Vorteile als privat versicherter bei der terminvergabe?

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Beitrag von lollorosso71 13.08.07 - 22:06 Uhr

frage an die sprechstundenhilfen und privat versicherten unter euch. im fernsehen wird so gerne davon berichtet, dass privat vesicherte sofort einen termin bekommen, gesetzlich versicherte nicht.

nun bin ich privat versichert und wollte heute einen termin beim augenarzt für meinen ebenfalls privat versicherten sohn, der wohl kurzsichtig ist (was er mir verheimlichen wollte, weil er panik vor der brille hat #augen) und wollte den termin gerne so, dass die brille rechtzeitig fertig ist, wenn die schule beginnt. nr. 1 hat mir termin am 31.8. angeboten (schulbeginn am 30.8.). nr. 2 war nicht da, nr.3 im urlaub, nr. 4 immerhin am 24.8. nun hat mich keine der sprechstundenhilfen nach meiner versicherung gefragt. und ich habe nichts gesagt.

meine frage ist nun aus der erfahrung der angesprochenen: würde es was bringen, wenn ich sagen würde, ich will termin, bin privat versichert? bekäme ich dann eher einen termin? mir ist es eher unangenehm, damit zu winken, würde es aber tun, wenn es was bringen würde, konkrete frage also: würde es was bringen?

gruß, lollo

Beitrag von caro1969 13.08.07 - 22:28 Uhr

Bin auch privat versichert und konnte bis dato nur den Vorteil feststellen
1.Keine 10€ zu bezahlen
2.Welche Sätze die Ärzte haben und zu welchen Preis ich behandelt wurde.

Wenn ich lese das für ein 2minuten gespräch(wo ich noch angerufen habe also keine Kosten für den Arzt) 15€ bezahlt werden muß dann frage ich mich schon welche Vorteile man angeblich hat.


Fazit: Bis dato (immerhin 9Jahre) keine Vorteile erkannt!!!

Und das bei verschiedenen Ärzten,man muß genauso Warten wie jeder andere.


LG Caro

Beitrag von nick71 13.08.07 - 22:57 Uhr

Also ich habe schon öfter festgestellt, dass man als Privatversicherte(r) schneller einen Termin bekommt. Zuerst heisst es meistens "erst in ein paar Wochen/Monaten, vorher sind wir total zu"...und wenn man dann seine Versicherung nennt (bei mir ist es aus der Bezeichnung klar ersichtlich, dass ich Privatpatientin bin), wird dann plötzlich in den Terminkalender geschaut und doch noch kurzfristig was gefunden...teilweise sogar innerhalb der nächsten Tage.

Beitrag von haebia 13.08.07 - 23:04 Uhr

Hi,

mein Mann ist privat versichert und er frägt immer erstmal generell nach Terminen. Wenn ihm der zu spät erscheint, dann sagt er "Hhm, ich bin Privatpatient. Vielleicht ändert das was oder soll ich zu einem anderen Arzt gehen?".

Ich persönlich finde das unfair, dass er und die anderen das so ausspielen können :-[ Bin nämlich "nur" gesetzl. versichert und kann somit nicht so "pockern".

Er bekommt dann oftmals noch am gleichen Tag oder aber spätestens dann morgen oder übermorgen den Termin. Auch wenn es nicht dringend wäre!!
Die Helferin sagt dann meist "Hhm, warten Sie mal, ich schaue nochmal ... oh ja, ok, da könnte ich sie noch schnell reinschieben".
Im Wartezimmer wartet er meist garnicht. Er darf entweder gleich durch oder kann vorne Platz nehmen. Fast so als ob die anderen nicht sehen sollen, dass er als einer der letzten kommt, aber als nächster wieder rein darf. :-(

Gruß,
Bianca

Beitrag von nick71 13.08.07 - 23:14 Uhr

"Ich persönlich finde das unfair, dass er und die anderen das so ausspielen können."

Natürlich ist das nicht fair...und trotzdem nimmt man es in Anspruch, man hat die Gelegenheit nunmal. Würdest Du als Privatpatientin sicher nicht anders machen...

"Im Wartezimmer wartet er meist garnicht. Er darf entweder gleich durch oder kann vorne Platz nehmen."

Bei meiner Hausärztin warte ich genauso wie jeder andere Patient...ebenso bei meiner Gyn. Aber ich habe es bei einigen anderen Ärzten auch schon erlebt, dass ich aufgrund meiner privaten Versicherung bevorzugt behandelt wurde. Früher gab es sogar Ärzte, die getrennte Wartezimmer hatten...eins für Kassen- und eins für Privatpatienten. Unnötig zu erwähnen, dass die privaten NICHT so lange warten mussten. Unfair...ist aber leider so.

Beitrag von caro1969 14.08.07 - 00:09 Uhr

Kann sein das ich zuwenig beim Arzt bin .......doch soetwas ist mir noch nie passiert.

Vielleicht wenn man explizit erwähnt das man Privatpatient ist das man Vorteile hat aber ansonsten denk ich mal wird man genauso behandelt wie ein Gesetzlicher.


