Würdet Ihr die Kinder mitfahren lassen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ana78 22.08.07 - 18:02 Uhr

Hallo,

wir haben ein sehr schlechtes Verhältnis zu meinen Schwiegereltern. Wir bezieht sich auf meinen Mann und mich. Es gab sehr viel Ärger miteinander und wir haben uns jetzt gelöst mit allem was dazu gehört. Mein Mann war in der Fa. seiner Eltern angestellt, wurde letzten Dezember gekündigt und orientiert sich jetzt neu. Trotz das er wirklich ALLES für den Familienbetrieb gegeben hat und wir selbst als Familie oft zurückgesteckt haben. Es wurde uns nicht gedankt, aber das soll jetzt auch gar nicht das Thema sein.

Das eigentliche Problem ist, daß mein Schwiegervater Gelegenheitstrinker ist. Heißt, er trinkt nicht jeden Tag, man sieht es ihm auch nicht immer an, aber jeder weiß und merkt es. Die komplette große Familie, jeder im Ort, alle Freunde wissen Bescheid und jeder tut so, als wäre nichts. :-( (War mit auch der größte Grund für das Zerwürfnis, weil meine Schwiegermutter ihn immer in Schutz nimmt.) Zum Glück verstehen uns die meisten anderen Familienmitglieder und auch unsere Freunde verstehen uns.

Wir haben den Kontakt sehr eingeschränkt, für unsere Kinder ist das nicht einfach, da sie sehr an Oma und Opa hängen. Wir haben ihnen verboten, mit den Kindern Auto zu fahren (worauf mein SM sogar meinte, Besuchsrecht kann man auch einklagen). Das hat das Verhältnis noch mehr verschlechtert, denn so wollte i ich mir nicht kommen lassen. Zumal er schon 2 Autounfälle unter Alkoholeinfluß gehabt hat, zum Glück nur Blechschaden und auch schon 1 und 2 Jahre her.

Heute habe ich die Kinder für 3 Stunden hingebracht, weil die Kinder es sich so gewünscht haben. Prompt kam wieder die Frage, ob sie mit den Kindern am Sonntag Nachmittag einen Ausflug machen können. Ich habe nein gesagt. Ich weiß, daß er wirklich nichts trinkt, wenn sie die Kinder haben, aber trotzdem. Ich glaube, sie müssen die Erfahrung machen, daß wenn sie selbst die Augen vor ihrer Situation verschließen, sie auch mit den Konsequenzen leben müssen. Ihr dürft Euch jetzt um Himmels willen nicht vorstellen, das er stockbetrunken ist und nichts mehr mitbekommt. Meist merken es nur die Leute, die ihn kennen, aber ist das nicht oft so bei Alkoholikern? Wir wissen auch definitiv das er noch trinkt, haben ihn selbst erst vor ein paar Wochen "erwischt".

Meine Kinder haben dafür wenig Verständnis, sind ja auch erst 8 und 6 Jahre und wollen so gern mal wieder mit Oma und Opa weg. Aber ich will mir keine Vorwürfe machen wenn was passiert, ich hätte keine ruhige Minute wenn sie weg wären.

Ich weiß, eigentlich will ich nur die Bestätigung, daß Ihr auch so handeln würdet. Aber vielleicht habt Ihr noch die eine oder andere Anregung für uns? Ich will Ihnen die Kinder ja nicht ganz wegnehmen, auch wenn es uns sehr schwer fällt, den Kontakt zuzulassen. Unser Ort ist leider zu klein, um irgendwas zu unternehmen. Aber ich denke ein Spielenachmittag, ein Spaziergang etc. ist doch auch nicht schlecht. Muß es unbedingt der tolle Ausflug sein (mit dem sie bei den Kindern immer punkten, denn bei uns sieht es jetzt finanziell recht mau aus)?

Danke für Euch, die Ihr bis zum Schluß gelesen habt.

Ana

Beitrag von luna1976 22.08.07 - 18:35 Uhr

Hallo,

ich kann Dich sehr gut verstehen.

Meine Kids waren jetzt einmal mit meinen Eltern und meinen Schwiegereltern in Urlaub. Und auch wenn Sie nicht trinken bin ich immer in Sorge.

Ich würde die Kids nicht mit ihm fahren lassen, auch wenn er sagt er trinkt nicht wenn die Kids dabei sind.

Wie wäre es wenn seine Frau fährt? Oder hat sie keinen Führerschein?

Ich bin grundsätzlich immer der Meinung das die Kinder Oma und Opa brauchen, auch wenn man vielleicht nicht ein ganz so gutes Verhältnis hat. Das mit dem Alkohol wäre allerdings auch für mich ein großes Problem.

Ich finde es super, daß Du so zu Deiner Meinung stehst. Wenn sie die Kids wollen, dann sollen sie sich ändern oder sich was überlegen.

