mein freund, seine EPILEPSIE und ich, bitte um hilfe u rat.

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von kristinad 26.08.07 - 13:54 Uhr

ich komme gleich zur sache:

bin seit mai mit meinem freund zusammen und habe erst ende juli den ersten anfall mitbekommen. es war im kino und zum glück waren seine freunde noch dabei. Ich hätte keine ahnung gehabt was ich machen soll.(er hatte einen tag zuvor sehr viel getrunken u gefeiert')
3 wochen später der nächste anfall, da war mein freund bei mir zuhause und müde. es ist aber doch nicht gut wenn dieses anfälle so oft vorkommen.. oder?

mein freund möchte sich durch die epilepsie sein leben nicht " versauen " lassen, sagt er..

er trinkt alkohol u feiert viel, er ist 20. ich habe solche angst, dass er die krankheit nicht ernst genug nimmt. er nimmt timonil retard 300 oder wie das heisst, einmal morgens einmal abends.

ich habe seit den zwei anfällen innerhalb von 3 wochen jedesmal solche angst, wenn er nicht gleich reagiert oder nur dasitzt.. ich denke dann jedes mal: oh gott, wieder ein anfall... mir zerreißt es jedesmal fast das herz... es ist ein komisches gefühl.. ich habe auch schon geweint deswegen..
er will nicht zum arzt deswegen, weil er angst hat den führerschein zu verlieren....

er fährt nur kurze strecken u nur wenn er fit ist, was ich aber mit misstrauen beäuge, denn ich habe auch oft angst das er im auto einen anfall bekommen könnte... ich wüsste nicht, wie ich reagieren soll... ich muss dauernd darüber nachdenken.

er sagt er möchte nicht anders behandelt werden wegen der krankheit.

ich würde mir wünschen er würde weniger alkohol trinken... aber ich kann es ihm ja nicht verbieten, er muss das selbst entscheiden...
jetzt ist er zwei wochen zuhause weil er ein praktikum macht und ich sehe ihn erst wieder am wochenende... ich vermisse ihn jetzt schon so sehr...

seine eltern wissen nichts von den zwei anfällen und ich weiß nicht was ich machen soll!

wie ist das eigentlich? was passiert am ende? bei jedem anfall gehen ja gehirnzellen verloren.. kann es passieren, dass er mich irgendwann vergisst? das er mich nicht mehr erkennt?

ich hoffe jemand hat meinen lange text gelesen.. er ist sehr durcheinander geschrieben, aber meine gefühle und gedanken sind genauso verwirrt..

vielen dank fürs lesen, ich hoffe jemand antwortet und kann mir rat geben.

Beitrag von anja1968bonn 26.08.07 - 14:54 Uhr

Ich kann schon verstehen, dass Du Dir Sorgen machst und durcheinander bist. Wie ich Dich verstanden habe, hat Dein Freund die Krankheit erst seit kurzem und nimmt wahrscheinlich das Medikament noch nicht lange, so dass er auch selbst noch lernen muss, mit der Diagnose umzugehen. Ich habe seit meiner Pubertät Epilepsie und kann versichern, dass mein Leben durchaus durch die Krankheit nicht "versaut" ist - aber bestimmte Dinge wird Dein Freund lernen müssen

- Offenheit gegenüber dem Arzt, denn nur so kann ein wirkames Medikament gefunden werden,
- Vermeidung von Faktoren, die Anfälle begünstigen, sei es Alkohol, sei es wenig Schlaf ... (zumindest einschränken sollte Dein Freund sich)

Mehr Informationen findest Du z.B. bei
www.epilepsie-online.de

Je mehr Dein Freund und auch Du über die Krankheit wisst, um so besser könnt ihr damit umgehen: Auf sich aufpassen muss man, aber durch die Krankheit wird man nicht gleich ein anderer Mensch und vergisst auch nicht seine Freundin.

LG

Anja

Beitrag von johanneskraut 26.08.07 - 15:37 Uhr

Dein Freund wird sich mit seiner momentanen Haltung sein Leben versauen.
Du hast recht, mit jedem "Anfall" sterben Gehirnzellen ab, etwa vergleichbar mit einem Vollrausch.
Autofahren ist absolut tabu, solange man nicht 6 Monate anfallsfrei war (weiß Dein Freund sicher auch). Falls etwas passiert, obwohl er gerade im Auto keinen Anfall hatte, bleibt er auf allen Kosten sitzen, da die Versicherung in so einem Fall keinen cent mehr hergibt.
Auch mit Alk, Kinobesuchen (Gefahr sind die schnell wechselnden Bilder, Lichtblitze etc.), Dico, Schlafentzug sind Dinge, die er unbedingt vermeiden muß.
Du kannst Deinem Freund nur DRINGEND raten, schleunigst wieder seinen Neurologen aufzusuchen, ggf. sollte er sich auch an einer Spezialamulanz eines Krankenhauses behandeln lassen.

