Ehevertrag - wo kann ich mich gut und kostenlos informieren?

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Beitrag von ninasue 11.08.07 - 16:41 Uhr

Hallo Ihr!

Ich möchte im September heiraten. Da unsere Finanzen ungleich sind (ich habe mehr Ersparnisse und werde wohl auch mehr erben) möchten wir uns absichern, damit wir im Fall des Falles nicht ums Vermögen streiten müssen.
Wo kann man sich informieren? Kostet ein Beratungsgespräch etwas?

Danke für Eure Hilfe

Susanne

Beitrag von meaculpa 11.08.07 - 16:46 Uhr

Hallo,
Ihr könnt Euch beim Notar, der den Ehevertrag beurkunden soll, informieren. Das Beratungsgespräch kostet dann quasi nichts, es sei denn, es kommt NICHT zur Beurkundung. Klärt das am besten im ersten Telefonat ab, daß es so gehandhabt wird.
Lg, Mea

Beitrag von wiwo42 11.08.07 - 17:13 Uhr

Hi,

möchte dir den Mut zu einem Ehevertrag ja nicht nehmen, doch bitte kläre alles sorgsältigst ! ab.

Hatte ebenfalls einen solchen.
Von Notar, Ex und mit unterzeichnet.

Trotzdem haben meine Kinder und ich alles verloren, als die Scheidung ausgesprochen wurde.

Jetzt werden hier wieder einige nur den Kopf schütteln und sagen, dass es das nicht gibt.
Darf Euch allerdings den Wind aus den Segeln nehmen und sagen, doch das gibt es!!!!!!!!

Gerade dieser, meiniger Ehevertrag, sollte meine damals ungeborenen Kinder und mich vor existenziellem Verlust schützen.
Pustekuchen...mein Ex war so hoch verschuldet, dass seine Bank auf diesen Vertrag keine Rücksicht nahm.

Da mein Instinkt mich schon so etwas befürchten ließ, habe ich mir einige juristische Unterlagen besorgt.
Unter anderem steht darin folgendes:

§1363 - Absatz 2 =
Das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau werden nicht gemeinschaftliches Vermögen der Ehegatten.
Dies gilt auch für Vermögen, das ein Ehegatte nach der Eheschließung erwirbt.

mit lieben Grüßen
wiwo

Beitrag von ninasue 11.08.07 - 18:24 Uhr

Hallo Wiwo

Danke für deine Hinweise!
Ist schon eine Sauerei!
da denkt man man ist abgesichert und dann ist man ohne alles!
Naja ich werde mich mal beraten lassen und dann werden wir sehen!

Liebe Grüße
Susanne

Beitrag von parzifal 13.08.07 - 10:29 Uhr

Der Verlust wird aber wohl nicht auf dem Ehevertrag beruht haben, sondern darauf, dass Du unabhängig vom Ehevertrag Verpflichtungen (Bürgschaften) übernommen hast.






Beitrag von wiwo42 13.08.07 - 18:09 Uhr

du hast Recht, dass ich nicht auf Grund des Ehevertrages alles verloren habe....
du hast Unrecht, wenn du annimmst, dass ich Bürgschaften oder sonstige Verpflichtungen übernommen habe.

...nur der Ehevertrag kam gar nicht erst zum Tragen, da Ex zu hoch verschuldet gewesen ist und die Bank ihr Geld haben wollte.

Selbst nach dem Verkauf der Immobilie hätten mir 50% des Erlöses zugestanden.
Peifendeckel...die Bank hat zugeschlagen.

Es ist vorbei und meine Kinder und ich haben uns eine neue Existenz aufgebaut.
Ex hat eine neue Frau und gut.

Beitrag von parzifal 17.08.07 - 10:05 Uhr

'und die Bank ihr Geld haben wollte.'

Wenn das Haus an die Bank durch Grundschuld etc. verpfändet war, dann wird sie auch vorangig aus dem Erlös befriedigt.

Daran ändert auch das Bestehen oder das Nichtbestehen eines Ehevertrags nichts.

Beitrag von wiwo42 17.08.07 - 17:28 Uhr

Danke für deine Auskünfte.

Mit kommendem Monat schließe ich mit der vergangenen Ehe ab.
Bin seit 2005 geschieden, habe den Rattenschwanz an Unzulänglichkeiten hinter mir und starte nun neu durch.


Liebe Grüße
Wiwo

Beitrag von parzifal 19.08.07 - 01:58 Uhr

Ich drück dir die Daumen.

Viele Grüße
parzifal

Beitrag von kaptainkaracho 11.08.07 - 21:05 Uhr

Hallo Susanne

Bei uns ist es ähnlich

Also wir haben einen Ehevertrag abgeschlossen (heiraten am 31.08.07) und zwar aus dem Grund das mein Freund später direkt erben wird wenn die Oma stirbt

natürlich hat man selbst in einer Ehe KEINEN Anspruch aufs Erbe, was der Partner erbt! Das ist auch schon so im Gesetzt festgelegt. (also dafür brauch man KEIN Ehevertrag)
ABER (und darum haben wir einen!) steigt der Wert des Erbes in der Ehe hat man auf die Hälfte des Wertes im Falle einer Scheidung anspruch

Ginge es nur im "Pimperlinge" wäre das für uns kein Thema.
Aber mein Freund wird später Immobilien erben, und das ist dann doch schon eine Menge

Ach ja: Beratungsgesprach wenn man keinen Vertrag macht hätte uns etwa 240€ gekostet. Da wir aber einen Ehevertrag haben kostete uns die Beratung nichts (und wir waren 2 mal da)

Gruß Alexa

Beitrag von meaculpa 11.08.07 - 22:02 Uhr

...das ist ja nun Ansichtssache... :-) Aber ich finde es schon richtig, daß der gesteigerte Wert des ERbes in den Zugewinn mit einfließt. Immerhin stecken meist beide Ehepartner Arbeit, Energie und Geld in das ursprüngliche Erbe.