Was mein Dein Mann dazu?

Gruß Luna

Beitrag von babybaer4 22.08.07 - 18:36 Uhr

Du doch sagst ,das er nichts trinkt,wenn die Kinder da sind.Deine Kinder sind gerne da und so wie es sich anhört sind sie tolle Oma und Opa.
Also warum nicht????

Lg Sabine

Beitrag von kira2002 22.08.07 - 18:41 Uhr

Hallo Ana,

vielleicht könnt ihr sie zum Ausflug hinfahren und wieder abholen? Oder alle zusammen fahren und euch später dann wieder treffen?

LG
Michaela

Beitrag von cinderella2008 22.08.07 - 18:44 Uhr

In diesem Fall würde ich die Kinder nicht zum Großvater ins Auto steigen lassen.

Bei einem Alkoholiker - auch wenn er "nur" Gelegenheitstrinker ist, weiß man nie, ob er nicht plötzlich doch was trinkt. Auch wenn Du Dir sicher bist, dass er nicht trinkt, wenn die Enkel da sind - irgendwann kann das erste Mal sein.

Hier kam der Vorschlag, ob nicht die Oma das Auto fahren könnte. Wäre das möglich? Wenn ja und wenn Du Dich 100 % darauf verlassen kannst, dass sie fährt - nur dann - würde ich die Kinder mitfahren lassen.

Beitrag von ana78 22.08.07 - 18:58 Uhr

Danke für Eure Antworten.

Die Oma hat keinen Führerschein und fällt somit als Fahrerin aus.

Wir selbst wollen auf keinen Fall den Kontakt, dazu sind zu viele Dinge passiert. Im Moment sind wir einfach zu verletzt, mein Mann ist sehr verbittert seinen Eltern gegenüber und spricht kein Wort mehr mit ihnen, ich versuche nur der Kinder wegen zu vermitteln. D. h., es kommt also nicht in Frage, das wir die Kinder für sie irgendwohin kutschieren.

Mir fällt gerade ein, ich könnte sie ja mal mit dem Zug losschicken, einen kleinen Bahnhof haben sogar wir. ;-) Werde ich doch gleich fürs nächste Mal vorschlagen, können sie ja ins Kino fahren oder zu einem Stadtfest etc. Mensch, jetzt freu ich mich, auch mal ne Idee gehabt zu haben.

Beitrag von lucy15 22.08.07 - 20:59 Uhr

Laß dich nicht verunsichern, ich finde es absolut verständlich und richtig, dass du deine Kinder nicht zu einem (wenn auch nur Gelegenheits-)alkoholiker ins Auto steigen läßt.

Würde ich auch nie tun.

Ich finde es toll von Euch, dass ihr die Kinder überhaupt noch zu denen laßt. Auch wenn es sich ersehr schwerfällt, oder?

Liebe Grüsse,

Lucy

Beitrag von ana78 22.08.07 - 21:37 Uhr

Ja, es fällt uns sehr schwer. Aber was macht man nicht alles den Kids zuliebe.

LG und Danke für Deinen Zuspruch!

Beitrag von mareliru 22.08.07 - 21:57 Uhr

Meine sechsjährige Stieftochter hat mir heute beiläufig erklärt, dass sie nicht mit ihrem Onkel mütterlicherseits und dessen Partnerin Auto fahren darf, weil die beiden zu schnell fahren, im Auto rauchen, auf Sitzgurte keinen Wert legen und die Partnerin keinen Führerschein hat. #schock Deshalb hätte es ihre Mutter verboten und ihre Cousine (die Tochter der beiden) muss immer zu ihr kommen. Sie sagte das in ganz normalem Ton und ohne Vorwurf.
Kleine Menschen verstehen viel mehr als man denkt. Rede doch noch mal mit Deinen Kindern, dass Du halt besorgt bist ...
Alles Gute, Mare

Beitrag von ana78 23.08.07 - 08:41 Uhr

Wir haben unseren Kindern schon sehr viel versucht zu erklären, vor der Erklärung "Alkoholiker" zucke ich immer noch zurück. Kinder erzählen sowas schnell weiter in Schule etc. und das möchte ich nicht. Und die Bürde des "Geheimnisses" möchte ich ihnen nicht aufbürden, obwohl ich mir ganz sicher bin, daß sie es nicht der ganzen Welt erzählen würden. Die Kinder bekommen unsere finanziellen Probleme eh schon viel zu sehr mit, auf Grund daß mein Mann nun komplett neu anfangen muß.

