Einnistungsblutung: Frühes Zeichen einer Schwangerschaft?

Die Einnistung einer Eizelle kann äußerlich durch eine leichte Blutung sichtbar werden. Aber ist sie ein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft? Wir geben euch einen Überblick und klären die wichtigsten Fragen.

Autor: Sandra Hermes
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Einnistungblutung: Nur ein Märchen?

Pusteblume Teaser
Foto: © iStock, MorePixels

Tatsache ist: Wenn sich die befruchtete  Eizelle in der weichen Schleimhaut der Gebärmutter einnistet, dann verschmelzen mütterliches und kindliches Gewebe. Dabei lösen sich feine Blutgefäße auf, neue entstehen – und dabei können leichte  Blutungen auftreten. Die Blutmenge ist minimal. Tatsache ist aber auch: Leichte Blutungen sind in der frühen Schwangerschaft generell so häufig wie harmlos. Sie haben meist hormonelle Gründe, zum Beispiel, weil das Gewebe des Gebärmuttermundes durch die Schwangerschaftshormone so aufgelockert ist, dass es schon bei leichter Berühung etwas blutet.
Da beide Arten von Blutung harmlos sind, spielt der Begriff Einnistungsblutung für Ärzte keine Rolle. Weil aber im Netz viel über die Einnistungsblutung diskutiert wird, haben wir hier das Wichtigste zum Thema zusammengestellt.

Was ist eine Einnistungsblutung?

Eine Einnistungsblutung kann auftreten, wenn sich das befruchtete Ei in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Die Blastozyste verbindet sich mit den Gefäßen der  Gebärmutter und schafft sich so selbst die besten Bedingungen, weiter zu wachsen. Dabei können kleine Gefäße verletzt werden und bluten. Sind sie nur minimal verletzt, findet das austretende Blut gar nicht den Weg durch die Vagina nach draußen und bleibt daher verborgen. Ist die Blutung stärker, ist sie auch außen sichtbar.
Die Einnistung findet etwa fünf bis zehn Tage nach dem  Eisprung statt. So lange braucht das Ei, um vom Eierstock durch den Eileiter in die Gebärmutter der Frau zu wandern. Eine in diesem Zeitraum auftretende Blutung kann also ein sehr frühes Anzeichen für eine bestehende Schwangerschaft sein.
Umgekehrt bedeutet eine ausbleibende Einnistungsblutung aber nicht, dass du nicht schwanger bist. Experten gehen eher davon aus, dass eine sichtbare Blutung nach der Einnistung die Ausnahme ist. Bei rund 70 Prozent der schwangeren Frauen bleibt die Blutung unbemerkt.

Neben dem umgangssprachlichen Begriff spricht man auch von einer Nidationsblutung. Der Fachausdruck geht auf das lateinische Wort nidus für Nest zurück. Seltener wird der Ausdruck Implantationsblutung benutzt. Auch er hat einen lateinischen Ursprung. Implantus bedeutet Einpflanzen.

Wie sieht die Nidationsblutung aus?

Die Einnistungsblutung ist meistens ganz schwach und dauert nur kurz an. Sie ist eher rosa oder hellrot, kann aber auch eine bräunliche Farbe annehmen. Die Farbe hat mit der Stärke der Blutung zu tun. Ist sie stärker, läuft die Flüssigkeit schneller ab und ist eher frisch und hellrötlich. Tritt nur wenig Blut nach außen, läuft es eher langsam ab und hat länger Kontakt mit der Luft. Dadurch verfärbt sich das Blut ins Bräunliche.
Einige Frauen berichten, dass sie die  Nidation als leichten ziehenden Schmerz im Unterleib gespürt haben. Der sogenannte Einnistungsschmerz tritt aber nur in seltenen Fällen auf.
Bei  Mehrlingsschwangerschaften dauert die Blutung unter Umständen länger. Die Einnistung von mehreren Blastozysten kann mehr mütterliche Blutgefäße verletzen.


Was muss ich tun, wenn ich eine Einnistungsblutung feststelle?

