ALG II - kann mich die ARGE zwingen aus meiner Wohnung auszuziehen?

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Beitrag von dolgopolova77 09.08.07 - 17:59 Uhr

Ich hoffe, es kann mir hier jemand meine Frage beantworten.

Ich beziehe ALG II und bin jetzt nach einer Untersuchung beim Gesundheitsamt von der ARGE aufgefordert worden, mir bis zum 28. Februar 2008 eine kleiner und günstigere Wohnung zu suchen.
Meine Wohnung ist 60 qm groß und 190 Euro zu teuer.

Wie sieht es aus, wenn ich aufgrund mangelnder Bemühung bis zu der genannten Frist keine andere Wohnung gefunden habe?
Steht mir dann noch der Mindesmitzuschuss (bei uns 230 Euro) zu, wenn ich nachweisen kann, dass ich die Differenz von 190 Euro aus eigener Tasche bezahlen kann?
Oder kann man mich trotzdem zwingen, die 60 qm Wohnfläche aufzugeben?

Beitrag von juliafranziska 09.08.07 - 18:11 Uhr

Hallo,

nein, kann man Dich NICHT zwingen, aus der Wohnung auszuziehen.
Die ARGE trägt immer die angemessene Miete - auf Nachzahlungen bei den Nebenkosten bleibst Du allerdings sitzen und auch die Heizkosten werden nur in angemessener und nicht tatsächlicher Höhe getragen werden.

Indirekt wird man als Alg II-Empfänger zum Umzug gezwungen, wenn es einem nicht möglich ist, die Differenz selbst zu tragen.

Wenn es Dir möglich ist, steht es Dir frei, die Differenz aus eigener Tasche zu zahlen.
Achtung: Bei einer so hohen Differenz wird die ARGE in Zukunft Deine Finanzen sehr genau durchleuchten, da hier der Verdacht noch weiterer Einkommen naheliegt.

Übernimmt jemand anderes die Differenz, darf sie NICHT durch Deine Hände gehen, sondern muss direkt an den Vermieter bezahlt werden, da dieses Geld Dir ansonsten als Einkommen angerechnet wird.

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von nick71 09.08.07 - 21:26 Uhr

Ich frage mich ernsthaft, wie man es schafft, mit 345 Euro ALG2 im Monat 190 Euro Differenz zur Miete dazuzuzahlen...aber vielleicht erklärst Du es mir ja mal!? Rein interessehalber...

Beitrag von juliafranziska 09.08.07 - 21:57 Uhr

Hallo,

das habe ich mich auch schon gefragt - im Schnitt beträgt die Differenz, die Alg II-Empfänger vom Regelsatz bezahlen, zwischen 30 € und 90 € (und ist auch nicht unüblich, da die Mietobergrenzen nicht wirklich die Realität abbilden).

Deswegen habe ich auch darauf hingewiesen, dass sich die ARGE sehr für die Finanzen der Fragestellerin interessieren wird und diese im Auge behält.

In diesem Sinne,
juliafranziska

P.S. Was macht der neue Job? - Alles schön?

Beitrag von nick71 10.08.07 - 10:02 Uhr

Ja, gefällt mir sehr gut...muss mich allerdings erst in die Materie einarbeiten...und das ist ziemlich umfangreich...alleine der Kfz-Bereich.

Arbeite mom nur zwei Vormittage in der Woche...das soll aber irgendwann etwas mehr werden.

Beitrag von rudi333 09.08.07 - 21:47 Uhr

Was hast Du denn noch für Einnahmen?