Beitrag von glu 26.08.07 - 16:03 Uhr

mich würden ja weniger die kosten eines unfalles interessieren...denke da eher an die menschen die er mitreißen könnte wenn er einen anfall bekommt...

ansonsten stimme ich meiner vorschreiberin zu, er versaut sich sein leben gerade...

den alk sollte er mal weglassen, vor allem in den mengen...medis regelmäßig nehmen und regelmäßi zum arzt...

also vergessen wird er dich sicherlich nicht...aber diese krankheit ist so umfangreich...von normal damit leben bis "geht gar nicht mehr" is alles drin ...

wie lange dauern die anfälle denn? hat er schon mal nen status epilepticus gehabt? wie sehen die anfälle überhaupt aus? krampft er am ganzen körper?

lg glu

Beitrag von kristinad 26.08.07 - 16:36 Uhr

Vielen vielen dank für eure antworten.

Also mein freund hat epilepsie seit der pubertät, seit er 15 jahre alt ist, heute ist er 20 jahre.

, vorher hatte er „nur“ kreislaufprobleme. Die beiden anfälle, die ich mitbekam liefen so ab:

erst reagiert er nicht mehr u alles krampft sich zusammen. Dann leg ich ihn auf den boden u halte seinen kopf so das er seine zunge nicht verschlucken kann... dann krampft sein ganzer körper eine zwit lang, so 2-3 minuten.. ca... dann spuckt er u seine nase läuft, dann versucht er die kontrolle über sich zu bekommen u versucht aufzustehen, aber alles ist noch ganz verkrampft u er hat meinen arm auch schon ganz schön gequetscht, aber da kann er ja nichts dafür... insgesamt dauert es vllt so 10 minuten bis er wieder da ist.. u er neigt zu anfällen wenn er viel getrunken hat, bzw schlafmangel hat...


das mit dem führerschein ist so er hatte damals mit 15 u 16 je einen schlimmen anfall, dann bekam er die tabletten u hatte seitdem keinen so schlimmen mehr.. nur eben wenn er zuviel getrunken hat u zuviel gefeiert hat.. deshalb durfte er auch den führerschein machen... der arzt meinte: dann sehe ich sie in 2 jahren wieder oder so...jetzt nach den zwei anfällen innerhalb von drei wochen sollte er meiner meinung nach zum arzt u das sagen, aber er hat angst dass der arzt dann sagt das er fahruntauglich ist u das will mein freund nicht.. er fährt sowieso nicht viel auto... u ich kann ihn schon verstehen dass man diese freiheit ungerne aufgibt. Aber dann denke ich : was, wenn er während der fahrt einen anfall bekommt? Das wäre schrecklich. Er und andere könnten deshalb sterben.. u davor habe ich solche angst.. ich rede nicht sooo viel mit ihm darüber weil ich ihn ja auch nicht immer an seine krankheit erinnern möchte, aber in meinem kopf sind dieses gedanken bei jedem herzschlag.

Den eltern von den anfällen berichten ist so eine sache: ich will meinem freund nicht in den rücken fallen.. es ist seine entscheidung ob er es erzählt. Ich will da nicht vorgreifen.. aber auch da bin ich im zwiespalt, denn ich denke die eltern würden es wissen wollen.

Mein freund sagt: das es im unteren kopfbereich auf der rechten seite das zentrum , die ursache der anfälle liegt, weil er als baby per saugglocke geholt wurde u da sich evtl etwas verschoben hat. Ich habe angst das er vllt nicht den allerbesten arzt hat..ich will das er die besten ärzte hat. Ich will das er die beste behandlung bekommt, u die passensten tabletten... ich will alles tun was ich kann.. aber ich fühle mich so hilflos.

Vor diesen beiden anfällen hatte er längere zeit keine.., hat er gesagt.