Aber das ist ja nun auch nicht das Thema :-D

Beitrag von kati543 11.08.07 - 22:22 Uhr

Der gesteigerte Wert fließt auch in das gemeinsame Vermögen ein. Eben nur das VOR der Ehe erlangte Vermögen nicht. Die Ehe ist eine Zugewinngemeinschaft. Alles während der Ehe angeschaffte gehört beiden Ehepartnern. Erbschaften oder vor der Ehe erlangtes Vermögen gehört jeweils nur einem Teil. Wenn allerdings z.B. ein Haus geerbt wird und dann während der Ehe renoviert wird, dann ist das wiederum das Vermögen von Beiden.

Beitrag von christa32 12.08.07 - 06:28 Uhr

Hallo !
Haben auch einen Ehevertrag.Weil ich werde auch mal einiges Erben 2.Häuser, Bargeld, Wertbriefe usw. Das von meinen ELTERN erwirtschaftet worden ist. Warum sollte dann meinem Mann im falle einer Scheidung die Hälfte davon zustehen?
Das sehe ich schon anders. #kratz

Beitrag von kaptainkaracho 12.08.07 - 07:03 Uhr

Hallo

Erbschaften sind auch ohne Ehevertrag im Falle einer Scheidung vom Zugewinn ausgeschlossen!

Aber wenn des geerbte an Wert gewinnt hat der Partner an die Hälfte des Wertgewinnes anspruch. Da muss man abwägen ob das viel sein könnte.

Wir haben aber auch einen Ehebertrag wo nur das Erbe ausgeschlossen wird und sonst Zugewinn besteht.



LG Alexa

Beitrag von kaptainkaracho 12.08.07 - 06:58 Uhr

Nun das ist nicht wirklich richtig:

Er erbt Immobilien. Nicht ein Familienhaus, sondern Häuserreihen.
Jemand der sich damit auskennt weiß wieviel Wert soetwas hat.

Da ich NICHTS mit den Immobilien zutun haben möchte (weder was mit dem Plus / noch mit den Kosten) haben wir einen Ehevertrag abgeschlossen was NUR die Erbschaft betrifft. der Rest ist sonst Zugewinn.

Sollte ich aber z.B. mit die Kosten tragen (z.B. später auch bei Krediten mit unterschreiben ect!) hab ich immer Anspruch auf die von mir geleisteten Beträge und deren Wertsteigerug die Hälfte.

Es geht hier wie gesagt in unserem Fall nicht um 1 Häuschen, sondern um mehrere Wohnblocks (darin wohnen Mieter und unten sind Geschäfte drinne). Das erbt mein Freund anteilig (er und seine Schwester). Kannst Du Dir vorstellen das Firmen bei solchen Geschichten kaputt gegangen sind weil einer keinen Ehevertrag hatte und die Partnerin ihren Anteil haben wollte?!

Ne sorry aber ich finde in solchen Sachen sollte man IMMER beide Seiten abschätzen und wenn jemand wie ich NICHTS mit dem Erbe zu tun haben möchte ist ein Ehevertrag sinnvoll und das Beste.

Alexa

Beitrag von meaculpa 12.08.07 - 08:08 Uhr

Huhu Alexa (guten Morgen :-) ),
ja, dann finde ich den Ehevertrag auch richtig, wenn der Fall so ist, wie von Dir geschildert.
Vor allem, wenn es so:

"Sollte ich aber z.B. mit die Kosten tragen (z.B. später auch bei Krediten mit unterschreiben ect!) hab ich immer Anspruch auf die von mir geleisteten Beträge und deren Wertsteigerug die Hälfte."

ist :-)

Dann hast Du natürlich wirklich nichts mit den Häusern zu schaffen. Für solche Fälle sind Eheverträge gut - aber meistens ist es ja eben doch so, daß nicht ganz so viel vererbt wird ;-)

LG, Mea

Beitrag von kaptainkaracho 12.08.07 - 08:31 Uhr

Guten Morgen Mea

Ist auch richtig, sollte es sich "nur" um Bargeld, kleine Sachen handeln oder gar ein Haus (in dem wir dann z.B. wohnen würden) hätte sich das Thema Ehevertrag für uns absolut geklärt. Denn dann bräuchten wir keinen ;-)

Nur da es sich wirklich um einiges handelt (ich hoffe ja das die Omi ewig lebt, denn ehrlich gesagt hab ich etwas muffe wenn mein Freund so viel erbt #gruebel) möchte ich damit einfach nichts zu tun haben.

Unsere Anwältin erklärte auch, wenn er z.B. vom Bargeld (er erbt neben den Immobilien auch Geld, der Opa war mit der Mutter zerstritten, daher Testament in dem die Enkel direkt erben) ein haus kauft, welches für uns ist das gehört es auch uns und nicht ihm (wegen Hausrat und geschenkt).
Ein Ehevertrag ist eine sehr komplizierte Sache und ich habe der Anwältin echt Löcher in den Bauch gefragt, da ich mich auch zu 100% absichern wollte und nichts falsch machen will ;-)

Mein Freund wollte garkeinen Ehevertrag (was ich an seiner Stelle echt unverständlich finde), aber ich habe auch Muffe das dann mal z.B. ein neues Dach gemacht werden muss, oder die Fassade ect und das geht echt uns unendliche mit dem Geld #schock

LG Alexa

Beitrag von ninasue 13.08.07 - 13:15 Uhr

Hallo Ihr alle

Danke für Eure Gedanken und Meinungen.
Werde wohl ein Beratungsgespräch brauchen!

Liebe Grüße
Susanne