Aber Ehrlich......vielleicht auch Einstellungssache........ich möchte gar nicht bevorzugt werden.


Lg Caro#kratz

Beitrag von bobb 14.08.07 - 08:51 Uhr

find deine einstellung sehr gut!

meine mama war viele jahre privatpatientin und wäre NIE auf die idee gekommen daraus vorteile zu schlagen.im gegenteil,sie hat drauf bestanden,daß sie behandelt wird und warten muß,wie andere auch.es war ihr dermaßen unangenehm,wenn sie deswegen als jemand besseres behandelt werden sollte und hat es abgelehnt.

Beitrag von cinderella2008 14.08.07 - 06:38 Uhr

Ich bin nicht privat versichert und warte auf Facharzttermine in der Regel bis zu 6 Monaten.

Es ist aber so, wenn ich in einer Praxis anrufe und um einen Termin bitte, dann werde ich in 90 % der Fälle zuerst gefragt, wie ich versichert bin. Ich nehme schon an, dass privat Versicherte schneller einen Termin bekommen. Sie haben schließlich bei den meisten Ärzten auch nicht so lange Wartezeiten im "Wartezimmer". Habe schon erlebt, dass ich 3 - 4 h saß, während privat Versicherte höchstens 45 Minuten gewartet haben oder sofort ins Behandlungszimmer kamen.

Ich bin ziemlich sicher, dass eine Bemerkung über Deine private Versicherung was bringt.

Beitrag von jsteinba 14.08.07 - 07:48 Uhr

Bei gerade mal 10 Tagen Wartezeit? Und da willst du es noooch schneller.
Ich hatte mir im Januar einen Augenarzttermin besorgt - wegen des Verdachts, dass meine Kopfschmerzen von den Augen kommen. Ende MAI habe ich einen Termin bekommen - als gesetzlich Versicherte.

Generell hilft es glaube ich bei den meisten Ärzten schon, wenn man privat versichert ist - aber bei so kurzen Wartezeiten ist es doch auch egal.

Und zum glück gibt es immer noch Ärzte die entscheiden nach medizinischer Notwendigkeit und nicht nach Kasse.

Beitrag von erdbeertiger 14.08.07 - 08:06 Uhr

Ich denke es kommt sehr auf die Situation und Auslastung des Arztes an. Immerhin kann er für jeden Privatversicherten das abrechnen, was er tatsächlich gemacht hat und kriegt dafür auch sein Geld. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ihm ein Budget festgelegt, für soundsoviele Untersuchungen dieser und jener Art, das kriegt er bezahlt -mehr nicht, wenn er viel mehr Untersuchungen an Kassenpatienten macht muss er sogar noch draufzahlen. Kein Wunder also, dass es sich für ihn immer rechnet, einen Privatversicherten zu behandeln, wohingegen die Behandlung eines Kassenpatienten wirtschaftlich von Nachteil sein kann (wenn er sein Budget schon ausgeschöpft hat). Daher glaube ich schon, dass Privatpatienten leichter einen Termin bekommen, was aber nicht heißt, dass sie nicht warten müssen. Für eine Routineuntersuchung beim Augenarzt muss ich (privat) auch 6-8 Wochen warten, weil der einfach so ausgebucht ist. Andere Fachärzte gehen schneller. Im Wartezimmer habe ich ncoh keinen Unterschied feststellen können, dass privat Versicherte schneller dran kommen...

Beitrag von bobb 14.08.07 - 08:46 Uhr

ich bin arzthelferin und unser motto ist:wir behandeln patienten,keine versicherungen.
bei sowas krieg ich sooooo einen hals!!!seid ihr was besseres und habt mehr berechtigung auf gesundheit? seid ihr 1.klasse und kassenpatienten nur 2.wahl?

ich hoffe,daß es euch nichts bringt!
finde es von allen praxen sehr gut,daß sie nicht nach der versicherung gefragt haben!
sonst gibt es bald nur noch termine für privatpatienten,irgendwann dürfen kassenpatienten mal erscheinen und werden nur noch abgefertigt und asylanten werden gar nicht mehr behandelt...

Beitrag von mona78 14.08.07 - 09:36 Uhr

Hallo,

ich bin seit 12 Jahren privat versichert und muss sagen, das es mir manchmal Vorteile aber genauso Nachteile gebracht hat.

Klar wird man in manchen Praxen bevorzugt.

In den meisten Fällen werden aber keine Unterschiede gemacht, was sich auch nicht anders gehört.

Allerdings habe ich es auch schon erlebt, das mir gesagt wurde: "Wir nehmen keine Privatpatienten mehr an, da müssen wir immer so lange unserem Geld hinterherrennen."

Also scheint die Zahlungsmoral einiger Privatpatienten wohl nicht angemessen zu sein ?

So viel zum Thema: 1. und 2. Klasse Patienten.

Es gibt sicherlich manche, die sich besser fühlen als andere dadurch das sie Privat versichert sind, aber ob es ein Grund ist stolz zu sein, wenn man hinterher seine Rechnungen nicht begleichen kann oder will ist in meinen Augen umstritten.

