störung ist, behandelt der Arzt mit Medikamenten, Hormonpräparaten oder einem operativen Eingriff.


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