Ich weiß nicht weiter... jetzt sehe ich ihn auch erst am freitag wieder.. ich bin so traurig und möchte ihn in meinem armen halten...

gestern war er mit freunden weg u hat wieder etwas getrunken u sogar geraucht( denke mal zigarillos, oder auch nen joint..) ich mächte das nicht, ich finde das nicht gut, ich selbst rauche auch nicht u mir fehlt nichts im leben. Warum tut er das nur? Warum???? ist es das wert? Seine gesundheit zu riskieren für ein bisschen rauch u rausch???

mir kommen dauernd die tränen, ich hör mal auf zu schreiben. Vllt geht es später wieder....

Beitrag von glu 26.08.07 - 16:49 Uhr

also mal ehrlich, er ist total verantwortungslos...

wenn er das nur mit sich wäre, wäre es ja egal, mir zumindest...aber er gefährdet ja durch sein verhalten auch andere! aber das geht hier ja immer wieder unter #augen
du hast angst, daß er einen anfall beim fahren bekommen könnte und stirbt...ich habe angst, daß er einen anfall beim fahren bekommt und ein anderer stirbt!

wenn er seinen lappen behalten will, dann soll er mit der sauferei aufhören...

so wie du es beschreibst hört sich an als wenn man es medikamentös super in den griff bekommen könnte...aber er arbeitet ja erfolgreich dagegen...seinem alter nach, wird es auch noch dauern bis er es begreift...

lg glu

Beitrag von johanneskraut 26.08.07 - 17:06 Uhr

Inhaltlich gebe ich meiner Vorrednerin recht (man könnte es aber auch vielleicht anders formulieren).

Dein Freund MUSS zum Arzt und das so schnell wie möglich!!!

Die Erfahrung lehrte aber, daß gerade in diesem Alter erst die Einsicht kommt, wenns in der Regel zu spät ist.
Du erweist Deinem Freund einen echten Bärendienst, wenn Du ihn NICHT zum Arzt - meinetwegen auch prügelst.

Beitrag von kristinad 26.08.07 - 17:17 Uhr

ohje.. ihr macht mir solche angst.. ich habe mich voher nie mit epilepsie beschäftigt. als mir mein freund das erzählte, hat er das in meinen augen ziemlich verharmlost...

ich lese gerade bei wikipedia u überall u muss dauernd weinen weil mir das SO nicht bewusst war.

er geht tatsächlich nicht sehr verantwortungsvoll mit der krankheit um.. ich habe das gefühl, er nimmt sie nicht so ernst. er sagte mal: das er seit er denken kann, umgekippt ist, sei es wegen kreislaufproblemen oder dann später eben epilepsie...

er sqagt für ihn gehört das zum leben, das er ab u zu mal umkippt... an sich ist das ja eine gute einstellung, nur das mit dem fahren geht nicht, da stimme ich euch zu, ich ahbe auch angst um mein leben, wenn ich neben ihm sitze.. ich beobachte ihn dann immer genau.. u fühle mich so schlecht dabei, weil er ja DAS genau nicht will. aber auch, dass er andrer gefährdet ist ein ganz schlimemr faktor.
ich sehe ihn erst am freitag wieder... auch seine eltern... ich kann gerade an nichts anderes denken, dabei müsste ich für eine ganz wichtige klausur lernen...

ich fühle mich so verantwortlich.. so schuldig dass ich mich nicht früher informiert habe.. dass ichihn nicht gezwungen habe mit dem alkohol aufzuhören. ich würde sogar mit ihm aufhören und nie wieder etwas trinken.. ich brauche das nicht unbedingt. klar ist es auch mal ganz lustig, aber darauf kann man auch verzichten. spass geht auch ohne alkohol.

Beitrag von schnaki1 27.08.07 - 13:18 Uhr

Hallo,

wie schon erwähnt, verhält dein Freund sich total verantwortungslos!
Was du machen kannst?
Erstmal mit ihm Tacheles reden!
Du solltest dich mal von deiner falschen Rücksichtsnahme ihm gegenüber freimachen und ihm mal klar und deutlich sagen, wie es dir dabei geht, wie fertig dich die Situation macht und dass du nicht bereit bist, das so hinzunehmen!
Ich würde an deiner Stelle nicht mehr mit ins Auto einsteigen, wenn er fahren will und wenn er säuft und du bist dabei, dann geh einfach, wenn er es nicht lassen will!
Vielleicht kapiert er ja so, was er alles auf's Spiel setzt, wenn du dich dagegen entscheidest, das alles mitanzusehen...

Sorry, für die klaren und vielleicht auch etwas harten Worte, aber nur, um ihn nicht ständig an die Krankheit zu erinnern, nicht richtig mit ihm drüber zu reden, kann einfach nicht der richtige Weg sein!
Sei stark!

LG,
Andrea