LG und Danke
Ana

Beitrag von paulfort35 23.08.07 - 07:21 Uhr

Hallo,
ich würde meine Kinder auch keinem Alkoholiker, der auch betrunken Auto fährt, mitgeben. Und den Schwigereltern das auch als Begründung sagen. Die Kinder können zu ihnen - aber es wird nur Auto gefahren, wenn die Oma fährt. Oder sie kommen zu euch. Was sagt denn deine Schwiegermutter dazu?
Paule

Beitrag von ana78 23.08.07 - 08:46 Uhr

Hallo,

Oma kann nicht fahren, sie meint, mit dem Fahrrad kommt sie sehr gut zurecht (genau wie vor jedem anderen Fortschritt die Augen verschlossen werden, dabei ist sie erst 52!!!).

Außerdem verschließt sie die Augen vor dem Problem, ist nicht so, dabei haben uns schon "fremde" Menschen darauf angesprochen und jeder riecht es meilenweit gegen den Wind, wenn es wieder soweit ist. Und wir selbst sehen ihn an manchen Tagen 6, 7 oder 8 Mal am Tag an unserem Haus zu seinem "Lager" fahren (ist nicht mal mehr schlau genug einen anderen Weg zu nehmen).

Bin echt gefrustet, denn SM hat lieber ihren eigenen Sohn "über die Klinge springen lassen" als zuzugeben, daß sie zu Hause ein viel größeres Problem hat. Aber Hauptsache, auf den ersten Blick sieht immer alles toll aus und wie die Leute hinter einem reden, glaubt sie nicht. :-[

LG und Danke
Ana

Beitrag von lollorosso71 23.08.07 - 23:44 Uhr

Muß es unbedingt der tolle Ausflug sein (mit dem sie bei den Kindern immer punkten, denn bei uns sieht es jetzt finanziell recht mau aus)?


sorry, aber ich denke, genau das ist das problem und nicht das trinken. ich lese, dass du eifersüchtig bist, weil die kinder gerne zu den großeltern wollen und gerne mit ihnen ausflüge machen wollen, was ihr nicht tut oder könnt und du schiebst die sache mit dem trinken vor.

ich kann das verstehen. wenn meine tochter bei den großeltern war heult sie zwei tage lang, dass sie wieder zu oma will (die mittags anfängt, wein zu trinken und erst beim schlafen gehen damit aufhört und sie ab 5 uhr morgens zuqualmt). das tut mir weh. aber sie ist glücklich dort. und allein darum geht es. es ist noch nie was passiert, vermutlich ist es statistisch gesehen gefährlicher, wenn ich mit ihr über die straße gehe.

um himmels willen, wer von uns hier trinkt nicht? du sagst selber, wenn die kinder da sind trinkt er nicht. dein problem ist ein anderes.

gruß, lollo

Beitrag von ana78 24.08.07 - 17:37 Uhr

Das will ich mal vehement bestreiten, was Du mir hier unterstellst. ;-)

Natürlich tut es mir weh, zu sehen, wie sie den Kindern geben könnten, was ich nicht kann. Ich kann es nicht, weil sie ihren eigenen Sohn aus der Firma geschmissen haben, um die Trinkerei zu decken! Die jeder kennt im Ort, aber man muß ja den Schein wahren.

Und wer garantiert mir, daß er nicht doch einmal trinkt, wenn die Kids dabei sind. Du? Das geht schon so viele Jahre so, ich lasse mich da auf nix mehr ein.

Übrigens könnten die Kinder Ausflüge mit ihnen machen, mit dem Fahrrad, oder zu Fuß wenn in UNSERER kleinen Stadt Fest ist oder mit dem Zug, da kann man auch schöne Ziele erreichen wie Tierpark und Kino etc. Aber auf die Idee kommen sie nicht. Aber wenn wir mal jmd. für einen zum Aufpassen gebraucht hätten: "Ach neee, heute muß ich sauber machen" oder noch besser "Was soll ich denn da mit den Kindern machen?". Es geht immer nur darum, dann den Nachbarn zu erzählen was man doch für tolle Großeltern ist/sind.

Nee lass mal, traurig macht mich das schon, aber nicht so, daß ich den Kids alle Freude nehme!

Beitrag von luna1976 26.08.07 - 17:11 Uhr

Sorry, aber das kann ich nicht verstehen.

Ich lasse meine Kids nicht zu jemanden von dem ich weiß, daß er trinkt und auch noch qualmt ohne Ende.

Ich trinke nicht wenn meine Kinder dabei sind und geraucht wird auch nicht.

Warum soll ich sie dann dahin schicken? Auch wenn es ihnen dort gefällt. Ich habe meinem Sohn erklärt, daß Zigaretten-Qualm schädlich ist und er spricht alle Leute darauf an, daß es ungesund ist.

Natürlich kann man nicht vermeiden, daß die Kids überall damit in Kontakt kommen, doch in der eigenen Familie kann ich das verhindern und das ist auch meine Pflicht als Elternteil.

Außerdem was soll denn die Aussage, "Wer von uns trinkt denn nicht?". Bestimmt trinkt jeder mal auf einer Party, oder mal ein Bier am Abend ab und an, doch nur ohne Kids.

Gruß Luna