Die Fakten

Schwanger trotz Periode?

Die Periode kriegen und trotzdem schwanger sein? Was unglaublich klingt, kann dennoch passieren. Wir erklären euch, wann und warum ein Schwangerschaftstest trotz einer leichten Blutung positiv ausfallen kann.

Autor: Heike Byn
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Periode und schwanger: Wie geht das überhaupt?

Schwanger-Periode-Teaser
Foto: © Colourbox

Es gibt Frauen, die spüren es gleich, wenn sie schwanger sind. Und es gibt Frauen, die fallen aus allen Wolken, wenn der Frauenarzt ihnen sagt, dass sie schwanger sind oder der Schwangerschaftstest positiv ausfällt. Vor allem dann, wenn sie gerade noch ihre Periode bekommen haben. Aber wie kann das überhaupt sein, zu bluten und gleichzeitig hat sich der Embryo schon in der Gebärmutter eingenistet? Doch Blutung ist nicht gleich Blutung: In solchen Fällen haben Frauen keine klassische Periode – vor allem, was deren Dauer und Blutverlust angeht. Denn die Abläufe von Blutung und Einnistung schließen sich definitiv aus.

Regelblutung bei Schwangerschaft: Warum das nicht sein kann

Zur Erklärung ein grober Überblick über unseren Monatszyklus: Der dauert ungefähr 28 Tage. Etwa in seiner Mitte wandert eine reife Eizelle in den Eileiter, damit sie dort von den Spermien eines Mannes befruchtet werden kann. Kommt es zu einer Befruchtung, beginnt sich das Ei in der Gebärmutter einzunisten – der Körper bereitet sich ab da vor allem hormonell auf die Schwangerschaft vor. Das Schwangerschaftshormon HCG gibt dann das Signal an Eierstöcke und Hirnanhangdrüse, dass jetzt kein neuer Eisprung mehr vorbereitet werden muss. Deshalb bleibt die Schleimhaut auch in der Gebärmutter und die Periode fällt aus. Findet keine Befruchtung statt, wird das unbefruchtete Ei zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zur Menstruationsblutung. Von daher handelt es sich also bei der Regelblutung und bei der Einnistung wirklich um zwei gegensätzliche Entwicklungen, die einander ausschließen.

Leichte Blutung und schwanger: Was dahinter steckt

Manchmal kommt es aber auch vor, dass Frauen im ersten Trimester ihrer Schwangerschaft eine kleine Blutung bekommen, die mehrere Ursachen haben kann. Auch wenn diese Blutungen nicht gleich Grund zur Sorge sind, wendet ihr euch besser trotzdem an euren Frauenarzt und lasst euch untersuchen. Dabei werden dann mögliche Ursachen geklärt und auch das weitere Vorgehen besprochen.

Einnistungsblutung – wann ist mit ihr zu rechnen?

Einnistungsblutungen, auch Nidationsblutungen genannt, entstehen bei der Einnistung des befruchteten Eis und treten etwa sieben bis maximal 14 Tage nach dem Eisprung auf. Weil der Zeitpunkt dann ungefähr mit der erwarteten Monatsblutung zusammenfällt, halten viele Frauen die Einnistungsblutung für ihre Periode. Doch solch eine Blutung ist normalerweise viel schwächer als die Periode und dauert meistens auch nur um die drei Tage. Eine Nidationsblutung entsteht wohl dadurch, dass bei der Einnistung Blutgefäße der Gebärmutter und der Gebärmutterschleimhaut beschädigt werden und es zu Blutungen kommt. Für viele Forscher ist diese Erklärung allerdings umstritten, wenngleich sie mit keiner anderen Theorie aufwarten können.

Leichte Blutung: Trotzdem schwanger!

Hat die Befruchtung der Eizelle geklappt, stellt sich anschließend der Hormonhaushalt komplett um. Schließlich arbeitet der weibliche Körper dann auf Hochtouren, um dem Baby eine bestmögliche Entwicklung zu bieten. Deshalb können auch in der Frühschwangerschaft leichte, vaginale Blutungen vorkommen, die mit dem veränderten Hormonspiegel zu tun haben.

Schwanger trotz Pille und Blutung

Auch wenn die Pille das bisher sicherste Verhütungsmittel für Frauen ist, könnt ihr dennoch – wenn auch nur in selten Fällen – schwanger werden. Vor allem dann, wenn ihr die Pille vergessen oder zum Beispiel einen Magen-Darm-Virus habt. Dann können die Wirkstoffe der Pille nicht richtig oder in ausreichender Menge vom Körper aufgenommen werden und es setzt eine Blutung ein, die ihr für eure Periode haltet. Bis ein vollständiger hormoneller Schutz wieder aufgebaut ist, gibt es ein Restrisiko schwanger zu werden.

 


Regelblutung und schwanger: Wann lohnt sich ein Schwangerschaftstest?

Etwa zwei Wochen nach einer möglichen Befruchtung lässt sich das Schwangerschaftshormon HCG im Urin nachweisen. Wer sicher gehen möchte, lässt beim Frauenarzt einen Bluttest machen.

Ich bin schwanger und blute: Ist das schlimm fürs Baby?

Bei allen beschriebenen Ursachen für leichte Blutungen am Beginn der Schwangerschaft wird nur wenig Gebärmutterschleimhaut abgestoßen, so dass sich der Embryo trotzdem einnisten kann. Auch danach besteht kein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Im Übrigen wird die Entwicklung der Babys ja regelmäßig mit Ultraschall kontrolliert. Dabei könnt ihr euch vom Zustand eures Kindes überzeugen.

Blutung in der Frühschwangerschaft: Ist es eine Fehlgeburt?

Neben der Einnistungsblutung oder einer Blutung aufgrund des umgestellten Hormonhaushalts gibt es noch andere Gründe für eine Blutung zu Beginn der Schwangerschaft – wie Kontaktblutungen nach dem Sex, eine normale und kleinteilige Ablösung von Gewebe oder ein tief sitzender Mutterkuchen. Dennoch gilt: Geht zur Sicherheit zum Arzt, damit er den genauen Grund für die Blutung feststellen kann.

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