Medizinisch betrachtet spielt die Einnistungsblutung keine Rolle. Das ist auch der Grund, warum die Fachliteratur wenig über sie berichtet. Sie ist ein ganz natürlicher Vorgang zu Beginn jeder Schwangerschaft, der für Mutter oder Kind keine negativen Auswirkungen hat. Wenn du am 5. bis 10. Tag nach deinem Eisprung eine leichte Blutung feststellst und vermutest, dass es sich um ein Zeichen für die Einnistung einer befruchteten Eizelle handelt, musst du also gar nichts tun. Ob du mit deiner Einschätzung richtig lagst, kann dir ein  Schwangerschaftstest verraten.

Kann ich sicher sein, dass ich eine Einnistungsblutung hatte?

Die Nidationsblutung kann ein frühes Schwangerschaftsanzeichen sein, muss es aber nicht. Denn für eine Blutung in der zweiten Zyklushälfte kann es neben einer beginnenden Schwangerschaft auch andere Gründe geben. Ein Progesteronmangel, der Hormonabfall nach dem Eisprung oder Geschlechtsverkehr können ebenfalls zu  Zwischenblutungen Zwischenblutung: Ursachen und Behandlungen führen. Sie können als Schmierblutung auftreten, die eher bräunlich und dickflüssig sind, aber auch eher schwach sein und eine hellrote Farbe aufweisen. Im letzteren Fall können sie leicht mit der Einnistungsblutung verwechselt werden.
Die Einnistungsblutung allein ist also kein sicheres Schwangerschaftsanzeichen. Treten mehrere frühe Anzeichen zusammen auf, steigt die Chance, dass du wirklich schwanger bist. Ein weiterer früher Hinweis auf eine Schwangerschaft ist ein plötzlicher Harndrang. Denn nach der Befruchtung schüttet dein Körper verstärkt das Schwangerschaftshormon hCG aus, das unter anderem für eine größere Harnmenge sorgt.
Letztlich verschafft dir aber erst ein Schwangerschaftstest Klarheit.

Wie unterscheiden sich Einnistungsblutung und Periode?

In der ersten Schrecksekunde verwechselst du vielleicht die Nidationsblutung mit deiner Periode. Aber im Grunde grenzen sich die beiden Blutungen anhand einiger Faktoren deutlich voneinander ab. Bei einem regelmäßigen Zyklus beginnt deine Regelblutung etwa ab dem 14. Tag nach dem Eisprung, während die Nidationsblutung schon zwischen dem 5. und 10. Tag auftritt. Ein weiterer Unterschied ist die Beschaffenheit der Blutung. Die Regelblutung ist meist dunkelrot und eher dickflüssig. Eine Blutung, die nach der Einnistung auftritt, ist meist hell-rötlich und besteht oft nur aus wenigen Tropfen leichten Bluts. Auch der Verlauf der Blutung unterscheidet sich deutlich. Die Einnistungsblutung klingt schnell wieder ab, während die Stärke der Periode in ihrem Verlauf zunächst zunimmt. Eine normale Menstruation dauert mit vier bis sieben Tagen auch sehr viel länger.
Wünschst du dir schon länger ein Baby und du fürchtest die nächste Periode, ist es nur verständlich, dass dich jede Blutung verunsichert. Die Merkmale in der Tabelle helfen dir, deinen Körper besser einzuschätzen. Vielleicht bedeutet deine Blutung diesmal nicht das Ende der Hoffnung, sondern ist ein erstes Schwangerschaftsanzeichen.

  Nidationsblutung  Periode
Zeitpunkt  fünf bis zehn Tage nach dem Eisprung  etwa 14 Tage nach dem Eisprung
 Farbe  eher hell-rötlich (seltener bräunlich)  dunkelrot bis bräunlich
 Konsistenz  eher leicht  eher dickflüssig
 Menge  wenige Tropfen oder Schlieren  etwa 60 ml
 Stärke  nimmt nicht zu  nimmt zu und ist insgesamt stärker
 Dauer  ein bis drei Tage (bei Mehrlingsschwangerschaften seltener bis zu sieben Tagen)  vier bis sieben Tage

Was mache ich, wenn ich die Blutung nicht einordnen kann?

Keine Frage, wenn du nicht sicher bist, ob es sich bei einer Blutung um deine Periode, um eine Einnistungsblutung oder um eine andere Form der Zwischenblutung handelt, und du vielleicht sogar Schmerzen hast, nutzt es nichts, weiter zu googeln. Geh auf jeden Fall zu deinem Frauenarzt. Nur so kannst du dir sicher sein, dass alles in Ordnung ist.

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