Letztendlich sind wir alle nur Menschen, die in eine Versicherung einzahlen, damit wir uns im Krankheitsfall in eine ärztliche Behandlung begeben können.

Grüssle
Mona

Beitrag von bobb 14.08.07 - 10:34 Uhr

da hast du recht.ich kann eben nur aus beruflicher erfahrung berichten(und aus der sicht meiner mama,die jahrelang zwangsweise privatversichert war).
wir behandeln gewisse privatpatienten auch nicht mehr gerne oder gar nicht,wegen der zahlungsmoral.aber meine chefs machen ne ausnahme,wenn medizinisch gesehen eine behandlung wirklich erforderlich ist(schmerzen,da gibt es dann aber kein pillenrezept mehr,oder sofortige rechnungsbegleichung).
es gibt aber auch privatpatienten,die viel von der privatkasse wiederbekommen,je nachdem wie sie versichert sind.und diese benehmen sich auch,als wären sie was besseres.auch,wenn sie selber nicht viel bezahlen.

Beitrag von caro1969 14.08.07 - 11:33 Uhr

Stimmt,


ich bekomme 70% vom Bund wieder

also sind nur 30% Versichert.(37J/Frau)

Bei 30% Versicherung zahle ich ca.200€ im monat.

Also bei 100% währen das in etwa 700-800€ im monat.

Das kann sich dann nur ein "Keine AHNUNG" wer leisten und die meisten möchten auch dann dementsprechend behandelt werden.


Ist zwar irgendwo logisch.......... aber ich würde es mir dennoch nicht raushängen lassen ........auch wenn ich alles selbst bezahlen würde , denke das hat was mit Erziehung zu tun.

Beitrag von laetitiajosephine 14.08.07 - 12:47 Uhr

war schon bei vielen Ärzten aus unterschiedlichsten Gründen. Bisher wurden Privatpatienten IMMER bevorzugt. Es sei denn, man kennt die Schwester. Einzige weitere Ausnahme: der Kinderarzt. Ansonsten ist es immer dasselbe. Freunde von mir sind privat, ich gesetzlich versichert. Die erwähnen immer nebenbei, das sie privat versichert sind, und schwupp, ja, na sagen Sie das doch gleich, kommen Sie einfach morgen vorbei und dann sind Sie sofort dran!" Das ärgert mich schon. Andererseits ist es für die Privatpatienten auch blöd, bei OP oder ähnlich hohgen Beträgen, erstmal selbst zahlen zu müssen, bevor sie es dann erstattet bekommen.

Meinem Freund war es erst auch unangenehm, er war der Meinung, dass wär nur landläufig falsch verbreitet. Inzwischen sagt er es immer sofort.

Was passiert eigentlich, wenn ich am Telefon sage, ich wäre privat versichert, lass mir einen Termin geben und zeig dann meine gesetzliche Krankenkarte vor?

Beitrag von bobb 14.08.07 - 13:22 Uhr

"Was passiert eigentlich, wenn ich am Telefon sage, ich wäre privat versichert, lass mir einen Termin geben und zeig dann meine gesetzliche Krankenkarte vor?"

bei uns wird mittlerweile die kk notiert bei der terminvergabe,aber wir würden dann den termin nicht absagen.wüßte man auch nicht unbedingt,daß der aufgrund der versicherung so gelegt wurde(kann man auch bei mehreren teilzeitkräften nicht mehr wissen).
übrigens,bevor jetzt fragen aufkommen:wir notieren und fragen nach der kk,um die karteikarte schneller zu finden,nicht wegen der kasse an sich.in der praxis sind die karten seit jahren auf komische weise sortiert,nicht mal richtig nach alphabet...

Beitrag von heffi19 16.08.07 - 18:13 Uhr

Ich bin zwar nicht privat versichert, kann aber trotzdem nicht verstehen warum die Behandlungsmethoden von privat versicherten als unfair betitelt werden. Wisst ihr was die für Beiträge zahlen?

Bei gesetzlich versicherten zahlt es die Krankenkasse, aber ich glaube die wenigsten hier wissen was eine Behandlung beim Arzt kostet...

Wenn ich meine Behandlungen auch komplett selbst übernehmen müsste würde ich auch drauf pochen sofort dran zu kommen und nicht zu warten.

Und auch bei uns in der Praxis (bin AH) werden Privatpatienten bevorzugt. Immerhin ist das auch ein Vorteil des Arztes.
Fakt ist: Jeder von euch würde es genau so machen, egal ob ihr Ärzte oder Privatpatienten wärt.

Beitrag von bobb 18.08.07 - 13:16 Uhr

zu deinem fakt:nein,ich würde es nicht machen.und wie ich geschrieben hab,meine mama war privatpatientin und hat es auch nicht so gehandhabt.

die privatpatienten zahlen auch nicht alles selber.je nachdem wie sie versichert sind,bekommen sie mehr oder weniger von ihrer kasse wieder.also sind sie nicht besser...
schreib doch nicht so,als würde jeder privatpatient zu 100% seine behandlung selber zahlen.